Definition
Die Appendizitis ist eine akute Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis) und stellt die häufigste Ursache für ein akutes Abdomen dar. Sie erfordert in der Regel eine operative Therapie. Man unterscheidet die unkomplizierte (katarrhalisch, phlegmonös) von der komplizierten Appendizitis (gangränös, perforiert, mit Abszess oder Peritonitis).
Pathophysiologie
Die Entzündung entsteht meist durch eine Obstruktion des Appendixlumens (Kotsteine, Lymphfollikelhyperplasie, selten Fremdkörper oder Tumoren). Die luminale Obstruktion führt zu Mukusakkumulation, intraluminaler Druckerhöhung, venöser Stauung und bakterieller Überwucherung. Der initiale viszerale Schmerz (periumbilikal) wird durch die somatische Reizung des parietalen Peritoneums zum lokalisierten Schmerz im rechten Unterbauch.
Epidemiologie
| Inzidenz | ca. 150.000 Fälle/Jahr in Deutschland |
| Lebenszeitrisiko | 8,6% (Männer), 6,7% (Frauen) |
| Altersgipfel | 10-30 Jahre (Peak: Adoleszenz) |
| Geschlecht | m:w = 1,4:1 |
| Perforationsrate | 20-30% (höher bei Kindern und älteren Patienten) |
Risikofaktoren
- Junges Alter (10-30 J.)
- Ballaststoffarme Ernährung
- Familiäre Häufung
- Gastrointestinale Infektionen
- Verzögerte Diagnosestellung
- Extreme Altersgruppen (<5 J., >65 J.)
- Immunsuppression
- Atypische Präsentation
