Prüfungsrelevanz: Hoch
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Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,
wir berichten über unsere gemeinsame Patientin Frau , Jahre, die sich aufgrund zunehmender Erschöpfung und Antriebslosigkeit in unserer Sprechstunde vorstellte.
Anamnese:
Die Patientin berichtete, sie leide seit etwa sechs Wochen unter anhaltender Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit. Sie habe das Interesse an Aktivitäten verloren, die ihr früher Freude bereitet hätten. Sie klage über Ein- und Durchschlafstörungen sowie Appetitminderung mit Gewichtsverlust von etwa 3 kg. Konzentrationsschwierigkeiten bei der Arbeit seien aufgetreten. Auf Nachfrage habe sie angegeben, gelegentlich passive Todeswünsche zu haben, ohne konkrete Suizidabsichten oder -pläne. In der Vorgeschichte sei keine psychiatrische Erkrankung bekannt. Die Familienanamnese sei positiv für Depression bei der Mutter.
Psychopathologischer Befund:
Die Patientin sei wach, allseits orientiert und im Kontakt freundlich, aber verlangsamt gewesen. Der Affekt sei gedrückt, die affektive Modulationsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Der Antrieb sei vermindert gewesen. Das Denken sei verlangsamt, aber formal geordnet gewesen, inhaltlich von Hoffnungslosigkeit und Grübeln geprägt. Suizidgedanken seien passiv vorhanden gewesen, es habe keine akute Suizidalität bestanden.
Diagnostik:
Im PHQ-9 habe die Patientin 18 Punkte erreicht. Das Labor habe unauffällige Schilddrüsenwerte (TSH normwertig) sowie ein unauffälliges Blutbild gezeigt.
Diagnose:
Mittelgradige depressive Episode (F32.1)
Therapie und Procedere:
Wir haben eine Psychoedukation durchgeführt und gemeinsam mit der Patientin eine Behandlung mit Sertralin 50 mg 1-0-0 begonnen mit geplanter Steigerung auf 100 mg nach einer Woche. Parallel sei eine ambulante Psychotherapie (KVT) eingeleitet worden. Die Patientin sei über Wirklatenz, mögliche initiale Nebenwirkungen und die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen aufgeklärt worden. Eine Wiedervorstellung sei in zwei Wochen vereinbart worden.
Empfehlung:
Wir bitten um psychiatrische Mitbetreuung sowie engmaschige Kontrollen der Suizidalität. Bei Verschlechterung oder akuter Suizidalität bitten wir um umgehende Kontaktaufnahme.
Mit kollegialen Grüßen