Definition
Der Diabetes mellitus Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, gekennzeichnet durch eine Hyperglykämie aufgrund einer peripheren Insulinresistenz und einer im Verlauf abnehmenden Insulinsekretion der Betazellen. Im Gegensatz zum Typ 1 liegt kein autoimmun bedingter Insulinmangel vor.
Pathophysiologie
Durch genetische Prädisposition und Lebensstilfaktoren (Adipositas, Bewegungsmangel) entwickelt sich eine verminderte Insulinwirkung an den Körperzellen (Insulinresistenz). Die Betazellen kompensieren zunächst durch erhöhte Insulinsekretion (Hyperinsulinämie). Im Verlauf erschöpft sich die Betazell-Funktion zunehmend (Betazell-Dysfunktion), was zu einem relativen und später absoluten Insulinmangel führt.
Epidemiologie
| Prävalenz (Deutschland) | ca. 8-10% der Bevölkerung (ca. 7 Mio.) |
| Typisches Alter | >40 Jahre (zunehmend auch jünger) |
| Geschlecht | m:w = 1:1 (leicht mehr Männer) |
| Anteil am Diabetes | ca. 90-95% aller Diabetiker |
Risikofaktoren
- Familiäre Belastung (Eltern/Geschwister)
- Alter >45 Jahre
- Ethnische Herkunft (höhere Prävalenz bei bestimmten Ethnien)
- Gestationsdiabetes in der Anamnese
- Adipositas (v.a. viszerale Fettverteilung)
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung
- Arterielle Hypertonie
- Dyslipidämie
- Rauchen
