Definition
Herpes Zoster (Gürtelrose) ist eine neurokutane Viruskrankheit, die durch die Reaktivierung des latent in sensorischen Spinal- und Hirnnervenganglien persistierenden Varicella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird. Die Erstinfektion mit VZV äußert sich als Varizellen (Windpocken).
Pathophysiologie
Nach der Primärinfektion (Varizellen) persistiert das VZV lebenslang latent in den sensorischen Ganglien. Bei nachlassender zellulärer Immunität (Alter, Immunsuppression, Stress) reaktiviert das Virus, wandert entlang der sensorischen Nervenfasern zur Haut und verursacht dort die typischen Effloreszenzen im betroffenen Dermatom.
Epidemiologie
| Inzidenz | Ca. 1,7 Mio. Fälle/Jahr in Europa; Lebenszeitrisiko 20-30% |
| Typisches Alter | >50 Jahre (signifikant steigend ab 50 LJ) |
| Geschlecht | m = w |
| Lokalisation | 80% thorakal; weitere: trigeminal, zervikal, lumbosakral |
Risikofaktoren
- Alter >50 Jahre
- Frühere VZV-Infektion (Voraussetzung)
- Weibliches Geschlecht (leicht erhöht)
- Immunsuppression (HIV, Chemotherapie, Transplantation)
- Malignome (v.a. hämatologische)
- Diabetes mellitus
- Chronischer Stress
