Definition
Das Hodgkin-Lymphom ist eine maligne Erkrankung des lymphatischen Systems, die durch das Vorhandensein von Reed-Sternberg-Riesenzellen charakterisiert ist. Es entsteht aus entarteten B-Lymphozyten und breitet sich typischerweise per continuitatem über benachbarte Lymphknotenregionen aus.
Pathophysiologie
Maligne Transformation von B-Lymphozyten führt zur Entstehung der pathognomonischen Reed-Sternberg-Zellen (mehrkernige Riesenzellen mit „Eulenaugen"-Erscheinung). Diese machen nur ca. 1 % des Tumorgewebes aus; der Rest besteht aus reaktivem Infiltrat. Die Tumorzellen sezernieren Zytokine, die für die B-Symptomatik verantwortlich sind.
Epidemiologie
| Inzidenz | ca. 3/100.000/Jahr in Deutschland |
| Typisches Alter | Bimodal: 15–35 Jahre und 55–65 Jahre |
| Geschlecht | m:w = 3:2 |
Risikofaktoren
- Genetische Prädisposition (familiäre Häufung)
- Immundefizienz (HIV, Immunsuppression)
- EBV-Infektion (assoziiert bei ca. 40 % der Fälle)
- Rauchen (leicht erhöhtes Risiko)
Histologische Subtypen (WHO-Klassifikation)
| Subtyp | Häufigkeit | Prognose |
|---|---|---|
| Nodulär-sklerosierend | 60–80 % | Gut |
| Mischtyp | 15–30 % | Gut |
| Lymphozytenreich | 5 % | Sehr gut |
| Lymphozytenarm | <5 % | Ungünstiger |
