Lipödem – FSP-Fall

Kardiologie Häufig Konservativ Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Fall zum Lipödem: Symmetrische Fettverteilungsstörung mit Druckschmerz und Hämatomneigung. Klinische Diagnose (negatives Stemmer-Zeichen), Therapie mit KPE und Liposuktion.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Symmetrische Fettgewebsvermehrung an Beinen/Armen mit Druckschmerz und Hämatomneigung
  • Diagnostischer Standard: Klinische Diagnose (Anamnese + Inspektion + Palpation), negatives Stemmer-Zeichen
  • Erste Maßnahme: Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)
  • Wichtigste Kontraindikation: Dekompensierte Herzinsuffizienz, akute Thrombose (für Kompression)
  • Prognose: Chronisch, bei konsequenter Therapie gut kontrollierbar

1 · Leitfall

Phlebologische Praxis J., w Schwere, schmerzende Beine
"Herr Doktor, meine Beine sind seit Jahren so dick und tun weh, obwohl ich schon so viele Diäten gemacht habe. Am Abend sind sie besonders schwer und wenn mich jemand leicht anstößt, bekomme ich sofort blaue Flecken. Das Komische ist – mein Oberkörper ist ganz normal, aber die Beine werden immer dicker."
2 · Krankheitsbild

Definition

Das Lipödem ist eine chronische, progrediente Fettverteilungsstörung mit symmetrischer Vermehrung des Unterhautfettgewebes an den Extremitäten (meist Beine, seltener Arme) bei deutlicher Disproportion zum Stamm. Charakteristisch sind Druckschmerz, Schweregefühl und erhöhte Hämatomneigung. Hände und Füße sind typischerweise ausgespart.

Pathophysiologie

Die Ätiologie ist nicht vollständig geklärt. Es findet sich eine Hyperplasie und Hypertrophie der Adipozyten mit erhöhter Kapillarpermeabilität und Kapillarfragilität. Hormonelle Faktoren spielen eine wichtige Rolle – der Beginn erfolgt typischerweise in hormonellen Umbruchsituationen. Eine genetische Prädisposition wird vermutet (familiäre Häufung).

Epidemiologie

Prävalenz ca. 10-15% der Frauen
Typisches Alter Beginn: Pubertät, Schwangerschaft, Menopause
Geschlecht fast ausschließlich Frauen (m:w = 1:100)

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Weibliches Geschlecht
  • Genetische Prädisposition
  • Hormonelle Umstellungen
Modifizierbar:
  • Adipositas (Verschlechterungsfaktor)
  • Bewegungsmangel
  • Ungesunde Ernährung
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Aktuell Wo genau haben Sie Beschwerden? Sind beide Seiten betroffen? Symmetrie ist pathognomonisch für Lipödem
Verlauf Wann haben die Beschwerden begonnen? Gab es einen Zusammenhang mit Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahren? Hormoneller Trigger typisch
Schmerz Haben Sie Schmerzen bei Berührung? Entstehen leicht blaue Flecken? Druckdolenz und Hämatomneigung sind Kardinalzeichen
Diätverhalten Haben Sie versucht abzunehmen? Haben die Beine dadurch abgenommen? Diätresistenz der Extremitäten ist typisch
Familienanamnese Haben andere Frauen in Ihrer Familie ähnliche Beine? Familiäre Häufung bei 60% der Betroffenen

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, ich bin . Was führt Sie zu uns?

Patientin:

Meine Beine sind seit Jahren so dick und tun mir weh. Besonders abends fühlen sie sich schwer an.

Arzt:

Verstehe. Seit wann haben Sie diese Beschwerden? Gab es einen besonderen Auslöser?

Patientin:

Das fing schon in der Pubertät an und wurde nach meiner Schwangerschaft noch schlimmer.

Arzt:

Bekommen Sie leicht blaue Flecken an den Beinen, auch ohne dass Sie sich richtig stoßen?

Patientin:

Ja, ständig! Ich verstehe nicht, woher die kommen. Und wenn jemand mich dort anfasst, tut das weh.

Prüfungsfokus

  • Symmetrische Verteilung mit Aussparung von Händen und Füßen
  • Hormoneller Trigger (Pubertät, Schwangerschaft, Menopause)
  • Diätresistenz der betroffenen Regionen
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Inspektion Symmetrische Umfangsvermehrung der Extremitäten, Disproportion zum Stamm, Aussparung von Händen und Füßen, Hautoberfläche je nach Stadium glatt bis grobknotig
Palpation Druckschmerz, tastbare Knoten im Unterhautfettgewebe, weiches bis derbes Gewebe
Stemmer-Zeichen Negativ (Hautfalte an der 2. Zehe/2. Finger abhebbar) – wichtig zur Abgrenzung vom Lymphödem!
Hämatome Spontane oder bei geringem Trauma auftretende Hämatome

Stadieneinteilung

Stadium Klinik
Stadium I Glatte Hautoberfläche, Fettgewebe feinknötig tastbar, leichte Schwellung
Stadium II Unebene Hautoberfläche, größere Knoten tastbar, deutliche Umfangsvermehrung
Stadium III Grobe Knoten, überhängende Gewebslappen ("Wammen"), starke Deformierung

Labor

Parameter Veränderung Bedeutung
Routinelabor Unauffällig Ausschluss anderer Ursachen
Schilddrüsenwerte Normal Ausschluss Hypothyreose
Gerinnung Normal Ausschluss Gerinnungsstörung

Bildgebung

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
Sonographie Verbreiterte Subkutis, echoreiche Bindegewebssepten, "Schneegestöber" Bei Unklarheit, DD-Abgrenzung
Duplexsonographie Ausschluss Phlebothrombose Bei V.a. venöse Insuffizienz
Lymphszintigraphie Beim reinen Lipödem meist unauffällig Bei V.a. Lipolymphödem

Goldstandard

Klinische Diagnose: Anamnese + Inspektion + Palpation. Negatives Stemmer-Zeichen ist Schlüsselbefund!

5 · Therapie

Konservative Therapie – 4 Säulen

  1. Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE): Manuelle Lymphdrainage + Kompressionstherapie + Bewegungstherapie + Hautpflege
  2. Kompressionstherapie: Flachstrick-Kompressionsstrümpfe (Klasse II), lebenslang
  3. Ernährung und Bewegung: Gewichtsstabilisierung, isoglykämische Ernährung, moderates Ausdauer- und Krafttraining
  4. Psychosoziale Unterstützung: Bei Bedarf Psychotherapie, Selbsthilfegruppen

Pharmakotherapie

Substanz Dosierung Indikation Cave
Keine spezifische medikamentöse Therapie Diuretika sind kontraindiziert!
Analgetika leitliniengerecht Bei Schmerzen Keine Dauertherapie mit NSAR

Manuelle Lymphdrainage (MLD)

  • Regelmäßig, lebenslang (1-2x/Woche)
  • Kreisförmige, sanfte Druckbewegungen
  • Fördert Lymphfluss, reduziert Ödem und Schmerz

Interventionell / Chirurgisch

  • Liposuktion: Indikation bei Stadium II-III und Versagen der konservativen Therapie. Wasserstrahl-assistierte (WAL) oder Power-assistierte (PAL) Technik. Seit 2024 Kassenleistung bei Stadium III.
  • Hautstraffung: Bei überschüssiger Haut nach Liposuktion oder Gewichtsabnahme

Therapie der 1. Wahl

Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) = Manuelle Lymphdrainage + Kompressionsstrümpfe + Bewegung + Hautpflege

6 · Arztbrief

Muster-Krankenhaus
Abteilung für Phlebologie und Lymphologie
Musterstraße 1, 12345 Musterstadt

Entlassungsbrief

Patientin: , geb. 15.03.1985, Jahre
Aufnahme: 02.01.2026
Entlassung: 09.01.2026

Diagnosen

  1. Lipödem Stadium II, Ganzbeintyp bds. (ICD: E88.20)
  2. Adipositas Grad I (ICD: E66.00)

Anamnese

Die -jährige Patientin habe angegeben, seit der Pubertät unter zunehmend schmerzhaften Beinschwellungen zu leiden. Sie leide besonders abends unter Schweregefühl und Druckschmerz der Beine. Bei leichten Stößen träten spontan blaue Flecken auf. Trotz mehrerer Diäten habe sie an den Beinen nicht abnehmen können. Ihre Mutter und Schwester seien ebenfalls betroffen.

Befund bei Aufnahme

RR 130/85 mmHg, Puls 72/min, Temp. 36,8°C. Symmetrische Umfangsvermehrung beider Beine von der Hüfte bis zu den Knöcheln bei schlankem Oberkörper. Hände und Füße ausgespart. Hautoberfläche wellig, grobknotige Strukturen tastbar. Druckdolenz beidseits. Mehrere Hämatome unterschiedlichen Alters. Stemmer-Zeichen negativ.

Diagnostik

  • Labor: Routinelabor unauffällig, Schilddrüsenwerte normwertig
  • Sonographie Beine: Verbreiterte Subkutis mit echoreichen Septen, keine Thrombose

Therapie und Verlauf

Es wurde eine stationäre Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) eingeleitet. Die Patientin erhielt täglich Manuelle Lymphdrainage und wurde mit maßgefertigten Flachstrick-Kompressionsstrümpfen Klasse II versorgt. Zudem erfolgten Patientenschulung zur Selbstbandagierung, Ernährungsberatung und Bewegungstherapie. Der Verlauf gestaltete sich komplikationslos mit deutlicher Beschwerdereduktion.

Empfehlung

  • Kompressionsstrümpfe Flachstrick Klasse II täglich tragen
  • Manuelle Lymphdrainage 2x/Woche ambulant fortführen
  • Regelmäßige Bewegung (Schwimmen, Radfahren, Walking)
  • Gewichtsstabilisierung, isoglykämische Ernährung
  • Kontrolle beim Phlebologen in 6 Wochen
  • Bei Progredienz: Vorstellung zur Evaluation einer Liposuktion

Konjunktiv I beachten!

  • habe angegeben, leide, träten, habe, seien
  • Nur in der Anamnese (indirekte Rede)
🩺️ 7 · Übergabe

SBAR-Schema

S
Situation:

Ich übergebe Ihnen , Jahre, mit Lipödem Stadium II beidseits.

B
Background:

Bekanntes Lipödem seit der Pubertät, positive Familienanamnese. Adipositas Grad I als Komorbidität. Vorstellung wegen zunehmender Schmerzen und Ödeme.

A
Assessment:

Stationäre KPE-Phase I durchgeführt mit guter Entstauung. Kompressionsversorgung erfolgt. Patientin geschult. Kreislauf stabil, keine Thrombosezeichen.

R
Recommendation:

Bitte auf konsequentes Tragen der Kompression achten. Bei Rötung, Überwärmung oder akuter Schmerzzunahme: Ausschluss Erysipel/TVT. Ambulante MLD-Fortsetzung organisieren. Wiedervorstellung bei Progredienz zur Liposuktions-Evaluation.

8 · Differentialdiagnosen
DD Unterscheidungsmerkmal Ausschluss
Lymphödem Positives Stemmer-Zeichen, Zehen/Finger betroffen, einseitig möglich Stemmer-Zeichen, Lymphszintigraphie
Adipositas Generalisiert, keine Aussparung von Händen/Füßen, kein Druckschmerz, keine Hämatomneigung Klinischer Befund, BMI-Berechnung
Chronisch-venöse Insuffizienz (CVI) Bräunliche Verfärbung, Ulcera, Varizen, positiver Trendelenburg-Test Duplexsonographie
Lipolymphödem Positives Stemmer-Zeichen, Kombination aus Lip- und Lymphödem Klinik, Lymphszintigraphie
Lipohypertrophie Ähnliche Fettverteilung, aber keine Schmerzen und keine Ödeme Anamnese (keine Beschwerden)
⚠️ 9 · Komplikationen

Akute Komplikationen

  • Erysipel: Durch Hautläsionen und Lymphstau → Antibiotikatherapie
  • Psychische Belastung: Depression, Angstzustände, sozialer Rückzug

Spätkomplikationen

  • Sekundäres Lipolymphödem: Überlastung des Lymphsystems durch chronisches Lipödem
  • Orthopädische Probleme: Genua valga, Gon- und Coxarthrose durch Fehlbelastung
  • Gangstörungen: Bei fortgeschrittenem Stadium III mit großen Fettlappen
  • Hautmazerationen: In den Hautfalten bei Stadium III
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Einseitige akute Schwellung + Rötung + Überwärmung V.a. Erysipel oder TVT Sofort Kompression abnehmen, Duplexsonographie, ggf. Antibiose
Positives Stemmer-Zeichen (neu) Entwicklung eines sekundären Lymphödems Therapieintensivierung, Lymphdrainage verstärken
Rasche Befundprogredienz DD: Tumor, hormonelle Störung Erweiterte Diagnostik, Überweisung zum Spezialisten
Hautnekrosen in Falten Stadium III mit Komplikation Wundversorgung, OP-Indikation prüfen
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. Lipödem = symmetrische Fettverteilungsstörung mit Druckschmerz und Hämatomneigung
  2. Diagnose: Klinisch! Negatives Stemmer-Zeichen (Hände/Füße ausgespart)
  3. Therapie: KPE (Kompression + Lymphdrainage + Bewegung) ± Liposuktion
Frage 1 (Diagnostik): Welcher Befund ist beim Lipödem typischerweise NEGATIV und grenzt es vom Lymphödem ab?
A) Druckschmerz
B) Stemmer-Zeichen
C) Hämatomneigung
D) Symmetrie der Schwellung
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B) Stemmer-Zeichen
Das Stemmer-Zeichen ist beim Lipödem negativ (Hautfalte an der 2. Zehe abhebbar), da Hände und Füße ausgespart sind. Beim Lymphödem ist es positiv.
Frage 2 (Diagnostik): Eine 35-jährige Patientin klagt über schmerzhafte, dicke Beine trotz Diäten. Die Schwellung besteht seit der Schwangerschaft. Hände und Füße sind schlank. Welche Untersuchung ist der Goldstandard zur Diagnose?
A) MRT beider Beine
B) Lymphszintigraphie
C) Klinische Untersuchung (Anamnese + Inspektion + Palpation)
D) CT-Angiographie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C) Klinische Untersuchung
Die Diagnose des Lipödems erfolgt klinisch anhand von Anamnese, Inspektion und Palpation. Apparative Diagnostik ist nur bei Unklarheiten oder zur DD-Abgrenzung erforderlich.
Frage 3 (Therapie): Was ist die Therapie der 1. Wahl beim Lipödem?
A) Diuretika
B) Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)
C) Sofortige Liposuktion
D) Kortikosteroide
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B) Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)
Die KPE bestehend aus Manueller Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Bewegung und Hautpflege ist die Basistherapie. Diuretika sind kontraindiziert!
Frage 4 (Therapie): Welche Kompressionsart wird beim Lipödem empfohlen?
A) Rundstrick-Kompressionsstrümpfe Klasse I
B) Flachstrick-Kompressionsstrümpfe Klasse II
C) Intermittierende pneumatische Kompression alleine
D) Keine Kompression, nur Hochlagerung
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B) Flachstrick-Kompressionsstrümpfe Klasse II
Flachstrick-Kompressionsstrümpfe werden beim Lipödem bevorzugt, da sie weniger einschneiden und besser an die unregelmäßige Beinform angepasst werden können.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Eine Lipödem-Patientin stellt sich mit akuter Rötung, Überwärmung und Schmerzen am linken Unterschenkel vor. Was ist der dringendste Verdacht?
A) Normale Lipödem-Verschlechterung
B) Erysipel oder tiefe Beinvenenthrombose
C) Allergische Reaktion auf Kompressionsstrumpf
D) Lipomatose
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B) Erysipel oder tiefe Beinvenenthrombose
Einseitige Rötung, Überwärmung und Schmerzen sind Red Flags! Kompression muss sofort entfernt werden, Duplexsonographie zum Ausschluss TVT, bei V.a. Erysipel Antibiose.
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Was muss bei einer Lipödem-Patientin mit neu positivem Stemmer-Zeichen bedacht werden?
A) Normale Progression des Lipödems
B) Entwicklung eines sekundären Lipolymphödems
C) Falsche Diagnose von Anfang an
D) Spontanheilung
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B) Entwicklung eines sekundären Lipolymphödems
Ein neu positives Stemmer-Zeichen zeigt eine Beteiligung des Lymphsystems an. Dies erfordert eine Intensivierung der Therapie und ggf. Lymphszintigraphie.
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Wodurch unterscheidet sich das Lipödem von der Adipositas?
A) Lipödem ist generalisiert, Adipositas lokalisiert
B) Lipödem betrifft auch Hände und Füße
C) Lipödem: Diätresistenz der Extremitäten, Druckschmerz, Hämatomneigung
D) Bei Adipositas sind die Beine schmerzhafter
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C) Lipödem: Diätresistenz der Extremitäten, Druckschmerz, Hämatomneigung
Beim Lipödem nehmen die Extremitäten trotz Diät nicht ab, es besteht Druckschmerz und erhöhte Hämatomneigung. Bei Adipositas fehlen diese Zeichen.
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Was unterscheidet das Lipödem vom Lymphödem?
A) Lipödem: positives Stemmer-Zeichen, Lymphödem: negativ
B) Lipödem: Hände und Füße betroffen, Lymphödem: ausgespart
C) Lipödem: negatives Stemmer-Zeichen, symmetrisch, Hände/Füße ausgespart
D) Kein Unterschied, gleiche Erkrankung
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C) Lipödem: negatives Stemmer-Zeichen, symmetrisch, Hände/Füße ausgespart
Beim Lipödem ist das Stemmer-Zeichen negativ (Zehen frei), beim Lymphödem positiv. Lipödem ist immer symmetrisch und spart Hände/Füße aus.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
Lipödem "Eine Erkrankung, bei der sich das Fettgewebe an Beinen und Armen krankhaft vermehrt und schmerzt."
Stemmer-Zeichen "Ein Test, bei dem wir versuchen, eine Hautfalte an Ihrer Zehe anzuheben. Wenn das geht, ist es eher ein Lipödem, wenn nicht, eher ein Lymphstau."
Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) "Eine Kombinationsbehandlung aus spezieller Massage, Kompressionsstrümpfen, Bewegung und Hautpflege."
Manuelle Lymphdrainage "Eine sanfte Massagetechnik, die den Abfluss der Gewebeflüssigkeit fördert."
Liposuktion "Eine Operation, bei der das kranke Fettgewebe abgesaugt wird."
Flachstrick-Kompression "Speziell gefertigte Strümpfe, die gleichmäßigen Druck ausüben und besser an unregelmäßige Beinformen angepasst sind."

Zusammenfassung

Das Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich Frauen betrifft und mit Druckschmerz und Hämatomneigung einhergeht. Die Diagnose erfolgt klinisch (negatives Stemmer-Zeichen!). Die Therapie besteht aus KPE (Lymphdrainage + Kompression + Bewegung) und bei Versagen aus Liposuktion.

Verwandte Fälle

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.