Definition
Die Lyme-Borreliose ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektionskrankheit, verursacht durch Spirochäten des Borrelia-burgdorferi-Komplexes. Sie ist eine entzündliche Multiorganerkrankung mit möglicher Beteiligung von Haut, Nervensystem, Gelenken und Herz.
Pathophysiologie
Borrelia burgdorferi sensu lato wird während des Saugaktes der Schildzecke Ixodes ricinus übertragen. Die Übertragungswahrscheinlichkeit steigt mit der Saugdauer (meist >24h nötig). Die Borrelien disseminieren lokal in die Haut (Erythema migrans) und können hämatogen weitere Organe befallen. In Europa kommen verschiedene humanpathogene Spezies vor: B. afzelii, B. garinii, B. bavariensis und B. burgdorferi sensu stricto.
Epidemiologie
| Inzidenz | 25–100/100.000 Einwohner/Jahr in Deutschland |
| Infektionsrisiko nach Zeckenstich | 1–3% (klinisch manifeste Erkrankung) |
| Durchseuchung Zecken | 5–35% (regional unterschiedlich) |
| Seroprävalenz | 5–25% der Erwachsenen |
| Saisonalität | März–Oktober (Zeckenaktivität) |
Risikofaktoren
- Wohnort in Endemiegebiet
- Berufliche Exposition (Forst-, Landwirtschaft)
- Freizeitaktivitäten im Wald/hohem Gras
- Fehlende Schutzkleidung
- Späte Zeckenentfernung (>24h)
