Osteoporose – FSP-Fall

Endokrinologie Geriatrie Konservativ Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

Osteoporose FSP-Fall: Diagnostik mit DXA, T-Score-Kriterien, Basistherapie mit Vitamin D und Calcium, Bisphosphonate – ideal für die Fachsprachprüfung Medizin.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Fragilitätsfrakturen (Wirbelkörper, Schenkelhals) ohne adäquates Trauma
  • Diagnostischer Standard: DXA-Knochendichtemessung (T-Score ≤ -2,5)
  • Erste Maßnahme: Basistherapie mit Vitamin D3 und Calcium
  • Wichtigste Kontraindikation: Hypokalzämie vor Bisphosphonat-/Denosumab-Gabe
  • Prognose: Chronisch progredient, aber durch Therapie Frakturrisiko um 50% reduzierbar

1 · Leitfall

Hausärztliche Praxis J., w Rückenschmerzen nach Sturz
"Herr Doktor, ich bin vor einer Woche beim Aufstehen vom Stuhl gestürzt und habe seitdem starke Rückenschmerzen. Meine Mutter hatte auch immer so einen krummen Rücken im Alter."
2 · Krankheitsbild

Definition

Systemische Skeletterkrankung mit niedriger Knochenmasse und mikroarchitektonischer Verschlechterung des Knochengewebes. Dies führt zu erhöhter Knochenfragilität und gesteigertem Frakturrisiko. Die WHO definiert Osteoporose als DXA-T-Score ≤ -2,5 an LWS oder proximalem Femur.

Pathophysiologie

Gestörtes Gleichgewicht zwischen Osteoblasten (Knochenaufbau) und Osteoklasten (Knochenabbau). Bei der postmenopausalen Osteoporose führt der Östrogenmangel zu verstärkter Osteoklastenaktivität. Im Alter kommt es zusätzlich zu verminderter Osteoblastenfunktion (senile Osteoporose).

Epidemiologie

Prävalenz Frauen >50 J.: 15%, >70 J.: 45%
Typisches Alter Frauen ab Menopause, Männer ab 70 Jahren
Geschlecht w:m = 4:1
Frakturen/Jahr ca. 750.000 osteoporotische Frakturen in Deutschland

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Alter >50 Jahre
  • Weibliches Geschlecht
  • Positive Familienanamnese
  • Frühe Menopause (<45 Jahre)
  • Ethnizität (Kaukasier, Asiaten)
Modifizierbar:
  • Glucocorticoidtherapie (>3 Monate)
  • Immobilität
  • Nikotin, Alkohol
  • Vitamin-D-Mangel
  • BMI <20 kg/m²
  • Kalziummangel

Klassifikation

Typ Ursache Typisches Alter
Primär Typ I Postmenopausal (Östrogenmangel) 50-70 Jahre
Primär Typ II Senil (altersbedingt) >70 Jahre
Sekundär Glucocorticoide, Hyperthyreose, Hyperparathyreoidismus Jedes Alter
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Aktuell Haben Sie in letzter Zeit Knochenbrüche erlitten? Fragilitätsfrakturen als Manifestation
Schmerzen Haben Sie Rückenschmerzen? Seit wann? Wirbelkörperfrakturen oft schleichend
Größenverlust Haben Sie das Gefühl, kleiner geworden zu sein? Wirbelkörpersinterungen führen zu Größenverlust
Medikamente Nehmen Sie Cortison oder andere Medikamente ein? Glucocorticoide häufigste sekundäre Ursache
Familienanamnese Hatte Ihre Mutter Osteoporose oder Hüftfrakturen? Genetische Komponente relevant
Menopause Wann war Ihre letzte Regelblutung? Frühe Menopause erhöht Risiko
Lebensstil Rauchen Sie? Wie viel Alkohol trinken Sie? Modifizierbare Risikofaktoren
Sturzrisiko Sind Sie in letzter Zeit gestürzt? Sturzprophylaxe essenziell

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, ich bin . Was führt Sie zu uns?

Patientin:

Ich bin letzte Woche beim Aufstehen vom Stuhl gestürzt und habe seitdem starke Rückenschmerzen.

Arzt:

Das tut mir leid. Wo genau haben Sie die Schmerzen? Können Sie mir zeigen?

Patientin:

Hier unten im Rücken, auf Höhe der Gürtellinie. Es wird schlimmer, wenn ich mich bewege.

Arzt:

Hatten Sie schon früher Knochenbrüche oder andere Beschwerden mit den Knochen?

Patientin:

Vor zwei Jahren hatte ich einen Bruch am Handgelenk, auch nach einem kleinen Sturz.

Arzt:

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein, zum Beispiel Cortison?

Patientin:

Ja, wegen meiner Rheuma nehme ich seit drei Jahren täglich Cortisontabletten.

Prüfungsfokus

  • Fragen nach Fragilitätsfrakturen (niedriges Trauma)
  • Glucocorticoid-Anamnese ist essenziell
  • Familienanamnese für Osteoporose/Hüftfrakturen
  • Sturzanamnese ab 70 Jahren obligat
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Inspektion Hyperkyphose der BWS ("Witwenbuckel"), Körpergrößenverlust, Hautfalten am Rücken (Tannenbaumphänomen)
Palpation Klopfschmerz über der Wirbelsäule bei Wirbelkörperfrakturen
Messung Körpergröße messen (Vergleich mit früherer Größe), Rippen-Becken-Abstand <2 Querfinger
Funktionsprüfung Timed Up-and-Go Test (>10 Sek = erhöhtes Sturzrisiko), Chair-rising-Test

Labor (Basislabor)

Parameter Veränderung Bedeutung
Calcium Normal Ausschluss Hyperparathyreoidismus
Phosphat Normal Ausschluss Osteomalazie
AP (Alkalische Phosphatase) Normal bis leicht ↑ Bei Frakturen erhöht
TSH Normal Ausschluss Hyperthyreose
25-OH-Vitamin D Oft ↓ Vitamin-D-Mangel häufig
Kreatinin/GFR Normal Nierenfunktion vor Therapie
BSG/CRP Normal Ausschluss Myelom, Malignom
Eiweißelektrophorese Normal Ausschluss Plasmozytom

Bildgebung

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
DXA (Goldstandard) T-Score ≤ -2,5 an LWS oder prox. Femur Basisdiagnostik bei Verdacht
Röntgen LWS/BWS Wirbelkörperfrakturen (Keil-, Fisch-, Plattwirbel) Bei V.a. Wirbelkörperfraktur
CT/MRT Detaillierte Frakturbeurteilung Frische vs. alte Fraktur, Malignitätsausschluss

DXA-Befundinterpretation

T-Score Beurteilung
> -1,0 Normale Knochendichte
-1,0 bis -2,5 Osteopenie
≤ -2,5 Osteoporose
≤ -2,5 + Fraktur Manifeste Osteoporose

Goldstandard

DXA-Knochendichtemessung an LWS (L1-L4) und proximalem Femur

5 · Therapie

Basismaßnahmen (immer!)

  1. Vitamin D3: 800-1000 IE/Tag (Ziel: 25-OH-Vitamin D >30 ng/ml)
  2. Calcium: 1000-1200 mg/Tag (bevorzugt über Ernährung)
  3. Körperliche Aktivität: Krafttraining, Gleichgewichtsübungen
  4. Sturzprophylaxe: Wohnraumanpassung, Hüftprotektoren
  5. Risikofaktoren reduzieren: Rauchstopp, Alkoholkarenz

Pharmakotherapie (leitliniengerecht)

Substanz Dosierung Indikation Cave
Alendronat 70 mg 1x/Woche p.o. First-Line antiresorptiv Ösophagitis, nüchtern einnehmen, 30 min aufrecht bleiben
Risedronat 35 mg 1x/Woche p.o. Alternative zu Alendronat Wie Alendronat
Zoledronat 5 mg 1x/Jahr i.v. Compliance-Probleme, GI-Unverträglichkeit Akute-Phase-Reaktion, Niereninsuffizienz
Denosumab 60 mg alle 6 Monate s.c. Niereninsuffizienz, Bisphosphonat-KI Rebound nach Absetzen, Hypokalzämie
Teriparatid 20 µg/Tag s.c. Sehr hohes Frakturrisiko (3-Jahres-Risiko >10%) Max. 24 Monate, danach Bisphosphonat
Romosozumab 210 mg 1x/Monat s.c. Schwere Osteoporose, hohes Frakturrisiko Max. 12 Monate, KI: Herzinfarkt/Schlaganfall

Therapieentscheidung nach DVO-Leitlinie 2023

3-Jahres-Frakturrisiko Empfehlung
3-10% Basistherapie + antiresorptive Therapie erwägen
>10% Osteoanabole Therapie primär empfohlen (Teriparatid/Romosozumab)

Schmerztherapie bei Frakturen

  • NSAR: Bei akuten Frakturschmerzen (kurzzeitig)
  • Metamizol/Paracetamol: Basisanalgesie
  • Opioide: Bei starken Schmerzen
  • Physiotherapie: Frühmobilisation

Therapie der 1. Wahl

Basistherapie (Vitamin D + Calcium) + orale Bisphosphonate (Alendronat/Risedronat)

6 · Arztbrief

Muster-Krankenhaus
Abteilung für Innere Medizin/Endokrinologie
Musterstraße 1, 12345 Musterstadt

Entlassungsbrief

Patientin: , geb. 15.03.1957, Jahre
Aufnahme: 10.01.2026
Entlassung: 14.01.2026

Diagnosen

  1. Manifeste Osteoporose mit frischer LWK2-Fraktur (ICD: M80.0)
  2. Z.n. distaler Radiusfraktur links 2024
  3. Glucocorticoid-induzierte Osteoporose bei rheumatoider Arthritis

Anamnese

Die -jährige Patientin habe angegeben, vor einer Woche beim Aufstehen vom Stuhl gestürzt zu sein. Seitdem leide sie an starken Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Schmerzen seien bewegungsabhängig und würden in die Flanken ausstrahlen. Bereits 2024 habe sie eine Handgelenksfraktur nach Bagatelltrauma erlitten. Die Patientin nehme seit drei Jahren Prednisolon wegen einer rheumatoiden Arthritis ein. Die Mutter der Patientin habe ebenfalls an Osteoporose gelitten und eine Schenkelhalsfraktur erlitten.

Befund bei Aufnahme

RR 135/85 mmHg, Puls 78/min, Temperatur 36,8°C. Patientin in reduziertem AZ bei gutem EZ. Klopfschmerz über LWK2. Hyperkyphose der BWS. Rippen-Becken-Abstand 1 Querfinger.

Diagnostik

  • Labor: Calcium 2,35 mmol/l (Norm), Phosphat 1,1 mmol/l (Norm), 25-OH-Vitamin D 18 ng/ml (↓), AP 95 U/l (leicht ↑), TSH 1,8 mU/l (Norm), BSG 12 mm/h (Norm)
  • DXA: T-Score LWS -3,2, T-Score Schenkelhals -2,8
  • Röntgen LWS: Keilwirbelbildung LWK2 (frisch), Osteopenie

Therapie und Verlauf

Es wurde eine Schmerztherapie mit Metamizol und bei Bedarf Tilidin eingeleitet. Die Patientin wurde physiotherapeutisch mobilisiert. Nach Ausschluss einer Hypokalzämie wurde eine spezifische Osteoporosetherapie mit Zoledronat 5 mg i.v. begonnen. Die Basistherapie mit Vitamin D3 1000 IE/Tag und Calcium 1000 mg/Tag wurde etabliert. Der Verlauf gestaltete sich komplikationslos.

Empfehlung

  • Medikation: Vitamin D3 1000 IE/Tag, Calcium 1000 mg/Tag, Zoledronat-Infusion jährlich
  • Prednisolon-Dosis mit Rheumatologen besprechen (Reduktion anstreben)
  • DXA-Kontrolle in 2 Jahren
  • Sturzprophylaxe, Krafttraining, Gleichgewichtsübungen
  • Bei neuen Frakturen sofortige Wiedervorstellung

Konjunktiv I beachten!

  • habe angegeben, leide, seien, habe
  • Nur in der Anamnese (indirekte Rede)
  • Befunde und Therapie im Indikativ
🩺️ 7 · Übergabe

SBAR-Schema

S
Situation:

Ich übergebe Ihnen , Jahre, mit manifester Osteoporose und frischer LWK2-Fraktur nach Bagatelltrauma.

B
Background:

Bekannte rheumatoide Arthritis unter Prednisolon-Dauertherapie. Z.n. distaler Radiusfraktur 2024. Positive Familienanamnese für Osteoporose. DXA zeigt T-Score LWS -3,2.

A
Assessment:

Manifeste Glucocorticoid-induzierte Osteoporose mit frischer Wirbelkörperfraktur. Hohes Refrakturrisiko. Vitamin-D-Mangel bestätigt.

R
Recommendation:

Zoledronat-Infusion heute erfolgt. Schmerztherapie fortführen. Mobilisation unter Physiotherapie. Bei zunehmenden Schmerzen oder neurologischen Ausfällen sofortige Bildgebung.

Wichtige Übergabepunkte

  • Medikamente: Zoledronat gegeben, Vitamin D + Calcium läuft
  • Monitoring: Calcium-Kontrolle in 2 Wochen (Hypokalzämie möglich)
  • Red Flags: Neurologische Ausfälle (Myelonkompression), Blasen-/Mastdarmsymptome
  • Mobilisation: Mit Physiotherapie, Sturzprophylaxe
8 · Differentialdiagnosen
Differentialdiagnose Unterschied zur Osteoporose Ausschluss durch
Osteomalazie Mineralisierungsstörung, Knochenschmerzen diffus 25-OH-Vitamin D ↓↓, AP ↑, Looser-Umbauzonen
Multiples Myelom Osteolytische Herde, B-Symptomatik, Anämie Eiweißelektrophorese, Immunfixation, Knochenmarkpunktion
Knochenmetastasen Osteolytisch oder osteoblastisch, oft Primärtumor bekannt CT/MRT, Tumorsuche, Skelettszintigraphie
Primärer Hyperparathyreoidismus Hyperkalzämie, Nierensteine, GI-Symptome Calcium ↑, PTH ↑
Renale Osteodystrophie Bei chronischer Niereninsuffizienz GFR ↓, Phosphat ↑, Calcium ↓
⚠️ 9 · Komplikationen

Frakturkomplikationen

  • Wirbelkörperfrakturen: Chronische Rückenschmerzen, Kyphose, Größenverlust
  • Schenkelhalsfraktur: Immobilität, Pneumonie, Thrombose, hohe Mortalität (20-30% im 1. Jahr)
  • Distale Radiusfraktur: Funktionseinschränkung, Arthrose
  • Myelonkompression: Bei instabilen Wirbelfrakturen (neurologischer Notfall!)

Therapiekomplikationen

  • Bisphosphonate: Kieferosteonekrose, atypische Femurfrakturen (bei Langzeittherapie), Ösophagitis
  • Denosumab: Rebound-Effekt nach Absetzen (multiple Wirbelkörperfrakturen!), Hypokalzämie
  • Teriparatid: Hyperkalzämie, Übelkeit

Folgen unbehandelter Osteoporose

  • Progressive Frakturen
  • Chronische Schmerzen
  • Immobilität und Pflegebedürftigkeit
  • Erhöhte Mortalität
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Neurologische Ausfälle Myelonkompression bei Wirbelkörperfraktur Notfall-MRT, neurochirurgisches Konsil
Blasen-/Mastdarmstörung Cauda-equina-Syndrom Sofortige OP-Indikation
Schenkelhalsfraktur Hohe Mortalität, Immobilisationsfolgen Schnellstmögliche operative Versorgung (<24h)
Hyperkalzämie V.a. Malignom/Myelom Tumorsuche, PTH-Bestimmung
B-Symptomatik V.a. malignes Geschehen Erweiterte Diagnostik, Staging
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. Osteoporose: T-Score ≤ -2,5 (DXA an LWS/prox. Femur)
  2. Basistherapie immer: Vitamin D3 + Calcium + Bewegung
  3. First-Line: Orale Bisphosphonate (Alendronat/Risedronat)
Frage 1 (Diagnostik): Ab welchem T-Score liegt nach WHO-Definition eine Osteoporose vor?
A) T-Score < -1,0
B) T-Score ≤ -2,0
C) T-Score ≤ -2,5
D) T-Score ≤ -3,0
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C) T-Score ≤ -2,5
Die WHO-Definition von 1994: Osteoporose liegt vor, wenn der T-Score an LWS oder proximalem Femur ≤ -2,5 beträgt. Ein T-Score zwischen -1,0 und -2,5 entspricht einer Osteopenie.
Frage 2 (Diagnostik): Welche Untersuchung ist der Goldstandard zur Diagnose der Osteoporose?
A) Röntgen der LWS
B) DXA-Knochendichtemessung
C) CT der Wirbelsäule
D) Knochenszintigraphie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B) DXA-Knochendichtemessung
Die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) an LWS (L1-L4) und proximalem Femur ist der Goldstandard. Röntgen zeigt erst ab ca. 30% Knochenmasseverlust Veränderungen.
Frage 3 (Therapie): Welche Basistherapie sollte bei JEDER Osteoporose durchgeführt werden?
A) Bisphosphonate + Calcium
B) Vitamin D3 + Calcium + körperliche Aktivität
C) Denosumab + Vitamin D3
D) Teriparatid + Sturzprophylaxe
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Richtig: B) Vitamin D3 + Calcium + körperliche Aktivität
Die Basistherapie (Vitamin D3 800-1000 IE/Tag, Calcium 1000-1200 mg/Tag, körperliche Aktivität) wird bei jeder Osteoporose durchgeführt und bildet die Grundlage für jede spezifische Therapie.
Frage 4 (Therapie): Was muss bei der Einnahme oraler Bisphosphonate beachtet werden?
A) Einnahme zum Essen für bessere Resorption
B) Nüchtern einnehmen, danach 30 min aufrecht bleiben
C) Abends vor dem Schlafengehen einnehmen
D) Mit Milch einnehmen wegen Calcium
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B) Nüchtern einnehmen, danach 30 min aufrecht bleiben
Orale Bisphosphonate müssen nüchtern mit reichlich Leitungswasser eingenommen werden. Danach 30 min aufrecht bleiben zur Vermeidung einer Ösophagitis. Keine Einnahme mit Milch (Komplexbildung mit Calcium).
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Welches Symptom bei Wirbelkörperfraktur erfordert eine sofortige Bildgebung?
A) Rückenschmerzen bei Bewegung
B) Neurologische Ausfälle der Beine
C) Lokaler Klopfschmerz
D) Größenverlust
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Richtig: B) Neurologische Ausfälle der Beine
Neurologische Ausfälle (Paresen, Sensibilitätsstörungen) weisen auf eine Myelonkompression hin und erfordern ein Notfall-MRT sowie neurochirurgisches Konsil. Ein Cauda-equina-Syndrom ist ein absoluter Notfall!
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Was ist die wichtigste Komplikation nach Absetzen von Denosumab?
A) Kieferosteonekrose
B) Rebound mit multiplen Wirbelkörperfrakturen
C) Hyperkalzämie
D) Ösophagitis
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Richtig: B) Rebound mit multiplen Wirbelkörperfrakturen
Nach Absetzen von Denosumab kommt es zu einem raschen Knochenmasseverlust (Rebound-Effekt) mit erhöhtem Risiko für multiple Wirbelkörperfrakturen. Daher muss nach Denosumab immer eine Anschlusstherapie mit Bisphosphonaten erfolgen!
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Welcher Befund spricht eher für ein multiples Myelom als für eine primäre Osteoporose?
A) T-Score -3,0
B) Wirbelkörperfraktur
C) Osteolytische Herde im Röntgen + Anämie
D) Vitamin-D-Mangel
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C) Osteolytische Herde im Röntgen + Anämie
Beim multiplen Myelom finden sich typischerweise osteolytische Herde ("Schrotschuss-Schädel"), eine Anämie sowie eine Erhöhung der BSG und ein M-Gradient in der Eiweißelektrophorese. Bei Verdacht: Immunfixation und Knochenmarkpunktion.
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Wie unterscheidet sich die Osteomalazie laborchemisch von der Osteoporose?
A) Calcium ↑, Phosphat ↑
B) Calcium normal, AP normal
C) Vitamin D ↓↓, AP ↑, Calcium ↓/normal
D) TSH ↓, Calcium ↑
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C) Vitamin D ↓↓, AP ↑, Calcium ↓/normal
Die Osteomalazie ist eine Mineralisierungsstörung mit schwerem Vitamin-D-Mangel, erhöhter AP und niedrigem bis normalem Calcium. Im Röntgen zeigen sich Looser-Umbauzonen. Bei primärer Osteoporose sind diese Werte typischerweise normal.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
Osteoporose "Knochenschwund - die Knochen werden brüchig"
DXA "Eine spezielle Röntgenuntersuchung zur Messung der Knochendichte"
T-Score "Ein Vergleichswert, der anzeigt, wie Ihre Knochendichte im Vergleich zu jungen Erwachsenen ist"
Fragilitätsfraktur "Ein Knochenbruch, der schon bei geringer Belastung auftritt"
Bisphosphonat "Ein Medikament, das den Knochenabbau bremst"
Osteoblasten "Zellen, die neuen Knochen aufbauen"
Osteoklasten "Zellen, die alten Knochen abbauen"
Kyphose "Rundrücken - eine Verkrümmung der Wirbelsäule nach vorne"

Zusammenfassung

Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung mit erhöhter Knochenbrüchigkeit. Diagnostik erfolgt mittels DXA (T-Score ≤ -2,5). Die Therapie besteht aus Basismaßnahmen (Vitamin D, Calcium, Bewegung) plus spezifischer Therapie (Bisphosphonate als First-Line). Bei sehr hohem Frakturrisiko primär osteoanabole Therapie. Sturzprophylaxe ist essenziell!

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.