pAVK – FSP-Fall

Kardiologie Geriatrie Konservativ Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Fall zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit: Claudicatio intermittens, ABI-Messung, Fontaine-Stadien und leitliniengerechte Therapie mit Gehtraining.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Claudicatio intermittens – belastungsabhängige Wadenschmerzen mit Besserung in Ruhe
  • Diagnostischer Standard: ABI < 0,9 + Farbkodierte Duplexsonografie (FKDS)
  • Erste Maßnahme: Strukturiertes Gehtraining + Risikofaktormodifikation
  • Wichtigste Kontraindikation: Revaskularisation ohne vorheriges konservatives Therapieversuch (Stadium II)
  • Prognose: Hohe kardiovaskuläre Mortalität; 70-80% stabile Claudicatio über 5 Jahre bei konsequenter Therapie

1 · Leitfall

Hausarztpraxis J., m Wadenschmerzen beim Gehen
"Herr Doktor, seit einigen Monaten kann ich keine 200 Meter mehr gehen, ohne dass mir die Waden so wehtun, dass ich stehenbleiben muss. Nach einer kurzen Pause geht es wieder. Meine Frau meint, ich würde immer öfter vor den Schaufenstern stehenbleiben."
2 · Krankheitsbild

Definition

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine chronische Durchblutungsstörung der Extremitäten durch Stenose oder Okklusion der versorgenden Arterien. In über 95% der Fälle liegt eine Atherosklerose zugrunde. Die Erkrankung wird auch als „Schaufensterkrankheit" bezeichnet.

Pathophysiologie

Atherosklerotische Plaques führen zur progredienten Lumeneinengung der Extremitätenarterien. Bei Belastung übersteigt der Sauerstoffbedarf der Muskulatur das Angebot, was zur ischämischen Claudicatio führt. Bei kritischer Stenose tritt auch in Ruhe eine Minderperfusion auf.

Epidemiologie

Prävalenz 3-10% der Allgemeinbevölkerung; 15-20% bei >70 Jahren
Typisches Alter >55 Jahre (Männer), >65 Jahre (Frauen)
Geschlecht m:w = 3:1 (jüngere Altersgruppen), ausgeglichen im Alter

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Alter >50 Jahre
  • Männliches Geschlecht
  • Positive Familienanamnese
Modifizierbar:
  • Nikotinabusus (wichtigster Faktor!)
  • Diabetes mellitus
  • Arterielle Hypertonie
  • Hyperlipidämie

Lokalisation

Beckentyp ca. 35% Häufig bei Rauchern
Oberschenkeltyp ca. 50% Häufigste Form
Unterschenkeltyp ca. 15% Häufig bei Diabetikern
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Schmerz Wo genau treten die Schmerzen auf? Wade, Oberschenkel oder Gesäß? Lokalisation → Stenoselokalisation
Gehstrecke Wie weit können Sie schmerzfrei gehen? Stadieneinteilung nach Fontaine
Ruheschmerz Haben Sie auch nachts Schmerzen in den Beinen? Stadium III = kritische Ischämie
Vorerkrankungen Leiden Sie an Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhten Blutfetten? Kardiovaskuläre Risikofaktoren
Nikotinabusus Rauchen Sie oder haben Sie früher geraucht? Wichtigster Risikofaktor
Wunden Haben Sie schlecht heilende Wunden an den Füßen? Stadium IV, drohende Amputation

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, ich bin . Was führt Sie zu uns?

Patient:

Guten Tag. Ich habe seit einigen Monaten Schmerzen in den Waden beim Gehen. Nach etwa 150 Metern muss ich stehenbleiben.

Arzt:

Und was passiert, wenn Sie eine Pause machen?

Patient:

Nach zwei bis drei Minuten Stehen ist es wieder besser und ich kann weitergehen.

Arzt:

Haben Sie auch Schmerzen, wenn Sie ruhen oder nachts im Bett liegen?

Patient:

Nein, in Ruhe habe ich keine Beschwerden. Nur beim Gehen.

Arzt:

Rauchen Sie?

Patient:

Ja, seit über 40 Jahren etwa eine Schachtel am Tag.

Prüfungsfokus

  • Claudicatio intermittens: Belastungsabhängige Schmerzen mit Besserung in Ruhe
  • Schmerzfreie Gehstrecke für Stadieneinteilung erfragen
  • Ruheschmerz = kritische Ischämie → dringliche Intervention
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Inspektion Blasse, kühle Haut; trophische Störungen (Haarausfall, brüchige Nägel); ggf. Nekrosen
Palpation Abgeschwächte oder fehlende periphere Pulse (A. dorsalis pedis, A. tibialis posterior)
Auskultation Strömungsgeräusche über Stenosen (Aa. femorales, Aa. iliacae)
Ratschow-Lagerungsprobe Abblassen bei Elevation, verzögerte reaktive Hyperämie

Fontaine-Stadien

Stadium Klinik
I Asymptomatisch (pathologischer ABI)
IIa Claudicatio intermittens, schmerzfreie Gehstrecke >200m
IIb Claudicatio intermittens, schmerzfreie Gehstrecke <200m
III Ischämischer Ruheschmerz
IV Ulkus, Gangrän, Nekrose

ABI-Messung (Knöchel-Arm-Index)

ABI-Wert Interpretation
>1,3 Mediasklerose (falsch hoch, z.B. bei Diabetes)
0,9-1,3 Normalbefund
<0,9 pAVK (beweisend)
<0,5 Kritische Ischämie

Bildgebung

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
FKDS Stenosen, Verschlüsse, Flussbeschleunigung Diagnostik der 1. Wahl
CT-Angiografie Genaue Stenoselokalisation Therapieplanung vor Intervention
MR-Angiografie Stenosen ohne Strahlenbelastung Alternative bei Kontrastmittelallergie
DSA Goldstandard der Gefäßdarstellung Interventionsbereitschaft (PTA/Stent)

Goldstandard

ABI < 0,9 = beweisend für pAVK (Sensitivität 95%, Spezifität ~100%)

FKDS = bildgebende Diagnostik der 1. Wahl

5 · Therapie

Therapie nach Stadium

Stadium Therapie
I-II Basistherapie + strukturiertes Gehtraining (mind. 3 Monate)
IIb + Revaskularisation bei Therapieversagen/hohem Leidensdruck
III-IV Revaskularisation (endovaskulär oder offen-chirurgisch)

Basistherapie (alle Stadien)

Maßnahme Details
Nikotinkarenz Wichtigste Einzelmaßnahme! Rauchstopp obligat
Strukturiertes Gehtraining Mind. 3×/Woche, 30-60 min, unter Anleitung, mind. 3 Monate
Thrombozytenaggregationshemmung ASS oder Clopidogrel (leitliniengerecht)
Statintherapie High-Intensity-Statin; LDL-Ziel <55 mg/dl
Blutdruckeinstellung Zielwert <140/90 mmHg
Diabetes-Kontrolle HbA1c-Optimierung leitliniengerecht

Revaskularisation

Verfahren Indikation
PTA ± Stent Kurzstreckige Stenosen, Iliakalgefäße
Bypass-OP Langstreckige Verschlüsse, komplexe Läsionen
Thrombendarteriektomie Lokalisierte Stenosen (z.B. A. femoralis communis)

⚠️ Wichtig

Bei Claudicatio (Stadium II): Erst mindestens 3 Monate konservative Therapie mit Gehtraining, bevor Revaskularisation erwogen wird!

6 · Arztbrief

Anamnese:

Der -jährige Patient habe sich aufgrund seit mehreren Monaten bestehender belastungsabhängiger Wadenschmerzen vorgestellt. Er habe angegeben, nach etwa 150 Metern aufgrund von krampfartigen Schmerzen in beiden Waden stehenbleiben zu müssen. Nach kurzer Ruhepause sei eine Besserung eingetreten. Ruheschmerzen habe er verneint. Anamnestisch bestehe ein langjähriger Nikotinabusus von etwa 40 Packungsjahren. Zudem sei eine arterielle Hypertonie und eine Hypercholesterinämie vorbekannt.

Körperlicher Untersuchungsbefund:

Bei der Untersuchung habe sich ein -jähriger Patient in reduziertem Allgemeinzustand präsentiert. Die Haut an beiden Unterschenkeln sei blass und kühl gewesen. Es habe sich eine Rarefizierung der Beinbehaarung gezeigt. Der Puls der A. dorsalis pedis sei beidseits abgeschwächt tastbar gewesen, die A. tibialis posterior sei rechts nicht tastbar gewesen. Über der rechten A. femoralis habe ein Strömungsgeräusch auskultiert werden können. Trophische Läsionen oder Nekrosen hätten sich nicht gezeigt.

Diagnostik:

Die ABI-Messung habe rechts einen Wert von 0,65 und links von 0,78 ergeben. In der farbkodierten Duplexsonografie habe sich eine hochgradige Stenose der A. femoralis superficialis rechts mit einer Flussbeschleunigung auf über 300 cm/s gezeigt. Links habe eine mittelgradige Stenose im gleichen Gefäßabschnitt bestanden.

Diagnose:

pAVK Stadium IIb nach Fontaine beidseits, rechts > links

Therapie und Procedere:

Wir hätten eine leitliniengerechte Basistherapie mit Thrombozytenaggregationshemmung und hochdosierter Statintherapie eingeleitet. Der Patient sei eindringlich zur absoluten Nikotinkarenz beraten worden. Ein strukturiertes Gehtraining in einer Gefäßsportgruppe sei verordnet worden. Eine Wiedervorstellung zur Verlaufskontrolle sei in 3 Monaten vorgesehen. Bei ausbleibender Besserung werde eine interventionelle Therapie erwogen.

7 · Übergabe (SBAR)
S – Situation:

Herr , Jahre, stellt sich mit Claudicatio intermittens vor. Schmerzfreie Gehstrecke circa 150 Meter.

B – Background:

Bekannte kardiovaskuläre Risikofaktoren: Nikotinabusus (40 Packungsjahre), arterielle Hypertonie, Hypercholesterinämie. Keine bekannte KHK oder zerebrovaskuläre Erkrankung.

A – Assessment:

pAVK Stadium IIb nach Fontaine. ABI rechts 0,65, links 0,78. Hochgradige Stenose der A. femoralis superficialis rechts in der FKDS. Kein Ruheschmerz, keine trophischen Läsionen.

R – Recommendation:

Strukturiertes Gehtraining, absolute Nikotinkarenz, ASS und Statin eingeleitet. Wiedervorstellung in 3 Monaten. Bei Ruheschmerz oder Verschlechterung sofortige Wiedervorstellung. Bei fehlendem Ansprechen auf konservative Therapie → Evaluation für Revaskularisation.

8 · Differentialdiagnosen
Differentialdiagnose Unterschied zur pAVK Ausschluss
Spinalkanalstenose (Claudicatio spinalis) Besserung beim Vornüberbeugen; Pulse tastbar; Parästhesien ABI normal; MRT LWS
Chronisch-venöse Insuffizienz Schweregefühl, Ödeme; Besserung bei Hochlagerung; Varizen FKDS venös; Pulse tastbar
Polyneuropathie Symmetrische Sensibilitätsstörungen; burning feet; keine Claudicatio Neurologie; ABI normal
Gonarthrose/Coxarthrose Gelenkschmerz; Anlaufschmerz; keine Besserung in Ruhe Röntgen Gelenke; Pulse tastbar
Tiefe Beinvenenthrombose Akut; einseitig; Schwellung; Überwärmung D-Dimere; Kompressionssonografie

Merke: Claudicatio intermittens vs. Claudicatio spinalis

pAVK: Besserung im Stehen (Pause) | Pulse abgeschwächt | ABI <0,9

Spinalkanalstenose: Besserung beim Vornüberbeugen/Hinsetzen | Pulse normal | ABI normal

⚠️ 9 · Komplikationen

Akute Komplikationen

  • Akuter arterieller Verschluss → 6-P-Regel: Pain, Pulselessness, Pallor, Paresthesia, Paralysis, Prostration
  • Akute Extremitätenischämie → Notfall, sofortige Revaskularisation

Spätkomplikationen

  • Kritische Extremitätenischämie (CLTI) → Ruheschmerz, Gewebeverlust
  • Ulcus cruris arteriosum → Chronische Wunden, meist lateral/akral
  • Gangrän/Nekrose → Droht Amputation
  • Wundinfektion bis Sepsis → Lebensbedrohlich

Kardiovaskuläre Ereignisse

  • Myokardinfarkt → Häufigste Todesursache bei pAVK-Patienten
  • Schlaganfall → Durch begleitende Karotisstenose
  • >75% der pAVK-Patienten versterben an kardiovaskulären Ereignissen
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Akuter Ruheschmerz Kritische Ischämie (Stadium III) Sofortige Vorstellung Gefäßzentrum
Akut blasse, kalte Extremität Akuter arterieller Verschluss Notfall! Sofortige Revaskularisation
Nekrosen/Gangrän Stadium IV, drohende Amputation Stationäre Aufnahme, Revaskularisation
Motorische Ausfälle Schwere Ischämie mit Muskelschaden Sofortige Intervention, ggf. Kompartmentsyndrom
Infizierte Wunde + Fieber Drohende Sepsis Stationäre Aufnahme, Antibiotika, Chirurgie

Akuter arterieller Verschluss – 6 P

  • Pain – Schmerz
  • Pulselessness – Pulslosigkeit
  • Pallor – Blässe
  • Paresthesia – Sensibilitätsstörung
  • Paralysis – Lähmung
  • Prostration – Schock
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. ABI < 0,9 ist beweisend für pAVK
  2. Strukturiertes Gehtraining ist Basistherapie bei Claudicatio
  3. Nikotinkarenz ist die wichtigste Einzelmaßnahme
Frage 1 (Diagnostik): Ein 68-jähriger Patient mit Wadenschmerzen nach 150m Gehstrecke. Welcher ABI-Wert beweist eine pAVK?
A) < 1,3
B) < 1,0
C) < 0,9
D) < 0,5
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C) < 0,9
Ein ABI < 0,9 hat eine Sensitivität von 95% und Spezifität von nahezu 100% für das Vorliegen einer hämodynamisch relevanten pAVK. Werte < 0,5 sprechen für eine kritische Ischämie.
Frage 2 (Diagnostik): Welche bildgebende Methode ist bei V.a. pAVK die Diagnostik der ersten Wahl?
A) CT-Angiografie
B) MR-Angiografie
C) Farbkodierte Duplexsonografie (FKDS)
D) Digitale Subtraktionsangiografie (DSA)
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C) Farbkodierte Duplexsonografie (FKDS)
Die FKDS ist nicht-invasiv, ohne Strahlenbelastung und ermöglicht eine gute Beurteilung der Becken-Bein-Strombahn. CT-/MR-Angiografie und DSA sind weiterführenden Fragestellungen vorbehalten.
Frage 3 (Therapie): Was ist die wichtigste Einzelmaßnahme bei der Behandlung der pAVK?
A) Statintherapie
B) Nikotinkarenz
C) ASS-Therapie
D) Blutdruckeinstellung
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Richtig: B) Nikotinkarenz
Rauchen ist der wichtigste modifizierbare Risikofaktor. Die absolute Nikotinkarenz ist die wirksamste Einzelmaßnahme zur Verhinderung der Progression und zur Verbesserung der Prognose.
Frage 4 (Therapie): Wie lange sollte ein strukturiertes Gehtraining bei Claudicatio intermittens mindestens durchgeführt werden, bevor eine Revaskularisation erwogen wird?
A) 2 Wochen
B) 4 Wochen
C) 3 Monate
D) 6 Monate
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C) 3 Monate
Laut Leitlinie soll bei Patienten mit Claudicatio intermittens zunächst ein strukturiertes Gehtraining plus Optimierung der Risikofaktoren für mindestens 3 Monate durchgeführt werden, bevor eine Revaskularisation angeboten wird.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Ein Patient mit bekannter pAVK präsentiert sich mit akut aufgetretener, blasser und kalter rechter Extremität. Welches Vorgehen ist indiziert?
A) Ambulante Vorstellung in der Gefäßsprechstunde innerhalb einer Woche
B) Sofortige stationäre Aufnahme und Revaskularisation
C) Intensivierung der konservativen Therapie
D) Beginn einer Antikoagulation und Wiedervorstellung in 3 Tagen
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B) Sofortige stationäre Aufnahme und Revaskularisation
Ein akuter arterieller Verschluss ist ein Notfall! Die Ischämietoleranz der Extremität ist begrenzt (ca. 6 Stunden). Eine sofortige Revaskularisation ist zur Vermeidung einer Amputation erforderlich.
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Welches der folgenden Symptome gehört NICHT zu den "6 P" des akuten arteriellen Verschlusses?
A) Pain (Schmerz)
B) Pulselessness (Pulslosigkeit)
C) Pressure (Druck)
D) Paralysis (Lähmung)
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C) Pressure (Druck)
Die 6 P sind: Pain, Pulselessness, Pallor (Blässe), Paresthesia (Sensibilitätsstörung), Paralysis (Lähmung) und Prostration (Schock). "Pressure" gehört nicht dazu.
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Ein Patient klagt über Beinschmerzen beim Gehen. Die Beschwerden bessern sich beim Vornüberbeugen, die peripheren Pulse sind seitengleich tastbar. Der ABI beträgt 1,0. Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
A) pAVK Stadium IIb
B) Spinalkanalstenose (Claudicatio spinalis)
C) Tiefe Beinvenenthrombose
D) Polyneuropathie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B) Spinalkanalstenose (Claudicatio spinalis)
Typisch für die Claudicatio spinalis ist die Besserung beim Vornüberbeugen (Erweiterung des Spinalkanals). Die Pulse sind tastbar und der ABI ist normal – beides spricht gegen eine pAVK.
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Welches Merkmal unterscheidet die pAVK am zuverlässigsten von einer chronisch-venösen Insuffizienz?
A) Beinschmerzen
B) Hautveränderungen
C) Periphere Pulse abgeschwächt/fehlend
D) Eingeschränkte Gehstrecke
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Richtig: C) Periphere Pulse abgeschwächt/fehlend
Bei der pAVK sind die peripheren Pulse abgeschwächt oder nicht tastbar (arterielles Problem). Bei der CVI sind die Pulse normal, da es sich um ein venöses Rückflussproblem handelt.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
pAVK "Eine Durchblutungsstörung in den Beinarterien durch Verkalkung der Gefäße."
Claudicatio intermittens "Wadenschmerzen beim Gehen, die Sie zum Stehenbleiben zwingen – wie beim Schaufensterbummel."
ABI (Knöchel-Arm-Index) "Ein Blutdruckvergleich zwischen Arm und Bein, um die Durchblutung zu prüfen."
Stenose "Eine Engstelle im Blutgefäß."
Revaskularisation "Eine Behandlung, um die Durchblutung wiederherzustellen – entweder mit einem Katheter oder einer Operation."
Kritische Extremitätenischämie "Eine schwere Durchblutungsstörung mit Ruheschmerzen oder Wunden – das Bein ist gefährdet."
Mediasklerose "Eine Verkalkung der Gefäßwand, die bei Diabetikern vorkommt und die Messung verfälschen kann."

Zusammenfassung

Die pAVK ist eine häufige atherosklerotische Erkrankung mit dem Leitsymptom Claudicatio intermittens. Der ABI < 0,9 sichert die Diagnose. Die Therapie basiert auf Nikotinkarenz, strukturiertem Gehtraining und kardiovaskulärer Risikoreduktion. Bei Stadium III/IV ist eine Revaskularisation erforderlich. Die pAVK ist ein Marker für generalisierte Atherosklerose – die meisten Patienten versterben an kardiovaskulären Ereignissen.

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.