Definition
Die Pyelonephritis ist eine bakterielle Infektion des Nierenbeckens (Pyelon) mit Beteiligung des Nierenparenchyms. Sie entsteht meist durch aszendierende Keime aus den unteren Harnwegen und manifestiert sich typischerweise mit Fieber, Flankenschmerzen und dysurischen Beschwerden.
Pathophysiologie
Uropathogene Bakterien (v.a. E. coli mit P-Fimbrien) steigen aus der Harnblase über die Ureteren ins Nierenbecken auf. Die Keimaszension wird durch Faktoren wie vesikoureteralen Reflux, Harnabflussstörungen oder Schwangerschaft begünstigt. Im Nierenparenchym kommt es zur interstitiellen eitrigen Entzündung mit streifenförmigen Eiterstraßen vom Mark zur Rinde.
Epidemiologie
| Inzidenz | Ca. 15-17/10.000 Frauen/Jahr |
| Typisches Alter | Sexuell aktive Frauen (18-40 Jahre) |
| Geschlecht | w:m = 3:1 |
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht (kurze Harnröhre)
- Schwangerschaft
- Vesikoureteraler Reflux
- Anatomische Anomalien
- Diabetes mellitus
- Harnwegskatheter
- Immunsuppression
- Nephrolithiasis
