Definition
Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist eine durch äußere Gewalteinwirkung verursachte Verletzung des Schädels mit konsekutiver Funktionsstörung und/oder struktureller Schädigung des Gehirns. Die Einteilung erfolgt mittels Glasgow Coma Scale (GCS) in leichtes (GCS 13-15), mittelschweres (GCS 9-12) und schweres SHT (GCS 3-8).
Pathophysiologie
Primäre Hirnschädigung durch direkte Gewalteinwirkung (Kontusion, Lazeration, diffuse axonale Schädigung). Sekundäre Hirnschädigung durch Hypoxie, Hypotension, intrakranielle Druckerhöhung, Hirnödem oder Blutungen (epidural, subdural, intrazerebral). Coup-Contrecoup-Mechanismus bei Dezelerationstraumen.
Epidemiologie
| Inzidenz | 332/100.000 Einwohner/Jahr in Deutschland |
| Typisches Alter | Biphasisch: junge Erwachsene (15-30 J.) und Ältere (>65 J.) |
| Geschlecht | m:w = 2:1 |
| Häufigste Ursache | Stürze (>50%), Verkehrsunfälle, Sportunfälle |
Risikofaktoren
- Hohes Alter (Sturzneigung, Hirnatrophie)
- Männliches Geschlecht
- Vorbestehende Hirnerkrankungen
- Antikoagulation/Thrombozytenaggregationshemmer
- Alkoholkonsum
- Fehlende Schutzausrüstung (Helm)
