Schulterluxation – FSP-Fall

Orthopädie & Chirurgie Chirurgisch Häufig Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Fall zur Schulterluxation: Typische Klinik mit federnder Fixation, Röntgendiagnostik vor Reposition und Therapieentscheidung nach Alter und Aktivitätsniveau.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Akuter Schmerz, federnde Fixation, Schulterkonturverlust
  • Diagnostischer Standard: Röntgen in 2 Ebenen (a.p. + Y-Aufnahme) vor und nach Reposition
  • Erste Maßnahme: Analgosedierung + geschlossene Reposition (z.B. nach Arlt, Stimson, FARES)
  • Wichtigste Kontraindikation: Reposition ohne vorherige Bildgebung (Frakturausschluss)
  • Prognose: Rezidivrate altersabhängig: <20 Jahre 60–90%, >40 Jahre <20%

1 · Leitfall

Notaufnahme J., m Schulterschmerzen nach Sturz
„Ich bin beim Handballspielen gestürzt und auf meinen ausgestreckten Arm gefallen. Jetzt kann ich den Arm überhaupt nicht mehr bewegen, und die Schulter sieht ganz komisch aus."
2 · Krankheitsbild

Definition

Die Schulterluxation (Luxatio glenohumeralis) bezeichnet die vollständige Auskugelung des Humeruskopfes aus der Gelenkpfanne (Glenoid). Sie ist mit ca. 50% die häufigste Luxation des menschlichen Körpers. Man unterscheidet traumatische von habituellen (rezidivierenden) Luxationen.

Pathophysiologie

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des Körpers mit großem Humeruskopf und kleiner Gelenkpfanne. Die Stabilität wird primär durch dynamische Stabilisatoren (Rotatorenmanschette) und statische Stabilisatoren (Labrum glenoidale, Kapsel-Band-Apparat) gewährleistet. Bei forcierter Außenrotation und Abduktion kann der Humeruskopf nach anterior-inferior luxieren.

Epidemiologie

Inzidenz 11–29 pro 100.000/Jahr
Typisches Alter 15–30 Jahre (Peak), zweiter Gipfel >60 Jahre
Geschlecht m:w = 3:1
Häufigste Form Vordere Luxation (>90%)

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Junges Alter (<25 Jahre)
  • Männliches Geschlecht
  • Hyperlaxität (Bindegewebsschwäche)
  • Glenoid-Dysplasie
Modifizierbar:
  • Kontaktsportarten (Handball, Rugby, Eishockey)
  • Überkopfsportarten (Volleyball, Schwimmen)
  • Unzureichende Muskelkräftigung

Luxationsformen

Form Häufigkeit Mechanismus
Luxatio subcoracoidea (anterior) >90% Forcierte Außenrotation + Abduktion
Luxatio infraspinata (posterior) 2–4% Sturz auf ausgestreckte Hand, Krampfanfall
Luxatio erecta <1% Hyperabduktion, Arm nach oben gestreckt
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Unfallmechanismus Wie ist der Unfall passiert? In welcher Position war der Arm? Typischer Mechanismus weist auf Luxationsrichtung hin
Schmerz Wo genau tut es weh? Strahlt der Schmerz aus? Lokalisation, Begleitverletzungen
Sensibilität Haben Sie Taubheitsgefühle oder Kribbeln im Arm? N. axillaris-Läsion ausschließen
Vorgeschichte Hatten Sie schon einmal eine Schulterluxation? Rezidiv vs. Erstluxation → Therapieentscheidung
Sport/Beruf Welchen Sport treiben Sie? Was arbeiten Sie? Funktionsanspruch für OP-Indikation

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, ich bin . Was ist passiert?

Patient:

Ich bin beim Handball gestürzt, als mir der Ball weggenommen wurde. Ich bin auf meinen ausgestreckten Arm gefallen.

Arzt:

Können Sie den Arm noch bewegen?

Patient:

Nein, überhaupt nicht. Es tut wahnsinnig weh, und die Schulter sieht ganz anders aus als sonst.

Arzt:

Spüren Sie Taubheit oder Kribbeln in Ihrem Arm oder in der Hand?

Patient:

Ein bisschen taub hier an der Außenseite der Schulter.

Arzt:

Hatten Sie schon einmal eine ausgekugelte Schulter?

Patient:

Nein, das ist das erste Mal.

Prüfungsfokus

  • Unfallmechanismus: Abduktion + Außenrotation → vordere Luxation
  • Sensibilitätsprüfung N. axillaris (laterale Schulterregion)
  • Erst- vs. Rezidivluxation entscheidend für Therapie
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Inspektion Schulterkonturverlust („eckige Schulter"), leere Gelenkpfanne tastbar, Schonhaltung (Arm in Abduktion/Außenrotation), Schwellung
Palpation Humeruskopf anterior-inferior tastbar, leere Fossa glenoidalis, Druckschmerz
Funktionsprüfung Federnde Fixation (pathognomonisch), aktive Bewegung unmöglich
DMS-Prüfung Durchblutung (A. axillaris), Motorik, Sensibilität (N. axillaris: Regio deltoidea) prüfen!

Spezifische Tests (nach Reposition)

Test Durchführung Positiv bei
Apprehension-Test Abduktion 90° + Außenrotation Patient zeigt Angst vor erneuter Luxation
Relocation-Test Druck von ventral auf Humeruskopf Angst verschwindet → vordere Instabilität
Sulcus-Zeichen Zug am hängenden Arm nach kaudal Eindellung unter Akromion → Hyperlaxität

Labor

Bei unkomplizierter Schulterluxation keine spezifischen Laborparameter erforderlich. Bei Polytrauma: Routinelabor inkl. Blutbild, Gerinnung.

Bildgebung

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
Röntgen (a.p. + Y-Aufnahme) Humeruskopf außerhalb Glenoid, Hill-Sachs-Delle, knöcherne Bankart-Läsion Obligat VOR und NACH Reposition
CT Glenoidfraktur, Hill-Sachs-Quantifizierung (Glenoid-Track) Bei V.a. knöcherne Verletzung, Rezidivluxation
MRT Bankart-Läsion (Labrum), Rotatorenmanschetten-Läsion, SLAP-Läsion Nach Erstluxation bei jungen Patienten, OP-Planung

Goldstandard

Röntgen in 2 Ebenen (a.p. + Y-Aufnahme oder axiale Aufnahme) – obligat vor jeder Reposition zum Frakturausschluss!

5 · Therapie

Akuttherapie

Schritt Maßnahme Details
1. Analgesie Analgosedierung i.v. Analgetikum + Sedativum (leitliniengerecht dosiert), ggf. intraartikuläre Lokalanästhesie
2. Bildgebung Röntgen vor Reposition Frakturausschluss, Dokumentation der Luxationsrichtung
3. Reposition Geschlossene Reposition Schonende Technik (s.u.), KEINE übermäßige Gewalt
4. Kontrolle Röntgen + DMS Repositionserfolg dokumentieren, Neurovaskulärstatus prüfen
5. Immobilisation Gilchrist-/Desault-Verband 3–4 Wochen (je nach Alter kürzer)

Repositionstechniken

Technik Prinzip Besonderheit
Nach Arlt Patient sitzt, Arm über Stuhllehne, axialer Zug Schonend, häufig angewendet
Nach Stimson Patient in Bauchlage, Arm hängt herab, Gewicht am Handgelenk Sehr schonend, auch zur Selbstreposition
FARES-Methode Oszillierende Bewegungen + langsame Abduktion + Außenrotation Schnell, schmerzarm, sicher – moderne Methode
Nach Matsen Axialer Zug in Längsrichtung des Armes Einfache Grundtechnik
Nach Hippokrates Fuß in Achselhöhle als Hypomochlion ⚠️ Nur Notfall – hohe Komplikationsrate!

Konservative Therapie

  • Immobilisation: 1–3 Wochen (bei Älteren kürzer wegen Versteifungsgefahr)
  • Physiotherapie: Schmerzfreie Beweglichkeit, Muskelkräftigung (Rotatorenmanschette), Koordinationstraining
  • Indikation: Erstluxation >40 Jahre ohne Begleitverletzungen, geringe funktionelle Ansprüche

Operative Therapie

Verfahren Indikation Prinzip
Arthroskopische Bankart-Repair Erstluxation <25 J., Bankart-Läsion, Sportler Labrumrefixation mit Fadenankern
Latarjet-Operation Glenoiddefekt >20%, Rezidive nach Bankart Korakoidtransfer zur Pfannenaugmentation
Remplissage Große Hill-Sachs-Delle (engaging) Infraspinatus-Tenodese in Hill-Sachs-Defekt

Therapieentscheidung

Jung + sportlich + Erstluxation → frühe OP erwägen (Rezidivrate >60%)
Älter (>40 J.) + geringe Ansprüche → konservativ (Rezidivrate <20%)

6 · Arztbrief

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

wir berichten Ihnen über unseren gemeinsamen Patienten , Jahre, der sich am [Datum] in unserer Notaufnahme vorstellte.

Diagnose:
Traumatische anteriore Schulterluxation links (ICD-10: S43.0)

Anamnese:
Der Patient berichtete, er sei beim Handballspielen auf den ausgestreckten linken Arm gefallen. Seitdem bestehe eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der linken Schulter. Vorerkrankungen seien nicht bekannt. Der Patient habe keine Vorgeschichte einer Schulterluxation.

Befund bei Aufnahme:
Es zeigte sich eine eckige Schulterkontur links mit federnder Fixation. Der Humeruskopf sei ventral tastbar gewesen. Die periphere DMS sei intakt gewesen, wobei eine leichte Hypästhesie im Bereich des N. axillaris aufgefallen sei.

Diagnostik:
Röntgen Schulter links in 2 Ebenen: Anteriore Luxation des Humeruskopfes ohne begleitende Fraktur. Kleine Hill-Sachs-Delle.

Therapie:
Nach Analgosedierung sei eine geschlossene Reposition nach Arlt erfolgreich durchgeführt worden. Die Kontrollröntgenaufnahme habe einen regelrechten Repositionserfolg gezeigt. Die periphere DMS sei post repositionem intakt gewesen. Es sei eine Ruhigstellung im Gilchrist-Verband für 3 Wochen erfolgt.

Procedere:
Wir empfehlen eine MRT-Untersuchung der Schulter zum Ausschluss einer Bankart-Läsion nach Abschwellung. Bei dem jungen, sportlich aktiven Patienten sollte eine operative Stabilisierung erwogen werden. Wiedervorstellung in unserer orthopädischen Sprechstunde in 1 Woche zur Befundbesprechung.

Medikation bei Entlassung:
Ibuprofen 600 mg 1-1-1 bei Bedarf für 5 Tage

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Konjunktiv I im Arztbrief

Wichtig: Im Arztbrief bei indirekter Rede konsequent Konjunktiv I verwenden: „Der Patient berichtete, er habe...", „Es sei...", „Der Schmerz bestehe..."

7 · Übergabe (SBAR)

S – Situation

„Ich übergebe Ihnen Herrn , Jahre alt, mit Zustand nach anteriorer Schulterluxation links, heute reponiert."

B – Background

„Der Patient ist beim Handball auf den ausgestreckten Arm gestürzt. Erstluxation, keine relevanten Vorerkrankungen. Reposition nach Arlt in Analgosedierung erfolgreich."

A – Assessment

„Der Patient ist stabil. Periphere DMS intakt. Im Röntgen kleine Hill-Sachs-Delle. Gilchrist-Verband angelegt. MRT zur OP-Planung empfohlen."

R – Recommendation

„Bitte Monitoring auf Kompartmentsyndrom und DMS-Kontrolle. Bei Zunahme der Parästhesien sofortige Rücksprache. Wiedervorstellung in der orthopädischen Sprechstunde in 1 Woche."

8 · Differentialdiagnosen
Differentialdiagnose Klinischer Unterschied Ausschlussdiagnostik
Proximale Humerusfraktur Krepitation, keine federnde Fixation, Bewegung oft noch möglich Röntgen in 2 Ebenen
AC-Gelenksprengung Klaviertastenphänomen, Druckschmerz ACG, Schulterkontur erhalten Röntgen, Panoramaaufnahme beider Schultern
Rotatorenmanschettenruptur Aktive Abduktion eingeschränkt, aber passive Bewegung möglich Sonographie, MRT
Skapulafraktur Hochenergetisches Trauma, Druckschmerz Skapula, Hämatom Röntgen, CT
Hintere Schulterluxation Innenrotation fixiert, Außenrotation blockiert, oft nach Krampfanfall Axiale Röntgenaufnahme, CT
⚠️ 9 · Komplikationen

Akute Komplikationen

  • N. axillaris-Läsion → Sensibilitätsstörung laterale Schulter, Deltoideus-Parese (5–35%)
  • A. axillaris-Verletzung → Ischämie des Arms, Pulslosigkeit (selten)
  • Plexus brachialis-Läsion → Multiple neurologische Ausfälle
  • Rotatorenmanschettenruptur → v.a. bei Patienten >40 Jahre (bis 40%)
  • Fraktur bei Reposition → Humerusfraktur bei brüsker Technik

Begleitverletzungen

  • Bankart-Läsion → Labrumablösung am Glenoid (87–100%)
  • Hill-Sachs-Delle → Impressionsfraktur am Humeruskopf (65–70%)
  • Glenoidfraktur → Knöcherner Pfannenranddefekt („bony Bankart")

Spätkomplikationen

  • Rezidivierende Luxation → Rezidivrate altersabhängig: <20 J. 60–90%, 20–30 J. 40–70%
  • Chronische Instabilität → Subluxationen, Apprehension
  • Omarthrose → Langzeitfolge bei rezidivierenden Luxationen
  • Schultersteife → v.a. bei älteren Patienten nach langer Immobilisation
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Pulslosigkeit A. radialis A. axillaris-Verletzung Sofortige Reposition, Angiographie, Gefäßchirurgie
Sensibilitätsverlust gesamte Hand Plexus brachialis-Läsion Sofortige Reposition, neurologisches Konsil
Zunehmende Schwellung Kompartmentsyndrom, Hämatom Logendruckmessung, ggf. Fasziotomie
Reposition nicht möglich Repositionshindernis (Labrum, Sehne) CT, offene Reposition in OP
Luxationsfraktur Komplexe Verletzung CT, operative Versorgung
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. Häufigste Gelenkluxation (50%), meist anterior (>90%)
  2. Federnde Fixation = pathognomonisch
  3. Röntgen VOR Reposition obligat (Frakturausschluss)
Frage 1 (Diagnostik): Welcher klinische Befund ist pathognomonisch für eine Schulterluxation?
A) Druckschmerz über dem Akromion
B) Federnde Fixation des Armes
C) Krepitation bei Bewegung
D) Positiver Drop-Arm-Test
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Die federnde Fixation ist das pathognomonische Zeichen der Luxation – der Arm federt bei passiver Bewegung zurück in die Schonhaltung.
Frage 2 (Diagnostik): Welche Bildgebung ist VOR einer Schulterreposition obligat?
A) MRT der Schulter
B) CT der Schulter
C) Röntgen in 2 Ebenen
D) Sonographie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Röntgen in mindestens 2 Ebenen (a.p. + Y-Aufnahme) ist obligat zum Frakturausschluss vor jeder Reposition.
Frage 3 (Therapie): Welche Repositionstechnik gilt aufgrund des hohen Komplikationsrisikos als obsolet?
A) Reposition nach Arlt
B) Reposition nach Stimson
C) Reposition nach Hippokrates (klassisch)
D) FARES-Methode
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Die klassische Hippokrates-Technik (Fuß in Achselhöhle) birgt ein hohes Risiko für Gefäß- und Nervenverletzungen und gilt heute als obsolet.
Frage 4 (Therapie): Bei welchem Patienten ist eine operative Stabilisierung nach Erstluxation besonders zu erwägen?
A) 70-jährige Patientin ohne sportliche Aktivität
B) 22-jähriger Handballspieler
C) 55-jähriger Büroangestellter
D) 65-jähriger Rentner mit Diabetes
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Junge, sportlich aktive Patienten haben eine Rezidivrate von 60–90%. Eine frühe operative Stabilisierung senkt die Rezidivrate deutlich.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Ein Patient mit Schulterluxation hat keinen tastbaren Radialispuls. Was ist das Vorgehen?
A) Abwarten, Kontrolle in 24 Stunden
B) Sofortige Reposition, dann Angiographie und Gefäßchirurgie
C) Erst MRT, dann Entscheidung
D) Nur konservative Therapie mit Analgesie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Eine Pulslosigkeit spricht für eine A. axillaris-Verletzung. Sofortige Reposition zur Druckentlastung, dann Angiographie und gefäßchirurgische Versorgung.
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Welcher Nerv ist bei anteriorer Schulterluxation am häufigsten betroffen?
A) N. musculocutaneus
B) N. axillaris
C) N. medianus
D) N. radialis
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Der N. axillaris ist bei 5–35% der anterioren Luxationen betroffen (Sensibilitätsstörung laterale Schulter, Deltoideus-Schwäche).
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Bei welcher Differentialdiagnose findet sich das „Klaviertastenphänomen"?
A) Anteriore Schulterluxation
B) AC-Gelenksprengung
C) Rotatorenmanschettenruptur
D) Proximale Humerusfraktur
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Das Klaviertastenphänomen (hochstehendes laterales Klavikulaende, das sich herunterdrücken lässt) ist typisch für die AC-Gelenksprengung (Tossy II–III).
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Bei welcher Luxationsform ist der Arm in Innenrotation fixiert und Außenrotation blockiert?
A) Anteriore Luxation
B) Posteriore Luxation
C) Luxatio erecta
D) Luxatio axillaris
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Bei der posterioren (hinteren) Luxation ist der Arm in Innenrotation fixiert, Außenrotation ist blockiert. Diese wird in 60% der Fälle initial übersehen!
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
Luxation "Das bedeutet, dass Ihr Gelenk ausgekugelt ist – der Oberarmkopf ist aus der Gelenkpfanne gerutscht."
Reposition "Wir werden Ihr Gelenk wieder einrenken, also den Knochen zurück in die richtige Position bringen."
Analgosedierung "Sie bekommen ein Schmerzmittel und ein Beruhigungsmittel, damit das Einrenken weniger wehtut."
Bankart-Läsion "Bei der Auskugelung kann der Knorpelring an der Gelenkpfanne abreißen."
Hill-Sachs-Delle "Eine kleine Delle am Oberarmkopf, die entstehen kann, wenn der Knochen gegen die Pfanne schlägt."
Immobilisation "Wir legen Ihnen einen Verband an, damit die Schulter ruhiggestellt ist und heilen kann."
Rezidiv "Das bedeutet, dass die Schulter erneut auskugelt – leider passiert das gerade bei jungen Menschen häufiger."

Zusammenfassung

Die Schulterluxation ist die häufigste Gelenkluxation (50%) und betrifft vor allem junge Männer bei Kontaktsport. Die anteriore Luxation (>90%) entsteht durch forcierte Außenrotation und Abduktion. Diagnostik erfolgt klinisch (federnde Fixation) und radiologisch (Röntgen obligat vor Reposition). Die Therapie umfasst geschlossene Reposition unter Analgosedierung und Immobilisation. Bei jungen, sportlich aktiven Patienten ist aufgrund der hohen Rezidivrate eine operative Stabilisierung (Bankart-Repair) zu erwägen.

Verwandte Fälle

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.