Definition
Die Sprunggelenkfraktur (Malleolarfraktur) ist ein Knochenbruch des oberen Sprunggelenks (OSG), der Außenknöchel (Fibula), Innenknöchel (Tibia) und/oder die hintere Tibiakante (Volkmann-Dreieck) betreffen kann. Sie entsteht meist durch ein indirektes Trauma beim Umknicken.
Pathophysiologie
Bei Supinations- oder Pronationstrauma wird der Talus in der Sprunggelenkgabel verkippt. Die Fibulafraktur entsteht durch Hebelwirkung. Je nach Frakturhöhe relativ zur Syndesmose ergeben sich unterschiedliche Stabilitätsverhältnisse: Weber A (unterhalb) = stabil, Weber B (auf Höhe) = variabel, Weber C (oberhalb) = immer instabil.
Epidemiologie
| Inzidenz | 100–180 pro 100.000 Einwohner/Jahr |
| Typisches Alter | Zweigipfelig: 20–40 Jahre (Sport) und >60 Jahre (Stürze) |
| Geschlecht | Jüngere: m > w (Sport); Ältere: w > m (Osteoporose) |
Risikofaktoren
- Höheres Alter
- Weibliches Geschlecht (postmenopausal)
- Osteoporose
- Sportarten mit hohem Umknickrisiko
- Alkoholkonsum
- Ungeeignetes Schuhwerk
- Propriozeptionsstörungen
