Venöse Thromboembolie (VTE) & tiefe Venenthrombose (TVT)

Kardiologie 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

Tiefe Venenthrombose (TVT) und Lungenembolie: Alles über die Virchow-Trias, den Wells-Score, D-Dimere und das moderne Antikoagulationsmanagement (DOAKs vs. Heparin).

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Einseitige Beinschwellung mit Wadenschmerz und Spannungsgefühl
  • Diagnostischer Standard: (Farb-)Duplex-Kompressionssonografie
  • Erste Maßnahme: Antikoagulation zeitnah beginnen, Kompression, frühe Mobilisation
  • Wichtigste Kontraindikation: Aktive Blutung bzw. hohes Blutungsrisiko gegen Antikoagulation
  • Prognose: Unter Therapie meist gut, Risiko für Lungenembolie und postthrombotisches Syndrom beachten

1 · Leitfall

Setting: Notaufnahme J., m Einseitige Beinschwellung und Wadenschmerz
"Seit gestern ist mein rechtes Bein plötzlich dick und tut in der Wade weh. Ich kann kaum auftreten."
Hinweis: Einseitige Schwellung, Überwärmung, Spannungsgefühl ⚡ Hinweis: Längere Reise/Immobilisation in den letzten Tagen Hinweis: Keine akute Verletzung, keine offene Wunde

→ Welche gefährliche Ursache müssen Sie ausschließen und welche Diagnostik leiten Sie ein?

2 · Lernziele

Die TVT ist ein häufiger FSP-Prüfungsfall. Entscheidend sind strukturierte Anamnese, klinische Einordnung, richtige Diagnostik und sofortiges Procedere.

Nach diesem Modul kannst du:

  • Die Anamnese bei Beinbeschwerden systematisch erheben
  • Eine TVT begründet verdächtigen und priorisieren
  • Diagnostik und Therapie prüfungsnah darstellen
3 · Definition und Pathophysiologie

Definition

Bei der tiefen Beinvenenthrombose handelt es sich um einen partiellen oder vollständigen thrombotischen Verschluss der tiefen Leit- und Muskelvenen der unteren Extremität. Sie gehört zum Spektrum der venösen Thromboembolie, zusammen mit der Lungenembolie.

Pathophysiologie

Die Entstehung wird durch die Virchow-Trias begünstigt: Endothelschaden, venöse Stase und Hyperkoagulabilität. Dadurch kann sich ein Thrombus bilden, der den venösen Abfluss behindert und zu Schwellung und Schmerz führt. Klinisch relevant ist das Risiko einer Embolisation in die Lunge.

Prüfungsfokus

So fragt der Prüfer:

  • „Was versteht man unter einer tiefen Beinvenenthrombose?“
  • „Welche Faktoren gehören zur Virchow-Trias?“

Satzbausteine:

  • „Bei der TVT handelt es sich um einen thrombotischen Verschluss der tiefen Beinvenen.“
  • „Pathophysiologisch spielen Endothelschaden, Stase und Hyperkoagulabilität eine Rolle.“
4 · Arzt-Patient-Gespräch

A) Anamnese

Arzt

Guten Tag, . Ich bin . Was führt Sie zu uns?

Patient

Mein rechtes Bein ist seit gestern dick und tut in der Wade weh.

(zeigt auf die rechte Wade)
Arzt

Seit wann genau haben Sie die Beschwerden und sind sie plötzlich oder langsam gekommen?

Patient

Gestern Nachmittag ist es mir aufgefallen, seitdem wird es eher mehr.

Arzt

Haben Sie Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder sind Sie kurz ohnmächtig geworden?

Patient

Nein, Luft bekomme ich gut. Brustschmerzen habe ich auch nicht.

Arzt

Gab es eine Verletzung, einen Sturz oder eine offene Wunde am Bein?

Patient

Nein, gar nichts. Ich habe mich nicht gestoßen.

Arzt

Waren Sie in den letzten Tagen lange unterwegs oder viel im Sitzen, zum Beispiel Auto, Bus oder Flug?

Patient

Ja, ich bin vorgestern lange Auto gefahren, fast acht Stunden.

Arzt

Hatten Sie früher schon einmal eine Thrombose oder eine Lungenembolie?

Patient

Nein, noch nie.

Arzt

Nehmen Sie Medikamente, zum Beispiel Blutverdünner? Und gab es in der Familie Thrombosen?

Patient

Blutverdünner nehme ich nicht. In der Familie weiß ich nichts davon.

Arzt

Haben Sie Fieber, eine starke Rötung am Bein oder Schmerzen beim Draufdrücken?

Patient

Fieber nicht. Es ist warm und spannt. Beim Drücken tut es weh.

B) Aufklärung

Arzt

Ich erkläre Ihnen kurz, woran wir denken. Es könnte ein Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene sein. Das kann gefährlich werden, wenn sich etwas löst und in die Lunge wandert.

Patient

Heißt das, ich bekomme eine Lungenembolie?

Arzt

Das Risiko besteht, aber wir können das durch schnelle Diagnostik und Behandlung deutlich senken. Wir machen einen Ultraschall der Beinvenen und nehmen Blut ab.

Patient

Und wenn es das ist, was passiert dann?

Arzt

Dann starten wir eine Blutverdünnung, meist als Tabletten oder Heparin. Außerdem helfen Kompression und frühe Bewegung. Bettruhe ist normalerweise nicht nötig.

C) Umgang mit Reaktionen

Bei Angst

Patient

Ich habe richtig Angst, dass ich plötzlich umkippe.

Arzt

Das verstehe ich. Wir überwachen Sie hier und klären sofort ab, ob Hinweise auf eine Lungenembolie bestehen. Wenn Atemnot, Brustschmerz oder Schwindel auftreten, sagen Sie bitte sofort Bescheid.

Bei Bagatellisierung

Patient

Vielleicht ist es nur eine Zerrung. Ich will eigentlich nach Hause.

Arzt

Eine Zerrung ist möglich, aber wegen der einseitigen Schwellung müssen wir eine Thrombose sicher ausschließen. Das ist wichtig, weil unbehandelt ernste Komplikationen entstehen können. Der Ultraschall dauert nicht lange.

Prüfungsfokus

Häufige Fehler:

  • Fachbegriffe ohne Erklärung gegenüber dem Patienten
  • Keine gezielten Rückfragen zu Atemnot/Brustschmerz
  • Keine Abfrage von Risikofaktoren (Reise, OP, Immobilisation)
5 · Arzt-Arzt-Gespräch

A) Fallvorstellung (SBAR)

SBAR-Übergabe

S – Situation: , Jahre, m, mit einseitiger Beinschwellung und Wadenschmerz rechts, seit gestern.
B – Background: Längere Reise/Immobilisation in den letzten Tagen. Keine bekannte VTE-Anamnese. Keine aktuellen Antikoagulanzien laut Patient.
A – Assessment: V. a. tiefe Beinvenenthrombose rechts. Bisher keine Hinweise auf Dyspnoe/Thoraxschmerz laut Anamnese.
R – Recommendation: Wells-Score erheben, D-Dimere je nach klinischer Wahrscheinlichkeit, zeitnah Duplex-Kompressionssonografie, bei Bestätigung sofortige Antikoagulation und Kompression, PE-Symptome weiter beobachten.

B) Rückfragen des Oberarztes

OA

Was ist Ihre Verdachtsdiagnose und wodurch begründen Sie sie?

Arzt

V. a. TVT rechts wegen einseitiger Schwellung, Wadenschmerz, Überwärmung und Risikofaktor Immobilisation. Eine LE muss klinisch mitbedacht werden.

OA

Welche Differentialdiagnosen denken Sie mit?

Arzt

Rupturierte Baker-Zyste, Erysipel, Lymphödem, Muskelfaserriss, akuter arterieller Verschluss. Klinisch und sonografisch differenzieren.

OA

Wie setzen Sie D-Dimere ein?

Arzt

Bei niedriger klinischer Wahrscheinlichkeit zur Ausschlussdiagnostik. Bei hoher Wahrscheinlichkeit würde ich direkt bildgebend abklären.

OA

Was ist Ihr diagnostischer Standard?

Arzt

Duplex-Kompressionssonografie der tiefen Beinvenen.

OA

Wie behandeln Sie bei gesicherter TVT?

Arzt

Sofortige Antikoagulation, z. B. DOAK oder Heparin je nach Kontraindikationen, plus Kompression und frühe Mobilisation. Dauer mindestens drei Monate, dann individuelle Risikoabwägung.

OA

Wann denken Sie an einen Cava-Filter?

Arzt

Bei absoluter Kontraindikation gegen Antikoagulation oder wenn Antikoagulation nicht möglich ist. Entfernung planen, sobald Antikoagulation möglich wird.

6 · Diagnostik

A) Körperliche Untersuchung

?️ Inspektion
  • Einseitige Schwellung am rechten Unterschenkel
  • Ggf. livide Verfärbung, gespannte Glanzhaut
  • Ggf. sichtbare Kollateralvenen
✋ Palpation
  • Überwärmung
  • Druckschmerz Wade/entlang der tiefen Venen (unspezifisch)
  • Wadenspannung
Auskultation
  • Nicht richtungsweisend bei TVT

B) Apparative Diagnostik

OA

Welche Untersuchungen ordnen Sie an?

Arzt

Ich ordne an:
Labor: D-Dimere (je nach klinischer Wahrscheinlichkeit), Blutbild, CRP, Kreatinin, Gerinnung – Einordnung/Blutungs- und Nierenfunktion
Bildgebung: Duplex-Kompressionssonografie – Bestätigung/Ausschluss der TVT
Bei Verdacht auf LE: EKG und weitere Diagnostik je nach Klinik – z. B. bei Dyspnoe/Thoraxschmerz

Prüfungsfokus

  • Klinische Wahrscheinlichkeit zuerst einschätzen (z. B. Wells-Score)
  • Duplex-Kompressionssonografie ist der zentrale Schritt
  • D-Dimere sind unspezifisch, aber hilfreich bei niedriger Wahrscheinlichkeit
7 · Therapie
Phase Maßnahme Cave / KI
Akut Antikoagulation zeitnah beginnen (DOAK oder Heparin je nach Situation), Kompression, frühe Mobilisation ⚠️ Aktive Blutung, sehr hohes Blutungsrisiko, relevante Niereninsuffizienz (präparatabhängig), Schwangerschaft/Stillzeit bei DOAK
Langfristig Antikoagulation mindestens 3 Monate, danach individuelle Entscheidung (Provokation, Rezidivrisiko, Blutungsrisiko); Kompression symptomorientiert, Bewegung und Risikofaktoren reduzieren ✓ Regelmäßige Kontrolle von Blutungszeichen, Adhärenz, Nierenfunktion und Interaktionen

Prüfungsfokus

1-Minute-Zusammenfassung:

Verdacht → Wahrscheinlichkeit einschätzen → Duplex → Antikoagulation + Kompression + Mobilisation → Nachsorge und Dauer planen

8 · Differentialdiagnosen
Differentialdiagnose Unterscheidungsmerkmal
Rupturierte Baker-Zyste Akuter Schmerz aus der Kniekehle, oft nach Belastung; Sonografie hilft
Erysipel Scharf begrenzte Rötung, Fieber, Eintrittspforte; Entzündungszeichen
Lymphödem Chronisch, teils schmerzarm, Stemmer-Zeichen positiv
Muskelfaserriss Trauma/Belastung, lokaler Druckschmerz, Hämatom möglich
Akuter arterieller Verschluss Blass/kalt, starke Schmerzen, Sensibilitätsstörung, Pulse vermindert
9 · Arztbrief

A) Briefaufbau

  1. Anrede
  2. Diagnosen
  3. Anamnese (Konjunktiv I)
  4. Befunde
  5. Therapie
  6. Procedere
  7. Entlassmedikation
  8. Grußformel

B) Musterbrief

Krankenhaus: Beispielklinikum
Aufnahme:
Entlassung:
Patient: , J., m

An den weiterbehandelnden Arzt / die weiterbehandelnde Ärztin

Diagnosen
Hauptdiagnose: Tiefe Beinvenenthrombose (TVT) der rechten unteren Extremität
Nebendiagnosen: Risikofaktor Immobilisation (lange Reise) (anamnestisch)

Anamnese (Konjunktiv I)
Der Patient habe seit dem Vortag eine zunehmende Schwellung und Schmerzen in der rechten Wade. Er berichtet, dass keine Verletzung vorgelegen habe. Atemnot oder Thoraxschmerzen verneine er.

Klinischer Befund
Einseitige Schwellung und Überwärmung am rechten Unterschenkel, Druckschmerz der Wade. Kreislauf und Atmung klinisch stabil (anamnestisch keine LE-Symptome).

Diagnostik
Duplex-Kompressionssonografie der tiefen Beinvenen mit Nachweis einer TVT rechts. Labor zur Einordnung (u. a. Nierenfunktion, Blutbild) durchgeführt.

Therapie
Beginn einer therapeutischen Antikoagulation. Zusätzlich Kompressionstherapie und frühe Mobilisation. Aufklärung über Warnzeichen einer Lungenembolie und Blutungskomplikationen.

Procedere / Empfehlungen
Fortführung der Antikoagulation für mindestens 3 Monate, anschließend erneute Risikoabwägung. Kompression symptomorientiert, Verlaufskontrolle und Beratung zu Risikofaktoren. Bei Dyspnoe, Thoraxschmerz, Synkope oder deutlicher Verschlechterung sofortige Vorstellung.

Entlassmedikation
Antikoagulans gemäß Entlassplan (präparat- und patientenabhängig).
(Hinweis: konkrete Präparate/ Dosierungen nach Klinikstandard und Kontraindikationen.)

Mit freundlichen Grüßen

Konjunktiv I – obligatorisch:

habe, berichte, sei, verneine, leide, nehme

10 · Warnzeichen

Verdacht auf Lungenembolie

Zeichen: Dyspnoe, Thoraxschmerz, Tachykardie, Synkope

Bedeutung: Potenziell lebensbedrohliche Komplikation der TVT

Sofortmaßnahme: Notfallmäßige Abklärung und Monitoring

Phlegmasia coerulea dolens

Zeichen: Massive Schwellung, livide Verfärbung, starke Schmerzen, ggf. Sensibilitätsstörung

Bedeutung: Extremitäten-Notfall mit Gefahr von Gewebeschäden

Sofortmaßnahme: Sofort Antikoagulation und gefäßchirurgische/interventionelle Mitbeurteilung

Blutung unter Antikoagulation

Zeichen: Hämatome, Teerstuhl, blutiger Urin, anhaltendes Nasenbluten, Schwindel

Bedeutung: Relevante Nebenwirkung, ggf. Therapieanpassung nötig

Sofortmaßnahme: Klinische Kontrolle, Labordiagnostik und Nutzen-Risiko-Abwägung

Drohendes Kompartmentsyndrom

Zeichen: Zunehmender Schmerz, Spannungsblasen, Sensibilitätsstörung

Bedeutung: Gefahr von Muskel- und Nervenschaden

Sofortmaßnahme: Chirurgische Mitbeurteilung, ggf. Fasziotomie

11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. TVT ist eine venöse Thromboembolie und kann zur Lungenembolie führen
  2. Diagnostischer Standard ist die Duplex-Kompressionssonografie
  3. Therapie ist zeitnahe Antikoagulation plus Kompression und Mobilisation
Frage 1 (Diagnostik): Welcher Befund ist typisch in der Kompressionssonografie bei TVT?
A) Beschleunigter Blutfluss im Venensegment
B) Fehlende oder eingeschränkte Komprimierbarkeit der Vene
C) Verkalkungen der Venenwand
D) Reflux über insuffiziente Venenklappen
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Entscheidend ist die fehlende oder eingeschränkte Komprimierbarkeit.
Frage 2 (Diagnostik): Wann sind D-Dimere besonders hilfreich?
A) Bei hoher klinischer Wahrscheinlichkeit zur Bestätigung
B) Bei niedriger klinischer Wahrscheinlichkeit zum Ausschluss
C) Zur Entscheidung über operative Therapie
D) Zur Unterscheidung zwischen TVT und pAVK
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
D-Dimere sind sensibel, aber unspezifisch und eignen sich bei niedriger Wahrscheinlichkeit zur Ausschlussdiagnostik.
Frage 3 (Therapie): Was ist eine zentrale Maßnahme bei gesicherter TVT?
A) Antibiotikatherapie
B) Thrombozytenaggregationshemmung mit ASS als Monotherapie
C) Antikoagulation (z. B. DOAK oder Heparin je nach Situation)
D) Strikte Bettruhe für mehrere Tage
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Antikoagulation ist die Basistherapie. Routine-Bettruhe ist nicht Standard.
Frage 4 (Therapie): Wie lange sollte die Antikoagulation mindestens erfolgen?
A) 7 Tage
B) 14 Tage
C) 6 Wochen
D) 3 Monate
✅ Antwort anzeigen
Richtig: D
Mindestdauer ist in der Regel 3 Monate, danach individuelle Risikoabwägung.
Frage 5 (Notfall): Welche Symptomkombination spricht am ehesten für eine Lungenembolie?
A) Bauchschmerz und Übelkeit
B) Dyspnoe, Thoraxschmerz, Tachykardie
C) Kopfschmerz und Photophobie
D) Polyurie und Polydipsie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Das ist eine typische Warnzeichen-Konstellation für eine mögliche Lungenembolie.
Frage 6 (Notfall): Was ist ein Hinweis auf Phlegmasia coerulea dolens?
A) Schmerzlose, chronische Schwellung
B) Massive Schwellung mit livider Verfärbung und starken Schmerzen
C) Isolierter Juckreiz am Unterschenkel
D) Leichte Schwellung nach Sport
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Das ist ein Extremitäten-Notfall und erfordert sofortiges Handeln.
Frage 7 (Differentialdiagnose): Welche DD kann eine TVT klinisch imitieren und wird sonografisch abgeklärt?
A) Migräne
B) Rupturierte Baker-Zyste
C) Otitis media
D) Hypothyreose
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Eine rupturierte Baker-Zyste kann Schmerzen und Schwellung verursachen und wird per Sonografie abgegrenzt.
Frage 8 (Differentialdiagnose): Welche Aussage passt am ehesten zu einem akuten arteriellen Verschluss?
A) Warme, gerötete Haut mit Eintrittspforte
B) Blasse, kalte Extremität mit Pulslosigkeit
C) Chronische, schmerzfreie Schwellung mit Stemmer-Zeichen
D) Schmerz nur beim Treppensteigen
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Blässe, Kälte und fehlende Pulse sprechen für eine arterielle Durchblutungsstörung.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung
Thrombose Ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß verstopft.
Antikoagulation Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, um neue Gerinnsel zu verhindern.
D-Dimere Abbauprodukte von Gerinnseln; erhöht kann es auf eine Thrombose hinweisen, ist aber unspezifisch.
Kompressionssonografie Ultraschall, bei dem geprüft wird, ob sich eine Vene zusammendrücken lässt.
Lungenembolie Wenn ein Gerinnsel in die Lunge wandert und dort ein Gefäß verstopft.
Wells-Score Punktesystem, das die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose einschätzt.
Phlebografie Röntgenuntersuchung der Venen mit Kontrastmittel, heute meist Reserve.
Postthrombotisches Syndrom Chronische Beschwerden nach TVT, z. B. Schwellung, Schmerzen, Hautveränderungen.
Thrombophilie Erhöhte Neigung, Blutgerinnsel zu bilden, angeboren oder erworben.

Zusammenfassung

Bei einseitiger Beinschwellung muss eine TVT gezielt ausgeschlossen werden. Zentral sind klinische Einordnung, Duplex-Sonografie und zeitnahe Antikoagulation. Warnzeichen einer Lungenembolie müssen immer aktiv abgefragt werden.

Quellen

  • AWMF S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie“
  • Herold – Innere Medizin
  • AMBOSS – Tiefe Beinvenenthrombose
Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.