Aortendissektion – FSP-Fall

Kardiologie Chirurgisch Notfall Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Fall zur Aortendissektion: Plötzlicher Vernichtungsschmerz, Stanford-Klassifikation, CT-Angiographie als Goldstandard und Notfall-OP bei Typ A.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Plötzlicher, reißender Thoraxschmerz („Vernichtungsschmerz")
  • Diagnostischer Standard: CT-Angiographie der gesamten Aorta
  • Erste Maßnahme: Blutdrucksenkung (Ziel systolisch 100–120 mmHg) + Betablocker
  • Wichtigste Kontraindikation: Thrombolyse bei Verdacht auf Dissektion
  • Prognose: Typ A unbehandelt: 1–2% Letalität pro Stunde; nach OP ca. 70% Überleben

1 · Leitfall

Notaufnahme J., m Plötzlicher Brustschmerz
„Herr Doktor, vor einer halben Stunde hatte ich plötzlich einen furchtbaren Schmerz in der Brust, wie wenn mir jemand ein Messer zwischen die Schulterblätter rammt. Der Schmerz ist immer noch da und zieht in den Rücken. Mir ist auch ganz schwindelig."
2 · Krankheitsbild

Definition

Die Aortendissektion bezeichnet eine Aufspaltung der Aortenwand durch einen Einriss der Intima mit nachfolgender Einblutung in die Tunica media. Es entsteht ein „falsches Lumen", das vom „wahren Lumen" durch die Dissektionsmembran getrennt ist. Das akute Aortensyndrom umfasst neben der Dissektion auch das intramurale Hämatom (IMH) und das penetrierende Aortenulkus (PAU).

Klassifikation

Stanford DeBakey Lokalisation Therapie
Typ A I + II Aorta ascendens beteiligt Notfall-OP
Typ B III Distal der linken A. subclavia Konservativ / TEVAR

Pathophysiologie

Durch den Intimaeinriss (Entry) dringt Blut unter arteriellem Druck in die Media ein und spaltet die Gefäßwand. Die Dissektion kann sich antegrad oder retrograd ausbreiten. Ein Re-Entry ermöglicht den Rückfluss ins wahre Lumen. Die Malperfusion von Seitenästen führt zu Organischämien.

Epidemiologie

Inzidenz 3–6 pro 100.000/Jahr
Typisches Alter 50–70 Jahre (Typ A: eher jünger, Typ B: eher älter)
Geschlecht m:w = 3:1
Häufigkeit Typ A: ca. 65%, Typ B: ca. 35%

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Marfan-Syndrom
  • Ehlers-Danlos-Syndrom
  • Bikuspide Aortenklappe
  • Positive Familienanamnese
  • Turner-Syndrom
Modifizierbar:
  • Arterielle Hypertonie (60–80%!)
  • Atherosklerose
  • Kokainabusus
  • Iatrogen (nach Katheter)
  • Trauma
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Schmerzcharakter Wie würden Sie den Schmerz beschreiben? Reißend, stechend? Typisch: „wie ein Axthieb", Vernichtungsschmerz
Beginn Wann genau hat der Schmerz begonnen? Plötzlich oder langsam? Akuter, schlagartiger Beginn typisch für Dissektion
Lokalisation Wo ist der Schmerz? Wandert er? Wandernder Schmerz → Progression der Dissektion
Begleitsymptome Hatten Sie Ohnmacht, Lähmungen, Atemnot? Hinweis auf Malperfusion (Hirn, Rückenmark)
Vorerkrankungen Haben Sie hohen Blutdruck? Bindegewebserkrankung? Hypertonie als Hauptrisikofaktor
Medikamente Nehmen Sie Blutdruckmedikamente? Blutverdünner? Therapieplanung, Compliance

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, ich bin . Was führt Sie zu uns?

Patient:

Ich habe seit etwa 30 Minuten furchtbare Schmerzen in der Brust und im Rücken. Das kam ganz plötzlich.

Arzt:

Können Sie mir den Schmerz genauer beschreiben? Wie fühlt er sich an?

Patient:

Es ist ein reißender, stechender Schmerz. Als würde mich jemand von hinten mit einem Messer treffen. So etwas habe ich noch nie erlebt.

Arzt:

Haben Sie Vorerkrankungen? Nehmen Sie Medikamente ein?

Patient:

Ja, ich habe hohen Blutdruck. Ich nehme Tabletten dagegen, aber nicht immer regelmäßig, muss ich zugeben.

Arzt:

Hatten Sie Schwindel, Ohnmacht oder Schwäche in den Armen oder Beinen?

Patient:

Mir war kurz schwindelig, aber ich bin nicht ohnmächtig geworden.

Prüfungsfokus

  • Vernichtungsschmerz mit plötzlichem Beginn ist pathognomonisch
  • Wandernder Schmerz = Progression der Dissektion
  • Immer nach Hypertonie und Bindegewebserkrankungen fragen
  • Synkope als Warnsignal für Malperfusion/Tamponade
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Inspektion Patient blass, kaltschweißig, schmerzgeplagt; evtl. gestaute Halsvenen (Tamponade)
Palpation Seitendifferenz der Pulse! (RR-Differenz >20 mmHg); evtl. pulsierender Tumor
Perkussion Evtl. Pleuraerguss (Dämpfung)
Auskultation Diastolisches Decrescendo (Aorteninsuffizienz bei Typ A); evtl. Strömungsgeräusche
Neurologie Paresen, Parästhesien (Malperfusion); Horner-Syndrom möglich

Labor

Parameter Veränderung Bedeutung
D-Dimere ↑↑ Hoher neg. prädiktiver Wert; wenn normal → Dissektion unwahrscheinlich
Troponin ↑ (evtl.) Bei Koronarbeteiligung (Dissektion reicht bis Koronarostien)
Laktat Hinweis auf Malperfusion (Mesenterialischämie)
Kreatinin Nierenmalperfusion
Hb Bei Ruptur/Blutung ins falsche Lumen

Bildgebung

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
CT-Angiographie Dissektionsmembran, wahres/falsches Lumen, Entry/Re-Entry Goldstandard! Bei stabilen Patienten erste Wahl
TEE Intimalappen, Aortenklappe, Perikarderguss Bei instabilen Patienten; intraoperativ
TTE Perikarderguss, Aorteninsuffizienz, proximale Aorta Schnelle Orientierung in der Notaufnahme
Röntgen-Thorax Verbreitertes Mediastinum, Pleuraerguss Screening; unspezifisch
MRT Sehr gute Darstellung, keine Strahlung Stabile Patienten; Verlaufskontrolle

Goldstandard

CT-Angiographie der gesamten Aorta – schnell, verfügbar, zeigt Ausdehnung und Komplikationen

5 · Therapie

Akuttherapie (alle Typen)

Maßnahme Ziel Umsetzung
Blutdrucksenkung Systolisch 100–120 mmHg Betablocker i.v. (z.B. Esmolol, Metoprolol)
Frequenzkontrolle HF 60–80/min Reduktion der Wandspannung (dP/dt)
Analgesie Schmerzfreiheit Morphin i.v. (senkt auch Sympathikotonus)
Monitoring Intensivüberwachung Invasive RR-Messung, Dauerkatheter

Typ-A-Dissektion: Notfall-OP!

Indikation Immer! Ohne OP: 1–2% Letalität pro Stunde, 50% in 48h
Verfahren Ersatz der Aorta ascendens ± Bogen durch Kunststoffprothese
Aortenklappe Klappenrekonstruktion oder Conduit (mechanische Klappe + Prothese)
Hypothermer Kreislaufstillstand Für offene Bogenanastomose; Hirnprotektion

Typ-B-Dissektion

Verlauf Therapie
Unkompliziert Konservativ: Strenge Blutdruckeinstellung, Betablocker, Überwachung
Kompliziert TEVAR (Thoracic Endovascular Aortic Repair) = Stentgraft

Komplizierte Typ-B-Dissektion: Malperfusion, drohende Ruptur, refraktärer Schmerz, therapierefraktäre Hypertonie, schnelle Größenzunahme

Langzeittherapie

  • Blutdruck: Dauerhaft <130/80 mmHg; Betablocker als Basis
  • Nachsorge: CT/MRT im 1. Jahr 2×, dann jährlich
  • Lebensstil: Nikotinkarenz, Vermeidung schwerer körperlicher Belastung
  • Genetik: Familienscreening bei Bindegewebserkrankungen
✉️ 6 · Arztbrief

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir berichten über unseren gemeinsamen Patienten , Jahre, der sich am [Datum] notfallmäßig in unserer Klinik vorstellte.

Anamnese:
Der Patient habe plötzlich einsetzende, reißende Thoraxschmerzen mit Ausstrahlung in den Rücken verspürt. Die Schmerzen seien von maximaler Intensität gewesen und hätten etwa 30 Minuten vor Aufnahme begonnen. Begleitend habe der Patient über Schwindel berichtet. Vorbekannt sei eine arterielle Hypertonie, die medikamentös behandelt werde.

Befund bei Aufnahme:
Patient in reduziertem Allgemeinzustand, kaltschweißig. RR rechts 180/100 mmHg, RR links 155/90 mmHg (Seitendifferenz 25 mmHg). HF 95/min. Diastolisches Decrescendo über Erb. Pulse an den unteren Extremitäten abgeschwächt.

Diagnostik:
Die CT-Angiographie der Aorta habe eine akute Aortendissektion Stanford Typ A mit Entry im Bereich der Aorta ascendens gezeigt. Die Dissektion erstrecke sich bis in die Aorta descendens. Eine Aortenklappeninsuffizienz II° sei nachweisbar gewesen. D-Dimere seien mit 8500 µg/L deutlich erhöht gewesen.

Therapie:
Bei vorliegender akuter Typ-A-Aortendissektion sei die Indikation zur notfallmäßigen operativen Versorgung gestellt worden. Es sei ein Ersatz der Aorta ascendens und des proximalen Aortenbogens mit einer Kunststoffprothese durchgeführt worden. Die Aortenklappe habe rekonstruiert werden können. Der postoperative Verlauf sei komplikationslos gewesen.

Procedere:
Wir bitten um konsequente Blutdruckeinstellung mit einem Zielwert unter 130/80 mmHg. Eine Betablocker-Therapie solle fortgeführt werden. Die erste Kontroll-CT sei in 3 Monaten geplant.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

7 · Übergabe (SBAR)

S – Situation

„Ich übergebe Herrn , Jahre, Z.n. Notfall-OP bei akuter Aortendissektion Stanford Typ A vor 6 Stunden."

B – Background

„Vorbekannt sind arterielle Hypertonie und Adipositas. Keine Bindegewebserkrankung bekannt. Der Patient stellte sich mit plötzlichem Vernichtungsschmerz im Thorax vor. Im CT zeigte sich eine Typ-A-Dissektion mit Entry in der Aorta ascendens."

A – Assessment

„Aktuell stabil, intubiert und beatmet. RR invasiv 115/70 mmHg unter Noradrenalin und Esmolol. Drainagen fördern minimal. Letztes Laktat 1,8 mmol/L, fallend."

R – Recommendation

„Bitte engmaschige RR-Kontrolle, Ziel systolisch 100–120 mmHg. Drainagenförderung dokumentieren. Bei Blutungszeichen oder RR-Anstieg sofort Rücksprache. Morgendliche Echokardiographie zur Kontrolle der Klappenfunktion geplant."

8 · Differentialdiagnosen
Diagnose Gemeinsamkeit Unterschied Ausschluss
Akutes Koronarsyndrom Thoraxschmerz, Vernichtungsgefühl Eher drückend, Belastungsabhängigkeit, keine Seitendifferenz EKG, Troponin, CT-Angio
Lungenembolie Plötzlicher Thoraxschmerz, Dyspnoe, erhöhte D-Dimere Pleuritischer Schmerz, Tachypnoe, keine Pulsdifferenz CT-Pulmonalisangiographie
Pneumothorax Plötzlicher Schmerz, Dyspnoe Einseitig fehlendes Atemgeräusch, hypersonorer KS Röntgen-Thorax, Sono
Perikarditis/Perikardtamponade Thoraxschmerz, ggf. gestaute Halsvenen Atemabhängiger Schmerz, Perikardreiben Echo, EKG (ST-Hebungen diffus)
Ösophagusruptur (Boerhaave) Vernichtungsschmerz, plötzlicher Beginn Nach Erbrechen, Mediastinalemphysem CT mit oralem KM, Gastroskopie

Wichtig für die Prüfung

Aortendissektion vs. ACS ist die häufigste Differentialdiagnose! Cave: Thrombolyse bei Dissektion ist kontraindiziert und kann tödlich sein!

⚠️ 9 · Komplikationen

Akute Komplikationen

  • Aortenruptur → Verbluten, meist letal
  • Perikardtamponade → Kardiogener Schock, Beck-Trias
  • Akute Aortenklappeninsuffizienz → Akute Herzinsuffizienz
  • Koronarmalperfusion → Myokardinfarkt (meist RCA)
  • Zerebrale Malperfusion → Schlaganfall, Synkope
  • Spinale Malperfusion → Paraplegie
  • Mesenterialischämie → Akutes Abdomen, Laktatazidose
  • Renale Malperfusion → Akutes Nierenversagen
  • Extremitätenischämie → Akute Beinischämie

Spätkomplikationen

  • Aneurysmatische Degeneration des falschen Lumens
  • Redissektion oder Progression
  • Aortenruptur im Verlauf
  • Chronische Herzinsuffizienz (bei persistierender Aorteninsuffizienz)
  • Endoleak nach TEVAR
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Pulsdifferenz/RR-Seitendifferenz Dissektion mit Gefäßabgangsbeteiligung Sofort CT-Angio, Gefäßchirurgie informieren
Synkope Perikardtamponade oder zerebrale Malperfusion Sofort Echo, Notfall-OP vorbereiten
Gestaute Halsvenen + Hypotonie Perikardtamponade (Beck-Trias) Perikardpunktion, Notfall-OP
Neurologische Ausfälle Zerebrale/spinale Malperfusion Sofortige Reperfusion
Wandernder Schmerz Progression der Dissektion Notfall-OP beschleunigen
Akutes Abdomen + Laktat ↑ Mesenterialischämie Sofortige Intervention
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. Typ A (Aorta ascendens) = Notfall-OP, Typ B = meist konservativ
  2. Goldstandard: CT-Angiographie der gesamten Aorta
  3. Akuttherapie: RR-Senkung auf 100–120 mmHg mit Betablocker
Frage 1 (Diagnostik): Welche Untersuchung ist der Goldstandard zur Diagnose einer Aortendissektion?
A) Transthorakale Echokardiographie
B) Röntgen-Thorax
C) CT-Angiographie der Aorta
D) Koronarangiographie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Die CT-Angiographie ist der Goldstandard: schnell verfügbar, zeigt Entry, Ausdehnung, Dissektionsmembran und Komplikationen (Malperfusion). Die TEE ist Alternative bei instabilen Patienten.
Frage 2 (Diagnostik): Bei welchem Befund sollten Sie an eine Aortendissektion denken?
A) Symmetrische Pulse an beiden Armen
B) Blutdruckdifferenz >20 mmHg zwischen den Armen
C) Systolisches Strömungsgeräusch über der A. carotis
D) Normale D-Dimere
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Eine Seitendifferenz des Blutdrucks >20 mmHg ist ein klassisches Zeichen der Aortendissektion durch unterschiedliche Perfusion der Armarterien. Normale D-Dimere sprechen eher gegen eine Dissektion.
Frage 3 (Therapie): Welches ist die Therapie der Wahl bei akuter Aortendissektion Stanford Typ A?
A) Konservative Blutdruckeinstellung
B) TEVAR (Stentgraft)
C) Notfallmäßige offene Operation
D) Thrombolyse
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Typ-A-Dissektionen erfordern eine sofortige Operation (Ersatz der Aorta ascendens). Ohne OP beträgt die Letalität 1–2% pro Stunde. Thrombolyse ist absolut kontraindiziert!
Frage 4 (Therapie): Welcher Zielblutdruck sollte bei akuter Aortendissektion angestrebt werden?
A) Systolisch 140–160 mmHg
B) Systolisch 100–120 mmHg
C) Systolisch 80–90 mmHg
D) Diastolisch unter 60 mmHg
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Der Zielblutdruck liegt systolisch bei 100–120 mmHg. Betablocker sind Mittel der Wahl, da sie zusätzlich die Herzfrequenz und damit die Wandspannung (dP/dt) senken.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Ein Patient mit V.a. Aortendissektion zeigt plötzlich gestaute Halsvenen, leise Herztöne und Hypotonie. Was ist die wahrscheinlichste Komplikation?
A) Myokardinfarkt
B) Lungenembolie
C) Perikardtamponade
D) Pneumothorax
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Die Beck-Trias (gestaute Halsvenen, leise Herztöne, Hypotonie) weist auf eine Perikardtamponade hin – eine gefürchtete Komplikation der Typ-A-Dissektion durch Ruptur ins Perikard.
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Welche Maßnahme ist bei V.a. akute Aortendissektion absolut kontraindiziert?
A) Morphin zur Analgesie
B) Betablocker zur Frequenzsenkung
C) Thrombolyse
D) CT-Angiographie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Thrombolyse ist bei Aortendissektion absolut kontraindiziert und kann zur tödlichen Ruptur führen. Dies ist besonders relevant bei der DD zum akuten Koronarsyndrom!
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Welches Merkmal spricht eher für einen akuten Myokardinfarkt als für eine Aortendissektion?
A) Plötzlicher Beginn aus völliger Ruhe
B) Reißender Schmerz zwischen den Schulterblättern
C) Belastungsabhängiger, drückender Schmerz mit Crescendo
D) Blutdruckdifferenz zwischen den Armen
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Der Infarktschmerz ist typischerweise drückend, einschnürend und zeigt oft einen Crescendo-Charakter. Die Dissektion hingegen beginnt schlagartig mit maximaler Intensität („Vernichtungsschmerz").
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Welche Stanford-Klassifikation erfordert eine sofortige operative Therapie?
A) Typ B unkompliziert
B) Typ A
C) Beide Typen gleichermaßen
D) Keiner der Typen
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Stanford Typ A (Beteiligung der Aorta ascendens) erfordert immer eine sofortige OP. Typ B wird primär konservativ behandelt, nur bei Komplikationen erfolgt eine Intervention (TEVAR).
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
Aortendissektion "Ein Einriss in der Wand der Hauptschlagader, wodurch sich Blut zwischen den Wandschichten ausbreitet."
Stanford Typ A/B "Einteilung, wo der Einriss sitzt. Typ A ist näher am Herzen und gefährlicher."
Wahres/Falsches Lumen "Durch den Einriss entstehen zwei Kanäle: der normale Blutweg und ein neuer, krankhafter."
Entry "Die Einrissstelle, wo das Blut in die Gefäßwand eindringt."
Malperfusion "Minderdurchblutung von Organen, weil der Einriss die Blutversorgung behindert."
TEVAR "Ein Stent, der über die Leiste in die Hauptschlagader eingeführt wird, um den Einriss abzudecken."
Perikardtamponade "Blutansammlung im Herzbeutel, die das Herz zusammendrückt und am Pumpen hindert."

Zusammenfassung

Die Aortendissektion ist ein lebensbedrohlicher Notfall mit typischem Vernichtungsschmerz. Stanford Typ A erfordert sofortige Operation, Typ B wird primär konservativ behandelt. Der Goldstandard ist die CT-Angiographie. Die Akuttherapie umfasst Blutdrucksenkung und Betablocker. Thrombolyse ist absolut kontraindiziert!

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.