Definition
Die Aortendissektion bezeichnet eine Aufspaltung der Aortenwand durch einen Einriss der Intima mit nachfolgender Einblutung in die Tunica media. Es entsteht ein „falsches Lumen", das vom „wahren Lumen" durch die Dissektionsmembran getrennt ist. Das akute Aortensyndrom umfasst neben der Dissektion auch das intramurale Hämatom (IMH) und das penetrierende Aortenulkus (PAU).
Klassifikation
| Stanford | DeBakey | Lokalisation | Therapie |
|---|---|---|---|
| Typ A | I + II | Aorta ascendens beteiligt | Notfall-OP |
| Typ B | III | Distal der linken A. subclavia | Konservativ / TEVAR |
Pathophysiologie
Durch den Intimaeinriss (Entry) dringt Blut unter arteriellem Druck in die Media ein und spaltet die Gefäßwand. Die Dissektion kann sich antegrad oder retrograd ausbreiten. Ein Re-Entry ermöglicht den Rückfluss ins wahre Lumen. Die Malperfusion von Seitenästen führt zu Organischämien.
Epidemiologie
| Inzidenz | 3–6 pro 100.000/Jahr |
| Typisches Alter | 50–70 Jahre (Typ A: eher jünger, Typ B: eher älter) |
| Geschlecht | m:w = 3:1 |
| Häufigkeit | Typ A: ca. 65%, Typ B: ca. 35% |
Risikofaktoren
- Marfan-Syndrom
- Ehlers-Danlos-Syndrom
- Bikuspide Aortenklappe
- Positive Familienanamnese
- Turner-Syndrom
- Arterielle Hypertonie (60–80%!)
- Atherosklerose
- Kokainabusus
- Iatrogen (nach Katheter)
- Trauma
