Definition
Die Leberzirrhose ist das irreversible Endstadium chronischer Lebererkrankungen, charakterisiert durch diffusen bindegewebigen Umbau der Leber mit Zerstörung der normalen Läppchenarchitektur und Bildung von Regeneratknoten. Es resultiert eine progrediente Leberinsuffizienz und portale Hypertension.
Pathophysiologie
Chronische Leberschädigung führt zur Aktivierung hepatischer Sternzellen, die Kollagen produzieren. Der bindegewebige Umbau verursacht eine Widerstandserhöhung im Pfortaderkreislauf (portale Hypertension) mit Ausbildung portosystemischer Kollateralen. Die verminderte Syntheseleistung führt zu Gerinnungsstörungen und Hypoalbuminämie mit konsekutivem Aszites.
Epidemiologie
| Prävalenz | ca. 250/100.000 in Deutschland |
| Typisches Alter | 40–70 Jahre |
| Geschlecht | m:w = 2:1 |
| Mortalität | ca. 20.000 Todesfälle/Jahr in Deutschland |
Ätiologie
| Ursache | Häufigkeit |
|---|---|
| Alkoholische Lebererkrankung | ~50% |
| Chronische Hepatitis C | ~25% |
| NAFLD/NASH | ~15% (steigend) |
| Chronische Hepatitis B | ~5% |
| Sonstige | ~5% (Hämochromatose, M. Wilson, AIH, PBC, PSC) |
Risikofaktoren
- Genetische Prädisposition
- α1-Antitrypsin-Mangel
- Hämochromatose
- Morbus Wilson
- Chronischer Alkoholkonsum
- Adipositas / Metabolisches Syndrom
- Hepatitis B/C (behandelbar)
- Hepatotoxische Medikamente
