Definition
Die Migräne ist ein primärer, rezidivierend auftretender Kopfschmerz mit typischerweise einseitiger Lokalisation, pulsierendem Charakter und mittlerer bis starker Intensität. Sie ist häufig von vegetativen Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet. In 10–30 % der Fälle tritt eine Aura auf.
Pathophysiologie
Die Migräne entsteht durch Aktivierung von Hirnstammstrukturen (periaquäduktales Grau, Locus coeruleus) mit nachfolgender Aktivierung des trigeminovaskulären Systems. Dies führt zur Freisetzung vasoaktiver Neuropeptide, insbesondere CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide), das zu einer neurogenen Entzündung und Vasodilatation führt. Die Aura entsteht durch eine kortikale Streudepolarisation (Cortical Spreading Depression), die sich wellenförmig ausbreitet.
Epidemiologie
| Prävalenz | 10–15 % der Erwachsenen |
| Typisches Alter | 20–50 Jahre (Peak: 35–45 Jahre) |
| Geschlecht | w:m = 3:1 |
| Migräne mit Aura | 10–30 % der Patienten |
Risikofaktoren / Triggerfaktoren
- Genetische Disposition (familiäre Häufung)
- Weibliches Geschlecht
- Hormonelle Schwankungen (Menstruation)
- Stress / Entspannung nach Stress
- Schlafmangel oder -überschuss
- Alkohol (besonders Rotwein)
- Bestimmte Nahrungsmittel
- Wetteränderungen
