Spannungskopfschmerz – FSP-Fall

Neurologie Häufig Konservativ Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Fall zum Kopfschmerz vom Spannungstyp: Bilateraler drückender Kopfschmerz ohne vegetative Symptome, ICHD-3-Diagnostik, Akuttherapie mit Ibuprofen/Paracetamol, Prophylaxe mit Amitriptylin.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Bilateraler, dumpf-drückender Kopfschmerz ohne vegetative Begleitsymptome
  • Diagnostischer Standard: Klinische Diagnose nach ICHD-3-Kriterien + unauffälliger neurologischer Status
  • Erste Maßnahme: Ibuprofen 400 mg oder Paracetamol 1000 mg oder ASS 1000 mg
  • Wichtigste Kontraindikation: Analgetikaeinnahme >10 Tage/Monat → Gefahr des Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerzes
  • Prognose: Gut bei episodischer Form; chronische Form erfordert multimodale Therapie

1 · Leitfall

Hausarztpraxis J., w Kopfschmerzen seit Wochen
"Herr Doktor, ich habe seit Wochen immer wieder Kopfschmerzen, so ein Druck im ganzen Kopf. Manchmal fühlt es sich an, als hätte ich ein enges Band um den Kopf. Es ist nicht so schlimm, aber es stört mich bei der Arbeit. Mir wird dabei nicht übel und ich kann auch normal weitermachen, aber es nervt einfach."
2 · Krankheitsbild

Definition

Der Kopfschmerz vom Spannungstyp (KST) ist ein primärer Kopfschmerz mit bilateralem, dumpf-drückendem Charakter und leichter bis mittlerer Intensität. Er wird oft als "schraubstockartig" oder wie "ein Band um den Kopf herum" beschrieben. Im Gegensatz zur Migräne fehlen typische vegetative Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen weitgehend.

Pathophysiologie

Die Pathogenese ist multifaktoriell. Aktuelle Konzepte gehen von einer Interaktion zwischen peripheren Faktoren (erhöhte myofasziale Schmerzempfindlichkeit der perikraniellen Muskulatur) und zentralen Veränderungen (verminderte Inhibition im absteigenden schmerzkontrollierenden System, Sensibilisierung im kaudalen Ncl. spinalis nervi trigemini) aus. Assoziation mit Stress, Schlafmangel und Unfähigkeit zur Entspannung.

Epidemiologie

1-Jahres-Prävalenz 10,3% (Frauen), 6,5% (Männer) nach ICHD-3
Erstmanifestation 25-30 Jahre, Prävalenzgipfel um 40 Jahre
Geschlecht w:m = 1,3:1 (episodisch) bis 2,6:1 (chronisch)
Chronische Form ca. 2-3% der Bevölkerung

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Weibliches Geschlecht
  • Genetische Prädisposition
  • Positive Familienanamnese
Modifizierbar:
  • Psychischer Stress / Unfähigkeit zur Entspannung
  • Schlafmangel
  • Muskelverspannungen im Nackenbereich
  • Analgetikaübergebrauch
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Schmerzcharakter Wie würden Sie den Schmerz beschreiben – eher drückend oder pulsierend? Drückend = KST; Pulsierend = Migräne
Lokalisation Wo genau tut es weh – auf einer Seite oder im ganzen Kopf? Bilateral = KST; Unilateral = Migräne/Cluster
Begleitsymptome Ist Ihnen dabei übel? Müssen Sie erbrechen? Stört Sie Licht oder Lärm? Fehlen bei KST; vorhanden bei Migräne
Intensität Können Sie trotz der Kopfschmerzen Ihren Alltag bewältigen? KST = leicht-mittel; Migräne = meist schwer
Häufigkeit An wie vielen Tagen im Monat haben Sie Kopfschmerzen? <15 Tage = episodisch; ≥15 Tage = chronisch
Medikamente Nehmen Sie Schmerzmittel? Wenn ja, wie oft? >10 Tage/Monat → MOH-Risiko!

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, ich bin . Was führt Sie zu mir?

Patientin:

Ich habe immer wieder Kopfschmerzen, so ein Druck im ganzen Kopf. Das geht jetzt schon seit Wochen so.

Arzt:

Verstehe. Wie würden Sie den Schmerz genauer beschreiben – ist er eher drückend oder pulsierend?

Patientin:

Drückend, wie ein enges Band um den Kopf. Manchmal auch wie ein Schraubstock.

Arzt:

Und wo spüren Sie das genau – auf einer Seite oder im ganzen Kopf?

Patientin:

Im ganzen Kopf, beidseitig. Manchmal mehr in der Stirn, manchmal mehr im Hinterkopf.

Arzt:

Ist Ihnen dabei übel oder müssen Sie erbrechen?

Patientin:

Nein, mir ist nicht übel. Ich kann auch normal arbeiten, aber es nervt.

Arzt:

An wie vielen Tagen im Monat haben Sie diese Kopfschmerzen ungefähr?

Patientin:

So 8 bis 10 Tage würde ich sagen.

Prüfungsfokus

  • ICHD-3-Kriterien abfragen (Charakter, Lokalisation, Intensität, Dauer)
  • Vegetative Symptome ausschließen (Übelkeit, Erbrechen)
  • Kopfschmerzfrequenz erfragen (episodisch vs. chronisch)
  • Analgetikakonsum dokumentieren (MOH ausschließen)
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Neurologischer Status Unauffällig (obligat für Diagnose!)
Palpation perikraniell Evtl. Druckschmerzhaftigkeit der Nacken-/Schläfenmuskulatur
HWS-Beweglichkeit Normal oder leicht eingeschränkt bei Verspannung
Hirnnervenprüfung Unauffällig (Pupillen, Motorik, Sensibilität)

Labor

Parameter Veränderung Bedeutung
Routinelabor Nicht routinemäßig indiziert Nur bei V.a. sekundäre Ursache
BSG, CRP Bei älteren Patienten Ausschluss Riesenzellarteriitis
TSH Bei Verdacht Ausschluss Schilddrüsendysfunktion

Bildgebung

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
cCT/cMRT Unauffällig Nur bei Red Flags oder atypischer Präsentation
Keine Bildgebung Bei typischem KST und unauffälligem neuro. Status

Goldstandard

Klinische Diagnose nach ICHD-3-Kriterien + unauffälliger neurologischer Status. Keine routinemäßige Bildgebung bei typischer Präsentation!

5 · Therapie

Akuttherapie (episodischer KST)

Substanz Dosierung Evidenz Cave
Ibuprofen 400 mg p.o. 1. Wahl GI-Ulzera, Niereninsuffizienz
Paracetamol 1000 mg p.o. 1. Wahl Hepatotoxizität, max. 4g/Tag
ASS 1000 mg p.o. 1. Wahl Blutungsrisiko
Kombination ASS + Paracetamol + Coffein Leitliniengerecht Bei unzureichendem Ansprechen Mehr NW (Nervosität)

Nicht-medikamentöse Akuttherapie

  • Pfefferminzöl 10%: 3× im Abstand von 15 Min großflächig auf Stirn und Schläfen
  • Tigerbalsam (Hinweise auf Wirksamkeit)

Prophylaxe (chronischer KST, häufig episodischer KST)

Substanz Dosierung Evidenz Cave
Amitriptylin 25-75 mg zur Nacht, einschleichend 1. Wahl Müdigkeit, Mundtrockenheit, QT-Verlängerung
Mirtazapin Leitliniengerecht Alternative Gewichtszunahme
Venlafaxin Leitliniengerecht Alternative Hypertonie, Absetzsyndrom

Nicht-medikamentöse Prophylaxe

  • Ausdauertraining: 2-3×/Woche (Joggen, Schwimmen, Radfahren)
  • Entspannungsverfahren: Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
  • Physiotherapie: Mobilisation, Dehnung, Kräftigung der Nackenmuskulatur
  • Biofeedback
  • Stressbewältigungstraining

Therapie der 1. Wahl

Akut: Ibuprofen 400 mg oder Paracetamol 1000 mg oder ASS 1000 mg

Prophylaxe (chronisch): Amitriptylin 25-75 mg zur Nacht + multimodale Therapie

⚠️ Cave: Analgetikaeinnahme max. 10 Tage/Monat → sonst MOH-Risiko!

6 · Arztbrief

Neurologische Praxis
Dr. med.
Musterstraße 1, 12345 Musterstadt

Arztbrief

Patientin: , Jahre
Vorstellungsdatum: [Datum]

Diagnosen

  1. Häufig auftretender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp (G44.2)

Anamnese

Die -jährige Patientin habe angegeben, seit mehreren Wochen unter wiederkehrenden Kopfschmerzen zu leiden. Der Schmerz sei dumpf-drückend und betreffe den gesamten Kopf. Die Intensität sei leicht bis mittelstark. Sie leide an etwa 8-10 Tagen pro Monat unter diesen Beschwerden. Übelkeit oder Erbrechen bestünden nicht. Die Patientin könne ihre täglichen Aktivitäten trotz der Kopfschmerzen ausführen. An Vorerkrankungen seien keine bekannt. Sie nehme gelegentlich Ibuprofen ein.

Befund bei Vorstellung

Wache, allseits orientierte Patientin in gutem AZ. RR 125/80 mmHg, Puls 72/min. Neurologischer Status unauffällig: Pupillen isokor, prompt reagibel. Hirnnerven intakt. Keine sensomotorischen Defizite. Muskeleigenreflexe seitengleich mittellebhaft. Keine Meningismus-Zeichen. Leichte Druckschmerzhaftigkeit der Nackenmuskulatur beidseits.

Beurteilung und Therapie

Bei typischer Anamnese und unauffälligem neurologischem Befund besteht ein häufig auftretender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp nach ICHD-3-Kriterien. Eine Bildgebung ist bei fehlenden Red Flags nicht indiziert.

Empfehlung

  • Akuttherapie: Ibuprofen 400 mg bei Bedarf, alternativ Paracetamol 1000 mg
  • Cave: Analgetikaeinnahme max. 10 Tage/Monat
  • Nicht-medikamentös: Ausdauertraining 2-3×/Woche, Entspannungsübungen
  • Führen eines Kopfschmerzkalenders empfohlen
  • Bei Progredienz oder Zunahme der Frequenz: Wiedervorstellung zur Einleitung einer Prophylaxe

Konjunktiv I beachten!

  • habe angegeben, sei, leide, bestünden, könne, nehme
  • Nur in der Anamnese (indirekte Rede)
🩺️ 7 · Übergabe

SBAR-Schema

S
Situation:

Ich übergebe Ihnen , Jahre, mit häufig auftretendem episodischem Kopfschmerz vom Spannungstyp.

B
Background:

Die Patientin leidet seit Wochen unter wiederkehrenden bilateralen, dumpf-drückenden Kopfschmerzen an 8-10 Tagen/Monat. Keine vegetativen Begleitsymptome. Keine relevanten Vorerkrankungen. Gelegentliche Ibuprofen-Einnahme.

A
Assessment:

Neurologischer Status unauffällig. Leichte Druckschmerzhaftigkeit der Nackenmuskulatur. Diagnose eines häufig episodischen KST nach ICHD-3. Keine Bildgebung indiziert.

R
Recommendation:

Ibuprofen 400 mg bei Bedarf (max. 10 Tage/Monat). Ausdauertraining und Entspannungsübungen empfohlen. Kopfschmerzkalender führen. Bei Zunahme der Frequenz (>15 Tage/Monat) oder Red Flags: Wiedervorstellung zur Prophylaxe mit Amitriptylin.

8 · Differentialdiagnosen
DD Unterscheidungsmerkmal Ausschluss
Migräne Pulsierend, unilateral, Übelkeit/Erbrechen, Photo-/Phonophobie, Verstärkung durch Bewegung Anamnese nach ICHD-3
Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz (MOH) Analgetikaeinnahme >10-15 Tage/Monat, Dauerkopfschmerz Medikamentenanamnese, Kopfschmerzkalender
Zervikogener Kopfschmerz Ausgehend von HWS, unilateral, bei Kopfbewegung HWS-Untersuchung, ggf. Bildgebung
Riesenzellarteriitis (bei >50 J.) Schläfenschmerz, verdickte A. temporalis, Sehstörungen, B-Symptomatik BSG/CRP, Duplexsonographie, Biopsie
Sekundärer Kopfschmerz (Tumor, Blutung) Red Flags: Neuer Kopfschmerz >50 J., fokale Defizite, Wesensänderung Neurologischer Status, cCT/cMRT
⚠️ 9 · Komplikationen

Komplikationen bei inadäquater Behandlung

  • Chronifizierung: Übergang vom episodischen zum chronischen KST (≥15 Tage/Monat)
  • Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz (MOH): Bei Analgetikaeinnahme >10-15 Tage/Monat
  • Psychische Komorbidität: Depression, Angststörung
  • Einschränkung der Lebensqualität: Arbeitsausfall, soziale Isolation

Therapiekomplikationen

  • NSAR-Nebenwirkungen: GI-Ulzera, Niereninsuffizienz
  • Amitriptylin-Nebenwirkungen: Müdigkeit, Mundtrockenheit, Gewichtszunahme, kardiale NW
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
"Donnerschlagkopfschmerz" V.a. Subarachnoidalblutung Sofort cCT + LP
Erstmanifestation >50 Jahre V.a. sekundäre Ursache (Tumor, Riesenzellarteriitis) Bildgebung, BSG/CRP
Fokale neurologische Defizite V.a. intrakranielle Raumforderung cMRT dringlich
Wesensänderung, Vigilanzminderung V.a. erhöhten Hirndruck Notfall-cCT
Fieber + Meningismus V.a. Meningitis/Enzephalitis LP, Antibiose
Progredienter Charakter V.a. raumfordernden Prozess cMRT
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. KST = bilateral, dumpf-drückend, leicht-mittel, ohne vegetative Symptome
  2. Diagnose klinisch nach ICHD-3; neurologischer Status muss unauffällig sein
  3. Akut: Ibuprofen/Paracetamol/ASS; Prophylaxe: Amitriptylin
Frage 1 (Diagnostik): Welches ist das typische Charakteristikum des Kopfschmerzes vom Spannungstyp?
A) Unilateral, pulsierend
B) Bilateral, dumpf-drückend
C) Periorbitär, attackenartig
D) Okzipital, einschießend
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Der KST ist typischerweise bilateral lokalisiert und von dumpf-drückendem Charakter ("wie ein Band um den Kopf"). Im Gegensatz zur Migräne (A) ist er nicht pulsierend. C beschreibt Cluster-Kopfschmerz, D eher Neuralgien.
Frage 2 (Diagnostik): Ab welcher Kopfschmerzfrequenz spricht man von einem chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp?
A) ≥5 Tage/Monat
B) ≥10 Tage/Monat
C) ≥15 Tage/Monat über ≥3 Monate
D) ≥20 Tage/Monat
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Nach ICHD-3 liegt ein chronischer KST vor, wenn die Kopfschmerzen an ≥15 Tagen/Monat über mindestens 3 Monate auftreten. Bei <15 Tagen spricht man vom episodischen KST.
Frage 3 (Therapie): Welches Medikament ist Mittel der 1. Wahl zur Prophylaxe des chronischen Kopfschmerzes vom Spannungstyp?
A) Propranolol
B) Topiramat
C) Amitriptylin
D) Flunarizin
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Amitriptylin (trizyklisches Antidepressivum) ist das Mittel der 1. Wahl zur Prophylaxe des chronischen KST. Propranolol, Topiramat und Flunarizin sind Prophylaktika für Migräne.
Frage 4 (Therapie): Welche nicht-medikamentöse Akutmaßnahme wird bei Spannungskopfschmerz empfohlen?
A) Kälteanwendung am Hinterkopf
B) 10%iges Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen
C) Hochlagerung des Kopfes
D) Sauerstoffinhalation
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
10%iges Pfefferminzöl, großflächig auf Stirn und Schläfen aufgetragen (3× im Abstand von 15 Min), ist eine leitliniengerechte nicht-medikamentöse Option. D (Sauerstoff) wird bei Cluster-Kopfschmerz eingesetzt.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Bei welchem Befund ist eine sofortige zerebrale Bildgebung indiziert?
A) Dumpf-drückender Kopfschmerz seit 2 Jahren
B) Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit und Fieber
C) Kopfschmerzen an 10 Tagen/Monat
D) Leichte Lichtempfindlichkeit bei Kopfschmerzen
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Kopfschmerzen mit Fieber und Nackensteifigkeit sind Red Flags für Meningitis/Enzephalitis und erfordern sofortige Diagnostik (cCT, LP). Die anderen Optionen sind typisch für primäre Kopfschmerzen.
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Ein 55-jähriger Patient stellt sich mit erstmalig aufgetretenem Kopfschmerz vor. Worauf müssen Sie besonders achten?
A) Auf Stress am Arbeitsplatz
B) Auf sekundäre Kopfschmerzursachen
C) Auf familiäre Migränebelastung
D) Auf vegetative Begleitsymptome
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Erstmanifestation von Kopfschmerzen im Alter >50 Jahre ist ein Red Flag. Hier müssen sekundäre Ursachen (Tumor, Riesenzellarteriitis, Blutung) ausgeschlossen werden. Primäre Kopfschmerzen manifestieren sich typischerweise früher.
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Was spricht gegen einen Kopfschmerz vom Spannungstyp und für eine Migräne?
A) Bilateraler Kopfschmerz
B) Dumpf-drückender Charakter
C) Übelkeit und Erbrechen
D) Dauer von mehreren Stunden
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Übelkeit und Erbrechen sind typische vegetative Begleitsymptome der Migräne und fehlen beim KST definitionsgemäß (allenfalls leichte Übelkeit beim chronischen KST möglich). A, B und D können bei beiden Entitäten vorkommen.
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Ein Patient nimmt an 12 Tagen pro Monat Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen. Welche Differentialdiagnose müssen Sie bedenken?
A) Chronische Migräne
B) Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz
C) Cluster-Kopfschmerz
D) Trigeminusneuralgie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Bei Analgetikaeinnahme an >10-15 Tagen/Monat über mehrere Monate muss ein Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz (MOH) in Betracht gezogen werden. Dies ist eine häufige Komplikation der Selbstmedikation bei primären Kopfschmerzen.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
Kopfschmerz vom Spannungstyp "Das ist eine häufige Form von Kopfschmerzen, bei der man einen Druck im ganzen Kopf spürt, wie ein enges Band."
Episodisch "Die Kopfschmerzen treten nur ab und zu auf, nicht jeden Tag."
Chronisch "Die Kopfschmerzen treten sehr häufig auf, an mehr als der Hälfte der Tage im Monat."
Prophylaxe "Eine vorbeugende Behandlung, damit die Kopfschmerzen seltener auftreten."
Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz "Wenn man zu oft Schmerzmittel nimmt, können diese selbst Kopfschmerzen auslösen."
Perikraniell "Das bedeutet um den Schädel herum, also die Muskeln an Nacken, Stirn und Schläfen."

Zusammenfassung

Der Kopfschmerz vom Spannungstyp ist ein häufiger primärer Kopfschmerz mit bilateralem, dumpf-drückendem Charakter ohne vegetative Begleitsymptome. Die Diagnose erfolgt klinisch nach ICHD-3-Kriterien bei unauffälligem neurologischem Status. Die Akuttherapie erfolgt mit Analgetika (max. 10 Tage/Monat!), die Prophylaxe mit Amitriptylin und multimodalen nicht-medikamentösen Maßnahmen.

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.