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Definition
Die Anaphylaxie ist eine akute, systemische und potenziell lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktion. Sie tritt nach Kontakt mit einem Allergen auf und manifestiert sich an mehreren Organsystemen gleichzeitig (Haut, Atemwege, Herz-Kreislauf, Gastrointestinaltrakt).
Pathophysiologie
Die allergische Anaphylaxie (Typ-I-Reaktion nach Coombs und Gell) wird durch IgE-vermittelte Mastzelldegranulation ausgelöst. Dabei werden Histamin, Leukotriene und andere Mediatoren freigesetzt, die zu Vasodilatation, erhöhter Gefäßpermeabilität, Bronchokonstriktion und Schleimhautödem führen. Das Resultat ist ein distributiver Schock mit relativem Volumenmangel.
Epidemiologie
| Inzidenz |
50–200 Fälle/100.000 Einwohner/Jahr |
| Letalität |
0,5–2 % bei schweren Reaktionen |
| Typisches Alter |
Jedes Alter; Kinder: häufiger Nahrungsmittel, Erwachsene: häufiger Insektengift/Medikamente |
| Geschlecht |
Kinder: m > w; Erwachsene: w > m |
Häufige Auslöser
| Auslöser |
Beispiele |
Besonderheiten |
| Nahrungsmittel |
Erdnüsse, Baumnüsse, Milch, Ei, Fisch, Weizen |
Häufigste Ursache bei Kindern |
| Insektengifte |
Wespen-, Bienengift |
Häufigste Ursache bei Erwachsenen |
| Medikamente |
Antibiotika (Penicilline), NSAR, Kontrastmittel |
Oft im klinischen Setting |
| Sonstige |
Latex, körperliche Anstrengung |
Kofaktoren beachten |
Schweregrade (nach Ring/Messmer)
| Grad |
Symptome |
| I |
Haut: Flush, Urtikaria, Juckreiz, Angioödem |
| II |
+ Kreislauf: Tachykardie, Hypotonie; + GI: Übelkeit, Erbrechen; + Atemwege: leichte Dyspnoe |
| III |
+ Schock, Bronchospasmus, Bewusstseinstrübung |
| IV |
Herz-Kreislauf-Stillstand, Atemstillstand |