Definition
Der Diabetes mellitus Typ 1 ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen in den Langerhans-Inseln des Pankreas zerstört. Dies führt zu einem absoluten Insulinmangel und erfordert eine lebenslange Insulinsubstitution.
Pathophysiologie
Autoantikörper (GAD65, IA-2, IAA, ZnT8) greifen die Betazellen an → progrediente Zerstörung → Insulinmangel → Hyperglykämie → osmotische Diurese (Polyurie, Polydipsie) → kompensatorische Lipolyse → Ketonkörperbildung → metabolische Azidose (Ketoazidose).
Epidemiologie
| Prävalenz | ca. 5–10 % aller Diabetesfälle |
| Inzidenz (Deutschland) | ca. 22–25/100.000/Jahr bei Kindern |
| Typisches Alter | Manifestation meist im Kindes-/Jugendalter, aber auch im Erwachsenenalter möglich |
| Geschlecht | m = w (leichte männliche Prädominanz) |
Risikofaktoren
- Genetische Prädisposition (HLA-DR3, HLA-DR4)
- Positive Familienanamnese (5–6 % Risiko bei Verwandten 1. Grades)
- Andere Autoimmunerkrankungen (Hashimoto, Zöliakie, M. Addison)
- Virusinfektionen (Coxsackie B, Enteroviren)
- Umweltfaktoren (noch nicht vollständig geklärt)
