Definition
Das Erysipel (Wundrose) ist eine akute, nicht-eitrige, bakterielle Infektion der Dermis und der oberflächlichen Lymphgefäße. Die Erkrankung wird überwiegend durch β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes) verursacht und breitet sich entlang der Lymphspalten aus.
Pathophysiologie
Bakterien dringen durch kleine Hautläsionen (Eintrittspforten) in die Dermis ein. Dort siedeln sie sich in den oberflächlichen Lymphgefäßen an und lösen eine akute Entzündungsreaktion aus. Die Ausbreitung erfolgt lymphogen und interstitiell, was die charakteristische flammenförmige Begrenzung erklärt.
Epidemiologie
| Inzidenz | Ca. 100/100.000 Einwohner pro Jahr |
| Typisches Alter | Altersgipfel ca. 50 Jahre; breite Spanne 20–70 Jahre |
| Geschlecht | Männer etwas häufiger betroffen |
| Lokalisation | 85% untere Extremität; 10% Gesicht |
Risikofaktoren
- Tinea pedis (Fußpilz)
- Interdigitalmykosen
- Kleine Hautverletzungen
- Ulcera cruris
- Lymphödem
- Chronisch-venöse Insuffizienz
- Diabetes mellitus
- Immunsuppression
- Adipositas
