Gonarthrose – FSP-Fall

Orthopädie & Chirurgie Geriatrie Konservativ Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Fall zur Gonarthrose: Anlaufschmerz, Morgensteifigkeit, Kellgren-Lawrence-Klassifikation und multimodale Therapie nach S3-Leitlinie.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Belastungsabhängiger Knieschmerz mit Anlaufschmerz und Morgensteifigkeit
  • Diagnostischer Standard: Röntgen des Kniegelenks in 2 Ebenen (Kellgren-Lawrence-Klassifikation)
  • Erste Maßnahme: Physiotherapie, Gewichtsreduktion, NSAR bei Bedarf
  • Wichtigste Kontraindikation: NSAR bei GI-Ulzera, Niereninsuffizienz, KHK
  • Prognose: Chronisch-progredient, nicht heilbar, aber gut symptomatisch behandelbar

1 · Leitfall

Hausärztliche Praxis J., weiblich Knieschmerzen seit Monaten
"Herr Doktor, meine Knie tun so weh, besonders morgens beim Aufstehen. Nach ein paar Schritten wird es besser, aber Treppen steigen ist eine Qual. Seit ich in Rente bin, habe ich auch etwas zugenommen."
2 · Krankheitsbild

Definition

Die Gonarthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung des Kniegelenks, gekennzeichnet durch fortschreitenden Knorpelabbau mit Beteiligung von Knochen, Gelenkkapsel, Bändern und periartikulärer Muskulatur. Sie umfasst das femorotibiale und femoropatellare Gelenk.

Pathophysiologie

Initiale molekulare Störung des Knorpelstoffwechsels führt zu Proteoglykanverlust und Kollagenschädigung. Die resultierende Knorpelerweichung und -ausdünnung verursacht eine Gelenkspaltverschmälerung. Kompensatorisch bilden sich Osteophyten und subchondrale Sklerosezonen. Bei aktivierter Arthrose kommt es zur Synovialitis mit Ergussbildung.

Epidemiologie

Prävalenz Ca. 24% der über 60-Jährigen (radiologisch + klinisch)
Typisches Alter > 50 Jahre, Häufigkeitsgipfel > 65 Jahre
Geschlecht w > m (48% vs. 31% bei > 65-Jährigen)
Lokalisation Mediales Kompartiment am häufigsten

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Alter > 50 Jahre
  • Weibliches Geschlecht
  • Genetische Prädisposition
  • Posttraumatisch (Meniskus-, Kreuzbandverletzung)
Modifizierbar:
  • Adipositas (BMI > 30: 2,5-fach erhöhtes Risiko)
  • Achsfehlstellungen (Genu varum/valgum)
  • Berufliche Kniebelastung
  • Hochleistungssport
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Schmerzcharakter Wann treten die Schmerzen auf? Morgens? Bei Belastung? In Ruhe? Anlaufschmerz typisch für Arthrose; Ruheschmerz = fortgeschritten
Lokalisation Wo genau schmerzt es? Innen, außen, unter der Kniescheibe? Kompartimentzuordnung: medial, lateral, femoropatellar
Verlauf Seit wann bestehen die Beschwerden? Haben sie zugenommen? Chronischer, progredienter Verlauf typisch
Funktion Können Sie Treppen steigen? Wie weit können Sie gehen? Funktionseinschränkung quantifizieren (WOMAC-Score)
Risikofaktoren Hatten Sie Knieverletzungen? Wie ist Ihr Gewicht? Sekundäre Gonarthrose? Modifizierbare Risikofaktoren?

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, ich bin . Was führt Sie zu uns?

Patientin:

Meine Knie machen mir seit Monaten Probleme. Besonders morgens sind sie ganz steif und tun weh.

Arzt:

Wie lange hält diese Morgensteifigkeit an?

Patientin:

So etwa 15 bis 20 Minuten, dann wird es besser. Aber Treppen steigen ist immer schlimm.

Arzt:

Haben Sie auch nachts Schmerzen oder können Sie gut schlafen?

Patientin:

Nachts eigentlich nicht, nur wenn ich mich lange nicht bewege.

Prüfungsfokus

  • Anlaufschmerz + Morgensteifigkeit < 30 Min = typisch Arthrose (> 30 Min → rheumatoide Arthritis)
  • Belastungsschmerz früh, Ruheschmerz spät im Verlauf
  • Krepitation bei Bewegung als klinisches Zeichen
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Inspektion Achsfehlstellung (Genu varum/valgum), Schwellung, Muskelatrophie des M. quadriceps
Palpation Druckschmerz über Gelenkspalt, Krepitation, Überwärmung bei aktivierter Arthrose
Funktionsprüfung Eingeschränkte Flexion/Extension, tanzende Patella bei Erguss
Spezifische Tests Zohlen-Zeichen (femoropatellar), Varus-/Valgus-Stress (Bandstabilität)

Labor

Parameter Veränderung Bedeutung
BSG, CRP Normal oder leicht ↑ Aktivierte Arthrose vs. entzündliche Arthritis
RF, Anti-CCP Negativ Ausschluss rheumatoide Arthritis
Harnsäure Normal Ausschluss Gicht

Bildgebung

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
Röntgen (Goldstandard) Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten, subchondrale Sklerose, Geröllzysten Bei V.a. Gonarthrose, vor OP-Indikation
Ganzbeinstandaufnahme Beinachse (Miculicz-Linie) Bei Achsfehlstellung, präoperativ
MRT Knorpelschaden, Meniskusläsion, Knochenödem Bei unklarem Befund, V.a. Begleitpathologie

Kellgren-Lawrence-Klassifikation

Grad Röntgenbefund
Grad 0 Keine Arthrosezeichen
Grad 1 Fragliche Osteophyten, keine Gelenkspaltverschmälerung
Grad 2 Definitive Osteophyten, mögliche Gelenkspaltverschmälerung
Grad 3 Multiple Osteophyten, definitive Gelenkspaltverschmälerung, Sklerose
Grad 4 Ausgeprägte Gelenkspaltverschmälerung, Knochen-auf-Knochen, Deformität

Goldstandard

Röntgen des Kniegelenks in 2 Ebenen + Patella tangential

5 · Therapie

Therapieprinzip

Multimodales Stufenkonzept: Konservativ vor operativ. Ziele sind Schmerzreduktion, Funktionsverbesserung und Progressionsverlangsamung.

Konservative Therapie (Basismaßnahmen)

Maßnahme Details Evidenz
Patientenedukation Aufklärung über Erkrankung, Eigenverantwortung betonen SOLL (starke Empfehlung)
Gewichtsreduktion Bei BMI > 25, Ziel: BMI < 25 SOLL (starke Empfehlung)
Physiotherapie Kräftigung M. quadriceps, Bewegungsübungen, Gangschule SOLL (starke Empfehlung)
Bewegung Low-Impact-Sport: Schwimmen, Radfahren, Aqua-Gymnastik SOLL (starke Empfehlung)

Medikamentöse Therapie

Stufe Medikament Hinweise
1. Wahl Topische NSAR (z.B. Diclofenac-Gel) Geringeres Nebenwirkungsrisiko
2. Wahl Orale NSAR (Ibuprofen, Diclofenac) + PPI Zeitlich begrenzt, Cave: GI-, Nieren-, KV-Risiko
Alternative Metamizol, Paracetamol Bei NSAR-Kontraindikation
i.a. Injektion Kortikosteroide (akut), Hyaluronsäure Bei aktivierter Arthrose bzw. NSAR-Versagen

Operative Therapie

Verfahren Indikation
Arthroskopie Nicht empfohlen bei isolierter Gonarthrose (keine Evidenz)
Umstellungsosteotomie Jüngere Patienten mit unikompartimenteller Arthrose und Achsfehlstellung
Unikondyläre Prothese Isolierte mediale/laterale Gonarthrose, intakte Bänder
Knie-TEP Bi-/trikompartimentelle Arthrose, ausgeschöpfte konservative Therapie

Prüfungsfokus

  • Konservativ vor operativ – immer zuerst Physiotherapie + Gewichtsreduktion
  • NSAR: Topisch bevorzugen, oral nur zeitlich begrenzt + Magenschutz
  • Knie-TEP: Indikation erst bei Ruheschmerz/Nachtschmerz + ausgeschöpfter konservativer Therapie
6 · Arztbrief

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

wir berichten über unsere gemeinsame Patientin , Jahre, die sich wegen zunehmender Knieschmerzen beidseits in unserer orthopädischen Sprechstunde vorstellte.

Anamnese:
Die Patientin berichtete, sie leide seit etwa einem Jahr unter Schmerzen in beiden Kniegelenken, links mehr als rechts. Die Beschwerden seien schleichend aufgetreten und hätten in den letzten Monaten zugenommen. Typischerweise träten Anlaufschmerzen auf, die sich nach wenigen Minuten besserten. Das Treppensteigen sei besonders schmerzhaft. Nächtliche Ruheschmerzen bestünden nicht. Sie habe seit der Berentung etwa 8 kg zugenommen.

Befund:
Bei der klinischen Untersuchung habe sich ein Druckschmerz über dem medialen Gelenkspalt beidseits gezeigt. Eine Krepitation sei bei Bewegung tastbar gewesen. Die Beweglichkeit sei beidseits für Extension/Flexion 0-0-120° dokumentiert worden. Ein Erguss habe nicht vorgelegen. Die Bandführung sei stabil gewesen.

Diagnostik:
Im Röntgen des Kniegelenks beidseits in zwei Ebenen hätten sich Zeichen einer medialen Gonarthrose Grad II-III nach Kellgren-Lawrence gezeigt: Gelenkspaltverschmälerung medial, Osteophyten an der Eminentia intercondylaris und subchondrale Sklerosierung.

Diagnose:
Primäre Gonarthrose beidseits, medial betont, Kellgren-Lawrence II-III (ICD-10: M17.0)

Therapie und Procedere:
Wir hätten mit der Patientin ein multimodales Therapiekonzept besprochen. An erster Stelle stehe eine Gewichtsreduktion. Wir hätten Physiotherapie mit Kräftigung des M. quadriceps und Bewegungsübungen verordnet. Bei Bedarf könne Diclofenac-Gel lokal angewendet werden. Eine Kontrollvorstellung sei in drei Monaten vereinbart worden.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

7 · Übergabe (SBAR)

S – Situation

Frau , Jahre, Vorstellung wegen zunehmender Knieschmerzen beidseits seit einem Jahr.

B – Background

Adipositas mit BMI 32, keine Voroperationen am Knie. Anlaufschmerzen und Belastungsschmerzen, kein Ruheschmerz. Röntgen: Gonarthrose Kellgren-Lawrence II-III medial beidseits.

A – Assessment

Primäre Gonarthrose beidseits, medial betont, mittleres Stadium. Aktuell konservativ behandelbar, keine OP-Indikation.

R – Recommendation

Gewichtsreduktion als wichtigste Maßnahme. Physiotherapie mit Quadrizepstraining. Bei Bedarf topische NSAR. Wiedervorstellung in 3 Monaten zur Verlaufskontrolle.

8 · Differentialdiagnosen
Differentialdiagnose Unterschied zur Gonarthrose Ausschluss durch
Rheumatoide Arthritis Morgensteifigkeit > 30 Min, symmetrisch, kleine Gelenke zuerst RF, Anti-CCP, CRP erhöht
Gichtarthritis Akuter Beginn, Rötung, starke Entzündung, oft Großzehe zuerst Harnsäure ↑, Gelenkpunktat (Uratkristalle)
Meniskusläsion Blockierungen, Einklemmungsphänomene, oft traumatisch MRT, positive Meniskustests
Septische Arthritis Akut, Fieber, starke Rötung/Schwellung, massiver Schmerz Punktion + Labor (Leukos, CRP stark ↑)
Chondrokalzinose (Pseudogicht) Akute Schübe, oft Kniegelenk, radiologisch Verkalkungen Röntgen (Chondrokalzinose), Punktat (Pyrophosphatkristalle)
⚠️ 9 · Komplikationen

Krankheitsbedingte Komplikationen

  • Aktivierte Arthrose → Synovialitis mit Erguss, verstärkte Schmerzen
  • Gelenkversteifung → Beugekontraktur, eingeschränkte Mobilität
  • Muskelatrophie → Quadrizepsschwäche, Instabilität
  • Achsfehlstellung → Zunehmende Varusdeformität (O-Bein)

Therapiebedingte Komplikationen

  • NSAR-Therapie → GI-Blutung, Niereninsuffizienz, kardiovaskuläre Ereignisse
  • Kortison-Injektion → Infektion, Knorpelschädigung bei Wiederholung
  • Knie-TEP → Infektion, Thrombose, Lockerung, persistierende Schmerzen
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Fieber + akutes Gelenk Septische Arthritis Sofortige Punktion, Antibiotika, ggf. OP
Starke Rötung + Überwärmung Infektion oder Kristallarthropathie Labor, Punktion
Plötzliche Blockade Meniskusriss, freier Gelenkkörper MRT, ggf. Arthroskopie
Nächtlicher Ruheschmerz + B-Symptome Malignomverdacht (Metastase, primärer Knochentumor) Erweiterte Bildgebung, Tumorsuche
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. Anlaufschmerz + Morgensteifigkeit < 30 Min = typisch Arthrose
  2. Röntgen ist Goldstandard (Kellgren-Lawrence-Klassifikation)
  3. Therapie: Erst konservativ (Physiotherapie, Gewicht), dann medikamentös, zuletzt OP
Frage 1 (Diagnostik): Eine 68-jährige Patientin klagt über Knieschmerzen seit 6 Monaten, besonders beim Treppensteigen und nach längerem Sitzen. Welches bildgebende Verfahren ist die erste Wahl?
A) MRT des Kniegelenks
B) Röntgen des Kniegelenks in 2 Ebenen
C) Sonographie des Kniegelenks
D) CT des Kniegelenks
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Das Röntgen ist der Goldstandard zur Diagnose und Klassifikation der Gonarthrose. MRT nur bei unklarem Befund oder V.a. Begleitpathologie.
Frage 2 (Diagnostik): Welcher radiologische Befund ist NICHT typisch für eine Gonarthrose?
A) Gelenkspaltverschmälerung
B) Osteophyten
C) Gelenknahe Osteoporose
D) Subchondrale Sklerose
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Gelenknahe Osteoporose ist typisch für die rheumatoide Arthritis. Bei Gonarthrose findet man Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten, subchondrale Sklerose und Geröllzysten.
Frage 3 (Therapie): Was ist leitliniengerecht die erste Maßnahme bei einer neu diagnostizierten Gonarthrose mit Adipositas (BMI 32)?
A) Knieendoprothese
B) Intraartikuläre Kortikosteroid-Injektion
C) Gewichtsreduktion und Physiotherapie
D) Orale NSAR-Dauertherapie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Gewichtsreduktion und Physiotherapie sind Basismaßnahmen mit starker Empfehlung (SOLL). Medikamente nur bei Bedarf, OP nur nach Ausschöpfung konservativer Maßnahmen.
Frage 4 (Therapie): Bei welcher Konstellation ist eine Knie-TEP indiziert?
A) Kellgren-Lawrence Grad II, Belastungsschmerz, gutes Ansprechen auf Physiotherapie
B) Kellgren-Lawrence Grad IV, Ruheschmerz, ausgeschöpfte konservative Therapie
C) Kellgren-Lawrence Grad I, Anlaufschmerz, BMI 35
D) Kellgren-Lawrence Grad III, aktivierte Arthrose mit Erguss
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
OP-Indikation: Fortgeschrittene Arthrose + Ruheschmerz/Nachtschmerz + ausgeschöpfte konservative Therapie. Aktivierte Arthrose mit Erguss wird erst konservativ behandelt.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Ein 70-jähriger Patient mit bekannter Gonarthrose entwickelt plötzlich ein stark geschwollenes, überwärmtes und gerötetes Knie mit Fieber 38,5°C. Was ist das wahrscheinlichste Vorgehen?
A) Abwarten und NSAR-Gabe
B) Sofortige Gelenkpunktion und kalkulierte Antibiotikatherapie
C) MRT des Kniegelenks
D) Kortikosteroid-Injektion ins Gelenk
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Fieber + akut entzündetes Gelenk = V.a. septische Arthritis bis zum Beweis des Gegenteils. Sofortige Punktion zur Diagnostik und kalkulierte Antibiotikatherapie sind obligat.
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Welches Symptom bei einem Patienten mit Knieschmerzen sollte Sie an eine andere Ursache als Gonarthrose denken lassen?
A) Anlaufschmerz
B) Krepitation bei Bewegung
C) Morgensteifigkeit > 60 Minuten
D) Belastungsabhängige Schmerzen
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Morgensteifigkeit > 30-60 Minuten ist typisch für entzündliche Arthritiden (z.B. rheumatoide Arthritis). Bei Gonarthrose ist die Morgensteifigkeit kurz (< 30 Min).
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Ein 55-jähriger Mann hat akut über Nacht ein stark schmerzhaftes, geschwollenes Knie entwickelt. Die Harnsäure im Serum ist erhöht. Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
A) Aktivierte Gonarthrose
B) Gichtarthritis
C) Rheumatoide Arthritis
D) Meniskusläsion
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Akuter Beginn über Nacht + monoartikulär + Hyperurikämie = hochverdächtig auf Gichtarthritis. Bestätigung durch Nachweis von Uratkristallen im Punktat.
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Welcher Befund im Gelenkpunktat spricht für eine rheumatoide Arthritis und gegen eine Gonarthrose?
A) Klare, viskose Flüssigkeit
B) Trübe Flüssigkeit mit > 2000 Leukozyten/µl
C) Blutige Flüssigkeit
D) Kristalle unter polarisiertem Licht
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Bei Gonarthrose ist das Punktat klar und viskos mit wenigen Zellen. Trübe Flüssigkeit mit > 2000 Leukozyten/µl spricht für entzündliche Arthritis. Kristalle → Gicht/Pseudogicht.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
Gonarthrose "Gelenkverschleiß im Knie – der Knorpel nutzt sich ab"
Osteophyten "Knöcherne Anbauten am Gelenkrand"
Subchondrale Sklerose "Verdichtung des Knochens unter dem Knorpel"
Krepitation "Knirschgeräusche im Gelenk bei Bewegung"
Aktivierte Arthrose "Entzündungsschub bei Arthrose mit Schwellung"
Knie-TEP "Künstliches Kniegelenk – Totalendoprothese"
Genu varum "O-Bein-Stellung"

Zusammenfassung

Die Gonarthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung und betrifft vor allem ältere, übergewichtige Patienten. Typisch sind Anlaufschmerzen und eine kurze Morgensteifigkeit. Die Diagnose erfolgt klinisch und radiologisch (Kellgren-Lawrence). Die Therapie ist multimodal und beginnt mit Gewichtsreduktion und Physiotherapie – eine Knie-TEP ist erst bei ausgeschöpfter konservativer Therapie und fortgeschrittener Arthrose mit Ruhe-/Nachtschmerz indiziert.

Verwandte Fälle

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.