Definition
Die Gonarthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung des Kniegelenks, gekennzeichnet durch fortschreitenden Knorpelabbau mit Beteiligung von Knochen, Gelenkkapsel, Bändern und periartikulärer Muskulatur. Sie umfasst das femorotibiale und femoropatellare Gelenk.
Pathophysiologie
Initiale molekulare Störung des Knorpelstoffwechsels führt zu Proteoglykanverlust und Kollagenschädigung. Die resultierende Knorpelerweichung und -ausdünnung verursacht eine Gelenkspaltverschmälerung. Kompensatorisch bilden sich Osteophyten und subchondrale Sklerosezonen. Bei aktivierter Arthrose kommt es zur Synovialitis mit Ergussbildung.
Epidemiologie
| Prävalenz | Ca. 24% der über 60-Jährigen (radiologisch + klinisch) |
| Typisches Alter | > 50 Jahre, Häufigkeitsgipfel > 65 Jahre |
| Geschlecht | w > m (48% vs. 31% bei > 65-Jährigen) |
| Lokalisation | Mediales Kompartiment am häufigsten |
Risikofaktoren
- Alter > 50 Jahre
- Weibliches Geschlecht
- Genetische Prädisposition
- Posttraumatisch (Meniskus-, Kreuzbandverletzung)
- Adipositas (BMI > 30: 2,5-fach erhöhtes Risiko)
- Achsfehlstellungen (Genu varum/valgum)
- Berufliche Kniebelastung
- Hochleistungssport
