Definition
Hypoglykämie bezeichnet einen Abfall der Plasmaglukose unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) mit typischer Symptomatik. Die Diagnose wird durch die Whipple-Trias gesichert: niedriger Blutzucker + hypoglykämische Symptome + Besserung nach Glukosezufuhr.
Pathophysiologie
Bei sinkendem Blutzucker wird zunächst die Insulinsekretion gehemmt, dann erfolgt eine Gegenregulation durch Glukagon, Adrenalin, Kortisol und Wachstumshormon. Bei BZ unter 70 mg/dl treten autonome Symptome (Schwitzen, Tremor, Tachykardie) durch Katecholaminausschüttung auf. Bei BZ unter 50 mg/dl kommt es zu neuroglykopenischen Symptomen (Verwirrtheit, Krampfanfälle, Koma) durch zerebrale Glukosemangelversorgung.
Epidemiologie
| Inzidenz | Typ-1-Diabetiker: 2 symptom. Episoden/Woche, 1 schwere/Jahr |
| Typisches Alter | Alle Altersgruppen; erhöhtes Risiko im Alter |
| Geschlecht | m = w |
Risikofaktoren
- Insulintherapie
- Sulfonylharnstoffe / Glinide
- Unregelmäßige Nahrungsaufnahme
- Erhöhte körperliche Aktivität
- Niereninsuffizienz
- Alkoholabusus
- Insulinom
- Leberinsuffizienz
- Nebenniereninsuffizienz
- Sepsis
