Prostatakarzinom – FSP-Fall

Nephrologie & Urologie Chirurgisch Häufig Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Fall zum Prostatakarzinom: PSA-Screening, mpMRT-Diagnostik, Gleason-Score, risikoadaptierte Therapie von Active Surveillance bis Androgendeprivation.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Häufig asymptomatisch; im Spätstadium Miktionsbeschwerden, Knochenschmerzen
  • Diagnostischer Standard: PSA + mpMRT + Prostatabiopsie mit Histologie (Gleason-Score)
  • Erste Maßnahme: PSA-Bestimmung und risikoadaptierte Abklärung
  • Wichtigste Kontraindikation: Radikale Prostatektomie bei stark eingeschränkter Lebenserwartung (<10 Jahre)
  • Prognose: 5-JÜR bei lokal begrenztem Stadium >95%, bei Metastasierung deutlich reduziert

1 · Leitfall

Urologische Praxis J., m Erhöhter PSA-Wert bei Vorsorgeuntersuchung
"Mein Hausarzt hat bei der Vorsorge einen erhöhten PSA-Wert festgestellt. Jetzt hat er mich zu Ihnen überwiesen. Ich habe eigentlich keine Beschwerden, nur nachts muss ich öfter auf die Toilette."
2 · Krankheitsbild

Definition

Das Prostatakarzinom ist ein maligner epithelialer Tumor der Prostata, der in über 95% der Fälle ein Adenokarzinom darstellt. Es ist der häufigste maligne Tumor und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern. Etwa 85% der Tumoren entstehen in der peripheren Zone der Prostata.

Pathophysiologie

Das Prostatakarzinom entsteht durch maligne Transformation des Drüsenepithels, häufig über die Vorstufe der prostatischen intraepithelialen Neoplasie (PIN). Der Tumor wächst zunächst lokal begrenzt, kann dann die Kapsel überschreiten und Samenblasen, Blasenhals oder Rektum infiltrieren. Die Metastasierung erfolgt lymphogen in pelvine und retroperitoneale Lymphknoten sowie hämatogen bevorzugt in das Skelett (osteoblastische Metastasen).

Epidemiologie

Inzidenz Ca. 65.000-75.000 Neuerkrankungen/Jahr in Deutschland
Typisches Alter Mittleres Erkrankungsalter 72 Jahre; selten <50 Jahre
Geschlecht Ausschließlich Männer
Mortalität Ca. 15.000 Todesfälle/Jahr in Deutschland

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Alter (>50 Jahre)
  • Positive Familienanamnese (1. Grad)
  • Ethnische Zugehörigkeit (afroamerikanisch > kaukasisch)
  • Genetische Disposition (BRCA1/2-Mutation)
Modifizierbar:
  • Fettreiche Ernährung
  • Adipositas
  • Bewegungsmangel
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Miktion Haben Sie Probleme beim Wasserlassen? Schwacher Strahl? Nachtröpfeln? LUTS als mögliches Spätsymptom
Nykturie Wie oft müssen Sie nachts zur Toilette? DD: BPH vs. Prostatakarzinom
Schmerzen Haben Sie Knochenschmerzen, besonders im Rücken oder Becken? Hinweis auf ossäre Metastasen
Familienanamnese Gab es Prostatakrebs oder Brustkrebs in Ihrer Familie? Erhöhtes Risiko bei positiver FA; BRCA-Assoziation
Vorerkrankungen Hatten Sie früher Prostataentzündungen oder eine Prostatavergrößerung? PSA-Beeinflussung, DD
Medikamente Nehmen Sie Medikamente für die Prostata ein (z.B. Finasterid)? 5α-Reduktase-Hemmer senken PSA um 50%

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, Herr . Ich bin . Ihr Hausarzt hat Sie wegen eines erhöhten PSA-Wertes überwiesen. Können Sie mir zunächst erzählen, wie es zu dieser Untersuchung kam?

Patient:

Ja, ich war bei der Vorsorgeuntersuchung. Eigentlich fühlte ich mich ganz gut, aber der Arzt meinte, der PSA-Wert sei erhöht.

Arzt:

Verstehe. Haben Sie irgendwelche Beschwerden beim Wasserlassen? Zum Beispiel einen schwachen Strahl oder müssen Sie öfter zur Toilette?

Patient:

Nachts muss ich schon zwei- bis dreimal raus. Tagsüber geht es eigentlich, aber manchmal dauert es etwas länger, bis es losgeht.

Arzt:

Haben Sie Schmerzen, zum Beispiel im Rücken oder im Beckenbereich?

Patient:

Nein, Schmerzen habe ich keine.

Arzt:

Gab es in Ihrer Familie Fälle von Prostatakrebs oder Brustkrebs?

Patient:

Mein Vater hatte Prostatakrebs, er ist aber nicht daran gestorben.

Prüfungsfokus

  • Frühstadium meist asymptomatisch – Diagnose über PSA-Screening
  • Positive Familienanamnese erhöht das Risiko um den Faktor 2-3
  • Knochenschmerzen = Red Flag für Metastasierung
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Digital-rektale Untersuchung (DRU) Verhärtung, Asymmetrie, knotige Veränderungen der Prostata; aufgehobene Verschieblichkeit
Allgemeinzustand Im Frühstadium meist unauffällig; bei Metastasen evtl. reduziert
Lymphknotenstatus Inguinale Lymphknoten palpieren (selten bei Prostatakarzinom vergrößert)
Wirbelsäule/Skelett Klopfschmerz bei ossären Metastasen

Labor

Parameter Veränderung Bedeutung
PSA (Prostata-spezifisches Antigen) ↑ (>4 ng/ml verdächtig) Tumormarker; nicht spezifisch (auch ↑ bei BPH, Prostatitis)
freies PSA / Gesamt-PSA ↓ Quotient Quotient <15% spricht eher für Karzinom
Alkalische Phosphatase Hinweis auf ossäre Metastasen
Kreatinin Evtl. ↑ Bei Harnstauungsniere durch Tumorinfiltration

Bildgebung

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
Multiparametrische MRT (mpMRT) Suspekte Läsion in peripherer Zone; PI-RADS-Klassifikation Vor Biopsie leitliniengerecht empfohlen
Transrektaler Ultraschall (TRUS) Hypoechogene Areale; Größenbestimmung Biopsiesteuerung
PSMA-PET/CT PSMA-Anreicherung im Tumor und Metastasen Staging bei Hochrisiko-PCa; Rezidivdiagnostik
Skelettszintigraphie Osteoblastische Mehranreicherungen Bei PSA >20 ng/ml oder Gleason ≥8

Histologie

Verfahren Details
Prostatabiopsie Systematische + MRT-gezielte Biopsie; mind. 10-12 Stanzen
Gleason-Score Summe der zwei häufigsten Grade (3-5); Score 6-10
ISUP-Graduierung Gruppe 1-5 entsprechend Gleason-Score

Goldstandard

mpMRT vor Biopsie + histologische Sicherung durch Prostatabiopsie mit Gleason-Score

5 · Therapie

Risikostratifizierung nach D'Amico

Risiko PSA Gleason-Score cT-Kategorie
Niedrig ≤10 ng/ml ≤6 cT1c-T2a
Intermediär 10-20 ng/ml 7 cT2b
Hoch >20 ng/ml ≥8 cT2c-T4

Therapieoptionen nach Stadium

Stadium Therapieoptionen
Lokal begrenzt – Niedriges Risiko Active Surveillance (leitliniengerecht empfohlen)
Lokal begrenzt – Intermediäres/Hohes Risiko Radikale Prostatektomie ODER perkutane Strahlentherapie ± ADT
Lokal fortgeschritten Multimodale Therapie: OP/RT + ADT (2-3 Jahre)
Metastasiert hormonsensitiv (mHSPC) ADT + neue Hormontherapie (Abirateron/Enzalutamid) oder ADT + Docetaxel
Kastrationsresistent (mCRPC) Sequenzielle Therapie: Enzalutamid, Abirateron, Docetaxel, Cabazitaxel, PSMA-Radioligand-Therapie

Operative Therapie

  • Radikale Prostatektomie: Entfernung von Prostata, Samenblasen und ggf. pelviner Lymphadenektomie
  • Zugangswege: Offen retropubisch, laparoskopisch, roboterassistiert (Da Vinci)
  • Nervenschonung: Bei geeigneten Patienten zur Erhaltung der Potenz

Strahlentherapie

  • Perkutane Strahlentherapie: Externe Bestrahlung, IMRT/VMAT
  • Brachytherapie: Low-Dose-Rate (LDR) oder High-Dose-Rate (HDR)
  • Kombination: Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren mit ADT

Hormontherapie (Androgendeprivation, ADT)

  • Medikamentös: GnRH-Agonisten (Leuprorelin), GnRH-Antagonisten (Degarelix)
  • Chirurgisch: Bilaterale Orchiektomie
  • Neue Hormontherapeutika: Abirateron, Enzalutamid, Apalutamid, Darolutamid
6 · Arztbrief

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

wir berichten über unseren gemeinsamen Patienten , Jahre, der sich in unserer urologischen Sprechstunde vorstellte.

Anamnese:
Der Patient habe sich aufgrund eines erhöhten PSA-Wertes vorgestellt, der bei einer Vorsorgeuntersuchung aufgefallen sei. Er berichte über nächtlichen Harndrang (Nykturie 2-3x), habe ansonsten aber keine wesentlichen Beschwerden. Schmerzen bestünden nicht. Die Familienanamnese sei positiv für Prostatakarzinom (Vater).

Befund:
In der digital-rektalen Untersuchung habe sich eine vergrößerte Prostata mit einem derben Knoten im rechten Lappen gezeigt. Der PSA-Wert liege bei 12,5 ng/ml. Die multiparametrische MRT habe eine PI-RADS 4-Läsion im rechten peripheren Prostatalappen ergeben. Die systematische plus gezielte Prostatabiopsie habe in 4 von 12 Stanzen ein Adenokarzinom der Prostata mit einem Gleason-Score von 7 (3+4), entsprechend ISUP-Gruppe 2, gesichert.

Diagnose:
Prostatakarzinom cT2b cN0 cM0, Gleason 7 (3+4), ISUP 2, PSA 12,5 ng/ml – intermediäres Risiko nach D'Amico

Procedere:
Nach ausführlicher Aufklärung über die Therapieoptionen (radikale Prostatektomie, perkutane Strahlentherapie, Active Surveillance bei günstigem intermediären Risiko) habe sich der Patient für eine roboterassistierte radikale Prostatektomie entschieden. Die stationäre Aufnahme sei für den [Datum] geplant. Wir bitten um Fortführung der hausärztlichen Mitbetreuung.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

7 · Übergabe (SBAR)

S – Situation

Herr , Jahre, zur geplanten radikalen Prostatektomie bei gesichertem Prostatakarzinom, Gleason 7, intermediäres Risiko.

B – Background

Diagnose über erhöhten PSA (12,5 ng/ml) bei Vorsorge. mpMRT: PI-RADS 4. Biopsie: Adenokarzinom Gleason 7 (3+4). Staging unauffällig, keine Metastasen. Vorerkrankungen: arterielle Hypertonie, keine relevanten Voroperationen. Familienanamnese positiv für PCa.

A – Assessment

Patient präoperativ aufgeklärt und nüchtern. OP-Freigabe liegt vor. Blutgruppe bestimmt, EK bestellt. Thromboseprophylaxe angesetzt. Patient kardiopulmonal kompensiert.

R – Recommendation

Roboterassistierte radikale Prostatektomie mit pelviner Lymphadenektomie morgen früh. Postoperativ: Überwachung auf Nachblutung, DK-Kontrolle, Thromboseprophylaxe fortführen, Frühmobilisation.

8 · Differentialdiagnosen
Differentialdiagnose Unterscheidungsmerkmal Ausschlussdiagnostik
Benigne Prostatahyperplasie (BPH) Symmetrische Vergrößerung, weiche Konsistenz, PSA meist <10 ng/ml Biopsie bei Verdacht, PSA-Quotient
Prostatitis Druckschmerz, Fieber, Dysurie, akuter Verlauf Urinstatus, PSA-Verlauf nach Therapie
Harnblasenkarzinom Hämaturie im Vordergrund, PSA normal Zystoskopie, Urinzytologie
Prostatische intraepitheliale Neoplasie (PIN) Präkanzerose, histologisch abgrenzbar Biopsie mit Histologie
Harnröhrenstriktur Miktionsbeschwerden ohne PSA-Erhöhung Uroflowmetrie, Urethrozystoskopie
⚠️ 9 · Komplikationen

Komplikationen der Erkrankung

  • Lokale Tumorprogression → Harnstauungsniere, Blasenauslassobstruktion
  • Ossäre Metastasen → Pathologische Frakturen, Rückenmarkskompression
  • Lymphknotenmetastasen → Lymphödem der Beine

Therapieassoziierte Komplikationen

Therapie Komplikationen
Radikale Prostatektomie Erektile Dysfunktion (30-70%), Harninkontinenz (5-20%), Anastomosenstriktur, Lymphozele
Strahlentherapie Strahlenproktitis, Strahlenzystitis, erektile Dysfunktion (30-50%)
Androgendeprivation (ADT) Hitzewallungen, Osteoporose, metabolisches Syndrom, Libidoverlust, kardiovaskuläre Ereignisse
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Akute Querschnittssymptomatik Spinale Metastasen mit Myelonkompression Notfall-MRT, Dexamethason hochdosiert, neurochirurgische Vorstellung
Harnverhalt Tumorbedingte Blasenauslassobstruktion Blasenkatheter, urologische Intervention
Pathologische Fraktur Ossäre Metastasierung mit Stabilitätsverlust Immobilisierung, Analgesie, orthopädische/strahlentherapeutische Vorstellung
Beidseitiges Beinödem Lymphabflussblockade durch Lymphknotenmetastasen Bildgebung Becken, Staging-CT
Rasch steigender PSA Aggressiver Tumorverlauf, Verdopplungszeit <3 Monate Staging, Therapieintensivierung
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. Prostatakarzinom = häufigster maligner Tumor beim Mann, meist Adenokarzinom der peripheren Zone
  2. Diagnostik: PSA + mpMRT (vor Biopsie) + histologische Sicherung mit Gleason-Score
  3. Therapie risikoadaptiert: Active Surveillance bei niedrigem Risiko, kurative OP/RT bei intermediär/hoch
Frage 1 (Diagnostik): Welche Untersuchung sollte leitliniengerecht VOR einer Prostatabiopsie durchgeführt werden?
A) CT Abdomen
B) Multiparametrische MRT der Prostata
C) Skelettszintigraphie
D) PET-CT
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Die S3-Leitlinie empfiehlt die mpMRT vor der Biopsie. Sie ermöglicht eine gezielte Biopsie suspekter Areale und reduziert unnötige Biopsien bei PI-RADS 1-2.
Frage 2 (Diagnostik): Ein Patient hat einen PSA-Wert von 8 ng/ml, Gleason-Score 6 und klinisches Stadium cT1c. Welcher Risikogruppe nach D'Amico entspricht dies?
A) Sehr niedriges Risiko
B) Niedriges Risiko
C) Intermediäres Risiko
D) Hohes Risiko
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Niedriges Risiko: PSA ≤10 ng/ml UND Gleason ≤6 UND cT1c-T2a. Alle drei Kriterien müssen erfüllt sein.
Frage 3 (Therapie): Welche Therapie wird leitliniengerecht für ein lokal begrenztes Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko primär empfohlen?
A) Sofortige radikale Prostatektomie
B) Perkutane Strahlentherapie
C) Active Surveillance
D) Sofortige Androgendeprivationstherapie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Für Niedrigrisiko-Prostatakarzinome empfiehlt die S3-Leitlinie ausschließlich die Active Surveillance als initiale Strategie, um Überbehandlung zu vermeiden.
Frage 4 (Therapie): Welche Kombinationstherapie wird bei metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) zusätzlich zur ADT empfohlen?
A) Paclitaxel
B) Abirateron oder Enzalutamid
C) Bevacizumab
D) Rituximab
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Bei mHSPC soll zusätzlich zur ADT eine Intensivierung mit neuen Hormontherapeutika (Abirateron, Enzalutamid, Apalutamid, Darolutamid) oder Docetaxel erfolgen.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Ein Patient mit bekanntem Prostatakarzinom entwickelt akut eine Paraparese und Blasenentleerungsstörung. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?
A) Prostatitis
B) Spinale Metastase mit Myelonkompression
C) Harnwegsinfekt
D) BPH-Progression
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Akute neurologische Defizite bei Prostatakarzinom sind hochverdächtig auf spinale Metastasen mit Myelonkompression – ein onkologischer Notfall!
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Was ist die Sofortmaßnahme bei Verdacht auf Rückenmarkskompression durch Wirbelsäulenmetastasen?
A) Abwarten und Beobachten
B) Hochdosiert Dexamethason + Notfall-MRT
C) Orale Analgetika und Entlassung
D) Elektiver OP-Termin in 2 Wochen
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Richtig: B
Bei Verdacht auf Myelonkompression: sofort hochdosiert Dexamethason (zur Ödemreduktion), Notfall-MRT der gesamten Wirbelsäule, neurochirurgische/strahlentherapeutische Vorstellung.
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Welches Merkmal spricht bei erhöhtem PSA eher für eine benigne Prostatahyperplasie als für ein Karzinom?
A) Derber Tastbefund in der DRU
B) Niedriger freier PSA-Quotient (<15%)
C) Symmetrische, weiche Prostatavergrößerung
D) Asymmetrische Verhärtung
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Die BPH zeigt typischerweise eine symmetrische Vergrößerung mit weich-elastischer Konsistenz. Karzinome sind eher derb, knotig und asymmetrisch.
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Ein 55-jähriger Mann hat akut Fieber, Dysurie und einen druckschmerzhaften PSA von 25 ng/ml. Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
A) Prostatakarzinom
B) Akute bakterielle Prostatitis
C) BPH
D) Harnblasenkarzinom
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Fieber, Dysurie und ein sehr stark erhöhter PSA mit druckschmerzhafter Prostata sprechen für eine akute bakterielle Prostatitis. Nach antibiotischer Therapie normalisiert sich der PSA-Wert.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
PSA (Prostata-spezifisches Antigen) "Ein Eiweißstoff, der von der Prostata gebildet wird. Erhöhte Werte können auf Krebs hinweisen, aber auch andere Ursachen haben."
Gleason-Score "Eine Zahl, die beschreibt, wie aggressiv der Tumor ist. Je höher, desto bösartiger."
Radikale Prostatektomie "Eine Operation, bei der die gesamte Prostata und die Samenbläschen entfernt werden."
Active Surveillance "Aktive Überwachung: Der Tumor wird regelmäßig kontrolliert, aber zunächst nicht behandelt."
Androgendeprivation (ADT) "Hormonentzugstherapie: Die männlichen Hormone werden unterdrückt, um das Tumorwachstum zu bremsen."
mpMRT "Eine spezielle Kernspintomographie der Prostata, die verdächtige Bereiche besonders gut darstellt."
Kastrationsresistent "Der Tumor wächst weiter, obwohl die männlichen Hormone unterdrückt werden."

Zusammenfassung

Das Prostatakarzinom ist der häufigste Krebs beim Mann und wird oft durch PSA-Screening entdeckt. Die Diagnostik umfasst mpMRT und Biopsie mit Gleason-Score. Die Therapie richtet sich nach dem Risikoprofil: Bei niedrigem Risiko Active Surveillance, bei höherem Risiko Operation oder Bestrahlung, bei Metastasierung Hormon- und Chemotherapie.

Verwandte Fälle

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.