Ulcus ventriculi – FSP-Fall

Gastroenterologie Häufig Konservativ Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Prüfungsfall Ulcus ventriculi: Anamnese, ÖGD-Diagnostik mit Biopsie, H. pylori-Eradikation, Therapie und Komplikationen für die Fachsprachprüfung Medizin.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Epigastrische Schmerzen (oft postprandial)
  • Diagnostischer Standard: Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) mit Biopsie
  • Erste Maßnahme: PPI-Therapie + H. pylori-Diagnostik
  • Wichtigste Kontraindikation: NSAR bei aktiver Ulkuskrankheit
  • Prognose: Bei H. pylori-Eradikation Heilung in ca. 90%

1 · Leitfall

Hausarztpraxis 52 J., m Oberbauchschmerzen seit 3 Wochen
"Herr Doktor, ich habe seit etwa drei Wochen so ein brennendes Gefühl im Oberbauch, besonders nach dem Essen. Manchmal wird mir auch übel. Ich nehme wegen meiner Knieschmerzen regelmäßig Ibuprofen."
2 · Krankheitsbild

Definition

Das Ulcus ventriculi ist ein Schleimhautdefekt des Magens, der die Lamina muscularis mucosae überschreitet und auch tiefere Wandschichten betreffen kann. Es gehört zusammen mit dem Ulcus duodeni zur gastroduodenalen Ulkuskrankheit.

Pathophysiologie

Die Pathogenese beruht auf einem Ungleichgewicht zwischen aggressiven Faktoren (Magensäure, Pepsin, H. pylori, NSAR) und protektiven Faktoren (Mukusschicht, Bikarbonat, Schleimhautdurchblutung). Die Helicobacter-pylori-Infektion führt über eine chronische Gastritis zur Schädigung der Mukosabarriere. NSAR hemmen die Prostaglandinsynthese und reduzieren damit die Schleimhautprotektion.

Epidemiologie

Inzidenz ca. 50/100.000/Jahr
Lebenszeitprävalenz 5–10%
Typisches Alter 50–60 Jahre
Geschlecht m = w
H. pylori-Assoziation ca. 75%

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Alter > 65 Jahre
  • Positive Ulkusanamnese
  • Chronische Niereninsuffizienz
Modifizierbar:
  • NSAR-/ASS-Einnahme
  • H. pylori-Infektion
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Glukokortikoid-Therapie
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Schmerzcharakter Wie würden Sie den Schmerz beschreiben? Brennend, stechend, drückend? Typisch: brennend/bohrend im Epigastrium
Nahrungsabhängigkeit Wann treten die Schmerzen auf – vor, während oder nach dem Essen? Ulcus ventriculi: postprandial; Ulcus duodeni: Nüchternschmerz
Begleitsymptome Haben Sie Übelkeit, Erbrechen, Aufstoßen oder Gewichtsverlust? Hinweis auf Komplikationen, DD Malignom
Medikamente Nehmen Sie Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Aspirin? NSAR erhöhen Ulkusrisiko um Faktor 5
Blutungszeichen Haben Sie schwarzen Stuhl oder Blut erbrochen? Red Flag: GI-Blutung
Vorerkrankungen Hatten Sie früher schon einmal ein Magengeschwür? Rezidivrisiko erhöht

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, Herr Becker, ich bin Dr. Samira Darwish. Was führt Sie heute zu mir?

Patient:

Guten Tag. Seit ungefähr drei Wochen habe ich so ein brennendes Gefühl hier oben im Bauch, besonders nach dem Essen.

Arzt:

Können Sie mir den Schmerz genauer beschreiben? Strahlt er irgendwohin aus?

Patient:

Es brennt so richtig, manchmal geht es auch in den Rücken. Und mir wird oft übel nach dem Essen.

Arzt:

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente, insbesondere Schmerzmittel?

Patient:

Ja, wegen meiner Kniearthrose nehme ich seit etwa zwei Monaten täglich Ibuprofen 600.

Arzt:

Haben Sie Veränderungen beim Stuhlgang bemerkt? Schwarzen Stuhl oder Blut?

Patient:

Nein, das ist mir nicht aufgefallen.

Prüfungsfokus

  • Nahrungsabhängigkeit der Schmerzen erfragen (postprandial vs. Nüchternschmerz)
  • NSAR-/ASS-Anamnese obligat
  • Red Flags: Teerstuhl, Hämatemesis, Gewichtsverlust, Dysphagie
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Inspektion Meist unauffällig; bei Komplikationen: Blässe (Anämie), Ikterus (Penetration)
Palpation Druckschmerz im Epigastrium; bei Perforation: brettharter Bauch, Abwehrspannung
Perkussion Meist unauffällig; bei Perforation: aufgehobene Leberdämpfung (freie Luft)
Auskultation Normale Darmgeräusche; bei Perforation: "Totenstille"
Rektale Untersuchung Teerstuhl? (Hinweis auf obere GI-Blutung)

Labor

Parameter Veränderung Bedeutung
Hämoglobin Chronische oder akute Blutung
Hämatokrit Volumenverlust
MCV ↓ (bei chronischer Blutung) Eisenmangel durch Blutverlust
Ferritin Eisenmangel
CRP/Leukozyten ↑ (bei Komplikationen) Perforation, Peritonitis
Stuhl auf Blut Positiv Okkulte Blutung

Apparative Diagnostik

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
ÖGD mit Biopsie Schleimhautdefekt, HP-Nachweis, Karzinomausschluss Goldstandard – immer
Urease-Schnelltest Positiv bei H. pylori Während ÖGD
Histologie Ulkus, Gastritis, ggf. Malignom Mind. 8 Biopsien aus Rand und Grund
13C-Harnstoff-Atemtest HP-Nachweis nicht-invasiv Therapiekontrolle, wenn ÖGD nicht möglich
Stuhl-Antigen-Test HP-Nachweis nicht-invasiv Alternative zum Atemtest
Röntgen-Abdomen Freie Luft unter Zwerchfell V.a. Perforation

Goldstandard

Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) mit multiplen Biopsien – Bei jedem Ulcus ventriculi obligat zum Malignom-Ausschluss (ca. 10% der Ulzera >2cm sind maligne!)

5 · Therapie

Allgemeinmaßnahmen

  • NSAR-Karenz (Umstellung auf Paracetamol oder selektive COX-2-Hemmer + PPI)
  • Nikotinkarenz
  • Alkoholkarenz
  • Stressreduktion
  • Kleine, häufige Mahlzeiten

Medikamentöse Therapie

Situation Therapie Dauer
HP-positives Ulkus Eradikationstherapie (s. unten) 14 Tage
HP-negatives Ulkus PPI in Standarddosierung 4–8 Wochen
NSAR-induziertes Ulkus PPI + NSAR absetzen 4–8 Wochen

H. pylori-Eradikation (leitliniengerecht)

Schema Komponenten Dauer
Bismut-Quadrupeltherapie (Erstlinie) PPI + Bismut + Tetrazyklin + Metronidazol 10–14 Tage
Triple-Therapie (Zweitlinie) PPI + Clarithromycin + Amoxicillin oder Metronidazol 14 Tage

Operative Therapie

Indikationen:

  • Endoskopisch nicht stillbare Blutung
  • Perforation
  • Magenausgangsstenose
  • Malignitätsverdacht

Kontroll-ÖGD

⚠️ Wichtig: Jedes Ulcus ventriculi muss nach 4–6 Wochen endoskopisch kontrolliert werden (Abheilungskontrolle + erneute Biopsien zum Malignom-Ausschluss)!

6 · Arztbrief

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

wir berichten über unseren gemeinsamen Patienten Becker, 52 Jahre, der sich vom [Datum] bis [Datum] in unserer stationären Behandlung befand.

Diagnosen:

  • Ulcus ventriculi, H. pylori-positiv
  • Chronische Gastritis Typ B
  • Gonarthrose beidseits

Anamnese:
Der Patient habe seit etwa drei Wochen unter brennenden epigastrischen Schmerzen gelitten, die insbesondere postprandial aufgetreten seien. Begleitend habe er über Übelkeit und Appetitlosigkeit berichtet. Er habe angegeben, aufgrund einer Gonarthrose seit zwei Monaten täglich Ibuprofen 600 mg einzunehmen. Teerstuhl oder Hämatemesis seien nicht aufgetreten.

Befund bei Aufnahme:
Der Patient habe sich in gutem Allgemeinzustand und normalem Ernährungszustand präsentiert. Die Vitalzeichen seien stabil gewesen (RR 135/85 mmHg, HF 78/min). Bei der abdominellen Untersuchung habe sich ein Druckschmerz im Epigastrium gezeigt, ohne Abwehrspannung oder Resistenzen.

Diagnostik:
Die Ösophagogastroduodenoskopie habe ein ca. 1,5 cm großes Ulkus an der kleinen Kurvatur gezeigt. Histologisch habe sich eine chronisch-aktive Gastritis mit Nachweis von Helicobacter pylori bestätigt. Ein Malignom sei ausgeschlossen worden. Laborchemisch habe sich eine leichte Anämie (Hb 11,8 g/dl) gezeigt.

Therapie und Verlauf:
Wir hätten eine Helicobacter-pylori-Eradikationstherapie mit Bismut-Quadrupeltherapie über 14 Tage eingeleitet. Die NSAR-Medikation sei abgesetzt und auf Paracetamol umgestellt worden. Der Patient sei unter der Therapie beschwerdefrei geworden.

Procedere:

  • Kontroll-ÖGD mit Biopsie in 6 Wochen
  • Eradikationskontrolle mittels 13C-Atemtest (frühestens 4 Wochen nach Therapieende, 2 Wochen PPI-Pause)
  • NSAR-Karenz
  • Bei Bedarf Analgesie mit Paracetamol

Medikation bei Entlassung:

  • Pantoprazol 40 mg 1-0-0 für weitere 4 Wochen
  • Paracetamol 500 mg bei Bedarf (max. 4g/Tag)

Für Rückfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.

Mit kollegialen Grüßen
Dr. Samira Darwish

7 · Übergabe (SBAR)

S – Situation

Herr Becker, 52 Jahre, stationäre Aufnahme wegen Ulcus ventriculi. Patient derzeit stabil, kein akuter Handlungsbedarf.

B – Background

Seit drei Wochen epigastrische Schmerzen postprandial, regelmäßige NSAR-Einnahme wegen Gonarthrose. ÖGD: 1,5 cm Ulkus kleine Kurvatur, HP-positiv, Malignom ausgeschlossen. Leichte Anämie (Hb 11,8 g/dl).

A – Assessment

Helicobacter-pylori-positives Ulcus ventriculi, NSAR-Komedikation als Risikofaktor. Eradikationstherapie eingeleitet, gutes Ansprechen.

R – Recommendation

  • Eradikationstherapie fortführen (Tag 3/14)
  • Hb-Kontrolle morgen
  • Bei Teerstuhl oder Hämatemesis: sofortige Notfall-ÖGD
  • PPI fortführen
  • Entlassung nach Abschluss der Eradikation geplant
8 · Differentialdiagnosen
Diagnose Klinischer Unterschied Ausschluss durch
Magenkarzinom B-Symptomatik, Gewichtsverlust, Dysphagie, Alter >55 ÖGD mit multiplen Biopsien
Ulcus duodeni Nüchternschmerz, Besserung durch Nahrung ÖGD (Lokalisation)
Gastritis Ähnlich, aber kein tiefer Defekt ÖGD, Histologie
Refluxösophagitis Retrosternales Brennen, Regurgitation ÖGD
Akute Pankreatitis Gürtelförmiger Schmerz, Lipase erhöht Labor (Lipase), Sonographie
Cholelithiasis/Cholezystitis Kolikartiger Schmerz re. Oberbauch, Murphy-Zeichen Sonographie Abdomen
Funktionelle Dyspepsie Keine strukturelle Läsion, lange Anamnese ÖGD (Ausschlussdiagnose)
⚠️ 9 · Komplikationen

Akute Komplikationen

  • Gastrointestinale Blutung → Hämatemesis (Kaffeesatzerbrechen), Meläna, hämorrhagischer Schock
  • Perforation → Akutes Abdomen, Peritonitis, freie Luft im Röntgen
  • Penetration → Einbruch in Nachbarorgane (Pankreas, Leber), Schmerzzunahme

Spätkomplikationen

  • Magenausgangsstenose (Pylorusstenose) → Erbrechen, Gewichtsverlust, Elektrolytstörungen
  • Maligne Entartung → Erhöhtes Magenkarzinomrisiko (ca. 10% der Ulzera >2cm)
  • Rezidiv → Bei unzureichender Eradikation oder fortgesetzter NSAR-Einnahme

Forrest-Klassifikation (Blutungsaktivität)

Stadium Beschreibung Rezidivblutungsrisiko
Ia Aktive arterielle Blutung (spritzend) 90%
Ib Aktive venöse Blutung (sickernd) 30%
IIa Sichtbarer Gefäßstumpf 50%
IIb Koagel auf Ulkusgrund 25%
IIc Hämatinbedecktes Ulkus 10%
III Sauberer Ulkusgrund 5%
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Hämatemesis Aktive obere GI-Blutung Notfall-ÖGD, Kreislaufstabilisierung, 2 großlumige Zugänge
Meläna/Teerstuhl Obere GI-Blutung Notfall-ÖGD, Hb-Kontrolle
Brettharter Bauch Perforation mit Peritonitis Notfall-OP, Rö-Abdomen, Antibiotika
Akutes Abdomen Perforation Chirurgisches Konsil, CT, ggf. Notfall-OP
Schock (RR↓, HF↑) Hämorrhagischer Schock bei massiver Blutung Volumen, EK-Transfusion, Notfall-ÖGD/OP
Gewichtsverlust >10% Malignitätsverdacht Dringende ÖGD mit multiplen Biopsien
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. Goldstandard: ÖGD mit Biopsie – bei jedem Ulcus ventriculi obligat
  2. H. pylori-Eradikation: Bismut-Quadrupeltherapie als Erstlinie
  3. Kontroll-ÖGD nach 4–6 Wochen zum Malignom-Ausschluss
Frage 1 (Diagnostik): Welche Untersuchung ist der Goldstandard zur Diagnose eines Ulcus ventriculi?
A) Abdomensonographie
B) CT-Abdomen
C) Ösophagogastroduodenoskopie mit Biopsie
D) 13C-Harnstoff-Atemtest
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Die ÖGD mit Biopsie ist der Goldstandard. Sie ermöglicht die direkte Visualisierung, den H. pylori-Nachweis und den Malignom-Ausschluss durch histologische Untersuchung.
Frage 2 (Diagnostik): Wie viele Biopsien sollten bei einem Ulcus ventriculi mindestens entnommen werden und warum?
A) 2 Biopsien zur Gastritis-Diagnostik
B) 4 Biopsien zum H. pylori-Nachweis
C) Mindestens 8 Biopsien aus Rand und Grund zum Malignom-Ausschluss
D) Keine Biopsie notwendig bei typischem Befund
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Bei jedem Ulcus ventriculi sind mindestens 8 Biopsien aus dem Randbereich und Ulkusgrund obligat, da ca. 10% der Ulzera >2cm maligne sind.
Frage 3 (Therapie): Welche Therapie ist aktuell die Erstlinientherapie zur H. pylori-Eradikation nach AWMF-Leitlinie?
A) Triple-Therapie mit PPI + Clarithromycin + Amoxicillin
B) Bismut-Quadrupeltherapie
C) PPI-Monotherapie über 8 Wochen
D) Sequenztherapie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Aufgrund zunehmender Clarithromycin-Resistenz ist die Bismut-Quadrupeltherapie (PPI + Bismut + Tetrazyklin + Metronidazol) die empfohlene Erstlinientherapie.
Frage 4 (Therapie): Wann sollte die Kontroll-ÖGD nach Therapie eines Ulcus ventriculi durchgeführt werden?
A) Nach 1 Woche
B) Nach 2 Wochen
C) Nach 4–6 Wochen
D) Nur bei persistierenden Beschwerden
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Jedes Ulcus ventriculi muss nach 4–6 Wochen kontrolliert werden. Nicht vollständig abgeheilte Ulzera unter adäquater Therapie sind hochsuspekt auf ein Magenkarzinom.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Ein Patient mit bekanntem Ulcus ventriculi entwickelt plötzlich starke Oberbauchschmerzen, brettharten Bauch und Abwehrspannung. Welche Komplikation ist am wahrscheinlichsten?
A) Ulkusblutung
B) Ulkusperforation
C) Magenausgangsstenose
D) Refluxösophagitis
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Die Trias aus plötzlichem Schmerz, brettharter Bauch und Abwehrspannung weist auf eine Perforation mit Peritonitis hin – dies ist ein chirurgischer Notfall!
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Welcher röntgenologische Befund bestätigt eine Ulkusperforation?
A) Spiegelbildungen im Darm
B) Freie Luft unter dem Zwerchfell
C) Verkalkungen im Pankreas
D) Aerobilie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Freie Luft unter dem Zwerchfell (Sichel) im Röntgen-Abdomen (stehend oder Linksseitenlage) ist pathognomonisch für eine Hohlorganperforation.
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Wodurch unterscheidet sich das Ulcus ventriculi vom Ulcus duodeni bezüglich der Schmerzen?
A) Ulcus ventriculi: Nüchternschmerz; Ulcus duodeni: postprandialer Schmerz
B) Ulcus ventriculi: postprandialer Schmerz; Ulcus duodeni: Nüchternschmerz
C) Kein Unterschied im Schmerzcharakter
D) Ulcus ventriculi: Schmerz durch Nahrung gelindert; Ulcus duodeni: verstärkt
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Klassisch: Ulcus ventriculi = Schmerz nach/durch Essen (postprandial); Ulcus duodeni = Nüchternschmerz/Hungerschmerz (Besserung durch Nahrung).
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Welches ist die häufigste Ursache des Ulcus ventriculi?
A) Zollinger-Ellison-Syndrom
B) NSAR-Einnahme allein
C) Helicobacter-pylori-Infektion
D) Stress
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
H. pylori ist mit ca. 75% die häufigste Ursache des Ulcus ventriculi. Bei 90% der Ulcera duodeni ist H. pylori nachweisbar. NSAR sind die zweithäufigste Ursache.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
Ulcus ventriculi "Ein Magengeschwür – das ist eine wunde Stelle in der Magenschleimhaut"
Helicobacter pylori "Ein Bakterium, das im Magen leben kann und Geschwüre verursacht"
Eradikation "Das vollständige Entfernen der Bakterien durch Antibiotika"
ÖGD / Gastroskopie "Eine Magenspiegelung – wir schauen mit einer Kamera in Ihren Magen"
Biopsie "Eine kleine Gewebeprobe, die wir unter dem Mikroskop untersuchen"
Protonenpumpenhemmer (PPI) "Medikamente, die die Magensäure reduzieren und das Geschwür heilen lassen"
Hämatemesis "Bluterbrechen – das Erbrochene kann wie Kaffeesatz aussehen"
Meläna "Schwarzer Stuhl durch verdautes Blut aus dem Magen"
Perforation "Ein Durchbruch – das Geschwür hat ein Loch in die Magenwand gemacht"

Zusammenfassung

Das Ulcus ventriculi ist ein häufiges Krankheitsbild mit Helicobacter pylori als Hauptursache. Die Diagnose erfolgt mittels ÖGD mit obligater Biopsie zum Malignom-Ausschluss. Die Therapie umfasst PPI und bei HP-Nachweis eine Eradikationstherapie. Eine Kontroll-ÖGD nach 4–6 Wochen ist obligat.

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.