Untere GI-Blutung – FSP-Fall

Gastroenterologie Häufig Notfall Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Prüfungsfall: Untere gastrointestinale Blutung – Hämatochezie, Divertikelblutung, Angiodysplasie. Diagnostik, Therapie, Arztbrief mit Konjunktiv I.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Hämatochezie (hellrote Blutauflagerungen auf dem Stuhl)
  • Diagnostischer Standard: Koloskopie nach Ausschluss einer oberen GI-Blutung
  • Erste Maßnahme: Kreislaufstabilisierung, ÖGD zum Ausschluss oberer GI-Blutung
  • Wichtigste Kontraindikation: Koloskopie bei Peritonitis/Perforation
  • Prognose: Sistiert spontan in ca. 80%; Mortalität 2-4%

1 · Leitfall

Notaufnahme J., m Blut im Stuhl
"Herr Doktor, seit heute Morgen habe ich frisches Blut im Stuhl. Es war richtig hellrot und hat die ganze Toilette rot gefärbt. Ich habe keine Schmerzen, aber mir ist etwas schwindelig."
2 · Krankheitsbild

Definition

Eine untere gastrointestinale Blutung (UGIB) bezeichnet eine Blutung distal des Treitz'schen Bandes (Flexura duodenojejunalis) bis zum Anus. Sie macht etwa 10% aller GI-Blutungen aus und manifestiert sich typischerweise als Hämatochezie.

Pathophysiologie

Die Blutung entsteht durch Erosion von Gefäßen in der Darmwand. Bei Divertikelblutung rupturieren die Vasa recta am Divertikelhals. Bei Angiodysplasien führen degenerative Gefäßveränderungen mit dünnwandigen, dilatierten Gefäßen zu Blutungen. Die Blutungsquelle liegt häufig im Kolon ascendens oder Sigma.

Epidemiologie

Inzidenz 20-30/100.000/Jahr
Typisches Alter > 65 Jahre
Geschlecht m > w (leicht)
Häufigste Ursache Hämorrhoiden (80%), Divertikelblutung (17-40%)

Ursachen nach Häufigkeit

Kategorie Ursachen
Vaskulär Hämorrhoiden, Angiodysplasien, Rektale Varizen, Ischämische Kolitis
Strukturell Divertikulose, Meckel-Divertikel (junge Pat.)
Neoplastisch Kolorektales Karzinom, Kolonpolypen
Entzündlich CED (Colitis ulcerosa, M. Crohn), Infektiöse Kolitis, Strahlenproktitis
Anorektal Analfissur, Analkarzinom

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Alter > 65 Jahre
  • Bekannte Divertikulose
  • Z.n. Beckenbestrahlung
Modifizierbar:
  • NSAR-Einnahme
  • Antikoagulation/TAH
  • Koagulopathie (INR > 1,5)
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Blutcharakter Wie sah das Blut aus? Hellrot oder dunkel? Hellrot → untere GIB; Dunkel/Teerstuhl → obere GIB
Menge Wie viel Blut war es? Tropfen oder ganze Toilette? Einschätzung der Blutungsstärke
Schmerz Haben Sie Bauchschmerzen? Schmerzlos → Divertikel/Angiodysplasie; Schmerz → Ischämie/Entzündung
Stuhlverhalten Gab es Durchfall oder Verstopfung? CED/Infektion vs. Obstipation mit Analfissur
Medikamente Nehmen Sie Blutverdünner oder Schmerzmittel? NSAR, ASS, OAK erhöhen Blutungsrisiko
Vorerkrankungen Sind Divertikel oder Hämorrhoiden bekannt? Häufigste Ursachen
Warnsymptome Gewichtsverlust? Nachtschweiß? Appetitlosigkeit? B-Symptomatik → Malignom-Verdacht

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, ich bin . Was führt Sie zu uns?

Patient:

Ich habe seit heute Morgen Blut im Stuhl. Das hat mich erschreckt.

Arzt:

Das verstehe ich. Können Sie mir beschreiben, wie das Blut aussah? War es hellrot oder eher dunkel?

Patient:

Es war richtig hellrot, auf dem Stuhl drauf und im Wasser.

Arzt:

Haben Sie Schmerzen im Bauch oder beim Stuhlgang?

Patient:

Nein, eigentlich gar nicht. Mir ist nur etwas schwindelig.

Arzt:

Nehmen Sie Medikamente ein? Insbesondere Blutverdünner oder Schmerzmittel?

Patient:

Ja, ich nehme ASS 100 wegen meinem Herz und manchmal Ibuprofen für den Rücken.

Prüfungsfokus

  • Unterscheidung Hämatochezie vs. Meläna
  • Cave: >10% der Patienten mit Hämatochezie haben obere GI-Blutung!
  • Medikamentenanamnese: NSAR, Antikoagulanzien
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Vitalzeichen Bei relevantem Blutverlust: Tachykardie, Hypotonie, Blässe
Inspektion Blässe, Zeichen einer chronischen Lebererkrankung?
Abdomen-Palpation Meist weich, keine Abwehrspannung; ggf. Druckschmerz bei Entzündung
Rektale Untersuchung Blut am Fingerling, Hämorrhoiden, Raumforderung?
Proktoskopie Hämorrhoiden, Analfissur, Rektumtumor?

Labor

Parameter Veränderung Bedeutung
Hämoglobin Ausmaß der Blutung; Cave: Initiale Hb-Werte normal!
Hämatokrit Verdünnungseffekt nach Volumengabe
INR/PTT ↑ bei OAK Gerinnungsstatus, Antagonisierung?
Thrombozyten ↓ bei Leberzirrhose Blutungsrisiko bei < 50.000/µl
Kreatinin/Harnstoff Harnstoff ↑ Hinweis auf obere GI-Blutung (Blutabbau)
Laktat Hinweis auf Hypoperfusion/Schock
Blutgruppe/Kreuzblut - Vorbereitung für Transfusion

Bildgebung & Endoskopie

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
ÖGD (zuerst!) Ausschluss obere GI-Blutung Immer vor Koloskopie bei relevanter Blutung
Koloskopie Divertikel, Angiodysplasie, Tumor, Blutungsquelle Nach Abführen; Goldstandard
Angio-CT Kontrastmittelaustritt bei aktiver Blutung Instabiler Patient, Blutungslokalisation vor OP
Angiographie Extravasat, arterielle Blutungsquelle Therapieoption bei massiver Blutung
Kapselendoskopie Dünndarmblutung Okkulte Blutung, ÖGD/Koloskopie negativ

Goldstandard

Koloskopie nach Ausschluss oberer GI-Blutung durch ÖGD

Cave: >10% der Patienten mit Hämatochezie haben eine obere GI-Blutung – daher immer zuerst ÖGD!

5 · Therapie

Akuttherapie

Maßnahme Details
Kreislaufstabilisierung 2 großlumige Zugänge, Volumenersatz (kristalloid), Monitoring
Transfusion Ziel-Hb 7-8 g/dl; bei KHK/instabil: 8-9 g/dl
Gerinnung FFP, PPSB bei Antikoagulation; Idarucizumab bei Dabigatran
Darmvorbereitung Polyethylenglykol (PEG) für Koloskopie; stillt oft auch die Blutung

Endoskopische Therapie

Methode Indikation
Unterspritzung Adrenalin verdünnt (1:10.000); bei jeder aktiven Blutung
Hämoclips Divertikelblutung, sichtbarer Gefäßstumpf
Argon-Plasma-Koagulation (APC) Angiodysplasien, Strahlenproktitis
Gummibandligatur Hämorrhoiden

Interventionelle/Operative Therapie

Option Indikation
Angiographische Embolisation Endoskopisch nicht stillbare Blutung, aktive Blutung im CT
Segmentresektion Rezidivierende Divertikelblutung, lokalisierte Blutungsquelle
Subtotale Kolektomie Ultima Ratio bei nicht lokalisierbarer massiver Blutung

Therapiealgorithmus

1. Kreislaufstabilisierung → Monitoring, Volumen, Transfusion

2. ÖGD → Ausschluss obere GI-Blutung

3. Darmvorbereitung + Koloskopie → Lokalisation + Therapie

4. Bei Instabilität: Angio-CT → Lokalisation

5. Angiographie/OP → bei endoskopischem Versagen

6 · Arztbrief

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

wir berichten über unseren gemeinsamen Patienten , Jahre, der sich aufgrund von Hämatochezie in unserer Notaufnahme vorgestellt habe.

Anamnese:
Der Patient berichte, seit dem Morgen des Aufnahmetages frisches, hellrotes Blut im Stuhl bemerkt zu haben. Er habe keine abdominellen Schmerzen, jedoch leichten Schwindel verspürt. An Vorerkrankungen sei eine arterielle Hypertonie bekannt. Der Patient nehme ASS 100 mg täglich sowie gelegentlich Ibuprofen ein. In der Familienanamnese bestehe kein kolorektales Karzinom.

Befunde bei Aufnahme:
Der Patient habe sich in reduziertem Allgemeinzustand präsentiert. Die Vitalzeichen seien wie folgt gewesen: RR 105/65 mmHg, HF 98/min, Temperatur 36,8°C. Die abdominelle Untersuchung habe ein weiches Abdomen ohne Druckschmerz ergeben. Die rektale Untersuchung habe frisches Blut am Fingerling gezeigt. Laborchemisch habe sich ein Hämoglobin von 10,2 g/dl bei einem Hämatokrit von 31% gezeigt. Die Gerinnung sei unter ASS unauffällig gewesen.

Durchgeführte Diagnostik:
Die Ösophagogastroduodenoskopie habe keinen Anhalt für eine obere GI-Blutung ergeben. Die Koloskopie nach Darmvorbereitung habe eine Sigma-Divertikulose mit Zeichen einer stattgehabten Divertikelblutung gezeigt. Eine aktive Blutungsquelle habe sich nicht mehr dargestellt.

Therapie und Verlauf:
Der Patient sei stationär überwacht worden. Eine Transfusion sei nicht erforderlich gewesen. Auf NSAR sei verzichtet worden. Der weitere Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet, das Hämoglobin sei stabil geblieben.

Procedere/Empfehlungen:

  • Pausieren von NSAR
  • ASS-Indikation überprüfen (Rücksprache mit Hausarzt/Kardiologe)
  • Ballaststoffreiche Ernährung
  • Bei erneuter Blutung sofortige Wiedervorstellung
  • Kontroll-Koloskopie in 6 Wochen empfohlen

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

7 · Übergabe (SBAR)

S – Situation

", Jahre, männlich, stationär auf unserer Normalstation wegen unterer GI-Blutung bei Sigma-Divertikulose. Aufnahme heute Vormittag über die Notaufnahme."

B – Background

"Bekannte Divertikulose, arterielle Hypertonie. Dauermedikation: ASS 100. Heute erstmaliges Auftreten von Hämatochezie, schmerzlos. Bei Aufnahme leichte Tachykardie, Hb 10,2 g/dl."

A – Assessment

"ÖGD unauffällig, Koloskopie zeigte Sigma-Divertikulose mit Stigmata einer stattgehabten Blutung. Aktuell keine aktive Blutung. Patient kreislaufstabil, kein Transfusionsbedarf. Blutung sistiert."

R – Recommendation

"Bitte 4-stündliche Vitalzeichenkontrolle. Hb-Kontrolle morgen früh. Bei erneuter Hämatochezie, Tachykardie oder Hypotonie sofort informieren. ASS vorerst pausiert. Patient darf trinken und leichte Kost."

8 · Differentialdiagnosen
Differentialdiagnose Unterscheidungsmerkmal Ausschluss durch
Obere GI-Blutung Hämatochezie möglich bei massiver Blutung; Meläna ÖGD (immer zuerst!)
Hämorrhoiden Hellrotes Blut auf Stuhl/Papier, oft bei Defäkation Proktoskopie, aber Koloskopie zum Karzinom-Ausschluss
Kolorektales Karzinom Gewichtsverlust, Stuhlunregelmäßigkeiten, okkulte Blutung Koloskopie mit Biopsie
CED (Colitis ulcerosa) Blutig-schleimige Diarrhö, Tenesmen, jüngere Patienten Koloskopie, Histologie
Ischämische Kolitis Akute Bauchschmerzen, blutige Diarrhö, ältere Patienten CT-Angiographie, Koloskopie
⚠️ 9 · Komplikationen

Akute Komplikationen

  • Hämorrhagischer Schock → Volumenmangelschock bei massiver Blutung
  • Multiorganversagen → bei protrahiertem Schock
  • Aspiration → bei Vigilanzminderung während Endoskopie
  • Perforation → iatrogen bei Koloskopie/Intervention

Spätkomplikationen

  • Rezidivblutung → bis zu 25% bei Divertikelblutung
  • Transfusionsassoziierte Komplikationen
  • Stenose → nach endoskopischer Intervention
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Hämodynamische Instabilität Schock durch massiven Blutverlust Volumenersatz, Notfalltransfusion, Intensivstation
Anhaltende massive Blutung Lebensbedrohliche Situation Notfall-CT, Angiographie/OP
Peritonitis-Zeichen Perforation, akutes Abdomen Notfall-OP, keine Koloskopie!
Bewusstseinstrübung Schwerer Schock, zerebrale Hypoperfusion Intubation erwägen, Intensivstation
Hb-Abfall > 2 g/dl/24h Anhaltende signifikante Blutung Erneute Diagnostik, Transfusion
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. Bei Hämatochezie immer zuerst obere GI-Blutung durch ÖGD ausschließen
  2. Häufigste Ursachen: Hämorrhoiden, Divertikelblutung, Angiodysplasie
  3. 80% der Blutungen sistieren spontan
Frage 1 (Diagnostik): Ein 72-jähriger Patient stellt sich mit Hämatochezie vor. Welche Untersuchung sollte zuerst durchgeführt werden?
A) Koloskopie
B) Ösophagogastroduodenoskopie
C) CT-Abdomen
D) Kapselendoskopie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Über 10% der Patienten mit Hämatochezie haben eine obere GI-Blutung. Daher muss diese zuerst durch ÖGD ausgeschlossen werden, bevor eine Koloskopie erfolgt.
Frage 2 (Diagnostik): Welcher Laborbefund spricht eher für eine obere als für eine untere GI-Blutung?
A) Erhöhtes Laktat
B) Erhöhter Harnstoff bei normalem Kreatinin
C) Erniedrigte Thrombozyten
D) Erhöhtes CRP
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Bei oberer GI-Blutung wird Blut im Darm bakteriell abgebaut, wobei Harnstoff entsteht und resorbiert wird. Dies führt zu einem isolierten Harnstoffanstieg bei normalem Kreatinin.
Frage 3 (Therapie): Welches ist die Methode der Wahl zur endoskopischen Blutstillung bei einer Angiodysplasie des Kolons?
A) Unterspritzung mit Adrenalin
B) Argon-Plasma-Koagulation (APC)
C) Gummibandligatur
D) Fibrinkleber-Injektion
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Die Argon-Plasma-Koagulation (APC) ist die Methode der Wahl bei Angiodysplasien. Sie ermöglicht eine oberflächliche Koagulation mit geringem Perforationsrisiko.
Frage 4 (Therapie): Welcher Ziel-Hämoglobinwert sollte bei einem kreislaufstabilen Patienten ohne kardiale Vorerkrankungen angestrebt werden?
A) > 10 g/dl
B) > 9 g/dl
C) 7-8 g/dl
D) > 12 g/dl
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Leitliniengerecht wird bei kreislaufstabilen Patienten ohne schwere kardiovaskuläre Erkrankungen ein restriktives Transfusionsregime mit einem Ziel-Hb von 7-8 g/dl empfohlen.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Ein Patient mit unterer GI-Blutung zeigt Abwehrspannung im Abdomen. Was ist das weitere Vorgehen?
A) Sofortige Koloskopie zur Blutungsquellensuche
B) CT-Abdomen und chirurgisches Konsil
C) Abführen und elektive Koloskopie
D) Angiographie zur Embolisation
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Abwehrspannung ist ein Zeichen für Peritonitis, möglicherweise durch Perforation. Eine Koloskopie ist kontraindiziert! Es muss sofort eine CT-Bildgebung und chirurgische Evaluation erfolgen.
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Bei welcher Blutungsrate kann eine Angio-CT eine aktive Blutung detektieren?
A) 0,01 ml/min
B) 0,1-0,5 ml/min
C) 0,5-1 ml/min
D) > 5 ml/min
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Die CT-Angiographie kann Blutungen ab ca. 0,5-1 ml/min detektieren. Die Szintigraphie ist sensitiver (0,1-0,5 ml/min), aber weniger spezifisch für die genaue Lokalisation.
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Ein 25-jähriger Patient hat blutig-schleimige Durchfälle mit Tenesmen. Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
A) Divertikelblutung
B) Angiodysplasie
C) Chronisch-entzündliche Darmerkrankung
D) Hämorrhoiden
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Blutig-schleimige Diarrhö mit Tenesmen bei einem jungen Patienten ist typisch für eine CED (v.a. Colitis ulcerosa). Divertikelblutung und Angiodysplasie treten typischerweise bei älteren Patienten auf.
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Welches Merkmal unterscheidet eine ischämische Kolitis von einer Divertikelblutung?
A) Hellrotes Blut
B) Akute abdominelle Schmerzen
C) Alter > 65 Jahre
D) Sistieren der Blutung
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Die ischämische Kolitis geht typischerweise mit akuten, krampfartigen Bauchschmerzen einher, während die Divertikelblutung klassischerweise schmerzlos verläuft. Beide betreffen ältere Patienten.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
Hämatochezie "Das ist frisches, hellrotes Blut im oder auf dem Stuhl."
Meläna "Das ist schwarzer, klebriger Stuhl wie Teer – ein Zeichen für Blutung weiter oben im Magen."
Divertikel "Das sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, wie kleine Taschen."
Angiodysplasie "Das sind erweiterte, dünne Blutgefäße in der Darmwand, die manchmal bluten können."
Koloskopie "Eine Darmspiegelung – wir schauen mit einer Kamera in Ihren Dickdarm."
Hämoclip "Eine kleine Metallklammer, die wir bei der Spiegelung auf ein blutendes Gefäß setzen."
Embolisation "Dabei verschließen wir das blutende Gefäß von innen über einen Katheter."

Zusammenfassung

Die untere GI-Blutung manifestiert sich als Hämatochezie und ist meist durch Hämorrhoiden oder Divertikelblutung bedingt. Wichtig ist der initiale Ausschluss einer oberen GI-Blutung durch ÖGD. Die meisten Blutungen sistieren spontan; bei Persistenz stehen endoskopische, angiographische und operative Optionen zur Verfügung.

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.