Definition
Vorhofflimmern (VHF) ist eine supraventrikuläre Tachyarrhythmie mit unkoordinierter elektrischer Aktivierung der Vorhöfe (Frequenz 350–600/min) und daraus resultierender ineffektiver Vorhofkontraktion. Es ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung bei Erwachsenen.
Pathophysiologie
Multiple kreisende Erregungen (Reentry) in den Vorhöfen, ausgehend meist von ektopen Foci im Bereich der Pulmonalvenenmündungen. Der AV-Knoten filtert die unregelmäßigen Impulse, sodass die Ventrikel arrhythmisch und meist tachykard schlagen. Die fehlende Vorhofkontraktion begünstigt Thrombenbildung im linken Vorhofohr.
Epidemiologie
| Prävalenz | 1,5–2% der Bevölkerung (~1,6 Mio. in Deutschland) |
| Typisches Alter | >65 Jahre (10% der >80-Jährigen) |
| Geschlecht | m > w (1,2:1) |
Klassifikation (ESC 2024)
| Erstdiagnostiziert | Erstmalige Dokumentation, unabhängig von Dauer |
| Paroxysmal | Spontane Konversion innerhalb von 7 Tagen |
| Persistierend | >7 Tage oder Kardioversion erforderlich |
| Lang-persistierend | >12 Monate, Rhythmuskontrolle angestrebt |
| Permanent | Rhythmuskontrolle nicht mehr angestrebt |
Risikofaktoren
- Alter >65 Jahre
- Männliches Geschlecht
- Genetische Prädisposition
- Arterielle Hypertonie
- Herzinsuffizienz
- Adipositas
- Diabetes mellitus
- Alkoholkonsum
- Schlafapnoe
