Infektiöse Endokarditis – FSP-Fall

Kardiologie Häufig Notfall Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Fall zur infektiösen Endokarditis: Fieber, Herzgeräusch, TEE mit Vegetationen, Duke-Kriterien 2023 und Antibiotikatherapie nach ESC-Leitlinie.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Fieber + neues/verändertes Herzgeräusch
  • Diagnostischer Standard: Transösophageale Echokardiographie (TEE) + Blutkulturen (modifizierte Duke-Kriterien 2023)
  • Erste Maßnahme: 3 Blutkulturpaare (aerob/anaerob) vor Antibiotikagabe
  • Wichtigste Kontraindikation: Keine Antibiotikagabe vor Blutkulturentnahme (außer bei Sepsis)
  • Prognose: Letalität 20–30%, abhängig von Erreger und Klappentyp

1 · Leitfall

Notaufnahme J., m Fieber und Luftnot
"Herr Doktor, seit zwei Wochen habe ich immer wieder Fieber und Schüttelfrost. Jetzt bekomme ich auch schlecht Luft und fühle mich total schlapp. Vor drei Monaten war ich beim Zahnarzt und hatte eine Wurzelbehandlung."
2 · Krankheitsbild

Definition

Die infektiöse Endokarditis (IE) ist eine mikrobielle Infektion des Endokards, meist der Herzklappen. Sie entsteht durch Bakteriämie mit Absiedlung von Erregern auf vorgeschädigtem oder prothetischem Klappengewebe und führt zur Bildung infizierter Vegetationen.

Pathophysiologie

Endothelschädigung → sterile Fibrin-Thrombozyten-Vegetation → Bakteriämie → Besiedlung der Vegetation → infizierte Vegetation mit Gewebsdestruktion. Die Vegetationen können embolisieren und zu septischen Metastasen führen (Gehirn, Milz, Niere).

Epidemiologie

Inzidenz 3–10/100.000/Jahr (steigend)
Typisches Alter 50–70 Jahre
Geschlecht m:w = 2:1
Letalität 20–30%

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Angeborene Herzfehler
  • Bikuspide Aortenklappe
  • Rheumatische Herzerkrankung
  • Z.n. Endokarditis
Modifizierbar:
  • i.v.-Drogenabusus
  • Schlechte Zahnhygiene
  • Diabetes mellitus
  • Immunsuppression

Erregerspektrum

Erreger Häufigkeit Besonderheit
Staphylococcus aureus 30–40% Akuter Verlauf, hohe Letalität
Streptokokken (Viridans) 20–30% Subakuter Verlauf (Endocarditis lenta)
Enterokokken 10–15% Häufig bei älteren Patienten, nach TAVI
HACEK-Gruppe 3–5% Langsames Wachstum, verlängerte Inkubation
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Aktuell Seit wann haben Sie Fieber? Wie hoch? Akuter vs. subakuter Verlauf
Verlauf Hatten Sie Schüttelfrost oder Nachtschweiß? Typische B-Symptomatik bei IE
Vorerkrankungen Haben Sie einen Herzfehler oder eine künstliche Herzklappe? Prädisponierende Herzerkrankung
Eintrittspforte Waren Sie kürzlich beim Zahnarzt? Haben Sie Wunden oder Infektionen? Bakterielle Eintrittspforte identifizieren
Risiko Spritzen Sie sich Drogen? Haben Sie einen Venenkatheter? i.v.-Drogenabusus → Rechtsherzendokarditis

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, ich bin . Was führt Sie zu uns?

Patient:

Ich habe seit zwei Wochen immer wieder Fieber, bis 39 Grad, und Schüttelfrost. Außerdem bekomme ich schlecht Luft.

Arzt:

Das tut mir leid zu hören. Haben Sie auch Nachtschweiß oder ungewollten Gewichtsverlust bemerkt?

Patient:

Ja, nachts wache ich manchmal schweißgebadet auf. Und ich habe bestimmt 3 Kilo abgenommen.

Arzt:

Haben Sie einen bekannten Herzfehler oder eine künstliche Herzklappe?

Patient:

Mir wurde mal gesagt, ich hätte eine verdickte Herzklappe. Und vor drei Monaten hatte ich eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt.

Prüfungsfokus

  • Immer nach Eintrittspforte fragen (Zähne, Haut, i.v.-Zugang)
  • Prädisponierende Herzerkrankung erfragen
  • B-Symptomatik: Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust
4 · Befund

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Inspektion Blässe, Petechien (Konjunktiven, Mundschleimhaut), Splinter-Hämorrhagien (subungual), Janeway-Läsionen (schmerzlose Erytheme palmar/plantar), Osler-Knötchen (schmerzhafte Knötchen an Fingern/Zehen)
Palpation Splenomegalie (ca. 30%), ggf. Trommelschlägelfinger bei chronischem Verlauf
Perkussion Ggf. vergrößerte Milzdämpfung
Auskultation Neues oder verändertes Herzgeräusch (pathognomonisch!), ggf. Zeichen der Herzinsuffizienz (feuchte RGs)

Labor

Parameter Veränderung Bedeutung
CRP/BSG ↑↑ Entzündungsmarker, Verlaufskontrolle
Leukozyten ↑ (oder normal) Kann bei subakutem Verlauf normal sein
Procalcitonin Bakterielle Infektion
Hämoglobin Normochrome Anämie (80%)
Blutkulturen Positiv 3 Paare (aerob/anaerob), vor Antibiotika!
Urinstatus Mikrohämaturie Embolische Nierenläsionen

Bildgebung

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
TTE Vegetationen, Klappeninsuffizienz Erste Bildgebung bei V.a. IE
TEE (Goldstandard) Vegetationen >2mm, Abszesse, Fistel Bei neg. TTE, Klappenprothese, Komplikationen
CT Thorax/Abdomen Septische Embolien (Lunge, Milz, Niere) Staging, Komplikationssuche
cMRT/cCT Zerebrale Embolien, mykotische Aneurysmen Neurologische Symptome
PET-CT Erhöhte FDG-Aufnahme an der Klappe Prothesenendokarditis, unklare Fälle

Modifizierte Duke-Kriterien (ESC 2023)

Kategorie Kriterien
Hauptkriterien 1. Positive Blutkulturen (typische Erreger) 2. Bildgebung positiv (Vegetation, Abszess, Dehiszenz) 3. Embolische Läsionen (NEU 2023)
Nebenkriterien Prädisposition, Fieber >38°C, vaskuläre Phänomene, immunologische Phänomene, positive Blutkultur (nicht Hauptkriterium)
Definitive IE 2 Hauptkriterien ODER 1 Haupt + 3 Neben ODER 5 Nebenkriterien

Goldstandard

TEE + 3 Blutkulturpaare + modifizierte Duke-Kriterien (ESC 2023)

5 · Therapie

Akuttherapie

Maßnahme Details
Blutkulturen 3 Paare (aerob/anaerob) aus verschiedenen Punktionsstellen, VOR Antibiotikagabe
Empirische Antibiotikatherapie Nativklappe: Ampicillin + Flucloxacillin + Gentamicin; Prothese: + Rifampicin (leitliniengerecht)
Gezielte Therapie Nach Antibiogramm anpassen, Therapiedauer 4–6 Wochen i.v.
Endokarditis-Team Kardiologie + Herzchirurgie + Infektiologie + Mikrobiologie

Antibiotikatherapie nach Erreger (leitliniengerecht)

Erreger Therapie Dauer
Streptokokken (empfindlich) Penicillin G oder Ceftriaxon 4 Wochen
MSSA Flucloxacillin/Oxacillin 4–6 Wochen
MRSA Daptomycin + Ceftarolin (ESC 2023) 6 Wochen
Enterokokken Ampicillin + Ceftriaxon oder Ampicillin + Gentamicin 6 Wochen

OP-Indikationen (Dringlich)

Indikation Timing
Herzinsuffizienz durch Klappendestruktion Notfall (<24h)
Unkontrollierte Infektion (Abszess, Fistel) Dringlich (<7 Tage)
Große Vegetationen (>10mm) + Embolie Dringlich (<7 Tage)
Persistierende Bakteriämie >7 Tage Elektiv nach Stabilisierung

Langzeittherapie

Maßnahme Details
Orale Sequenztherapie Nach 10–14 Tagen i.v. möglich bei stabilen Patienten (ESC 2023, POET-Studie)
Fokussanierung Zahnsanierung, Entfernung infizierter Katheter/Devices
Nachsorge Echokardiographie-Kontrolle, CRP-Verlauf
Endokarditisprophylaxe Lebenslang bei Hochrisikopatienten vor zahnärztlichen Eingriffen
6 · Arztbrief

Anamnese:
Der -jährige Patient habe sich mit seit zwei Wochen bestehendem Fieber bis 39°C, Schüttelfrost und zunehmender Belastungsdyspnoe vorgestellt. Anamnestisch sei eine Wurzelbehandlung vor drei Monaten erfolgt. Der Patient leide an einer bekannten bikuspiden Aortenklappe. Er habe zusätzlich Nachtschweiß und einen Gewichtsverlust von 3 kg bemerkt.

Körperliche Untersuchung:
Bei Aufnahme habe sich der Patient in reduziertem Allgemeinzustand präsentiert. Die Körpertemperatur habe 38,7°C betragen. Auskultatorisch sei ein diastolisches Decrescendo-Geräusch über dem Erb-Punkt neu aufgefallen. Die Konjunktiven hätten Petechien gezeigt. Die Milz sei palpatorisch vergrößert gewesen.

Diagnostik:
Laborchemisch hätten sich ein CRP von 85 mg/l, eine BSG von 65 mm/h sowie eine normochrome Anämie (Hb 10,2 g/dl) gezeigt. In allen drei Blutkulturentnahmen seien Streptococcus viridans nachgewiesen worden. Die TEE habe eine 12 mm große, flottierende Vegetation an der Aortenklappe mit mittelgradiger Aortenklappeninsuffizienz ergeben.

Diagnose:
Infektiöse Endokarditis der Aortenklappe mit Streptococcus viridans bei bikuspider Aortenklappe.

Therapie:
Es sei eine kalkulierte Antibiotikatherapie mit Penicillin G leitliniengerecht für 4 Wochen i.v. begonnen worden. Der Fall sei im Endokarditis-Team besprochen worden. Bei stabilen Kreislaufverhältnissen und fehlenden Komplikationen sei zunächst ein konservatives Vorgehen beschlossen worden.

Procedere:
Fortführung der Antibiotikatherapie, tägliche Fieberkurve, wöchentliche CRP-Kontrolle. TEE-Kontrolle nach 2 Wochen. Anbindung an die kardiologische Ambulanz. Zahnsanierung im Intervall. Endokarditisausweis aushändigen.

7 · SBAR

S – Situation

Hier ist von der Inneren Station. Ich übergebe Ihnen Herrn , Jahre, mit gesicherter infektiöser Endokarditis der Aortenklappe.

B – Background

Bekannte bikuspide Aortenklappe. Z.n. Wurzelbehandlung vor 3 Monaten. Nachweis von Streptococcus viridans in allen Blutkulturen. TEE: 12mm Vegetation an der Aortenklappe.

A – Assessment

Unter laufender Antibiotikatherapie mit Penicillin G (Tag 5) entfiebert. CRP rückläufig von 85 auf 45 mg/l. Kreislaufstabil. Aktuell keine Herzinsuffizienzzeichen.

R – Recommendation

Bitte weiterführen: Penicillin G für insgesamt 4 Wochen. Täglich Fieberkontrolle. Bei erneutem Fieber oder Dyspnoe: sofortige Rücksprache mit Kardiologie. TEE-Kontrolle in 1 Woche geplant.

8 · Differentialdiagnosen
Diagnose Gemeinsamkeit Unterschied Ausschluss
Rheumatisches Fieber Fieber, Herzgeräusch, erhöhte Entzündungsmarker Vorausgehende Streptokokken-Pharyngitis, Jones-Kriterien ASL-Titer, Rachenabstrich, Echokardiographie
Systemischer Lupus erythematodes Fieber, Endokardbeteiligung (Libman-Sacks) Schmetterlingserythem, Arthritis, ANA positiv ANA, Anti-dsDNA, Blutkulturen negativ
Atriales Myxom Fieber, Embolien, Herzgeräusch Lageabhängiges Geräusch, keine Bakteriämie Echokardiographie, Blutkulturen negativ
Sepsis anderer Ursache Fieber, positive Blutkulturen, erhöhte Entzündungsmarker Kein neues Herzgeräusch, identifizierbarer Fokus Echokardiographie ohne Vegetationen
Malignom (B-Symptomatik) Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust Kein akuter Verlauf, kein Herzgeräusch Blutkulturen negativ, CT-Staging, Biopsie
⚠️ 9 · Komplikationen

Akute Komplikationen

  • Akute Herzinsuffizienz → durch Klappendestruktion, häufigste Todesursache
  • Septische Embolien → zerebral (Schlaganfall), Milz, Niere, Koronarien
  • Perivalvulärer Abszess → AV-Block bei Aortenklappenabszess
  • Mykotisches Aneurysma → zerebrale Blutung
  • Septischer Schock → besonders bei S. aureus

Spätkomplikationen

  • Chronische Herzinsuffizienz → durch Klappeninsuffizienz
  • Rezidiv → besonders bei Klappenprothesen
  • Glomerulonephritis → Immunkomplex-vermittelt
  • Spondylodiszitis → septische Metastase
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Akute Dyspnoe + Hypotonie Akute Herzinsuffizienz durch Klappendestruktion Notfall-OP, Intensivstation
Neurologische Defizite Septische zerebrale Embolie cCT/cMRT, Neurologie, OP-Timing prüfen
AV-Block (neu) Perivalvulärer Abszess mit Reizleitungsstörung TEE, dringliche OP-Indikation
Persistierendes Fieber >7 Tage Therapieversagen, Abszess, resistenter Erreger TEE-Kontrolle, Antibiotika-Eskalation, OP erwägen
Rezidivierende Embolien Große, mobile Vegetation Dringliche OP-Indikation
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. TEE + 3 Blutkulturpaare VOR Antibiotikagabe = diagnostischer Goldstandard
  2. S. aureus = häufigster Erreger, akuter Verlauf, hohe Letalität
  3. Akute Herzinsuffizienz = Notfall-OP-Indikation
Frage 1 (Diagnostik): Welche Untersuchung ist der Goldstandard zur Diagnose einer infektiösen Endokarditis?
A) Transthorakale Echokardiographie (TTE)
B) Transösophageale Echokardiographie (TEE)
C) Herz-MRT
D) CT-Angiographie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Die TEE hat eine höhere Sensitivität (>90%) für Vegetationen und Abszesse als die TTE und ist Goldstandard, insbesondere bei Klappenprothesen und negativer TTE.
Frage 2 (Diagnostik): Wie viele Blutkulturpaare sollten bei V.a. infektiöse Endokarditis abgenommen werden?
A) 1 Paar
B) 2 Paare
C) 3 Paare
D) 5 Paare
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Mindestens 3 Blutkulturpaare (aerob/anaerob) aus verschiedenen Punktionsstellen sollten VOR Antibiotikagabe abgenommen werden. Bei anhaltend positiven Kulturen bei S. aureus: alle 2–3 Tage wiederholen.
Frage 3 (Therapie): Welche Antibiotikakombination wird bei empirischer Therapie einer Nativklappen-Endokarditis leitliniengerecht empfohlen?
A) Ceftriaxon Monotherapie
B) Ampicillin + Flucloxacillin + Gentamicin
C) Vancomycin Monotherapie
D) Ciprofloxacin + Metronidazol
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Die empirische Therapie sollte Streptokokken, Staphylokokken und Enterokokken abdecken. Die Kombination Ampicillin + Flucloxacillin + Gentamicin ist leitliniengerecht.
Frage 4 (Therapie): Wann ist eine Umstellung auf orale Antibiotikatherapie bei infektiöser Endokarditis möglich (ESC 2023)?
A) Sofort nach Erregernachweis
B) Nach 3–5 Tagen i.v.-Therapie
C) Nach 10–14 Tagen i.v.-Therapie bei stabilen Patienten
D) Nie, immer komplette i.v.-Therapie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Nach der POET-Studie und ESC 2023 ist bei stabilen Patienten mit unkomplizierter linksseitiger Endokarditis eine orale Sequenztherapie nach 10–14 Tagen i.v.-Therapie möglich.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Welche Komplikation stellt eine Notfall-OP-Indikation (<24h) dar?
A) Vegetation >10mm
B) Akute Herzinsuffizienz durch Klappendestruktion
C) Persistierendes Fieber
D) Positive Blutkulturen nach 5 Tagen
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Akute Herzinsuffizienz durch Klappendestruktion ist die häufigste Todesursache und erfordert eine Notfall-OP innerhalb von 24 Stunden.
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Ein Patient mit Aortenklappenendokarditis entwickelt plötzlich einen AV-Block III°. Woran denken Sie?
A) Medikamentennebenwirkung
B) Perivalvulärer Abszess
C) Zerebrale Embolie
D) Elektrolytstörung
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Ein neu aufgetretener AV-Block bei Aortenklappenendokarditis ist hochverdächtig auf einen perivalvulären Abszess mit Beteiligung des Reizleitungssystems. Dies ist eine dringliche OP-Indikation.
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Welcher Befund spricht GEGEN eine infektiöse Endokarditis und eher für ein atriales Myxom?
A) Positive Blutkulturen
B) Lageabhängiges Herzgeräusch
C) Splinter-Hämorrhagien
D) Osler-Knötchen
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Ein lageabhängiges Herzgeräusch (z.B. bei Lagewechsel verschwindend) ist typisch für ein atriales Myxom, nicht für eine Endokarditis. Blutkulturen sind beim Myxom negativ.
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Ein Patient mit Endokarditis durch Streptococcus gallolyticus (bovis) sollte zusätzlich welche Untersuchung erhalten?
A) Bronchoskopie
B) Koloskopie
C) Gastroskopie
D) Zystoskopie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Etwa 60% der Patienten mit Streptococcus gallolyticus (früher S. bovis)-Endokarditis haben Kolontumore (Polypen oder Karzinome). Eine Koloskopie ist obligat.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
Endokarditis "Eine Entzündung der Herzinnenhaut, meist an den Herzklappen, durch Bakterien verursacht."
Vegetation "Ein kleines Klümpchen aus Bakterien und Blutgerinnseln, das an der Herzklappe haftet."
Septische Embolie "Wenn sich ein infiziertes Klümpchen löst und in andere Organe wie Gehirn oder Niere wandert."
TEE "Ein Ultraschall des Herzens durch die Speiseröhre, der genauere Bilder als durch die Brustwand liefert."
Blutkultur "Eine Blutuntersuchung, bei der wir schauen, ob Bakterien im Blut schwimmen."
Osler-Knötchen "Schmerzhafte kleine Knötchen an den Fingern oder Zehen, ein Zeichen der Endokarditis."
Janeway-Läsionen "Schmerzlose rote Flecken an Händen oder Füßen durch kleine Bakterieneinstreuungen."
Duke-Kriterien "Ein Punktesystem, mit dem wir die Diagnose Endokarditis sicherer stellen können."

Zusammenfassung

Die infektiöse Endokarditis ist eine schwere Infektion der Herzklappen mit hoher Letalität. Die Diagnose erfolgt nach den modifizierten Duke-Kriterien (ESC 2023) mit TEE und Blutkulturen. Die Therapie ist eine mehrwöchige Antibiotikagabe, bei Komplikationen ist eine herzchirurgische Intervention erforderlich. Patienten mit überstandener Endokarditis benötigen lebenslange Endokarditisprophylaxe vor Risikoeingriffen.

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.