Definition
Die obere gastrointestinale Blutung (OGIB) bezeichnet eine Blutung proximal des Treitz'schen Bandes, d.h. aus Ösophagus, Magen oder Duodenum. Sie macht ca. 90% aller GI-Blutungen aus und ist ein häufiger gastroenterologischer Notfall.
Pathophysiologie
Die Blutung entsteht durch Erosion oder Ulzeration der Schleimhaut mit Arrosion von Gefäßen. Bei peptischen Ulzera führt die Säure-Pepsin-Exposition zur Gewebeschädigung. Bei Varizenblutungen bedingt die portale Hypertension eine Kollateralbildung mit fragilen, erweiterten Venen.
Epidemiologie
| Inzidenz | 50–150/100.000/Jahr |
| Typisches Alter | >50 Jahre |
| Geschlecht | m:w = 2:1 |
Häufigste Ursachen
| Ulcus duodeni/ventriculi | 35–50% |
| Ösophagus-/Fundusvarizen | 10–20% |
| Erosive Gastritis/Duodenitis | 10–15% |
| Mallory-Weiss-Syndrom | 5–10% |
Risikofaktoren
- Alter >65 Jahre
- Männliches Geschlecht
- Z.n. GI-Blutung
- NSAR/ASS-Einnahme
- Antikoagulation
- H. pylori-Infektion
- Alkoholabusus
