STEMI (Enfarktusa mîyokardê ya bi bilindbûna ST)

📍 Baden-Württemberg, Bakurê Ren-Westfalen, Bavyerna +13

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0 · Auf einen Blick

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  • Leitsymptom: Retrosternaler Vernichtungsschmerz mit Ausstrahlung in linken Arm/Kiefer
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  • Diagnostischer Standard: EKG innerhalb 10 min, ST-Hebungen ≥1 mm in ≥2 Ableitungen
  • \n

  • Erste Maßnahme: MONA-B + Heparin + P2Y12-Hemmer, Door-to-Balloon <90 min
  • \n

  • Wichtigste Kontraindikation: Bei V.a. Aortendissektion → keine Antikoagulation
  • \n

  • Prognose: Bei rascher Reperfusion gute Prognose; kardiogener Schock: Mortalität >50%
  • \n

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1 · Leitfall

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\n Notaufnahme\n 52 J., m\n Vernichtungsschmerz\n

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\n „Herr Doktor, ich habe furchtbare Schmerzen hier in der Brust – wie ein Schraubstock! Der Schmerz geht bis in meinen linken Arm. Mir ist übel und ich schwitze wie verrückt.“\n

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\n ⏱️ Hinweis: Akuter Beginn vor 1 h\n Hinweis: Schmerzstärke 10/10\n Hinweis: Kaltschweißigkeit, Übelkeit\n Hinweis: 30 Pack-Years\n Hinweis: Positive Familienanamnese\n

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→ Welche Sofortdiagnostik und Akuttherapie leiten Sie ein?

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2 · Lernziele

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Der akute Myokardinfarkt ist ein Klassiker der FSP – sowohl für Anamnese, Aufklärung als auch für die Arzt-Arzt-Übergabe.

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Nach diesem Modul kannst du:

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  • Die typische Notfallanamnese bei akutem Thoraxschmerz strukturiert erheben (OPQRST)
  • \n

  • EKG-Befunde interpretieren und die STEMI-Diagnose begründet präsentieren
  • \n

  • Den Patienten über Akuttherapie und Herzkatheter verständlich aufklären
  • \n

  • Eine strukturierte Arzt-Arzt-Übergabe nach SBAR-Prinzip durchführen
  • \n

  • Zeitkritische Therapieentscheidungen begründen („Time is muscle“)
  • \n

  • Einen vollständigen Entlassungsbrief mit Konjunktiv I verfassen
  • \n

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3 · Definition und Pathophysiologie

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Definition

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Ein akuter Myokardinfarkt ist eine Nekrose des Herzmuskels infolge akuter Ischämie, typischerweise durch thrombotischen Verschluss einer Koronararterie.

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Pathophysiologie

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Atherosklerotische Plaques in den Koronararterien können durch mechanische oder entzündliche Faktoren rupturieren. An der freiliegenden thrombogenen Oberfläche bildet sich ein Thrombus, der das Gefäß teilweise oder vollständig verschließt.

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Klassifikation

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STEMI (ST-Hebungsinfarkt): Kompletter Gefäßverschluss → ST-Hebungen im EKG → sofortige Reperfusion erforderlich.
\n NSTEMI (Nicht-ST-Hebungsinfarkt): Partieller Verschluss oder Kollateralversorgung → Troponin ↑, aber keine ST-Hebungen.
\n Instabile Angina pectoris: Keine Troponin-Erhöhung, aber typische Klinik.

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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    \n

  • „Was versteht man unter einem STEMI?“
  • \n

  • „Erklären Sie mir kurz die Pathophysiologie des Herzinfarkts.“
  • \n

  • „Was unterscheidet STEMI von NSTEMI?“
  • \n

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Satzbausteine:

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    \n

  • „Beim STEMI handelt es sich um einen kompletten thrombotischen Verschluss einer Koronararterie.“
  • \n

  • „Pathophysiologisch liegt eine Plaqueruptur mit nachfolgender Thrombusbildung zugrunde.“
  • \n

  • „Time is muscle – je länger die Ischämie, desto mehr Herzmuskel stirbt ab.“
  • \n

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4 · Arzt-Patient-Gespräch

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A) Anamnese

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\n Arzt\n

Guten Tag, Herr Meier. Ich bin Dr. Weber, zuständiger Arzt in der Notaufnahme. Der Rettungsdienst hat berichtet, dass Sie starke Brustschmerzen haben. Erzählen Sie mir bitte, was passiert ist.

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\n Patient\n

Herr Doktor, ich habe furchtbare Schmerzen hier in der Brust. Ich glaube, ich sterbe.

\n (atmet schwer, zeigt auf Brust)\n

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\n Arzt\n

Wir sind jetzt für Sie da und werden Ihnen helfen. Zeigen Sie mir bitte genau, wo der Schmerz sitzt.

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\n Patient\n

Hier, hinter dem Brustbein. Ein unglaublicher Druck, als würde etwas auf mir lasten.

\n (legt Hand auf Brustmitte)\n

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\n Arzt\n

Strahlt der Schmerz irgendwohin aus? In die Arme, den Rücken oder den Kiefer?

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\n Patient\n

Ja, in den linken Arm bis in die Finger. Und hier in den Hals.

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\n Arzt\n

Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie stark ist der Schmerz?

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\n Patient\n

Eine klare 10. Die schlimmsten Schmerzen meines Lebens.

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\n Arzt\n

Seit wann genau haben Sie die Schmerzen?

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\n Patient\n

Vor etwa einer Stunde, ganz plötzlich beim Fernsehen.

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\n Arzt\n

Haben Sie noch andere Beschwerden? Übelkeit, Luftnot, Schwitzen?

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\n Patient\n

Ja, mir ist übel, ich schwitze stark, und ich bekomme schwer Luft.

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\n Arzt\n

Haben Sie bekannte Vorerkrankungen? Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, erhöhte Blutfette?

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\n Patient\n

Der Hausarzt meinte, mein Blutdruck sei zu hoch. Aber ich nehme keine Medikamente.

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\n Arzt\n

Rauchen Sie?

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\n Patient\n

Ja, eine Schachtel täglich seit 30 Jahren.

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\n Arzt\n

Gab es Herzerkrankungen in Ihrer Familie?

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\n Patient\n

Mein Vater ist mit 55 an einem Herzinfarkt gestorben.

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B) Aufklärung

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\n Arzt\n

Herr Meier, ich muss Ihnen sagen: Ihre Beschwerden sprechen stark für einen Herzinfarkt. Ihr Herz bekommt an einer Stelle nicht genug Sauerstoff, weil ein Blutgefäß verstopft ist.

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\n Patient\n

Was machen Sie jetzt?

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\n Arzt\n

Wir lagern Ihren Oberkörper hoch, damit Ihr Herz leichter arbeiten kann. Gegen die Schmerzen bekommen Sie ein starkes Schmerzmittel über die Vene. Zusätzlich gebe ich Ihnen ein Medikament, das verhindert, dass das Blutgerinnsel weiter wächst.

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\n Patient\n

Und dann?

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\n Arzt\n

Dann machen wir einen Herzkatheter. Das ist die beste Behandlung. Wir führen einen dünnen Schlauch über die Leiste bis zum Herzen, öffnen das verstopfte Gefäß mit einem kleinen Ballon und setzen ein Röhrchen ein – einen Stent. Damit bleibt das Gefäß offen.

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C) Umgang mit Reaktionen

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Bei Angst

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\n Patient\n

Ich habe solche Angst… genau wie mein Vater damals…

\n (zittert, weint)\n

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\n Arzt\n

Ihre Angst ist völlig verständlich, besonders mit dieser Familiengeschichte. Aber die Behandlungsmöglichkeiten haben sich seit damals enorm entwickelt. Mit dem Herzkatheter können wir heute sehr schnell und effektiv helfen. Sie sind in guten Händen.

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Bei Bagatellisierung

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\n Patient\n

Vielleicht ist es doch nur Stress. Ich komme einfach nächste Woche wieder.

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\n Arzt\n

Ich verstehe, dass Sie sich das wünschen. Aber Ihre Beschwerden – dieser starke Brustschmerz mit Ausstrahlung, die Luftnot und das Schwitzen – sind typische Zeichen für einen Herzinfarkt. Wenn wir jetzt nicht sofort handeln, kann Herzmuskelgewebe absterben. Je schneller wir das Gefäß öffnen, desto besser sind Ihre Heilungschancen.

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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    \n

  • „Führen Sie jetzt die Anamnese durch.“
  • \n

  • „Klären Sie den Patienten über die Diagnose auf.“
  • \n

  • „Der Patient hat Angst – wie reagieren Sie?“
  • \n

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Häufige Fehler:

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    \n

  • Fachbegriffe gegenüber dem Patienten verwenden („Myokardinfarkt“ statt „Herzinfarkt“)
  • \n

  • Keine Rückfragen stellen („Haben Sie das verstanden?“)
  • \n

  • Emotionen des Patienten ignorieren
  • \n

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Satzbausteine:

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    \n

  • „Können Sie mir die Schmerzen genauer beschreiben?“
  • \n

  • „Seit wann genau haben Sie diese Beschwerden?“
  • \n

  • „Strahlt der Schmerz irgendwohin aus?“
  • \n

  • „Ich verstehe Ihre Sorge. Lassen Sie mich erklären…“
  • \n

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5 · Arzt-Arzt-Gespräch

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A) Fallvorstellung (SBAR)

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SBAR-Übergabe

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\n S – Situation: Hans Meier, 52 Jahre, Verdacht auf akuten Vorderwand-STEMI.\n

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\n B – Background: Vor einer Stunde plötzlich retrosternaler Vernichtungsschmerz (10/10) mit Ausstrahlung in linken Arm. Risikofaktoren: Nikotinabusus 30 PY, unbehandelte Hypertonie, positive FA.\n

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\n A – Assessment: EKG: ST-Hebungen V2-V5 bis 4 mm. Klinisch: blass, kaltschweißig. RR 130/80, HF 95/min.\n

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\n R – Recommendation: Sofortige PCI. Bisherige Therapie: Morphin 5mg, ASS 500mg, Nitrospray. Frage: P2Y12-Hemmer und Heparin-Dosierung?\n

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B) Rückfragen des Oberarztes

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\n OA\n

Was fehlt noch vor der PCI?

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\n Arzt\n

Komplettierung der dualen Thrombozytenaggregationshemmung mit einem P2Y12-Inhibitor – laut ESC-Leitlinie 2023 bevorzugt Ticagrelor 180 mg loading oder Prasugrel 60 mg. Zusätzlich Antikoagulation mit unfraktioniertem Heparin 70-100 IE/kg, maximal 5000 IE i.v.

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\n OA\n

Warum ist die primäre PCI die Therapie der Wahl?

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\n Arzt\n

Bei STEMI ist die primäre PCI der Goldstandard, wenn sie innerhalb von 120 Minuten nach STEMI-Diagnose durchführbar ist. Das Door-to-Balloon-Ziel liegt bei unter 90 Minuten, idealerweise unter 60 Minuten bei direkter Vorstellung. Die PCI hat höhere Reperfusionsraten und niedrigere Komplikationsraten als die Lysetherapie.

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\n OA\n

Was zeigt ein frischer Infarkt im EKG?

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\n Arzt\n

Initial ST-Hebungen in den betroffenen Ableitungen – hier V2-V5 entsprechend einem Vorderwandinfarkt bei RIVA-Verschluss. Im Verlauf entwickelt sich über Stunden bis Tage eine pathologische Q-Zacke, und das T kann negativ werden.

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\n OA\n

Wann steigt Troponin nach Symptombeginn?

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\n Arzt\n

Hochsensitives Troponin steigt typischerweise 3-4 Stunden nach Symptombeginn an und erreicht das Maximum nach 12-24 Stunden. Bei sehr früher Vorstellung kann der Wert noch im Normbereich liegen – deshalb sind serielle Kontrollen wichtig.

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\n OA\n

Medikamentöse Dauertherapie nach Infarkt?

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\n Arzt\n

Die Sekundärprävention umfasst: Hochdosierte Statine mit LDL-Ziel unter 55 mg/dl. Betablocker bei eingeschränkter LVEF. ACE-Hemmer oder AT1-Blocker bei LVEF unter 40%, Hypertonie oder Diabetes. Duale Thrombozytenaggregationshemmung mit ASS plus P2Y12-Hemmer für 12 Monate.

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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    \n

  • „Stellen Sie mir den Fall vor.“
  • \n

  • „Begründen Sie Ihre Verdachtsdiagnose.“
  • \n

  • „Welche Differentialdiagnosen kommen in Frage?“
  • \n

  • „Was ist die Door-to-Balloon-Zeit?“
  • \n

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Satzbausteine:

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    \n

  • „Ich stelle Ihnen Herrn Meier vor, 52 Jahre alt…“
  • \n

  • „Die Verdachtsdiagnose lautet STEMI, weil…“
  • \n

  • „Differentialdiagnostisch muss an eine Aortendissektion gedacht werden.“
  • \n

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Häufige Fehler:

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    \n

  • Unstrukturierte Fallvorstellung
  • \n

  • Verdachtsdiagnose ohne Begründung
  • \n

  • Fehlende Differentialdiagnosen
  • \n

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6 · Diagnostik

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A) Körperliche Untersuchung

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\n OA\n

Beschreiben Sie Ihren körperlichen Untersuchungsbefund.

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\n Arzt\n

52-jähriger Patient in reduziertem Allgemeinzustand, adipöser Ernährungszustand.

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Inspektion

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  • Haut blass, feucht, kühl
  • \n

  • Patient unruhig, schmerzverzerrt
  • \n

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✋ Palpation

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  • Periphere Pulse allseits tastbar
  • \n

  • Keine Ödeme
  • \n

  • Blutdruck seitengleich
  • \n

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Auskultation

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    \n

  • Herz: Rhythmisch, HF 95/min, Herztöne rein, keine pathologischen Geräusche
  • \n

  • Lunge: Vesikuläres Atemgeräusch beidseits, keine Rasselgeräusche
  • \n

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B) Apparative Diagnostik

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\n OA\n

Welche Untersuchungen ordnen Sie an?

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\n Arzt\n

Ich ordne an:
\n • 12-Kanal-EKG innerhalb von 10 Minuten – zur Detektion von ST-Hebungen
\n • Labor: hs-Troponin, CK, CK-MB, BB, Gerinnung, Elektrolyte, Kreatinin – zur Bestätigung der Myokardschädigung
\n • Echokardiografie:zur Beurteilung der Wandbewegungsstörungen und LVEF

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Befunde

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EKG-Befund: Sinusrhythmus, HF 95/min. ST-Hebungen V2-V5 bis 4 mm – Vorderwandinfarkt bei RIVA-Verschluss.

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Koronarangiografie: RIVA proximal 95% stenosiert, TIMI 0-1. Diagnose: 1-Gefäß-KHK mit akutem RIVA-Verschluss.

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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    \n

  • „Welche körperliche Untersuchung führen Sie durch?“
  • \n

  • „Was erwarten Sie im EKG?“
  • \n

  • „Wann steigt Troponin an?“
  • \n

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Satzbausteine:

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    \n

  • „Bei der Inspektion fällt auf, dass der Patient blass und kaltschweißig ist.“
  • \n

  • „Auskultatorisch hört man reine Herztöne ohne pathologische Geräusche.“
  • \n

  • „Im EKG erwarte ich ST-Hebungen in den Brustwandableitungen.“
  • \n

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7 · Therapie

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Therapieübersicht

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Phase Maßnahme Cave / Kontraindikation
Akut Morphin 3-5 mg i.v. – bei starken Schmerzen ⚠️ KI: Atemdepression, RR <90 mmHg
Akut ASS 250-500 mg p.o./i.v. – Thrombozytenaggregationshemmung ⚠️ KI: ASS-Allergie, aktive Blutung
Akut Ticagrelor 180 mg oder Prasugrel 60 mg – P2Y12-Hemmung ⚠️ Prasugrel-KI: Alter >75, Z.n. Stroke
Akut Heparin 70-100 IE/kg i.v. – Antikoagulation ⚠️ Max. 5000 IE
Intervention Primäre PCI + DES – Reperfusion ✓ Ziel: Door-to-Balloon <90 min
Langzeit Atorvastatin 40-80 mg – Sekundärprävention ✓ LDL-Ziel <55 mg/dl
Langzeit Betablocker, ACE-Hemmer – bei LVEF ≤40% ⚠️ BB-KI: Bradykardie, Asthma

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✅ Wichtig in der Prüfung

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    \n

  • Ticagrelor/Prasugrel vor PCI laden – schnellerer Wirkeintritt als Clopidogrel
  • \n

  • DAPT (ASS + P2Y12-Hemmer) für 12 Monate nach Stent-Implantation
  • \n

  • Hochdosierte Statine unabhängig vom Ausgangs-LDL
  • \n

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❌ Häufige Fehler

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    \n

  • NSAR nach Infarkt – erhöhtes kardiovaskuläres Risiko
  • \n

  • Zu späte P2Y12-Hemmer-Gabe – verzögerte Plättchenhemmung
  • \n

  • Betablocker bei akuter Herzinsuffizienz – Verschlechterung der Hämodynamik
  • \n

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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    \n

  • „Wie behandeln Sie diesen Patienten akut?“
  • \n

  • „Was ist die Door-to-Balloon-Zeit?“
  • \n

  • „Welche Langzeittherapie empfehlen Sie?“
  • \n

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Satzbausteine:

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    \n

  • „Die Therapie der Wahl ist die primäre PCI innerhalb von 90 Minuten.“
  • \n

  • „Kontraindiziert ist Prasugrel bei Patienten über 75 Jahren oder nach Schlaganfall.“
  • \n

  • „Zur Sekundärprävention gehören DAPT, Statine, Betablocker und ACE-Hemmer.“
  • \n

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1-Minute-Zusammenfassung:

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MONA-B + Heparin + P2Y12-Hemmer → EKG → Primäre PCI <90 min → DAPT 12 Monate + Statine + BB + ACE-I

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8 · Differentialdiagnosen

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Merke: „Big Five“ des akuten Thoraxschmerzes: ACS, Aortendissektion, Lungenembolie, SpannungsPneumothorax, Ösophagusruptur.

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Differentialdiagnose Unterscheidungsmerkmal
Aortendissektion Reißender Schmerz in Rücken, Blutdruckdifferenz >20 mmHg zwischen Armen
Lungenembolie Plötzliche Dyspnoe dominant, Tachykardie, Risikofaktoren (Immobilisation)
Pneumothorax Stechender Schmerz, einseitig abgeschwächtes AG, hypersonorer Klopfschall
Perikarditis Atemabhängiger Schmerz, Besserung im Sitzen, Perikardreiben
Ösophagusruptur Nach heftigem Erbrechen, Hautemphysem

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\n \n

⚠️ Cave: Bei Aortendissektion ist Antikoagulation kontraindiziert! Immer RR an beiden Armen messen.

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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    \n

  • „Welche Differentialdiagnosen ziehen Sie in Betracht?“
  • \n

  • „Wie grenzen Sie eine Aortendissektion vom STEMI ab?“
  • \n

  • „Warum ist die Unterscheidung wichtig?“
  • \n

\n \n

Satzbausteine:

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    \n

  • „Differentialdiagnostisch kommt eine Aortendissektion in Frage.“
  • \n

  • „Gegen eine Lungenembolie spricht, dass die Dyspnoe nicht im Vordergrund steht.“
  • \n

  • „Eine Aortendissektion kann durch CT-Angiografie ausgeschlossen werden.“
  • \n

\n

\n \n

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9 · Arztbrief

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\n \n

A) Briefaufbau

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\n Struktur:\n

    \n

  1. Anrede
  2. \n

  3. Diagnosen
  4. \n

  5. Anamnese (Konjunktiv I)
  6. \n

  7. Befunde
  8. \n

  9. Therapie
  10. \n

  11. Procedere
  12. \n

  13. Entlassmedikation
  14. \n

  15. Grußformel
  16. \n

\n

\n \n

B) Musterbrief

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\n

Universitätsklinikum Musterstadt
\n Klinik für Kardiologie
\n Direktor: Prof. Dr. med. Thomas Schneider

\n \n

Sehr geehrte Frau Kollegin,

\n \n

wir berichten über Ihren Patienten
\n Hans Meier, geb. 01.05.1973
\n Aufenthalt: 15.01.2026 – 21.01.2026

\n \n

Diagnosen:
\n 1. Akuter ST-Hebungsinfarkt (STEMI) der Vorderwand bei 1-Gefäß-KHK
\n 2. Z.n. PCI mit DES-Implantation RIVA proximal
\n 3. Arterielle Hypertonie
\n 4. Nikotinabusus

\n \n

Anamnese:
\n Der 52-jährige Patient habe sich am 15.01.2026 mit seit einer Stunde bestehenden retrosternalen Vernichtungsschmerzen vorgestellt. Der Schmerz habe in den linken Arm ausgestrahlt. Begleitend seien Dyspnoe und Kaltschweißigkeit aufgetreten. An Vorerkrankungen sei eine unbehandelte arterielle Hypertonie bekannt. Der Patient rauche seit 30 Jahren eine Schachtel täglich.

\n \n

Befund bei Aufnahme:
\n RR 130/80 mmHg, HF 95/min, SpO₂ 96%. Patient blass, kaltschweißig. EKG: ST-Hebungen V2-V5 bis 4 mm.

\n \n

Therapie:
\n Erfolgreiche PTCA mit DES-Implantation RIVA proximal. Door-to-Balloon-Zeit: 65 Minuten.

\n \n

Procedere:
\n DAPT für 12 Monate. Kardiologische Nachsorge in 3 Monaten mit Echokardiografie. Nikotinkarenz dringend empfohlen. Anschlussheilbehandlung beantragt.

\n \n

Entlassmedikation:
\n • ASS 100 mg 1-0-0 (dauerhaft)
\n • Ticagrelor 90 mg 1-0-1 (12 Monate)
\n • Atorvastatin 80 mg 0-0-1
\n • Metoprolol 47,5 mg 1-0-1
\n • Ramipril 5 mg 1-0-0

\n \n

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

\n Dr. med. Alex Weber
\n Assistenzarzt

\n

\n \n

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Prüfungsfokus

\n \n

Konjunktiv I – obligatorisch in der Anamnese:

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    \n

  • habe, berichte, sei, seien, leide, nehme, rauche
  • \n

\n \n

Häufige Fehler:

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    \n

  • Indikativ statt Konjunktiv I in der Anamnese
  • \n

  • Fehlende Entlassmedikation mit Dosierung
  • \n

  • Unvollständiges Procedere
  • \n

  • Fehlende Diagnosen-Hierarchie
  • \n

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\n \n

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10 · Warnzeichen

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\n \n

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Kardiogener Schock

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Zeichen: RR systolisch <90 mmHg, HF >100/min, kalte Extremitäten, Oligurie

\n

Bedeutung: Pumpversagen mit Mortalität >50%

\n

Sofortmaßnahme: Katecholamine, mechanische Kreislaufunterstützung (IABP, Impella)

\n

\n \n

\n

Kammerflimmern

\n

Zeichen: Pulslosigkeit, Bewusstlosigkeit

\n

Bedeutung: Häufigste Todesursache in der Akutphase

\n

Sofortmaßnahme: Sofortige Defibrillation, CPR, Amiodaron 300 mg i.v.

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\n \n

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Akutes Lungenödem

\n

Zeichen: Schwere Dyspnoe, feuchte RG, schaumiger Auswurf

\n

Bedeutung: Akute LinksHerzinsuffizienz

\n

Sofortmaßnahme: Oberkörperhoch, O₂, Furosemid i.v., NIV

\n

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V.a. Aortendissektion

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Zeichen: Schmerz in Rücken, Blutdruckdifferenz >20 mmHg

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Bedeutung: Antikoagulation kontraindiziert!

\n

Sofortmaßnahme: CT-Angiografie, Gefäßchirurgie

\n

\n \n

\n

Prüfungsfokus

\n \n

So fragt der Prüfer häufig:

\n

    \n

  • „Wann müssen Sie sofort handeln?“
  • \n

  • „Was sind Alarmzeichen beim Herzinfarkt?“
  • \n

  • „Was tun Sie bei kardiogenem Schock?“
  • \n

\n \n

Satzbausteine:

\n

    \n

  • „Ein Warnzeichen ist der kardiogene Schock, weil er auf ein Pumpversagen hinweist.“
  • \n

  • „Bei Kammerflimmern muss sofort defibrilliert werden.“
  • \n

  • „Bei V.a. Aortendissektion ist Antikoagulation kontraindiziert.“
  • \n

\n

\n \n

\n

\n

\n\n

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11 · Quiz

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\n \n

\n

Wichtigste Punkte

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    \n

  1. STEMI = ST-Hebungen + Troponin ↑ → primäre PCI <90 min
  2. \n

  3. Akuttherapie: ASS + P2Y12-Hemmer + Heparin + Morphin/Nitro
  4. \n

  5. Sekundärprävention: DAPT 12 Monate, Statine (LDL <55), BB, ACE-I
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\n Frage 1 (Diagnostik): Welche EKG-Veränderung zeigt einen alten Infarkt?\n

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A) ST-Hebung

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B) Negatives T

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C) Persistierende pathologische Q-Zacke

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D) Normales EKG

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: C
\n Die pathologische Q-Zacke ist das Zeichen eines abgelaufenen transmuralen Infarkts.\n

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\n Frage 2 (Diagnostik): Wann steigt Troponin nach Symptombeginn?\n

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A) Sofort

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B) Nach 30 min

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C) Nach 3-4 Stunden

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D) Nach 24 Stunden

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: C
\n hs-Troponin steigt 3-4 Stunden nach Symptombeginn an.\n

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\n Frage 3 (Therapie): Was ist die Therapie der Wahl bei STEMI?\n

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A) Lysetherapie

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B) Primäre PCI

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C) Nur Antikoagulation

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D) Betablocker allein

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: B
\n Die primäre PCI ist Goldstandard bei STEMI wenn <120 min durchführbar.\n

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\n Frage 4 (Therapie): Door-to-Balloon-Zeit bei STEMI?\n

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A) <30 min

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B) <90 min

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C) <6 h

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D) <24 h

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: B
\n Ziel <90 min (bei direkter Vorstellung <60 min).\n

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\n Frage 5 (Notfall): Zeichen des kardiogenen Schocks?\n

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A) RR >180 mmHg

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B) RR <90 mmHg + kalte Extremitäten

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C) Fieber >39°C

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D) Bradykardie <40/min

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: B
\n Kardiogener Schock: RR <90 mmHg, kalte Extremitäten, Oligurie – Mortalität >50%.\n

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\n Frage 6 (Notfall): Was gehört NICHT zur Dauertherapie nach Infarkt?\n

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A) Statine

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B) Betablocker

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C) ACE-Hemmer

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D) NSAR

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: D
\n NSAR sind nach Infarkt kontraindiziert wegen erhöhtem kardiovaskulärem Risiko.\n

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\n Frage 7 (DD): Welche DD zeigt Blutdruckdifferenz zwischen den Armen?\n

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A) Lungenembolie

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B) Perikarditis

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C) Pneumothorax

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D) Aortendissektion

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: D
\n Aortendissektion: RR-Differenz >20 mmHg, Antikoagulation KI!\n

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\n Frage 8 (DD): Was ist DAPT?\n

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A) ASS + Heparin

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B) Morphin + Nitro

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C) ASS + P2Y12-Hemmer

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D) Betablocker + ACE-I

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: C
\n Duale Plättchenhemmung = ASS + P2Y12-Hemmer für 12 Monate.\n

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12 · Fachbegriffe

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Fachbegriff Erklärung
Myokardinfarkt Herzinfarkt – ein Blutgefäß am Herzen ist verstopft
STEMI ST-Hebungsinfarkt – das Gefäß ist komplett verschlossen
PCI Herzkatheter – wir öffnen das Gefäß und setzen einen Stent ein
Troponin Blutwert, der bei Herzschädigung ansteigt
Door-to-Balloon Zeit von Ankunft bis Gefäßöffnung – Ziel <90 min
DAPT Zwei „Blutverdünner“ zusammen für 12 Monate
Stent Metallröhrchen, das das Gefäß offen hält
Reperfusion Wiedereröffnung des verstopften Gefäßes
Kardiogener Schock Das Herz ist zu schwach zum Pumpen – lebensbedrohlich
LVEF Pumpkraft des Herzens – normal >55%

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Zusammenfassung

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Der STEMI ist ein kardiologischer Notfall mit komplettem Koronarverschluss. Die primäre PCI innerhalb von 90 Minuten ist der Goldstandard. Die Sekundärprävention umfasst DAPT, Statine, Betablocker und ACE-Hemmer.

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Quellen

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.

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