Pneumonie

Pneumologie Häufig Konservativ Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

Die Pneumonie (Lungenentzündung) ist eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes. Erfahren Sie alles über die klinische Präsentation (Fieber, Husten, Dyspnoe), die CRB-65-Score Risikostratifizierung und die leitliniengerechte antibiotische Therapie.

0 · Auf einen Blick

  • Leitsymptom: Fieber + produktiver Husten + Dyspnoe
  • Diagnostischer Standard: Röntgen-Thorax (Infiltratnachweis)
  • Erste Maßnahme: CRB-65-Score erheben, Antibiotika einleiten
  • Wichtigste Kontraindikation: Penicillinallergie → Makrolide/Doxycyclin
  • Prognose: Ambulant <1% Letalität, stationär ~13%

1 · Leitfall

Hausarztpraxis / Notaufnahme 68 J., m Fieber und Husten seit 3 Tagen
"Herr Doktor, ich habe seit drei Tagen hohes Fieber und muss ständig husten. Der Husten ist richtig schmerzhaft, und beim Atmen tut mir die Brust weh. Ich fühle mich total schlapp und habe auch Schüttelfrost gehabt."
2 · Krankheitsbild

Definition

Die ambulant erworbene Pneumonie (CAP = Community-Acquired Pneumonia) ist eine akute Entzündung des Lungenparenchyms, die außerhalb des Krankenhauses bei nicht schwer immunsupprimierten Patienten erworben wird. Sie ist die häufigste zur Hospitalisierung führende Infektionskrankheit und mit erheblicher Morbidität und Letalität verbunden.

Pathophysiologie

Erreger gelangen meist durch Tröpfcheninfektion oder Mikroaspiration in die unteren Atemwege. Bei versagender lokaler Immunabwehr kommt es zur Vermehrung der Erreger im Alveolarraum mit konsekutiver Entzündungsreaktion, alveolärem Exsudat und Infiltratbildung. Die resultierende Gasaustauschstörung führt zu Hypoxämie.

Epidemiologie

Inzidenz 1-11/1.000 Einwohner/Jahr (altersabhängig)
Hospitalisierungsrate ~200.000/Jahr in Deutschland
Risikogruppen Ältere >65 J., Pflegeheimbewohner
Häufigster Erreger Streptococcus pneumoniae (~50%)

Erreger

Typische Erreger:
  • Streptococcus pneumoniae (häufigster)
  • Haemophilus influenzae
  • Staphylococcus aureus
Atypische Erreger:
  • Mycoplasma pneumoniae (v.a. jüngere Pat.)
  • Legionella pneumophila
  • Chlamydia pneumoniae

Risikofaktoren

Nicht modifizierbar:
  • Alter >65 Jahre
  • Immunsuppression
  • Chronische Lungenerkrankungen
Modifizierbar:
  • Rauchen
  • Alkoholabusus
  • Schlechter Ernährungszustand
3 · Anamnese

Gezielte Fragen

Bereich Frage Warum wichtig
Husten Seit wann haben Sie Husten? Ist er trocken oder mit Auswurf? Produktiver Husten → bakterielle Genese wahrscheinlicher
Fieber Haben Sie Fieber gemessen? Wie hoch? Schüttelfrost? Hohes Fieber + Schüttelfrost typisch für Pneumokokken
Atemnot Fällt Ihnen das Atmen schwer? Bei Belastung oder auch in Ruhe? Schweregradeinschätzung, Hypoxie-Risiko
Brustschmerz Haben Sie Schmerzen beim Atmen? Atemabhängig → pleuritischer Schmerz, parapneumonischer Erguss
Vorerkrankungen Haben Sie chronische Erkrankungen? COPD, Diabetes, Herzinsuffizienz? Komorbidität beeinflusst Therapie und Prognose
Medikamente Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein? Cortison? Immunsuppressiva? Immunsuppression → erweitertes Erregerspektrum
Allergien Sind bei Ihnen Allergien bekannt, insbesondere gegen Antibiotika? Penicillinallergie → alternative Therapie nötig

Beispieldialog

Arzt:

Guten Tag, Herr Müller. Ich bin Dr. Rahimi. Was führt Sie heute zu uns?

Patient:

Guten Tag. Ich habe seit drei Tagen hohes Fieber, so um die 39 Grad, und einen starken Husten mit gelblichem Auswurf.

Arzt:

Haben Sie auch Atemnot oder Schmerzen beim Atmen?

Patient:

Ja, beim tiefen Einatmen sticht es hier in der rechten Seite, und beim Treppensteigen komme ich kaum noch hoch.

Arzt:

Haben Sie Vorerkrankungen? Rauchen Sie?

Patient:

Ich habe COPD und rauche schon seit 40 Jahren. Außerdem nehme ich Tabletten gegen den Bluthochdruck.

Prüfungsfokus

  • Typische Trias: Fieber + Husten + Dyspnoe
  • Bei älteren Patienten oft oligosymptomatisch (Verwirrtheit!)
  • Komorbiditäten aktiv erfragen (COPD, Diabetes, Herzinsuffizienz)
4 · Befund

Vitalzeichen

Temp: 39,2°C | RR: 130/80 mmHg | HF: 98/min | AF: 24/min | SpO₂: 92% (Raumluft)

Körperliche Untersuchung

Methode Erwarteter Befund
Inspektion Reduzierter AZ, Tachypnoe, Nasenflügeln möglich, Zyanose bei schwerer Hypoxie
Palpation Verstärkter Stimmfremitus über Infiltrat
Perkussion Dämpfung über Infiltrat/Erguss
Auskultation Feinblasige (Knister-)Rasselgeräusche, Bronchialatmen über Infiltrat, ggf. abgeschwächtes Atemgeräusch bei Erguss

CRB-65-Score

Kriterium Definition Punkte
Confusion Neu aufgetretene Verwirrtheit 1
Respiratory rate Atemfrequenz ≥30/min 1
Blood pressure Syst. <90 mmHg oder diast. ≤60 mmHg 1
65 Alter ≥65 Jahre 1

Interpretation: 0 = ambulant möglich (Letalität <1%), 1-2 = Hospitalisation empfohlen (~8%), 3-4 = Intensivstation erwägen (>20%)

Labor

Parameter Veränderung Bedeutung
Leukozyten ↑ (typisch >12.000/µl) Bakterielle Infektion
CRP ↑↑ Entzündungsmarker, Verlaufskontrolle
Procalcitonin Bakterieller Fokus wahrscheinlich
BGA pO₂ ↓, ggf. respirat. Alkalose Oxygenierungsstörung

Bildgebung

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
Röntgen-Thorax Infiltrat (Verschattung), Lobär- oder Bronchopneumonie, ggf. Pleuraerguss Standarddiagnostik bei V.a. Pneumonie
CT-Thorax Konsolidierungen, Bronchopneumogramm, Abszess Bei unklarem Röntgenbefund, Komplikationen, DD Tumor
Thorax-Sono Pleuraerguss, Konsolidierung Schnelle Beurteilung am Bett, Punktionsplanung

Mikrobiologische Diagnostik

  • Blutkulturen: 2 Pärchen vor Antibiotikagabe (bei Hospitalisation)
  • Sputum: Gramfärbung und Kultur (falls verwertbares Material)
  • Legionellen-Antigen im Urin: Bei mittelschwerer/schwerer CAP
  • Pneumokokken-Antigen im Urin: Optional zur Therapiefokussierung

Goldstandard

Röntgen-Thorax mit Infiltratnachweis + klinische Symptomatik

5 · Therapie

Allgemeinmaßnahmen

  1. Körperliche Schonung, Bettruhe bei Fieber
  2. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  3. O₂-Gabe bei SpO₂ <90% (Ziel: SpO₂ ≥90%)
  4. Fiebersenkung: Paracetamol oder Ibuprofen bei Bedarf

Antibiotikatherapie nach Schweregrad

Setting 1. Wahl Alternative Dauer
Ambulant (leicht)
CRB-65 = 0
Amoxicillin 3×1g p.o. Azithromycin oder Doxycyclin 5-7 Tage
Ambulant mit Komorbidität Amoxicillin/Clavulansäure 3×875/125mg p.o. Moxifloxacin 1×400mg p.o. 5-7 Tage
Stationär (mittelschwer)
CRB-65 = 1-2
Ampicillin/Sulbactam i.v.
± Makrolid für 3d
Ceftriaxon i.v. ± Makrolid 5-7 Tage
Intensivstation (schwer)
CRB-65 = 3-4
Piperacillin/Tazobactam i.v.
+ Makrolid
Ceftriaxon + Makrolid + ggf. Fluorchiniolon 7-10 Tage

Cave: Penicillinallergie

  • Leicht: Makrolide (Azithromycin, Clarithromycin) oder Doxycyclin
  • Schwer: Fluorchinolone (Moxifloxacin, Levofloxacin) – Cave: Sehnenrupturen, QT-Verlängerung

Legionellen-Verdacht

  • Makrolid-Kombinationstherapie oder Fluorchinolon
  • Bei positivem Urin-Antigentest: Therapiefokussierung

Supportive Therapie

  • Thromboseprophylaxe bei bettlägerigen Patienten
  • Atemtherapie: Inhalation, Sekretmobilisation
  • Frühmobilisation sobald klinisch stabil

Therapiekontrolle

  • Klinische Reevaluation nach 48-72 Stunden
  • Bei Therapieversagen: Diagnostik erweitern, Erreger/Resistenz prüfen

Therapie der 1. Wahl

Ambulant ohne Komorbidität: Amoxicillin 3×1g p.o. für 5-7 Tage

6 · Arztbrief

Muster-Krankenhaus
Abteilung für Innere Medizin / Pneumologie
Musterstraße 1, 12345 Musterstadt

Entlassungsbrief

Patient: Horst Müller, geb. 15.03.1957, 68 Jahre
Aufnahme: 02.01.2026
Entlassung: 08.01.2026

Diagnosen

  1. Ambulant erworbene Pneumonie, rechter Unterlappen (ICD: J18.9)
  2. COPD, Stadium GOLD II (J44.1)
  3. Arterielle Hypertonie (I10)

Anamnese

Der 68-jährige Patient habe angegeben, seit drei Tagen unter Fieber bis 39°C, produktivem Husten mit gelblichem Auswurf und zunehmender Belastungsdyspnoe zu leiden. Zudem bestehe ein atemabhängiger Schmerz in der rechten Thoraxhälfte. Schüttelfrost sei am ersten Fiebertag aufgetreten. Der Patient rauche seit 40 Jahren etwa 20 Zigaretten täglich und leide seit Jahren an einer COPD.

Befund bei Aufnahme

Reduzierter Allgemeinzustand, Temp. 39,2°C, RR 130/80 mmHg, HF 98/min, AF 24/min, SpO₂ 92% unter Raumluft. Auskultation: Feinblasige Rasselgeräusche über dem rechten Unterfeld mit gedämpftem Klopfschall. CRB-65-Score: 1 Punkt (Alter ≥65).

Diagnostik

  • Labor bei Aufnahme: Leukozyten 15.400/µl, CRP 187 mg/l, PCT 2,8 ng/ml, Kreatinin 1,0 mg/dl
  • BGA (Raumluft): pO₂ 58 mmHg, pCO₂ 35 mmHg, pH 7,46
  • Röntgen-Thorax: Flächige Verschattung im rechten Unterfeld, vereinbar mit Lobärpneumonie
  • Blutkulturen: Kein Erregernachweis
  • Legionellen-Antigen Urin: Negativ

Therapie und Verlauf

Bei mittelschwerer ambulant erworbener Pneumonie wurde eine intravenöse Antibiotikatherapie mit Ampicillin/Sulbactam 3×3g eingeleitet. Ergänzend erfolgte eine Sauerstoffgabe via Nasenbrille (2-4 l/min) bei initial eingeschränkter Oxygenierung. Ab dem 3. Behandlungstag zeigte sich eine deutliche klinische Besserung mit Entfieberung und rückläufigen Entzündungswerten. Am 5. Tag erfolgte die Umstellung auf orale Therapie mit Amoxicillin/Clavulansäure. Der weitere Verlauf gestaltete sich komplikationslos.

Empfehlung

  • Medikation: Amoxicillin/Clavulansäure 875/125mg 1-0-1 für weitere 3 Tage (Gesamtdauer 7 Tage)
  • Kontrolle: Hausärztliche Vorstellung in 3-5 Tagen zur klinischen Kontrolle
  • Röntgenkontrolle: Nach 4-6 Wochen zum Ausschluss persistierender Verschattung
  • Impfberatung: Pneumokokken- und Influenza-Impfung dringend empfohlen
  • Nikotinkarenz: Rauchentwöhnung angeraten

Konjunktiv I beachten!

  • habe angegeben, leide, sei, bestehe, rauche
  • Nur in der Anamnese (indirekte Rede)
🩺️ 7 · Übergabe

SBAR-Schema

S
Situation:

Ich übergebe Ihnen Herrn Müller, 68 Jahre, mit ambulant erworbener Lobärpneumonie rechts, zur Entlassung bereit.

B
Background:

Vorerkrankungen: COPD GOLD II, arterielle Hypertonie. Langjähriger Raucher (40 pack years). Aufnahme vor 6 Tagen mit Fieber, produktivem Husten und Dyspnoe. CRB-65 bei Aufnahme: 1 Punkt.

A
Assessment:

Aktuell afebril, SpO₂ 96% unter Raumluft, Entzündungswerte rückläufig (CRP 32 mg/l). Klinisch deutlich gebessert. Antibiotische Therapie wird oral fortgeführt.

R
Recommendation:

Antibiotikatherapie oral für weitere 3 Tage. Hausärztliche Kontrolle in 3-5 Tagen. Röntgenkontrolle nach 4-6 Wochen. Bei erneutem Fieber, Atemnot oder Verschlechterung sofortige Wiedervorstellung. Impfberatung Pneumokokken/Influenza.

8 · Differentialdiagnosen
DD Unterscheidungsmerkmal Ausschluss
Akute Bronchitis Kein Infiltrat, kein hohes Fieber, weniger reduzierter AZ Röntgen-Thorax ohne Infiltrat
COPD-Exazerbation Zunahme von Dyspnoe/Husten/Sputum, oft ohne hohes Fieber Röntgen, CRP/PCT niedriger
Lungenembolie Plötzliche Dyspnoe, Tachykardie, ggf. Beinvenenthrombose D-Dimere, CT-Angiographie
Herzinsuffizienz (Dekompensation) Beinödeme, Orthopnoe, typisches Lungenödem im Röntgen NT-proBNP, Echo, Röntgen
Bronchialkarzinom B-Symptomatik, Hämoptysen, persistierende Verschattung, Raucheranamnese CT-Thorax, Bronchoskopie
Tuberkulose Subakuter Verlauf, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Risikogruppe Sputum-Mikroskopie/PCR, Quantiferon
⚠️ 9 · Komplikationen

Akute Komplikationen

  • Respiratorische Insuffizienz → O₂-Therapie, ggf. NIV/Intubation
  • Parapneumonischer Pleuraerguss → Punktion bei Empyem
  • Lungenabszess → Prolongierte Antibiotikatherapie, ggf. Drainage
  • Sepsis / Septischer Schock → Intensivtherapie
  • Kardiovaskuläre Dekompensation → Myokardinfarkt, Arrhythmien bei älteren Pat.

Spätkomplikationen

  • Persistierendes Infiltrat → Röntgenkontrolle nach 4-6 Wochen (DD: Tumor!)
  • Rezidivierende Pneumonien → Strukturelle Ursache? Immundefekt?
  • Pleuraverschwartung → Nach Empyem
10 · Red Flags
Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
SpO₂ <90% Hypoxämische respiratorische Insuffizienz O₂-Gabe, ggf. NIV, Intensivstation
Atemfrequenz ≥30/min Schwere Pneumonie (CRB-65 Punkt) Hospitalisation, engmaschiges Monitoring
RR <90 mmHg systolisch Drohender septischer Schock Volumengabe, Intensivstation, Vasopressoren
Neu aufgetretene Verwirrtheit Schwere Erkrankung, Hypoxie, Sepsis Hospitalisation, CRB-65 erhöht
Therapieversagen nach 48-72h Resistenz, atypische Erreger, Komplikation Diagnostik erweitern, Therapie eskalieren
11 · Quiz

Wichtigste Punkte

  1. CRB-65-Score zur Risikostratifizierung: Confusion, Respiratory rate ≥30, Blood pressure <90/60, Alter ≥65
  2. Amoxicillin ist Mittel der 1. Wahl bei leichter CAP ohne Komorbidität
  3. Therapiedauer: 5-7 Tage (bei unkompliziertem Verlauf)
Frage 1 (Diagnostik): Welche Untersuchung ist bei Verdacht auf ambulant erworbene Pneumonie zur Diagnosesicherung am wichtigsten?
A) CT-Thorax
B) Röntgen-Thorax
C) Bronchoskopie
D) Thorakoskopie
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Der Röntgen-Thorax ist die Standarduntersuchung zum Nachweis eines pneumonischen Infiltrats. Ein CT ist bei unklaren Befunden oder Komplikationen indiziert.
Frage 2 (Diagnostik): Welcher Parameter gehört NICHT zum CRB-65-Score?
A) Atemfrequenz ≥30/min
B) Harnstoff-Stickstoff >7 mmol/l
C) Neu aufgetretene Verwirrtheit
D) Alter ≥65 Jahre
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Der CRB-65-Score umfasst nur klinische Parameter ohne Labor. Das "U" für Urea (Harnstoff) gehört zum CURB-65-Score, der eine Laboruntersuchung voraussetzt.
Frage 3 (Therapie): Welches Antibiotikum ist Mittel der 1. Wahl bei leichter ambulant erworbener Pneumonie ohne Komorbidität?
A) Ciprofloxacin
B) Amoxicillin
C) Ceftriaxon
D) Vancomycin
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Amoxicillin ist das Mittel der 1. Wahl bei leichter CAP. Ciprofloxacin ist kontraindiziert (keine ausreichende Pneumokokken-Wirksamkeit). Ceftriaxon wird stationär i.v. gegeben.
Frage 4 (Therapie): Bei einem Patienten mit Penicillinallergie und leichter Pneumonie – welche Alternative ist geeignet?
A) Amoxicillin/Clavulansäure
B) Ampicillin
C) Azithromycin
D) Cefuroxim
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Bei Penicillinallergie sind Makrolide (Azithromycin, Clarithromycin) oder Doxycyclin Alternativen. Cephalosporine sollten bei schwerer Penicillinallergie wegen Kreuzallergie gemieden werden.
Frage 5 (Notfall/Red Flags): Ein 70-jähriger Patient mit Pneumonie zeigt: AF 32/min, RR 85/55 mmHg, Verwirrtheit. Wie hoch ist sein CRB-65-Score?
A) 1 Punkt
B) 2 Punkte
C) 3 Punkte
D) 4 Punkte
✅ Antwort anzeigen
Richtig: D
Alle 4 Kriterien sind erfüllt: Confusion (Verwirrtheit) +1, Respiratory rate ≥30 +1, Blood pressure <90/60 +1, Alter ≥65 +1 = 4 Punkte → Intensivstation indiziert!
Frage 6 (Notfall/Red Flags): Welche Maßnahme hat bei schwerer Pneumonie mit septischem Schock höchste Priorität?
A) Röntgen-Thorax
B) Umgehende Antibiotikagabe
C) Bronchoskopie
D) CT-Thorax
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Bei Sepsis ist jede Stunde Therapieverzögerung mit erhöhter Letalität assoziiert. Die kalkulierte Antibiotikatherapie muss unverzüglich erfolgen (möglichst innerhalb 1 Stunde).
Frage 7 (Differentialdiagnosen): Ein Patient mit Husten, Fieber und Dyspnoe zeigt im Röntgen-Thorax kein Infiltrat. Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
A) Lobärpneumonie
B) Akute Bronchitis
C) Lungenabszess
D) Pleuraempyem
✅ Antwort anzeigen
Richtig: B
Bei akuter Bronchitis fehlt das typische Infiltrat im Röntgen. Die Symptome können ähnlich sein, aber eine Antibiotikatherapie ist bei viraler Bronchitis nicht indiziert.
Frage 8 (Differentialdiagnosen): Welcher Befund spricht am ehesten für eine Lungenembolie statt einer Pneumonie?
A) Hohes Fieber mit Schüttelfrost
B) Produktiver Husten mit gelblichem Sputum
C) Plötzliche Dyspnoe mit Tachykardie ohne Infiltrat
D) Feinblasige Rasselgeräusche über einem Lungenfeld
✅ Antwort anzeigen
Richtig: C
Die Lungenembolie präsentiert sich typischerweise mit plötzlicher Dyspnoe und Tachykardie. Hohes Fieber und produktiver Husten sind typischer für eine Pneumonie.
12 · Fachbegriffe
Fachbegriff Erklärung für Patienten
Pneumonie "Eine Entzündung des Lungengewebes, umgangssprachlich Lungenentzündung genannt."
Infiltrat "Eine Veränderung in der Lunge, die man im Röntgenbild als Verschattung sehen kann."
Auskultation "Das Abhören der Lunge mit dem Stethoskop."
Rasselgeräusche "Atemnebengeräusche, die entstehen, wenn Flüssigkeit in den Lungenbläschen ist."
Dyspnoe "Luftnot oder Atemnot."
Sputum "Der Auswurf beim Husten, also der Schleim aus den Atemwegen."
Procalcitonin (PCT) "Ein Blutwert, der bei bakteriellen Infektionen erhöht ist."

Zusammenfassung

Die ambulant erworbene Pneumonie ist eine häufige und potenziell lebensbedrohliche Infektion. Die Risikostratifizierung erfolgt mit dem CRB-65-Score. Amoxicillin ist Mittel der 1. Wahl bei leichten Fällen. Eine frühzeitige Therapieeinleitung ist entscheidend für die Prognose.

Verwandte Fälle

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.