Definition
Das Bronchialkarzinom ist eine maligne Neoplasie des Bronchialepithels. Man unterscheidet das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC, ca. 85%) und das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC, ca. 15%). Das NSCLC umfasst Adenokarzinome, Plattenepithelkarzinome und großzellige Karzinome.
Pathophysiologie
Karzinogene Noxen (v.a. Tabakrauch) führen zu DNA-Schäden im Bronchialepithel. Über Jahre entwickeln sich Dysplasien, die in ein Carcinoma in situ und schließlich in ein invasives Karzinom übergehen. Bei NSCLC sind häufig Treibermutationen (EGFR, ALK, KRAS, ROS1) nachweisbar, die therapeutische Angriffspunkte bieten. Das SCLC zeigt fast universell TP53- und RB1-Mutationen und einen neuroendokrinen Phänotyp.
Epidemiologie
| Inzidenz | Ca. 57.000/Jahr in Deutschland (2022: 33.000 Männer, 24.000 Frauen) |
| Typisches Alter | Median 70 Jahre (Männer 71 J., Frauen 69 J.) |
| Geschlecht | m:w = 1,4:1 (Trend: steigende Inzidenz bei Frauen) |
| Mortalität | Häufigste krebsbedingte Todesursache weltweit |
Risikofaktoren
- Genetische Prädisposition
- Positive Familienanamnese
- Z.n. Thoraxbestrahlung
- Lungenfibrose
- Tabakrauchen (85-90% der Fälle)
- Passivrauchen
- Asbest, Radon, Quarzstaub
- Berufliche Karzinogenexposition
