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\n Prüfungsrelevanz: Hoch\n ⏱ 8 Min\n
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A) Anamnese
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Arzt\n
Guten Tag, Herr Meier. Ich bin Dr. Weber, zuständiger Arzt in der Notaufnahme. Der Rettungsdienst hat berichtet, dass Sie starke Brustschmerzen haben. Erzählen Sie mir bitte, was passiert ist.
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Patient\n
Herr Doktor, ich habe furchtbare Schmerzen hier in der Brust. Ich glaube, ich sterbe.
\n (atmet schwer, zeigt auf Brust)\n
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Arzt\n
Wir sind jetzt für Sie da und werden Ihnen helfen. Zeigen Sie mir bitte genau, wo der Schmerz sitzt.
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Patient\n
Hier, hinter dem Brustbein. Ein unglaublicher Druck, als würde etwas auf mir lasten.
\n (legt Hand auf Brustmitte)\n
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Arzt\n
Strahlt der Schmerz irgendwohin aus? In die Arme, den Rücken oder den Kiefer?
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Patient\n
Ja, in den linken Arm bis in die Finger. Und hier in den Hals.
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Arzt\n
Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie stark ist der Schmerz?
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Patient\n
Eine klare 10. Die schlimmsten Schmerzen meines Lebens.
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Arzt\n
Seit wann genau haben Sie die Schmerzen?
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Patient\n
Vor etwa einer Stunde, ganz plötzlich beim Fernsehen.
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Arzt\n
Haben Sie noch andere Beschwerden? Übelkeit, Luftnot, Schwitzen?
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Patient\n
Ja, mir ist übel, ich schwitze stark, und ich bekomme schwer Luft.
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Arzt\n
Haben Sie bekannte Vorerkrankungen? Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, erhöhte Blutfette?
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Patient\n
Der Hausarzt meinte, mein Blutdruck sei zu hoch. Aber ich nehme keine Medikamente.
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Arzt\n
Rauchen Sie?
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Patient\n
Ja, eine Schachtel täglich seit 30 Jahren.
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Arzt\n
Gab es Herzerkrankungen in Ihrer Familie?
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Patient\n
Mein Vater ist mit 55 an einem Herzinfarkt gestorben.
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B) Aufklärung
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Arzt\n
Herr Meier, ich muss Ihnen sagen: Ihre Beschwerden sprechen stark für einen Herzinfarkt. Ihr Herz bekommt an einer Stelle nicht genug Sauerstoff, weil ein Blutgefäß verstopft ist.
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Patient\n
Was machen Sie jetzt?
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Arzt\n
Wir lagern Ihren Oberkörper hoch, damit Ihr Herz leichter arbeiten kann. Gegen die Schmerzen bekommen Sie ein starkes Schmerzmittel über die Vene. Zusätzlich gebe ich Ihnen ein Medikament, das verhindert, dass das Blutgerinnsel weiter wächst.
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Patient\n
Und dann?
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Arzt\n
Dann machen wir einen Herzkatheter. Das ist die beste Behandlung. Wir führen einen dünnen Schlauch über die Leiste bis zum Herzen, öffnen das verstopfte Gefäß mit einem kleinen Ballon und setzen ein Röhrchen ein – einen Stent. Damit bleibt das Gefäß offen.
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C) Umgang mit Reaktionen
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Bei Angst
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Patient\n
Ich habe solche Angst… genau wie mein Vater damals…
\n (zittert, weint)\n
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Arzt\n
Ihre Angst ist völlig verständlich, besonders mit dieser Familiengeschichte. Aber die Behandlungsmöglichkeiten haben sich seit damals enorm entwickelt. Mit dem Herzkatheter können wir heute sehr schnell und effektiv helfen. Sie sind in guten Händen.
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Bei Bagatellisierung
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Patient\n
Vielleicht ist es doch nur Stress. Ich komme einfach nächste Woche wieder.
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Arzt\n
Ich verstehe, dass Sie sich das wünschen. Aber Ihre Beschwerden – dieser starke Brustschmerz mit Ausstrahlung, die Luftnot und das Schwitzen – sind typische Zeichen für einen Herzinfarkt. Wenn wir jetzt nicht sofort handeln, kann Herzmuskelgewebe absterben. Je schneller wir das Gefäß öffnen, desto besser sind Ihre Heilungschancen.
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Prüfungsfokus
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So fragt der Prüfer häufig:
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- „Führen Sie jetzt die Anamnese durch.“
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- „Klären Sie den Patienten über die Diagnose auf.“
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- „Der Patient hat Angst – wie reagieren Sie?“
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Häufige Fehler:
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- Fachbegriffe gegenüber dem Patienten verwenden („Myokardinfarkt“ statt „Herzinfarkt“)
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- Keine Rückfragen stellen („Haben Sie das verstanden?“)
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- Emotionen des Patienten ignorieren
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Satzbausteine:
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- „Können Sie mir die Schmerzen genauer beschreiben?“
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- „Seit wann genau haben Sie diese Beschwerden?“
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- „Strahlt der Schmerz irgendwohin aus?“
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- „Ich verstehe Ihre Sorge. Lassen Sie mich erklären…“
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