★★ Wichtig Viszeralchirurgie 20 Min.

Appendizitis

Lernmodus:

Auf einen Blick

  • 1. Häufigste Ursache für ein akutes Abdomen — Häufigkeitsgipfel: 10.–30. Lebensjahr
  • 2. Klassischer Verlauf: Schmerzwanderung von periumbilikal → rechter Unterbauch (nach 4–24 h)
  • 3. Klinische Zeichen: McBurney-Punkt, Blumberg-Zeichen, Rovsing-Zeichen
  • 4. Diagnose klinisch — Anamnese + körperliche Untersuchung sind entscheidend!
  • 5. Therapie: Appendektomie (meist laparoskopisch)

Fallvignette

Ein 19-jähriger Student stellt sich in der Notaufnahme vor mit seit gestern Abend zunehmenden Bauchschmerzen, beginnend periumbilikal, jetzt lokalisiert im rechten Unterbauch.

Begleitend Übelkeit, Appetitlosigkeit und einmaliges Erbrechen. Temperatur 38,2 °C axillär. Körperliche Untersuchung: Druckschmerz am McBurney-Punkt, Rovsing-Zeichen positiv, Psoaszeichen positiv. Bauch mäßig gespannt, kein Peritonismus. Labor: Leukozyten 13,8 × 10⁹/L, CRP 62 mg/L, Lipase normal. Urinstatus: unauffällig. Abdomensonographie: nicht komprimierbare, 8 mm messende Struktur im rechten Unterbauch mit echogenem Halo, kein freies Gas.

Welche Diagnose vermuten Sie? Welche Diagnostik leiten Sie ein?


Appendizitis

Auf einen Blick

  1. Häufigste Ursache für ein Akutes Abdomen — Häufigkeitsgipfel: 10.–30. Lebensjahr
  2. Klassischer Verlauf: Schmerzwanderung von periumbilikal → rechter Unterbauch (nach 4–24 h)
  3. Klinische Zeichen: McBurney-Punkt, Blumberg-Zeichen, Rovsing-Zeichen
  4. Diagnose klinisch — Anamnese + körperliche Untersuchung sind entscheidend!
  5. Therapie: Appendektomie (meist laparoskopisch)

Fallvignette

Ein 19-jähriger Student stellt sich in der Notaufnahme vor mit seit gestern Abend zunehmenden Bauchschmerzen, beginnend periumbilikal, jetzt lokalisiert im rechten Unterbauch.

Begleitend Übelkeit, Appetitlosigkeit und einmaliges Erbrechen. Temperatur 38,2 °C axillär. Körperliche Untersuchung: Druckschmerz am McBurney-Punkt, Rovsing-Zeichen positiv, Psoaszeichen positiv. Bauch mäßig gespannt, kein Peritonismus. Labor: Leukozyten 13,8 × 10⁹/L, CRP 62 mg/L, Lipase normal. Urinstatus: unauffällig. Abdomensonographie: nicht komprimierbare, 8 mm messende Struktur im rechten Unterbauch mit echogenem Halo, kein freies Gas.

Welche Diagnose vermuten Sie? Welche Diagnostik leiten Sie ein?


Definition

Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis) — umgangssprachlich „Blinddarmentzündung“.


Epidemiologie

  • Häufigste Ursache für ein akutes Abdomen
  • Häufigkeitsgipfel: 10.–30. Lebensjahr

Ätiologie

  • Obstruktion → Entleerungsstörung der Appendix durch:
  • Kotsteine (Koprolithen) — häufigste Ursache
  • Abknickungen, Narbenstränge
  • Intestinale Infekte
  • Selten: Fremdkörper, hämatogene Infekte, Wurmbefall

Pathophysiologie — Stadien

Stadium Befund
Katarrhalisch Hyperämie, Ödembildung — reversible Phase
Purulent Tiefere Entzündungsausbreitung im Gewebe
Ulzero-phlegmonös Diffuse Entzündung der gesamten Appendixwand
Gangränös Nekrotisierende Entzündung, ggf. Perforation
Perforation Gedeckt (Perityphlitis) oder frei (Peritonitis)

Symptome & Klinik

Klassischer Verlauf

  1. Zunächst: Diffuse epigastrische oder periumbilikale Schmerzen (viszeraler Schmerz)
  2. Schmerzwanderung nach 4–24 h: Rechter Unterbauch (somatischer Schmerz)

Vegetative Symptomatik

  • Übelkeit, Erbrechen, Inappetenz
  • Wind- und Stuhlverhalt
  • Fieber

Sonderfälle

  • Perforation: Vorübergehende Schmerzreduktion → dann diffuser Bauchschmerz bei Peritonitis
  • Retrozökale Appendix: Ungewöhnliche Schmerzlokalisation (eher Flanke/Rücken)
  • Schwangerschaft: Schmerz kann höher lokalisiert sein
  • Alte Patienten/Kinder: Klinik oft mild oder untypisch ausgeprägt

Leitsymptom der Appendizitis: Schmerzen im rechten Unterbauch!


Diagnostik

Anamnese

  • Schmerzen (OPQRST: Beginn, Qualität, Ausstrahlung, Stärke, zeitlicher Verlauf)
  • Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit
  • Änderung der Stuhlgewohnheiten, Fieber

Ausschlaggebend zur Diagnose sind Anamnese und körperliche Untersuchung. Labor und Sonographie sind hilfreich, aber nicht entscheidend!

Körperliche Untersuchung

Appendizitiszeichen — Druckpunkte:

Zeichen Methode
McBurney-Punkt Druckschmerz auf Linie zwischen rechter SIAS und Bauchnabel (zwischen lateralem und mittlerem Drittel)
Lanz-Punkt Druckschmerz auf Linie zwischen beiden SIAS (rechtes und mittleres Drittel)
Blumberg-Zeichen Kontralateraler Loslassschmerz — Palpation links → Schmerz rechts

Appendizitiszeichen — Manöver:

Zeichen Methode Bedeutung
Rovsing-Zeichen Ausstreichen des Kolons in Richtung Appendix → Schmerz rechts Peritoneum-Reizung
Douglas-Schmerz Schmerz beim Palpieren des Douglas-Raums (rektale Untersuchung)
Psoas-Zeichen Schmerz beim Anheben des rechten Beins gegen Widerstand Retrozökale Appendizitis
Baldwin-Zeichen Flankenschmerz beim Fallenlassen des angehobenen rechten Beins Retrozökale Appendizitis

Weitere Untersuchungen:

  • Axillo-rektale Temperaturdifferenz ≥1 °C (Fieber)
  • Digital-rektale Untersuchung (DRU)

Labor

  • Leukozytose (kann bei älteren Patienten fehlen)
  • CRP-Erhöhung
  • Urinstatus: DD Harnwegsinfekt / Urolithiasis
  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter: Schwangerschaftstest!

Begleitende Erythrozyturie schließt Appendizitis NICHT aus!

Bildgebung

Sonographie:

  • Appendixdurchmesser >6–8 mm
  • Nicht komprimierbar
  • Kokarden-Phänomen (Wandschichten wechselnd echoarm/echoreich)
  • Wandverdickung, Flüssigkeit periappendizitisch
  • Bei Perforation: freie intraabdominelle Flüssigkeit

CT-Abdomen: Bei unklaren Befunden oder schlechten Untersuchungsbedingungen (z.B. Adipositas)

Röntgen-Abdomen: Ausschluss Ileus


Differentialdiagnosen

Gastrointestinal

  • Gastroenteritis (häufigste DD!)
  • Morbus Crohn
  • Divertikulitis (Zökum)
  • Meckel-Divertikel

Gynäkologisch (bei Frauen immer bedenken!)

  • Adnexitis
  • Extrauteringravidität
  • Ovarialtorsion
  • Ovulationsschmerz, Endometriose

Urologisch

  • Urolithiasis
  • Harnwegsinfekt
  • Hodentorsion

Sonstige

  • Lymphadenitis mesenterialis (Yersiniose — „Pseudoappendizitis“)

Meckel-Divertikel (wichtige DD)

  • Definition: Überrest des embryonalen Ductus omphaloentericus
  • Lokalisation: Ileum (30–100 cm proximal der Ileozökalklappe)
  • Meist asymptomatisch — Zufallsbefund
  • Symptome: Schmerzlose Blutung (durch ektope Magenschleimhaut → peptische Ulzera), Entzündung (wie Appendizitis)
  • Therapie: Bei Kindern Resektion; bei Erwachsenen individuell

Bei blander Appendix intraoperativ: immer Ileum auf Meckel-Divertikel untersuchen!


Therapie

Allgemeine Maßnahmen

  • Stationäre Aufnahme (Chirurgie)
  • Nahrungskarenz
  • Parenterale Flüssigkeitszufuhr
  • Analgesie: Metamizol 1 g i.v.
  • Ggf. Antibiotikatherapie (z.B. Cefuroxim)

Operative Therapie — Appendektomie

Der Verdacht auf Appendizitis rechtfertigt im Regelfall eine operative Therapie!

Laparoskopisch (bevorzugt):

  1. Einbringen der Trokare (meist drei)
  2. Diagnostische Laparoskopie
  3. Darstellung der Appendix
  4. Präparation und Ligatur der Appendixbasis
  5. Absetzung und Bergung der Appendix (mittels Bergebeutel)
  6. Bauchdeckenverschluss

Offen-konventionell:

  • Wechselschnitt im rechten Unterbauch
  • Aufsuchen der Appendix über die Taenia libera des Zökums

Konservative Therapie (selektiv)

  • Bei unklaren Befunden: stationäre Überwachung
  • Bei milder Appendizitis ohne Komplikationen: Antibiotikatherapie
  • Bei Befundverschlechterung: sofortige Operation

Komplikationen

  • Freie Perforation → diffuse Peritonitis → Notfalloperation
  • Gedeckte Perforation → Perityphlitis, perityphlitischer Abszess
  • Sepsis
  • Wundheilungsstörung

Prognose

  • Unkomplizierte Appendizitis: exzellente Prognose nach Appendektomie
  • Perforation erhöht Morbidität und Mortalität deutlich

Klinische Perlen

1. Schmerzwanderung ist das Schlüsselsymptom. Periumbilikal → rechter Unterbauch = klassische Appendizitis. Dieser Verlauf hat eine hohe Spezifität.

2. Blumberg-Zeichen = Peritoneum-Reizung. Loslassschmerz kontralateral zeigt, dass die Entzündung das Peritoneum irritiert — immer auf Perforation achten!

3. Psoas-Zeichen = retrozäkale Appendix. Schmerz beim Anheben des Beins gegen Widerstand — die Appendix liegt hinter dem Zökum und berührt den M. iliopsoas.

4. Urin-DD nicht als Ausschluss verwenden. Begleitende Erythrozyturie ist bei Appendizitis möglich (Entzündung des Harnleiters). Pathologischer Urin schließt Appendizitis nicht aus!


Prüfungstipps

  • Schmerzwanderung (periumbilikal → rechts) — klassisches Prüfungs-Szenario
  • McBurney-Punkt — Lokalisation auf Linie SIAS–Bauchnabel kennen
  • Blumberg-Zeichen: kontralateraler Loslassschmerz = Peritonismus
  • Rovsing-Zeichen: Ausstreichen des Kolons → Schmerz rechts
  • Pseudoappendizitis = Lymphadenitis mesenterialis bei Yersiniose
  • Meckel-Divertikel: 2 cm lang, 2 Schleimhauttypen, 2 Fuß proximal der Ileozökalklappe (Regel der 2)

Schlüsselbegriffe

Begriff Definition
McBurney-Punkt Druckpunkt auf Linie SIAS–Bauchnabel (laterales/mittleres Drittel)
Blumberg-Zeichen Kontralateraler Loslassschmerz — Peritonismus
Rovsing-Zeichen Schmerz rechts beim Ausstreichen des Kolons von links
Psoas-Zeichen Schmerz beim Anheben des rechten Beins — retrozäkale Appendizitis
Perityphlitis Gedeckte Perforation mit periappendizitischem Abszess
Meckel-Divertikel Überrest des Ductus omphaloentericus — wichtige DD
Koprolithen Verhärtete Kotsteine — häufigste Obstruktionsursache
📚 FSP-Fallübung: Appendizitis – FSP-Fall üben

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Dieses KP-Buch-Kapitel ist Teil unserer Kursvorbereitung. Im All-in-One Masterkurs findest du alle Fachgebiete, Prüfungsprotokolle und Arztbrief-Training.

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.

Definition 🔗

Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis) — umgangssprachlich „Blinddarmentzündung".


Ätiologie 🔗

  • Obstruktion → Entleerungsstörung der Appendix durch:
  • Kotsteine (Koprolithen) — häufigste Ursache
  • Abknickungen, Narbenstränge
  • Intestinale Infekte
  • Selten: Fremdkörper, hämatogene Infekte, Wurmbefall

Pathophysiologie 🔗

Stadium Befund
Katarrhalisch Hyperämie, Ödembildung — reversible Phase
Purulent Tiefere Entzündungsausbreitung im Gewebe
Ulzero-phlegmonös Diffuse Entzündung der gesamten Appendixwand
Gangränös Nekrotisierende Entzündung, ggf. Perforation
Perforation Gedeckt (Perityphlitis) oder frei (Peritonitis)

Symptome & Klinik 🔗

Klassischer Verlauf

  1. Zunächst: Diffuse epigastrische oder periumbilikale Schmerzen (viszeraler Schmerz)
  2. Schmerzwanderung nach 4–24 h: Rechter Unterbauch (somatischer Schmerz)

Vegetative Symptomatik

  • Übelkeit, Erbrechen, Inappetenz
  • Wind- und Stuhlverhalt
  • Fieber

Sonderfälle

  • Perforation: Vorübergehende Schmerzreduktion → dann diffuser Bauchschmerz bei Peritonitis
  • Retrozökale Appendix: Ungewöhnliche Schmerzlokalisation (eher Flanke/Rücken)
  • Schwangerschaft: Schmerz kann höher lokalisiert sein
  • Alte Patienten/Kinder: Klinik oft mild oder untypisch ausgeprägt

Leitsymptom der Appendizitis: Schmerzen im rechten Unterbauch!


Diagnostik 🔗

Anamnese

  • Schmerzen (OPQRST: Beginn, Qualität, Ausstrahlung, Stärke, zeitlicher Verlauf)
  • Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit
  • Änderung der Stuhlgewohnheiten, Fieber

Ausschlaggebend zur Diagnose sind Anamnese und körperliche Untersuchung. Labor und Sonographie sind hilfreich, aber nicht entscheidend!

Körperliche Untersuchung

Appendizitiszeichen — Druckpunkte:

Zeichen Methode
McBurney-Punkt Druckschmerz auf Linie zwischen rechter SIAS und Bauchnabel (zwischen lateralem und mittlerem Drittel)
Lanz-Punkt Druckschmerz auf Linie zwischen beiden SIAS (rechtes und mittleres Drittel)
Blumberg-Zeichen Kontralateraler Loslassschmerz — Palpation links → Schmerz rechts

Appendizitiszeichen — Manöver:

Zeichen Methode Bedeutung
Rovsing-Zeichen Ausstreichen des Kolons in Richtung Appendix → Schmerz rechts Peritoneum-Reizung
Douglas-Schmerz Schmerz beim Palpieren des Douglas-Raums (rektale Untersuchung)
Psoas-Zeichen Schmerz beim Anheben des rechten Beins gegen Widerstand Retrozökale Appendizitis
Baldwin-Zeichen Flankenschmerz beim Fallenlassen des angehobenen rechten Beins Retrozökale Appendizitis

Weitere Untersuchungen:

  • Axillo-rektale Temperaturdifferenz ≥1 °C (Fieber)
  • Digital-rektale Untersuchung (DRU)

Labor

  • Leukozytose (kann bei älteren Patienten fehlen)
  • CRP-Erhöhung
  • Urinstatus: DD Harnwegsinfekt / Urolithiasis
  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter: Schwangerschaftstest!

Begleitende Erythrozyturie schließt Appendizitis NICHT aus!

Bildgebung

Sonographie:

  • Appendixdurchmesser >6–8 mm
  • Nicht komprimierbar
  • Kokarden-Phänomen (Wandschichten wechselnd echoarm/echoreich)
  • Wandverdickung, Flüssigkeit periappendizitisch
  • Bei Perforation: freie intraabdominelle Flüssigkeit

CT-Abdomen: Bei unklaren Befunden oder schlechten Untersuchungsbedingungen (z.B. Adipositas)

Röntgen-Abdomen: Ausschluss Ileus


Differentialdiagnosen 🔗

Gastrointestinal

  • Gastroenteritis (häufigste DD!)
  • Morbus Crohn
  • Divertikulitis (Zökum)
  • Meckel-Divertikel

Gynäkologisch (bei Frauen immer bedenken!)

  • Adnexitis
  • Extrauteringravidität
  • Ovarialtorsion
  • Ovulationsschmerz, Endometriose

Urologisch

  • Urolithiasis
  • Harnwegsinfekt
  • Hodentorsion

Sonstige

  • Lymphadenitis mesenterialis (Yersiniose — „Pseudoappendizitis")

Therapie 🔗

Allgemeine Maßnahmen

  • Stationäre Aufnahme (Chirurgie)
  • Nahrungskarenz
  • Parenterale Flüssigkeitszufuhr
  • Analgesie: Metamizol 1 g i.v.
  • Ggf. Antibiotikatherapie (z.B. Cefuroxim)

Operative Therapie — Appendektomie

Der Verdacht auf Appendizitis rechtfertigt im Regelfall eine operative Therapie!

Laparoskopisch (bevorzugt):

  1. Einbringen der Trokare (meist drei)
  2. Diagnostische Laparoskopie
  3. Darstellung der Appendix
  4. Präparation und Ligatur der Appendixbasis
  5. Absetzung und Bergung der Appendix (mittels Bergebeutel)
  6. Bauchdeckenverschluss

Offen-konventionell:

  • Wechselschnitt im rechten Unterbauch
  • Aufsuchen der Appendix über die Taenia libera des Zökums

Konservative Therapie (selektiv)

  • Bei unklaren Befunden: stationäre Überwachung
  • Bei milder Appendizitis ohne Komplikationen: Antibiotikatherapie
  • Bei Befundverschlechterung: sofortige Operation

Komplikationen 🔗

  • Freie Perforation → diffuse Peritonitis → Notfalloperation
  • Gedeckte Perforation → Perityphlitis, perityphlitischer Abszess
  • Sepsis
  • Wundheilungsstörung

Prognose 🔗

  • Unkomplizierte Appendizitis: exzellente Prognose nach Appendektomie
  • Perforation erhöht Morbidität und Mortalität deutlich

✨ Clinical Pearls

**1. Schmerzwanderung ist das Schlüsselsymptom.** Periumbilikal → rechter Unterbauch = klassische Appendizitis. Dieser Verlauf hat eine hohe Spezifität.

**2. Blumberg-Zeichen = Peritoneum-Reizung.** Loslassschmerz kontralateral zeigt, dass die Entzündung das Peritoneum irritiert — immer auf Perforation achten!

**3. Psoas-Zeichen = retrozäkale Appendix.** Schmerz beim Anheben des Beins gegen Widerstand — die Appendix liegt hinter dem Zökum und berührt den M. iliopsoas.

**4. Urin-DD nicht als Ausschluss verwenden.** Begleitende Erythrozyturie ist bei Appendizitis möglich (Entzündung des Harnleiters). Pathologischer Urin schließt Appendizitis nicht aus!

Prüfungstipps

  • - Schmerzwanderung (periumbilikal → rechts) — klassisches Prüfungs-Szenario
  • - McBurney-Punkt — Lokalisation auf Linie SIAS–Bauchnabel kennen
  • - Blumberg-Zeichen: kontralateraler Loslassschmerz = Peritonismus
  • - Rovsing-Zeichen: Ausstreichen des Kolons → Schmerz rechts
  • - Pseudoappendizitis = Lymphadenitis mesenterialis bei Yersiniose
  • - Meckel-Divertikel: 2 cm lang, 2 Schleimhauttypen, 2 Fuß proximal der Ileozökalklappe (Regel der 2)

Schlüsselbegriffe

BegriffMcBurney-PunktBlumberg-ZeichenRovsing-ZeichenPsoas-ZeichenPerityphlitisMeckel-DivertikelKoprolithen

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