Wundbehandlung
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
- 1. Wundheilung: Regeneration (epithelial, narbenlos) vs. Reparation (primär oder sekundär, mit Narbe)
- 2. Wunden 6–8 h → offene Wundversorgung
- 3. Bisswunden und kontaminierte Wunden immer offen versorgen (hohes Infektionsrisiko)
- 4. Nadelstichverletzung: Dreier-Regel — 30% HBV, 3% HCV, 0,3% HIV
- 5. Dekubitus Grad III–IV → primär operative Therapie
Fallvignette
Ein 45-jähriger Landwirt stellt sich 10 Stunden nach einer tiefen Schnittwunde am Unterarm (durch eine verrostete Sense) in der Notaufnahme vor. Die Wunde ist ca. 4 cm lang, klafft und zeigt bereits eine leichte Rötung am Wundrand. Kein aktives Bluten. Tetanusimpfschutz unbekannt.
Anamnese: Typ-2-Diabetes mellitus (HbA1c 8,9%), kein Fieber, RR 130/80 mmHg, HF 78/min, T 37,1°C. Labor: Leukozyten 9,8 G/l, CRP 12 mg/l. Röntgen: kein Fremdkörper, keine Fraktur.
Wie versorgen Sie die Wunde? Welche Besonderheiten gelten bei Diabetikern? Welche Tetanusprophylaxe ist indiziert?
Wundbehandlung
Auf einen Blick
- Wundheilung: Regeneration (epithelial, narbenlos) vs. Reparation (primär oder sekundär, mit Narbe)
- Wunden <6–8 h alt → primäre Naht möglich; >6–8 h → offene Wundversorgung
- Bisswunden und kontaminierte Wunden immer offen versorgen (hohes Infektionsrisiko)
- Nadelstichverletzung: Dreier-Regel — 30% HBV, 3% HCV, 0,3% HIV
- Dekubitus Grad III–IV → primär operative Therapie
Fallvignette
Ein 45-jähriger Landwirt stellt sich 10 Stunden nach einer tiefen Schnittwunde am Unterarm (durch eine verrostete Sense) in der Notaufnahme vor. Die Wunde ist ca. 4 cm lang, klafft und zeigt bereits eine leichte Rötung am Wundrand. Kein aktives Bluten. Tetanusimpfschutz unbekannt.
Anamnese: Typ-2-Diabetes mellitus (HbA1c 8,9%), kein Fieber, RR 130/80 mmHg, HF 78/min, T 37,1°C. Labor: Leukozyten 9,8 G/l, CRP 12 mg/l. Röntgen: kein Fremdkörper, keine Fraktur.
Wie versorgen Sie die Wunde? Welche Besonderheiten gelten bei Diabetikern? Welche Tetanusprophylaxe ist indiziert?
Wundheilung
Mechanismen
| Typ | Beschreibung | Narbenbildung |
|---|---|---|
| Regeneration (Epitheliale Wundheilung) | Bei Verletzung der Epidermis oder Schleimhäute — vollständige Erholung durch Regeneration der Epithelien | Keine (Restitutio ad integrum) |
| Primäre Wundheilung | Chirurgisch verschlossene Wunden, Defekt durch neu gebildetes Bindegewebe geschlossen | Wenig |
| Sekundäre Wundheilung | Offene Wunden → erst Granulationsgewebe, dann Reepithelialisierung | Mehr, längere Heildauer |
Phasen der Wundheilung
| Phase | Zeitraum |
|---|---|
| Exsudative Phase (Entzündung) | Tag 1–3 |
| Proliferative Phase (Granulation) | Tag 2–14 |
| Reparative Phase (Epithelialisierung) | Tag 5–25 |
Erstversorgung von Wunden
Beurteilung vor der Versorgung
- Alter der Wunde:
- <6–8 h → primäre chirurgische Wundversorgung (Naht) möglich
-
6–8 h → offene Wundversorgung
- Ausmaß der Wunde
- pDMS prüfen: Durchblutung, Motorik, Sensibilität (periphere Nerven/Gefäße)
- Art der Wunde: Bisswunden und Menschenbisse → immer offen versorgen (hohes Infektionsrisiko)
- Lokalisation: Durchblutung am Kopf besser als an Extremitäten → bessere Heilung
Chirurgische Wundversorgung
Primäre Wundversorgung (saubere, glatt begrenzte Wunden)
- Reinigung und Desinfektion (z.B. Octenisept)
- Lokalanästhesie
- Ggf. Exzision der Wundränder und Spülung
- Naht
- Steriler Verband + ggf. Ruhigstellung (bei Extremitätenverletzung)
- Tetanusschutz gemäß STIKO-Empfehlungen
- Antibiotische Therapie bei erhöhtem Infektionsrisiko
Offene Wundversorgung (schmutzige, infizierte, zerfetzte, fremdkörperhaltige Wunden, Bisswunden)
- Wundreinigung, ggf. Débridement in Lokalanästhesie
- Abfluss gewährleisten
- Feuchter Verband + Ruhigstellung
- Nach 3–8 Tagen ggf. Sekundärnaht
- Tetanusschutz + ggf. Antibiotika
Bei jedem Hundebiss muss auch an Tollwut gedacht werden — bei Verdacht aktiv und ggf. passiv impfen!
Spezielle Wundversorgung
Vakuumtherapie (V.A.C.-Therapie)
- Sonderform des feuchten Wundverbandes mit luftdichter Abdeckung + Unterdruck
- Indikation: Schlecht heilende Wunden
- Wirkmechanismus: Entfernung entzündlicher Sekrete + keimarmes feuchtes Milieu + Vakuum als Wachstumsreiz (Granulationsgewebe → Wundrandadaptation + Tiefenreduktion)
Messerstichverletzung / spitzer Fremdkörper
- Erstversorgung: Fremdkörper in der Wunde belassen!
- Entfernung des Fremdkörpers im OP
- Abdominelle Verletzungen → Diagnostische Laparoskopie/Laparotomie
Plastische Hautdeckung
- Wenn primärer Verschluss nicht möglich und Sekundärheilung keine Option
- → Hauttransplantation (plastische Sanierung)
Nadelstichverletzung
Sofortmaßnahmen bei offener Wunde
- Wunde für mindestens 1 min bluten lassen
- Intensive Desinfektion
Labordiagnostik
| Person | Parameter |
|---|---|
| Indexperson (Quelle) | Anti-HCV, Anti-HIV 1+2, HBsAg |
| Verletzter | Zusätzlich Anti-HBc |
Impfstatus prüfen
- Hepatitis B und Tetanus des Verletzten prüfen → ggf. Auffrischimpfung
- Postexpositionsprophylaxe bei begründetem Verdacht
Übertragungsrisiko — Dreier-Regel
Hepatitis B: 30%
Hepatitis C: 3%
HIV: 0,3%
- Bei Arbeitsunfall: Vorstellung beim Durchgangsarzt
- Nachuntersuchungen: nach 6 Wochen, 3 Monaten, 6 Monaten
Chronische Wunden (>4 Wochen)
Risikofaktoren: pAVK, Diabetes mellitus, Immunsuppressiva
Beispiele: Dekubitus, Ulcus cruris
Dekubitus
Definition und Pathophysiologie
Entstehung einer Wunde an Druckstellen durch ischämische Nekrosen infolge lokaler Minderperfusion durch anhaltenden Druck.
Risikofaktoren
- Bettlägerigkeit, Bewegungseinschränkung
- Alter, Diabetes mellitus, pAVK, Adipositas oder Kachexie
Prädilektionsstellen
Regionen über knöchernen Vorsprüngen:
- Kreuz- und Steißbein, Sitzbein, Trochanter major
- Ferse, Lateraler Malleolus
Stadien
| Grad | Befund |
|---|---|
| I | Nicht-wegdrückbare Rötung bei intakter Haut |
| II | Teilverlust der Haut bis in die Dermis |
| III | Zerstörung aller Hautschichten |
| IV | Vollständiger Gewebeverlust mit freiliegenden Knochen, Sehnen oder Muskeln |
Therapie
Prophylaxe:
- Regelmäßiger Lagewechsel im 2-Stunden-Intervall
- Rückenlage → 30° rechte Seitenlage → Rückenlage → 30° linke Seitenlage
- Wechseldruckmatratze
- Hautpflege + Ernährungsoptimierung
Stadiengerechte Behandlung:
| Grad | Therapie |
|---|---|
| Grad I | Druckentlastung + Hautpflege |
| Grad II | Primär konservatives Wundmanagement mit Wundauflagen |
| Grad III + IV | Primär operative Therapie, ggf. plastische Deckung |
Klinische Perlen
1. Fremdkörper nicht herausziehen — erst im OP unter kontrollierten Bedingungen. Spontanentfernung kann Blutgefäße tamponieren, die bei Zug bluten.
2. Bisswunden immer offen lassen — das Infektionsrisiko durch anaerobe Keime ist zu hoch für primäre Naht.
3. Nadelstichverletzung = immer Indexperson testen — 30% HBV-Risiko ist real bei bekannt positivem HBsAg.
Prüfungstipps
- Dreier-Regel Nadelstich: HBV 30%, HCV 3%, HIV 0,3% — auswendig!
- Wundalter <6–8 h: Naht möglich; >6–8 h: offen lassen
- V.A.C.-Therapie: für schlecht heilende Wunden — Unterdruck fördert Granulation
- Dekubitus Grad III/IV → operative Therapie; Grad I–II → konservativ
- Prophylaxe beim Dekubitus: 2-Stunden-Intervall-Lagerung + Wechseldruckmatratze
Schlüsselbegriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Restitutio ad integrum | Vollständige Wiederherstellung ohne Narbenbildung |
| Primäre Wundheilung | Direkter chirurgischer Verschluss, wenig Narbe |
| Sekundäre Wundheilung | Offen belassen → Granulation → Epithelialisierung |
| Débridement | Abtragung nekrotischer/infizierter Wundanteile |
| V.A.C.-Therapie | Vakuumassistierte Wundversorgung |
| Dekubitus | Druckbedingte Nekrose über knöchernen Vorsprüngen |
| pDMS | Periphere Durchblutung, Motorik, Sensibilität |
🎓 Jetzt für KP & FSP vorbereiten
Dieses KP-Buch-Kapitel ist Teil unserer Kursvorbereitung. Im All-in-One Masterkurs findest du alle Fachgebiete, Prüfungsprotokolle und Arztbrief-Training.
Symptome (Wundkomplikationen)
Bei der Wundbehandlung ist die Erkennung von Zeichen einer Wundkomplikation oder Infektion entscheidend. Die klassischen Entzündungszeichen nach Celsus geben dabei Orientierung:
- Rubor (Rötung): Lokale Hyperämie im Wundbereich; breitet sich aus → Zeichen einer Wundinfektion oder Erysipel
- Calor (Wärme): Überwärmung der Wundumgebung durch Entzündung oder Infektion
- Dolor (Schmerz): Zunehmende Wundschmerzen nach primärer Besserung sind ein Alarmzeichen
- Tumor (Schwellung): Ödematöse Wundumgebung; Hämatom, Serom oder Abszessbildung
- Funktio laesa: Eingeschränkte Beweglichkeit bei Gelenknähe
- Wundsekretion: Seröse (normal), serosanguinöse, purulente (eitrig, infiziert) oder nekrotische Wundexsudate
- Systemische Zeichen: Fieber, Schüttelfrost, Leukozytose, erhöhtes CRP/PCT → Hinweis auf systemische Infektion oder Sepsis
- Nekrosezeichen: Schwarze/grau-grüne Verfärbung, übler Geruch (Foetor) → Gasbrand, Fournier-Gangrän (chirurgischer Notfall)
Komplikationen
Wunden können trotz sachgemäßer Behandlung Komplikationen entwickeln, die die Heilung verzögern oder gefährden:
- Wundinfektion: Häufigste Komplikation; Risikofaktoren: Diabetes mellitus, Immunsuppression, schlechte Durchblutung, kontaminierte Wunden; Erreger: S. aureus (MRSA), Streptococcus pyogenes, gramnegative Stäbchen
- Wundheilungsstörung (Dehiszenz): Auseinanderweichen der Wundränder – häufig bei schlecht ernährten Patienten, nach Radiatio oder bei Kortikosteroidtherapie
- Chronische Wunden: Persistenz > 8–12 Wochen trotz Therapie; häufigste Ursachen: diabetisches Fußsyndrom, Ulcus cruris venosum/arteriosum, Dekubitus
- Keloid / hypertrophe Narbe: Überschießende Narbenbildung; Keloid überschreitet Wundgrenzen, hypertrophe Narbe bleibt begrenzt
- Abszessbildung: Kapselbildung mit Eiterhöhle → Inzision und Drainage erforderlich
- Nekrotisierende Fasziitis: Lebensbedrohliche Infektion der Faszien mit rapider Ausbreitung – sofortige chirurgische Intervention (Debridement) + Breitspektrum-Antibiotika
- Tetanus: Bei tiefen, verschmutzten Wunden; Tetanusprophylaxe nach STIKO-Empfehlung obligat
- Osteomyelitis: Knocheninfekt bei penetrierenden Wunden oder chronischen Wunden über Knochen
Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.
Symptome & Wundbeurteilung
Die klinische Beurteilung einer Wunde umfasst folgende Parameter (systematische Wunddokumentation):
- Wundlokalisation und -ausdehnung: Größe (Länge × Breite × Tiefe in cm), Unterminierungen, Fisteln
- Wundgrund:
- Granulationsgewebe (rot, körnig) = Wundheilung aktiv
- Fibrinbelag (gelb) = feuchte Nekrose, Infektionsgefahr
- Nekrose (schwarz, trocken) = trockene Nekrose, Débridement nötig
- Epithelgewebe (rosa, glänzend) = Abheilungsphase
- Wundexsudat: Menge (minimal/mäßig/stark), Konsistenz (serös/sanguinolent/eitrig/schaumig), Geruch (übelriechend = Infektionszeichen!)
- Wundrand: Mazeriert (durch Feuchtigkeit), unterminiert, eingerollt (verhindert Epithelisierung), livide, ödematös
- Periläsionale Haut: Rötung, Überwärmung, Induration (Verhärtung), Ödeme — Zeichen der lokalen Infektion
- Systemzeichen einer Wundinfektion: Fieber, erhöhtes CRP/Leukozytose, Lymphangitis (rote Streifen = Streptokokken!), regionale Lymphadenopathie
- Schmerzcharakter: Ruhe- vs. Belastungsschmerz; Schmerzzunahme = Infektionshinweis; schmerzlose Wunde bei Polyneuropathie (z.B. diabetisches Fußsyndrom)
Komplikationen
- Wundinfektion: Häufigste Komplikation — lokale (Rötung, Exsudat, Geruch) bis systemische Infektion (Sepsis); Erreger meist S. aureus, Streptokokken, gramnegative Erreger
- Wundheilungsstörung / chronische Wunde: Heilungsdauer > 8 Wochen trotz adäquater Therapie — Dekubitus, Ulcus cruris venosum/arteriosum, diabetisches Fußulkus
- Osteomyelitis: Knochenbeteiligung bei tiefen chronischen Wunden (Diabetischer Fuß, Druckgeschwür) — diagnostisch: MRT; langfristige Antibiotikatherapie, ggf. chirurgisches Débridement
- Wundruptur (Dehiszenz): Postoperative Wunddehiszenz bei insuffizienter Naht, Infektion, Hämatom, Serom, eingeschränkter Wundheilung (Diabetes, Kortikosteroide, Malnutrition)
- Keloid- und Narbenhypertrophie: Überschießende Narbenbildung — v.a. bei Dunkelhäutigen, Schulterbereich, Ohr, Sternum; Behandlung: Silikonauflagen, Kortikosteroid-Injektionen, Lasertherapie
- Fasziitis necroticans: Lebensbedrohliche nekrotisierende Weichteilinfektion — Notfall! Sofortige chirurgische Intervention und i.v.-Antibiose erforderlich
- Gasbrand (Clostridium-Myonekrose): Tiefe anaerobe Infektion mit Krepitation — Notfall; hyperbarer Sauerstoff + sofortige OP
Symptome & Wundbeurteilung
Die klinische Beurteilung einer Wunde umfasst folgende Parameter (systematische Wunddokumentation):
- Wundlokalisation und -ausdehnung: Größe (Länge × Breite × Tiefe in cm), Unterminierungen, Fisteln
- Wundgrund:
- Granulationsgewebe (rot, körnig) = Wundheilung aktiv
- Fibrinbelag (gelb) = feuchte Nekrose, Infektionsgefahr
- Nekrose (schwarz, trocken) = trockene Nekrose, Débridement nötig
- Epithelgewebe (rosa, glänzend) = Abheilungsphase
- Wundexsudat: Menge (minimal/mäßig/stark), Konsistenz (serös/sanguinolent/eitrig/schaumig), Geruch (übelriechend = Infektionszeichen!)
- Wundrand: Mazeriert (durch Feuchtigkeit), unterminiert, eingerollt (verhindert Epithelisierung), livide, ödematös
- Periläsionale Haut: Rötung, Überwärmung, Induration (Verhärtung), Ödeme — Zeichen der lokalen Infektion
- Systemzeichen einer Wundinfektion: Fieber, erhöhtes CRP/Leukozytose, Lymphangitis (rote Streifen = Streptokokken!), regionale Lymphadenopathie
- Schmerzcharakter: Ruhe- vs. Belastungsschmerz; Schmerzzunahme = Infektionshinweis; schmerzlose Wunde bei Polyneuropathie (z.B. diabetisches Fußsyndrom)
Komplikationen
- Wundinfektion: Häufigste Komplikation — lokale (Rötung, Exsudat, Geruch) bis systemische Infektion (Sepsis); Erreger meist S. aureus, Streptokokken, gramnegative Erreger
- Wundheilungsstörung / chronische Wunde: Heilungsdauer > 8 Wochen trotz adäquater Therapie — Dekubitus, Ulcus cruris venosum/arteriosum, diabetisches Fußulkus
- Osteomyelitis: Knochenbeteiligung bei tiefen chronischen Wunden (Diabetischer Fuß, Druckgeschwür) — diagnostisch: MRT; langfristige Antibiotikatherapie, ggf. chirurgisches Débridement
- Wundruptur (Dehiszenz): Postoperative Wunddehiszenz bei insuffizienter Naht, Infektion, Hämatom, Serom, eingeschränkter Wundheilung (Diabetes, Kortikosteroide, Malnutrition)
- Keloid- und Narbenhypertrophie: Überschießende Narbenbildung — v.a. bei Dunkelhäutigen, Schulterbereich, Ohr, Sternum; Behandlung: Silikonauflagen, Kortikosteroid-Injektionen, Lasertherapie
- Fasziitis necroticans: Lebensbedrohliche nekrotisierende Weichteilinfektion — Notfall! Sofortige chirurgische Intervention und i.v.-Antibiose erforderlich
- Gasbrand (Clostridium-Myonekrose): Tiefe anaerobe Infektion mit Krepitation — Notfall; hyperbarer Sauerstoff + sofortige OP
✨ Clinical Pearls
**1. Fremdkörper nicht herausziehen** — erst im OP unter kontrollierten Bedingungen. Spontanentfernung kann Blutgefäße tamponieren, die bei Zug bluten.
**2. Bisswunden immer offen lassen** — das Infektionsrisiko durch anaerobe Keime ist zu hoch für primäre Naht.
**3. Nadelstichverletzung = immer Indexperson testen** — 30% HBV-Risiko ist real bei bekannt positivem HBsAg.
Prüfungstipps
- - Dreier-Regel Nadelstich: HBV 30%, HCV 3%, HIV 0,3% — auswendig!
- - Wundalter 6–8 h: offen lassen
- - V.A.C.-Therapie: für schlecht heilende Wunden — Unterdruck fördert Granulation
- - Dekubitus Grad III/IV → operative Therapie; Grad I–II → konservativ
- - Prophylaxe** beim Dekubitus: 2-Stunden-Intervall-Lagerung + Wechseldruckmatratze
Schlüsselbegriffe
Wissen testen
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
