★★ Wichtig Querschnittsbereiche 20 Min.

Wundbehandlung

Lernmodus:

Auf einen Blick

  • 1. Wundheilung: Regeneration (epithelial, narbenlos) vs. Reparation (primär oder sekundär, mit Narbe)
  • 2. Wunden 6–8 h → offene Wundversorgung
  • 3. Bisswunden und kontaminierte Wunden immer offen versorgen (hohes Infektionsrisiko)
  • 4. Nadelstichverletzung: Dreier-Regel — 30% HBV, 3% HCV, 0,3% HIV
  • 5. Dekubitus Grad III–IV → primär operative Therapie

Fallvignette

Ein 45-jähriger Landwirt stellt sich 10 Stunden nach einer tiefen Schnittwunde am Unterarm (durch eine verrostete Sense) in der Notaufnahme vor. Die Wunde ist ca. 4 cm lang, klafft und zeigt bereits eine leichte Rötung am Wundrand. Kein aktives Bluten. Tetanusimpfschutz unbekannt.

Anamnese: Typ-2-Diabetes mellitus (HbA1c 8,9%), kein Fieber, RR 130/80 mmHg, HF 78/min, T 37,1°C. Labor: Leukozyten 9,8 G/l, CRP 12 mg/l. Röntgen: kein Fremdkörper, keine Fraktur.

Wie versorgen Sie die Wunde? Welche Besonderheiten gelten bei Diabetikern? Welche Tetanusprophylaxe ist indiziert?


Wundbehandlung

Auf einen Blick

  1. Wundheilung: Regeneration (epithelial, narbenlos) vs. Reparation (primär oder sekundär, mit Narbe)
  2. Wunden <6–8 h alt → primäre Naht möglich; >6–8 h → offene Wundversorgung
  3. Bisswunden und kontaminierte Wunden immer offen versorgen (hohes Infektionsrisiko)
  4. Nadelstichverletzung: Dreier-Regel — 30% HBV, 3% HCV, 0,3% HIV
  5. Dekubitus Grad III–IV → primär operative Therapie

Fallvignette

Ein 45-jähriger Landwirt stellt sich 10 Stunden nach einer tiefen Schnittwunde am Unterarm (durch eine verrostete Sense) in der Notaufnahme vor. Die Wunde ist ca. 4 cm lang, klafft und zeigt bereits eine leichte Rötung am Wundrand. Kein aktives Bluten. Tetanusimpfschutz unbekannt.

Anamnese: Typ-2-Diabetes mellitus (HbA1c 8,9%), kein Fieber, RR 130/80 mmHg, HF 78/min, T 37,1°C. Labor: Leukozyten 9,8 G/l, CRP 12 mg/l. Röntgen: kein Fremdkörper, keine Fraktur.

Wie versorgen Sie die Wunde? Welche Besonderheiten gelten bei Diabetikern? Welche Tetanusprophylaxe ist indiziert?


Wundheilung

Mechanismen

Typ Beschreibung Narbenbildung
Regeneration (Epitheliale Wundheilung) Bei Verletzung der Epidermis oder Schleimhäute — vollständige Erholung durch Regeneration der Epithelien Keine (Restitutio ad integrum)
Primäre Wundheilung Chirurgisch verschlossene Wunden, Defekt durch neu gebildetes Bindegewebe geschlossen Wenig
Sekundäre Wundheilung Offene Wunden → erst Granulationsgewebe, dann Reepithelialisierung Mehr, längere Heildauer

Phasen der Wundheilung

Phase Zeitraum
Exsudative Phase (Entzündung) Tag 1–3
Proliferative Phase (Granulation) Tag 2–14
Reparative Phase (Epithelialisierung) Tag 5–25

Erstversorgung von Wunden

Beurteilung vor der Versorgung

  • Alter der Wunde:
  • <6–8 h → primäre chirurgische Wundversorgung (Naht) möglich
  • 6–8 h → offene Wundversorgung

  • Ausmaß der Wunde
  • pDMS prüfen: Durchblutung, Motorik, Sensibilität (periphere Nerven/Gefäße)
  • Art der Wunde: Bisswunden und Menschenbisse → immer offen versorgen (hohes Infektionsrisiko)
  • Lokalisation: Durchblutung am Kopf besser als an Extremitäten → bessere Heilung

Chirurgische Wundversorgung

Primäre Wundversorgung (saubere, glatt begrenzte Wunden)

  1. Reinigung und Desinfektion (z.B. Octenisept)
  2. Lokalanästhesie
  3. Ggf. Exzision der Wundränder und Spülung
  4. Naht
  5. Steriler Verband + ggf. Ruhigstellung (bei Extremitätenverletzung)
  6. Tetanusschutz gemäß STIKO-Empfehlungen
  7. Antibiotische Therapie bei erhöhtem Infektionsrisiko

Offene Wundversorgung (schmutzige, infizierte, zerfetzte, fremdkörperhaltige Wunden, Bisswunden)

  1. Wundreinigung, ggf. Débridement in Lokalanästhesie
  2. Abfluss gewährleisten
  3. Feuchter Verband + Ruhigstellung
  4. Nach 3–8 Tagen ggf. Sekundärnaht
  5. Tetanusschutz + ggf. Antibiotika

Bei jedem Hundebiss muss auch an Tollwut gedacht werden — bei Verdacht aktiv und ggf. passiv impfen!


Spezielle Wundversorgung

Vakuumtherapie (V.A.C.-Therapie)

  • Sonderform des feuchten Wundverbandes mit luftdichter Abdeckung + Unterdruck
  • Indikation: Schlecht heilende Wunden
  • Wirkmechanismus: Entfernung entzündlicher Sekrete + keimarmes feuchtes Milieu + Vakuum als Wachstumsreiz (Granulationsgewebe → Wundrandadaptation + Tiefenreduktion)

Messerstichverletzung / spitzer Fremdkörper

  • Erstversorgung: Fremdkörper in der Wunde belassen!
  • Entfernung des Fremdkörpers im OP
  • Abdominelle Verletzungen → Diagnostische Laparoskopie/Laparotomie

Plastische Hautdeckung

  • Wenn primärer Verschluss nicht möglich und Sekundärheilung keine Option
  • Hauttransplantation (plastische Sanierung)

Nadelstichverletzung

Sofortmaßnahmen bei offener Wunde

  1. Wunde für mindestens 1 min bluten lassen
  2. Intensive Desinfektion

Labordiagnostik

Person Parameter
Indexperson (Quelle) Anti-HCV, Anti-HIV 1+2, HBsAg
Verletzter Zusätzlich Anti-HBc

Impfstatus prüfen

  • Hepatitis B und Tetanus des Verletzten prüfen → ggf. Auffrischimpfung
  • Postexpositionsprophylaxe bei begründetem Verdacht

Übertragungsrisiko — Dreier-Regel

Hepatitis B:  30%
Hepatitis C:   3%
HIV:           0,3%
  • Bei Arbeitsunfall: Vorstellung beim Durchgangsarzt
  • Nachuntersuchungen: nach 6 Wochen, 3 Monaten, 6 Monaten

Chronische Wunden (>4 Wochen)

Risikofaktoren: pAVK, Diabetes mellitus, Immunsuppressiva

Beispiele: Dekubitus, Ulcus cruris


Dekubitus

Definition und Pathophysiologie

Entstehung einer Wunde an Druckstellen durch ischämische Nekrosen infolge lokaler Minderperfusion durch anhaltenden Druck.

Risikofaktoren

  • Bettlägerigkeit, Bewegungseinschränkung
  • Alter, Diabetes mellitus, pAVK, Adipositas oder Kachexie

Prädilektionsstellen

Regionen über knöchernen Vorsprüngen:

  • Kreuz- und Steißbein, Sitzbein, Trochanter major
  • Ferse, Lateraler Malleolus

Stadien

Grad Befund
I Nicht-wegdrückbare Rötung bei intakter Haut
II Teilverlust der Haut bis in die Dermis
III Zerstörung aller Hautschichten
IV Vollständiger Gewebeverlust mit freiliegenden Knochen, Sehnen oder Muskeln

Therapie

Prophylaxe:

  • Regelmäßiger Lagewechsel im 2-Stunden-Intervall
  • Rückenlage → 30° rechte Seitenlage → Rückenlage → 30° linke Seitenlage
  • Wechseldruckmatratze
  • Hautpflege + Ernährungsoptimierung

Stadiengerechte Behandlung:

Grad Therapie
Grad I Druckentlastung + Hautpflege
Grad II Primär konservatives Wundmanagement mit Wundauflagen
Grad III + IV Primär operative Therapie, ggf. plastische Deckung

Klinische Perlen

1. Fremdkörper nicht herausziehen — erst im OP unter kontrollierten Bedingungen. Spontanentfernung kann Blutgefäße tamponieren, die bei Zug bluten.

2. Bisswunden immer offen lassen — das Infektionsrisiko durch anaerobe Keime ist zu hoch für primäre Naht.

3. Nadelstichverletzung = immer Indexperson testen — 30% HBV-Risiko ist real bei bekannt positivem HBsAg.


Prüfungstipps

  • Dreier-Regel Nadelstich: HBV 30%, HCV 3%, HIV 0,3% — auswendig!
  • Wundalter <6–8 h: Naht möglich; >6–8 h: offen lassen
  • V.A.C.-Therapie: für schlecht heilende Wunden — Unterdruck fördert Granulation
  • Dekubitus Grad III/IV → operative Therapie; Grad I–II → konservativ
  • Prophylaxe beim Dekubitus: 2-Stunden-Intervall-Lagerung + Wechseldruckmatratze

Schlüsselbegriffe

Begriff Bedeutung
Restitutio ad integrum Vollständige Wiederherstellung ohne Narbenbildung
Primäre Wundheilung Direkter chirurgischer Verschluss, wenig Narbe
Sekundäre Wundheilung Offen belassen → Granulation → Epithelialisierung
Débridement Abtragung nekrotischer/infizierter Wundanteile
V.A.C.-Therapie Vakuumassistierte Wundversorgung
Dekubitus Druckbedingte Nekrose über knöchernen Vorsprüngen
pDMS Periphere Durchblutung, Motorik, Sensibilität

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Symptome (Wundkomplikationen)

Bei der Wundbehandlung ist die Erkennung von Zeichen einer Wundkomplikation oder Infektion entscheidend. Die klassischen Entzündungszeichen nach Celsus geben dabei Orientierung:

  • Rubor (Rötung): Lokale Hyperämie im Wundbereich; breitet sich aus → Zeichen einer Wundinfektion oder Erysipel
  • Calor (Wärme): Überwärmung der Wundumgebung durch Entzündung oder Infektion
  • Dolor (Schmerz): Zunehmende Wundschmerzen nach primärer Besserung sind ein Alarmzeichen
  • Tumor (Schwellung): Ödematöse Wundumgebung; Hämatom, Serom oder Abszessbildung
  • Funktio laesa: Eingeschränkte Beweglichkeit bei Gelenknähe
  • Wundsekretion: Seröse (normal), serosanguinöse, purulente (eitrig, infiziert) oder nekrotische Wundexsudate
  • Systemische Zeichen: Fieber, Schüttelfrost, Leukozytose, erhöhtes CRP/PCT → Hinweis auf systemische Infektion oder Sepsis
  • Nekrosezeichen: Schwarze/grau-grüne Verfärbung, übler Geruch (Foetor) → Gasbrand, Fournier-Gangrän (chirurgischer Notfall)

Komplikationen

Wunden können trotz sachgemäßer Behandlung Komplikationen entwickeln, die die Heilung verzögern oder gefährden:

  • Wundinfektion: Häufigste Komplikation; Risikofaktoren: Diabetes mellitus, Immunsuppression, schlechte Durchblutung, kontaminierte Wunden; Erreger: S. aureus (MRSA), Streptococcus pyogenes, gramnegative Stäbchen
  • Wundheilungsstörung (Dehiszenz): Auseinanderweichen der Wundränder – häufig bei schlecht ernährten Patienten, nach Radiatio oder bei Kortikosteroidtherapie
  • Chronische Wunden: Persistenz > 8–12 Wochen trotz Therapie; häufigste Ursachen: diabetisches Fußsyndrom, Ulcus cruris venosum/arteriosum, Dekubitus
  • Keloid / hypertrophe Narbe: Überschießende Narbenbildung; Keloid überschreitet Wundgrenzen, hypertrophe Narbe bleibt begrenzt
  • Abszessbildung: Kapselbildung mit Eiterhöhle → Inzision und Drainage erforderlich
  • Nekrotisierende Fasziitis: Lebensbedrohliche Infektion der Faszien mit rapider Ausbreitung – sofortige chirurgische Intervention (Debridement) + Breitspektrum-Antibiotika
  • Tetanus: Bei tiefen, verschmutzten Wunden; Tetanusprophylaxe nach STIKO-Empfehlung obligat
  • Osteomyelitis: Knocheninfekt bei penetrierenden Wunden oder chronischen Wunden über Knochen

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.

Symptome & Wundbeurteilung

Die klinische Beurteilung einer Wunde umfasst folgende Parameter (systematische Wunddokumentation):

  • Wundlokalisation und -ausdehnung: Größe (Länge × Breite × Tiefe in cm), Unterminierungen, Fisteln
  • Wundgrund:
    • Granulationsgewebe (rot, körnig) = Wundheilung aktiv
    • Fibrinbelag (gelb) = feuchte Nekrose, Infektionsgefahr
    • Nekrose (schwarz, trocken) = trockene Nekrose, Débridement nötig
    • Epithelgewebe (rosa, glänzend) = Abheilungsphase
  • Wundexsudat: Menge (minimal/mäßig/stark), Konsistenz (serös/sanguinolent/eitrig/schaumig), Geruch (übelriechend = Infektionszeichen!)
  • Wundrand: Mazeriert (durch Feuchtigkeit), unterminiert, eingerollt (verhindert Epithelisierung), livide, ödematös
  • Periläsionale Haut: Rötung, Überwärmung, Induration (Verhärtung), Ödeme — Zeichen der lokalen Infektion
  • Systemzeichen einer Wundinfektion: Fieber, erhöhtes CRP/Leukozytose, Lymphangitis (rote Streifen = Streptokokken!), regionale Lymphadenopathie
  • Schmerzcharakter: Ruhe- vs. Belastungsschmerz; Schmerzzunahme = Infektionshinweis; schmerzlose Wunde bei Polyneuropathie (z.B. diabetisches Fußsyndrom)

Komplikationen

  • Wundinfektion: Häufigste Komplikation — lokale (Rötung, Exsudat, Geruch) bis systemische Infektion (Sepsis); Erreger meist S. aureus, Streptokokken, gramnegative Erreger
  • Wundheilungsstörung / chronische Wunde: Heilungsdauer > 8 Wochen trotz adäquater Therapie — Dekubitus, Ulcus cruris venosum/arteriosum, diabetisches Fußulkus
  • Osteomyelitis: Knochenbeteiligung bei tiefen chronischen Wunden (Diabetischer Fuß, Druckgeschwür) — diagnostisch: MRT; langfristige Antibiotikatherapie, ggf. chirurgisches Débridement
  • Wundruptur (Dehiszenz): Postoperative Wunddehiszenz bei insuffizienter Naht, Infektion, Hämatom, Serom, eingeschränkter Wundheilung (Diabetes, Kortikosteroide, Malnutrition)
  • Keloid- und Narbenhypertrophie: Überschießende Narbenbildung — v.a. bei Dunkelhäutigen, Schulterbereich, Ohr, Sternum; Behandlung: Silikonauflagen, Kortikosteroid-Injektionen, Lasertherapie
  • Fasziitis necroticans: Lebensbedrohliche nekrotisierende Weichteilinfektion — Notfall! Sofortige chirurgische Intervention und i.v.-Antibiose erforderlich
  • Gasbrand (Clostridium-Myonekrose): Tiefe anaerobe Infektion mit Krepitation — Notfall; hyperbarer Sauerstoff + sofortige OP

Symptome & Wundbeurteilung

Die klinische Beurteilung einer Wunde umfasst folgende Parameter (systematische Wunddokumentation):

  • Wundlokalisation und -ausdehnung: Größe (Länge × Breite × Tiefe in cm), Unterminierungen, Fisteln
  • Wundgrund:
    • Granulationsgewebe (rot, körnig) = Wundheilung aktiv
    • Fibrinbelag (gelb) = feuchte Nekrose, Infektionsgefahr
    • Nekrose (schwarz, trocken) = trockene Nekrose, Débridement nötig
    • Epithelgewebe (rosa, glänzend) = Abheilungsphase
  • Wundexsudat: Menge (minimal/mäßig/stark), Konsistenz (serös/sanguinolent/eitrig/schaumig), Geruch (übelriechend = Infektionszeichen!)
  • Wundrand: Mazeriert (durch Feuchtigkeit), unterminiert, eingerollt (verhindert Epithelisierung), livide, ödematös
  • Periläsionale Haut: Rötung, Überwärmung, Induration (Verhärtung), Ödeme — Zeichen der lokalen Infektion
  • Systemzeichen einer Wundinfektion: Fieber, erhöhtes CRP/Leukozytose, Lymphangitis (rote Streifen = Streptokokken!), regionale Lymphadenopathie
  • Schmerzcharakter: Ruhe- vs. Belastungsschmerz; Schmerzzunahme = Infektionshinweis; schmerzlose Wunde bei Polyneuropathie (z.B. diabetisches Fußsyndrom)

Komplikationen

  • Wundinfektion: Häufigste Komplikation — lokale (Rötung, Exsudat, Geruch) bis systemische Infektion (Sepsis); Erreger meist S. aureus, Streptokokken, gramnegative Erreger
  • Wundheilungsstörung / chronische Wunde: Heilungsdauer > 8 Wochen trotz adäquater Therapie — Dekubitus, Ulcus cruris venosum/arteriosum, diabetisches Fußulkus
  • Osteomyelitis: Knochenbeteiligung bei tiefen chronischen Wunden (Diabetischer Fuß, Druckgeschwür) — diagnostisch: MRT; langfristige Antibiotikatherapie, ggf. chirurgisches Débridement
  • Wundruptur (Dehiszenz): Postoperative Wunddehiszenz bei insuffizienter Naht, Infektion, Hämatom, Serom, eingeschränkter Wundheilung (Diabetes, Kortikosteroide, Malnutrition)
  • Keloid- und Narbenhypertrophie: Überschießende Narbenbildung — v.a. bei Dunkelhäutigen, Schulterbereich, Ohr, Sternum; Behandlung: Silikonauflagen, Kortikosteroid-Injektionen, Lasertherapie
  • Fasziitis necroticans: Lebensbedrohliche nekrotisierende Weichteilinfektion — Notfall! Sofortige chirurgische Intervention und i.v.-Antibiose erforderlich
  • Gasbrand (Clostridium-Myonekrose): Tiefe anaerobe Infektion mit Krepitation — Notfall; hyperbarer Sauerstoff + sofortige OP

✨ Clinical Pearls

**1. Fremdkörper nicht herausziehen** — erst im OP unter kontrollierten Bedingungen. Spontanentfernung kann Blutgefäße tamponieren, die bei Zug bluten.

**2. Bisswunden immer offen lassen** — das Infektionsrisiko durch anaerobe Keime ist zu hoch für primäre Naht.

**3. Nadelstichverletzung = immer Indexperson testen** — 30% HBV-Risiko ist real bei bekannt positivem HBsAg.

Prüfungstipps

  • - Dreier-Regel Nadelstich: HBV 30%, HCV 3%, HIV 0,3% — auswendig!
  • - Wundalter 6–8 h: offen lassen
  • - V.A.C.-Therapie: für schlecht heilende Wunden — Unterdruck fördert Granulation
  • - Dekubitus Grad III/IV → operative Therapie; Grad I–II → konservativ
  • - Prophylaxe** beim Dekubitus: 2-Stunden-Intervall-Lagerung + Wechseldruckmatratze

Schlüsselbegriffe

BegriffRestitutio ad integrumPrimäre WundheilungSekundäre WundheilungDébridementV.A.C.-TherapieDekubituspDMS

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