Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Gastroenterologie 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED): Ein detaillierter Vergleich zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Fokus auf extraintestinale Manifestationen, endoskopische Befunde und Therapiestrategien.

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0 · Auf einen Blick

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  • Leitsymptom CU: Blutig-schleimige Diarrhö, bis zu 15×/Tag, auch nachts
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  • Leitsymptom MC: Abdominelle Schmerzen + wässrige Diarrhö, Fisteln
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  • Diagnostischer Standard: Koloskopie mit Stufenbiopsien
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  • Erste Maßnahme (schwerer Schub): Stationäre Aufnahme, Prednisolon i.v., Flüssigkeitssubstitution
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  • Wichtigste Komplikation: Toxisches Megakolon – akute Perforationsgefahr!
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1 · Leitfall

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\n Internistische Notaufnahme\n {PAT_AGE} J., m\n Blutig-schleimige Diarrhö\n

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\n „Ich habe seit drei Wochen starken Durchfall – bis zu 15-mal am Tag, auch nachts. Da ist Blut dabei und Schleim. Ich habe bestimmt fünf Kilo abgenommen…“\n

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\n Hinweis: 3 Wochen Dauer\n Hinweis: Blut + Schleim im Stuhl\n Hinweis: Gewichtsverlust 5 kg\n Hinweis: Fieber 38,2°C\n Hinweis: Tachykardie 98/min\n

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→ Welche Verdachtsdiagnose stellen Sie? Wie gehen Sie weiter vor?

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2 · Lernziele

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Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gehören zu den häufigsten FSP-Fällen und erfordern strukturierte Differenzierung zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

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Nach diesem Modul kannst du:

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  • Die typische Anamnese bei CED strukturiert erheben (OPQRST, Risikofaktoren)
  • \n

  • Morbus Crohn und Colitis ulcerosa anhand klinischer und endoskopischer Kriterien differenzieren
  • \n

  • Die Verdachtsdiagnose dem Oberarzt begründet präsentieren (SBAR)
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  • Den Patienten über Diagnose, Therapie und Komplikationen verständlich aufklären
  • \n

  • Red Flags wie das toxische Megakolon erkennen und handeln
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3 · Definition und Pathophysiologie

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Definition

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Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind eine Gruppe von Erkrankungen, die durch wiederkehrende Entzündungsschübe im Gastrointestinaltrakt gekennzeichnet sind. Die beiden Hauptformen sind Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU).

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Pathophysiologie

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Morbus Crohn: Transmurale Entzündung (alle Darmwandschichten), kann den gesamten GI-Trakt befallen. Typisch ist der diskontinuierliche, segmentale Befall mit „skip lesions“.

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Colitis ulcerosa: Entzündung auf Mukosa und Submukosa beschränkt, ausschließlich Kolon betroffen. Kontinuierlicher Befall, beginnt typischerweise im Rektum und breitet sich nach proximal aus.

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Merkhilfe: „Crohn kriecht durch alle Schichten“ (transmural) – „Colitis bleibt oben“ (mukosabegrenzt).

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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  • „Was versteht man unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen?“
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  • „Erklären Sie mir den Unterschied zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.“
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  • „Was bedeutet transmural?“
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Satzbausteine:

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  • „Bei CED handelt es sich um chronische Entzündungen des Magen-Darm-Trakts mit schubweisem Verlauf.“
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  • „Pathophysiologisch liegt bei Morbus Crohn eine transmurale Entzündung zugrunde, während bei Colitis ulcerosa nur Mukosa und Submukosa betroffen sind.“
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  • „Typisch für Morbus Crohn sind sogenannte skip lesions, also ein diskontinuierlicher Befall.“
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4 · Arzt-Patient-Gespräch

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A) Anamnese

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\n Arzt\n

Guten Tag, Herr {PAT_NAME}. Ich bin {DOC_NAME}, Assistenzarzt in der Inneren Medizin. Was führt Sie heute zu uns?

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\n Patient\n

Guten Tag. Ich habe seit ungefähr drei Wochen starken Durchfall. Anfangs dachte ich, es geht vorbei, aber es wird immer schlimmer.

\n (wirkt erschöpft, hält sich den Bauch)\n

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\n Arzt\n

Das tut mir leid zu hören. Können Sie mir den Durchfall genauer beschreiben? Wie oft müssen Sie zur Toilette?

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\n Patient\n

Am Anfang waren es fünf- oder sechsmal am Tag. Jetzt sind es manchmal bis zu 15-mal. Auch nachts wache ich drei- bis viermal auf und muss dringend.

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\n Arzt\n

Das ist sehr belastend. Wie sieht der Stuhl aus? Haben Sie Blut oder Schleim bemerkt?

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\n Patient\n

Ja, da ist Blut dabei. Der Stuhl ist gelblich und schleimig. Das macht mir große Sorgen.

\n (senkt den Blick)\n

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\n Arzt\n

Ich verstehe Ihre Sorge. Haben Sie auch Bauchschmerzen?

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\n Patient\n

Ja, starke Krämpfe, besonders vor dem Stuhlgang. Danach wird es kurz besser, aber dann fängt es wieder an.

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\n Arzt\n

Haben Sie Fieber gehabt oder ungewollt Gewicht verloren?

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\n Patient\n

Ja, ich hatte mehrmals Fieber, so um die 38,5 Grad. Und ich habe bestimmt vier oder fünf Kilo abgenommen.

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\n Arzt\n

Haben Sie in letzter Zeit Antibiotika eingenommen oder waren Sie im Ausland?

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\n Patient\n

Nein, keine Antibiotika und ich war auch nicht verreist.

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\n Arzt\n

Gibt es in Ihrer Familie Darmerkrankungen oder andere chronische Krankheiten?

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\n Patient\n

Mein Onkel hatte, glaube ich, etwas mit dem Darm. Er wurde auch operiert, aber ich weiß nicht genau, was es war.

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\n Arzt\n

Rauchen Sie oder trinken Sie regelmäßig Alkohol?

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\n Patient\n

Nein, ich rauche nicht und trinke nur selten ein Bier.

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B) Aufklärung

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\n Arzt\n

Herr {PAT_NAME}, aufgrund Ihrer Beschwerden vermute ich eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Das ist eine Erkrankung, bei der sich der Darm immer wieder entzündet.

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\n Patient\n

Ist das gefährlich? Kann man das heilen?

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\n Arzt\n

Die Erkrankung ist gut behandelbar. Mit den richtigen Medikamenten können wir die Entzündung kontrollieren. Eine vollständige Heilung ist zwar nicht möglich, aber viele Patienten haben lange beschwerdefreie Phasen.

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\n Patient\n

Welche Untersuchungen machen Sie jetzt?

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\n Arzt\n

Wir nehmen zuerst Blut ab, um die Entzündungswerte zu prüfen. Dann brauchen wir eine Darmspiegelung mit Gewebeproben. So können wir die genaue Diagnose stellen und zwischen den verschiedenen Formen unterscheiden.

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\n Patient\n

Und wie wird das dann behandelt?

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\n Arzt\n

Bei einem schweren Schub wie bei Ihnen geben wir zunächst entzündungshemmende Medikamente über die Vene. Danach erfolgt eine Umstellung auf Tabletten. Das Ziel ist, die Entzündung zu stoppen und Rückfälle zu verhindern.

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C) Umgang mit Reaktionen

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Bei Angst

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\n Patient\n

Aber Darmerkrankung… das könnte doch auch Krebs sein, oder?

\n (sichtlich beunruhigt)\n

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\n Arzt\n

Ich verstehe Ihre Sorge, das ist eine natürliche Reaktion. Ihre Beschwerden sprechen aber eher für eine Entzündung als für Krebs. Die Darmspiegelung wird uns Klarheit geben. Wir nehmen Gewebeproben und können so sicher zwischen den verschiedenen Ursachen unterscheiden. Haben Sie dazu noch Fragen?

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Bei Bagatellisierung

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\n Patient\n

Ach, vielleicht ist das nur Stress. Ich komme nächste Woche wieder, wenn es nicht besser wird.

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\n Arzt\n

Ich nehme Ihre Beschwerden ernst. Blut im Stuhl, Fieber und dieser starke Gewichtsverlust sind Zeichen, die wir heute abklären sollten. Bei einer schweren Darmentzündung kann es ohne Behandlung zu ernsthaften Komplikationen kommen. Ich empfehle dringend, dass wir Sie heute stationär aufnehmen.

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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  • „Führen Sie jetzt die Anamnese durch.“
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  • „Klären Sie den Patienten über die Diagnose auf.“
  • \n

  • „Der Patient hat Angst vor Krebs. Wie reagieren Sie?“
  • \n

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Häufige Fehler:

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  • Fachbegriffe gegenüber dem Patienten verwenden (z. B. „Koloskopie“ statt „Darmspiegelung“)
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  • Keine Rückfragen stellen („Haben Sie das verstanden?“)
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  • Emotionen des Patienten ignorieren
  • \n

  • Keine Reiseanamnese oder Medikamentenanamnese erheben
  • \n

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Satzbausteine:

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  • „Können Sie mir die Beschwerden genauer beschreiben?“
  • \n

  • „Seit wann haben Sie diese Beschwerden?“
  • \n

  • „Gibt es etwas, das die Beschwerden verstärkt oder lindert?“
  • \n

  • „Ich verstehe Ihre Sorge. Lassen Sie mich Ihnen erklären…“
  • \n

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5 · Arzt-Arzt-Gespräch

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A) Fallvorstellung (SBAR)

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SBAR-Übergabe

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\n S – Situation: Ich stelle Ihnen Herrn {PAT_NAME} vor, {PAT_AGE} Jahre alt, Vorstellung in der Notaufnahme mit blutig-schleimiger Diarrhö.\n

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\n B – Background: Seit drei Wochen zunehmende Durchfälle, aktuell bis zu 15×/Tag, auch nachts. Kolikartige Bauchschmerzen, Fieber bis 38,5°C, Gewichtsverlust ca. 5 kg. Keine Auslandsreise, keine Antibiotika. Positive FA für Darmerkrankungen.\n

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\n A – Assessment: Reduzierter AZ, Abdomen diffus druckschmerzhaft, lebhafte DG. Vitalzeichen: Temp. 38,2°C, HF 98/min, RR 110/70 mmHg. V. a. Colitis ulcerosa, schwerer Schub. DD: Morbus Crohn, infektiöse Kolitis.\n

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\n R – Recommendation: Stationäre Aufnahme, Labor (BB, CRP, Elektrolyte), Stuhldiagnostik (Kalprotektin, Kultur, C. diff), Abdomensonographie, Koloskopie mit Biopsie nach Stabilisierung.\n

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B) Rückfragen des Oberarztes

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\n OA\n

Warum vermuten Sie eher eine Colitis ulcerosa als einen Morbus Crohn?

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\n Arzt\n

Das Leitsymptom der blutig-schleimigen Diarrhö spricht für Colitis ulcerosa. Bei Morbus Crohn stehen in der Regel abdominelle Schmerzen und wässrige Durchfälle im Vordergrund, oft ohne sichtbares Blut. Die endgültige Differenzierung erfolgt durch die Koloskopie mit Histologie.

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\n OA\n

Welche Laborbefunde erwarten Sie bei diesem Patienten?

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\n Arzt\n

Ich erwarte erhöhte Entzündungsparameter wie CRP und BSG, eine Leukozytose sowie möglicherweise eine Anämie durch den chronischen Blutverlust. Zusätzlich können Elektrolytstörungen vorliegen. Im Stuhl erwarte ich ein erhöhtes Kalprotektin als Marker für die intestinale Entzündung.

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\n OA\n

Welche Komplikation müssen Sie bei einem schweren Schub besonders beachten?

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\n Arzt\n

Die gefährlichste Komplikation ist das toxische Megakolon. Dabei kommt es zu einer massiven Erweiterung des Dickdarms mit Entzündung aller Wandschichten. Es besteht akute Perforationsgefahr. Klinisch zeigt sich dies durch Abnahme der Stuhlfrequenz bei gleichzeitiger Verschlechterung des Allgemeinzustands, Fieber und geblähtes Abdomen.

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\n OA\n

Wie klassifizieren Sie den Schweregrad des Schubes?

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\n Arzt\n

Bei mehr als sechs blutigen Stühlen pro Tag zusammen mit systemischen Entzündungszeichen wie Fieber und Tachykardie handelt es sich um einen schweren Schub nach Truelove und Witts.

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\n OA\n

Welche Therapie leiten Sie ein?

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\n Arzt\n

Die Therapie umfasst stationäre Aufnahme, parenterale Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution sowie hochdosiertes Prednisolon intravenös, in der Regel 50 bis 100 mg pro Tag. Bei septischen Zeichen ergänzend eine Antibiotikatherapie. Bei fehlender Besserung nach 3–5 Tagen Eskalation auf Biologika wie Infliximab.

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\n OA\n

Welches Langzeitrisiko hat die Colitis ulcerosa?

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\n Arzt\n

Bei Colitis ulcerosa besteht ein erhöhtes Risiko für ein Kolorektales Karzinom, insbesondere nach einer Erkrankungsdauer von mehr als zehn Jahren. Bei einer Krankheitsdauer über 20 Jahre liegt das Risiko bei über zehn Prozent. Daher sind regelmäßige Surveillance-Koloskopien erforderlich.

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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  • „Stellen Sie mir den Fall vor.“
  • \n

  • „Begründen Sie Ihre Verdachtsdiagnose.“
  • \n

  • „Welche Differentialdiagnosen kommen in Frage?“
  • \n

  • „Welche Komplikationen kann diese Erkrankung haben?“
  • \n

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Satzbausteine:

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  • „Ich stelle Ihnen Herrn/Frau [Name] vor, [Alter] Jahre alt…“
  • \n

  • „Die Verdachtsdiagnose lautet…, weil…“
  • \n

  • „Differentialdiagnostisch muss an … gedacht werden.“
  • \n

  • „Bei schwerem Schub ist … indiziert.“
  • \n

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Häufige Fehler:

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  • Unstrukturierte Fallvorstellung ohne SBAR
  • \n

  • Verdachtsdiagnose ohne Begründung
  • \n

  • Fehlende Differentialdiagnosen
  • \n

  • Komplikationen nicht erwähnen
  • \n

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6 · Diagnostik

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A) Körperliche Untersuchung

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Inspektion

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  • Allgemeinzustand, Exsikkosezeichen
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  • Blässe (Hinweis auf Anämie)
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  • Abdominelle Distension
  • \n

  • Haut: Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum
  • \n

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✋ Palpation

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  • Alle Quadranten auf Druckschmerz
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  • Resistenzen, Abwehrspannung
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  • Digital-rektale Untersuchung
  • \n

  • Perianal: Fisteln, Abszesse
  • \n

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Auskultation

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  • Aktiver Schub: lebhafte Darmgeräusche
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  • Toxisches Megakolon: aufgehobene Peristaltik
  • \n

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B) Apparative Diagnostik

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\n OA\n

Welche Untersuchungen ordnen Sie an?

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\n Arzt\n

Ich ordne an:
\n • Labor: BB, CRP, BSG, Elektrolyte, Kreatinin, Leberwerte, Albumin – zur Beurteilung von Entzündungsaktivität und Komplikationen
\n • Stuhl: Kalprotektin – sensitivster Marker für intestinale Entzündung; Stuhlkultur + C. difficile-Toxin – zum Ausschluss infektiöser Ursachen
\n • Sonographie Abdomen: zur Beurteilung von Darmwandverdickung und Ausschluss toxisches Megakolon
\n • Koloskopie mit Stufenbiopsien: Goldstandard zur Diagnosesicherung und Differenzierung MC vs. CU

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Endoskopische Differenzierung

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Befund Morbus Crohn Colitis ulcerosa
Befallsmuster Diskontinuierlich („skip lesions“) Kontinuierlich, vom Rektum ausgehend
Schleimhaut Pflastersteinrelief, aphthöse Ulzera, Fissuren Kontaktvulnerabilität, diffuse Rötung, Pseudopolypen
Entzündungstiefe Transmural (alle Wandschichten) Mukosa und Submukosa
Histologie Epitheloidzellgranulome (in ca. 30 %) Kryptenabszesse, Becherzellverlust

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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  • „Welche körperliche Untersuchung führen Sie durch?“
  • \n

  • „Was erwarten Sie im Labor?“
  • \n

  • „Wie unterscheiden Sie endoskopisch MC von CU?“
  • \n

  • „Was ist der Goldstandard der Diagnostik?“
  • \n

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Satzbausteine:

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  • „Bei der Inspektion fällt auf…“
  • \n

  • „Palpatorisch zeigt sich…“
  • \n

  • „Auskultatorisch hört man…“
  • \n

  • „Der Goldstandard ist die Koloskopie mit Stufenbiopsien.“
  • \n

  • „Zur weiteren Abklärung ordne ich … an, um … auszuschließen.“
  • \n

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7 · Therapie

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Therapieübersicht

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Phase Maßnahme Cave / Kontraindikation
Schwerer Schub \n • Prednisolon 50–100 mg/d i.v. – Indikation: >6 blutige Stühle/Tag + Fieber/Tachykardie
\n • Parenterale Flüssigkeit/Elektrolyte – Indikation: Exsikkose, Elektrolytstörungen\n
\n ⚠️ KI Steroide: unkontrollierte Infektion, floride Tb
\n ⚠️ Cave: Blutzuckerkontrollen bei Diabetes\n
Mittelschwerer Schub \n • 5-ASA (Mesalazin) 2–3 g/d – Indikation: leichte bis mittelschwere CU
\n • Prednisolon 40–60 mg/d p.o. – Indikation: 4–6 Stühle/Tag\n
\n ⚠️ 5-ASA-KI: Niereninsuffizienz, Salicylat-Allergie
\n ✓ Nierenfunktion kontrollieren\n
Leichter Schub \n • 5-ASA (Mesalazin) 1,5–3 g/d oral/rektal – Indikation: <4 Stühle/Tag, kein Fieber\n \n ✓ Ambulant behandelbar\n
Remissionserhaltung \n • 5-ASA Dauertherapie – Indikation: Rezidivprophylaxe CU
\n • Azathioprin/6-MP – Indikation: steroidabhängiger Verlauf\n
\n ⚠️ Azathioprin-KI: TPMT-Mangel (vorher testen!)
\n ✓ BB-Kontrollen unter Immunsuppression\n
Steroidrefraktär \n • Infliximab, Adalimumab, Vedolizumab – Indikation: kein Ansprechen nach 3–5 Tagen i.v. Steroide\n \n ⚠️ KI: aktive Tb, schwere Herzinsuffizienz
\n ⚠️ Tb-Screening vor Therapiebeginn!\n

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✅ Wichtig in der Prüfung

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  • Steroide immer ausschleichen: wöchentlich −10 mg bis 20 mg, dann −5 mg/Woche
  • \n

  • Ziel: steroidfreie Remission (Langzeitsteroide vermeiden)
  • \n

  • Bei MC mit Fisteln: Infliximab ist Mittel der Wahl
  • \n

  • Tb-Screening vor Biologika obligatorisch
  • \n

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❌ Häufige Fehler

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  • Steroide abrupt absetzen → Nebenniereninsuffizienz, Rebound-Schub
  • \n

  • TPMT nicht vor Azathioprin testen → schwere Myelosuppression
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  • Loperamid bei schwerem Schub → erhöht Risiko für toxisches Megakolon
  • \n

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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  • „Wie behandeln Sie diesen Patienten?“
  • \n

  • „Welche Kontraindikationen müssen Sie beachten?“
  • \n

  • „Was ist die Erstlinientherapie bei leichtem/schwerem Schub?“
  • \n

  • „Wie schleichen Sie Steroide aus?“
  • \n

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Satzbausteine:

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  • „Die Therapie der Wahl bei schwerem Schub ist hochdosiertes Prednisolon intravenös.“
  • \n

  • „Kontraindiziert ist … bei …“
  • \n

  • „Vor Therapiebeginn mit Biologika muss eine Tuberkulose ausgeschlossen werden.“
  • \n

  • „Steroide müssen langsam ausgeschlichen werden, um einen Rebound zu vermeiden.“
  • \n

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1-Minute-Zusammenfassung:

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Schwerer Schub → Stationär + Prednisolon i.v. → Bei Nichtansprechen nach 3–5 Tagen Biologika → Remissionserhaltung mit 5-ASA oder Immunsuppressiva → Surveillance wegen Karzinomrisiko

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8 · Differentialdiagnosen

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Differentialdiagnose Unterscheidungsmerkmal
Morbus Crohn Diskontinuierlicher Befall, transmural, Pflastersteinrelief, Fisteln, wässrige Diarrhö ohne Blut
Infektiöse Kolitis Akuter Beginn (<2 Wochen), Reise-/Antibiotika-Anamnese, Erregernachweis, selbstlimitierend
C. difficile-Kolitis Antibiotika-Anamnese, Toxinnachweis im Stuhl, Pseudomembranen endoskopisch
Divertikulitis Meist linksseitig, ältere Patienten, Divertikelnachweis in Bildgebung/Endoskopie
Kolonkarzinom Schleichend, B-Symptomatik, Anämie, Raumforderung endoskopisch, >50 Jahre
Ischämische Kolitis Ältere Patienten, kardiovaskuläre Risikofaktoren, akuter Schmerz, segmentaler Befall

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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    \n

  • „Welche Differentialdiagnosen ziehen Sie in Betracht?“
  • \n

  • „Wie grenzen Sie eine infektiöse Kolitis von einer CED ab?“
  • \n

  • „Woran denken Sie bei einem älteren Patienten mit blutigem Stuhl?“
  • \n

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Satzbausteine:

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    \n

  • „Differentialdiagnostisch kommt … in Frage.“
  • \n

  • „Gegen eine infektiöse Kolitis spricht die Dauer von drei Wochen und die fehlende Reiseanamnese.“
  • \n

  • „Eine infektiöse Genese kann durch Stuhlkultur und C. difficile-Toxin ausgeschlossen werden.“
  • \n

  • „Bei älteren Patienten muss auch an ein Kolonkarzinom gedacht werden.“
  • \n

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9 · Arztbrief

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A) Briefaufbau

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\n Struktur:\n

    \n

  1. Anrede
  2. \n

  3. Diagnosen
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  5. Anamnese (Konjunktiv I)
  6. \n

  7. Befunde
  8. \n

  9. Therapie
  10. \n

  11. Procedere
  12. \n

  13. Entlassmedikation
  14. \n

  15. Grußformel
  16. \n

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B) Musterbrief

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Universitätsklinikum Musterstadt
\n Klinik für Innere Medizin – Gastroenterologie

\n \n

An: Weiterbehandelnde Kollegen
\n Hausärztliche Praxis

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Patient: {PAT_NAME}, geb. [Geburtsdatum]
\n Aufenthalt: {ADMISSION_DATE} – {DISCHARGE_DATE}

\n \n

Diagnosen:
\n 1. Colitis ulcerosa, Erstmanifestation, schwerer Schub (E3 nach Montreal-Klassifikation)
\n 2. Eisenmangelanämie bei chronischem Blutverlust
\n 3. Hypokaliämie

\n \n

Anamnese:
\n Der Patient habe sich wegen seit drei Wochen bestehender, zunehmender blutig-schleimiger Durchfälle in unserer Notaufnahme vorgestellt. Er berichte über bis zu 15 Stuhlgänge pro Tag, auch nachts. Begleitend bestünden kolikartige Bauchschmerzen und Fieber bis 38,5°C. Ein Gewichtsverlust von circa 5 kg sei aufgefallen. Auslandsreisen oder Antibiotikatherapien seien nicht vorausgegangen. Familienanamnestisch sei eine Darmerkrankung beim Onkel bekannt.

\n \n

Befunde bei Aufnahme:
\n {PAT_AGE}-jähriger Patient in reduziertem AZ/EZ. Temperatur 38,2°C, HF 98/min, RR 110/70 mmHg. Abdomen weich, diffus druckschmerzhaft, lebhafte DG, keine Abwehrspannung.

\n \n

Labor:
\n CRP 85 mg/l (↑), BSG 48 mm/h (↑), Leukozyten 14.200/µl (↑), Hb 10,2 g/dl (↓), Kalium 3,1 mmol/l (↓), Kalprotektin 1.850 µg/g (↑↑). Stuhlkultur negativ, C. difficile-Toxin negativ.

\n \n

Koloskopie:
\n Kontinuierliche, vom Rektum bis zur linken Flexur reichende schwere Entzündung mit Erythem, Kontaktvulnerabilität und multiplen Ulzerationen. Histologie: Chronisch-aktive Kolitis mit Kryptenabszessen, vereinbar mit Colitis ulcerosa.

\n \n

Therapie und Verlauf:
\n Prednisolon 60 mg i.v. initial, parenterale Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution, Eisensubstitution. Rasche klinische Besserung mit Rückgang der Stuhlfrequenz. Umstellung auf Prednisolon 40 mg p.o.

\n \n

Entlassmedikation:
\n • Prednisolon 40 mg 1-0-0 (Ausschleichen: wöchentlich −10 mg bis 20 mg, dann −5 mg)
\n • Mesalazin 1000 mg 1-0-1
\n • Kaliumbrausetablette 40 mmol 1-0-0
\n • Eisen(II)-sulfat 100 mg 1-0-0
\n • Pantoprazol 40 mg 1-0-0

\n \n

Procedere:
\n • Wiedervorstellung gastroenterologische Ambulanz in 2 Wochen
\n • Laborkontrolle (BB, CRP, Elektrolyte, Kreatinin) in 1 Woche
\n • Bei Verschlechterung (Fieber, zunehmende Durchfälle, Bauchschmerzen) sofortige Wiedervorstellung

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Mit freundlichen kollegialen Grüßen

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\n Assistenzarzt/Assistenzärztin

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Prüfungsfokus

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Konjunktiv I – obligatorisch in der Anamnese:

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  • habe, berichte, bestünden, sei, seien, leide, nehme
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Häufige Fehler:

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  • Indikativ statt Konjunktiv I in der Anamnese
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  • Fehlende Entlassmedikation mit Dosierung
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  • Unvollständiges Procedere (keine Wiedervorstellungstermine)
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  • Steroid-Ausschleichschema nicht angegeben
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10 · Warnzeichen

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Toxisches Megakolon

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Zeichen: Abnahme der Stuhlfrequenz bei klinischer Verschlechterung, geblähtes Abdomen, aufgehobene Darmgeräusche, hohes Fieber, Tachykardie

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Bedeutung: Massive Kolondilatation (>6 cm), akute Perforationsgefahr, hohe Mortalität

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Sofortmaßnahme: Chirurgische Konsultation, Röntgen-Abdomen, Intensivüberwachung, Kolektomie bei Perforation

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Massive GI-Blutung

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Zeichen: Hämodynamische Instabilität, Tachykardie, Hypotonie, massive Hämatochezie, Hb-Abfall

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Bedeutung: Lebensbedrohlicher Blutverlust, Schockgefahr

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Sofortmaßnahme: Volumensubstitution, Kreuzblut, Transfusion, Notfall-Endoskopie

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Darmperforation

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Zeichen: Plötzlicher stärkster Schmerz, brettharter Bauch, Abwehrspannung, freie Luft im Röntgen

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Bedeutung: Peritonitis, Sepsisgefahr, hohe Mortalität

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Sofortmaßnahme: Notfall-OP, Breitbandantibiotika, Intensivstation

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Steroidrefraktärer Schub

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Zeichen: Keine Besserung nach 3–5 Tagen i.v. Steroide, persistierende blutige Stühle, CRP weiter erhöht

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Bedeutung: Therapieversagen, erhöhtes Komplikationsrisiko

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Sofortmaßnahme: Eskalation auf Ciclosporin oder Infliximab, chirurgische Option besprechen

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Sepsis bei CED

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Zeichen: Fieber >39°C oder Hypothermie, Tachykardie >100/min, Tachypnoe, Bewusstseinsveränderung, Laktat ↑

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Bedeutung: Systemische Infektion, oft durch Perforation oder Abszess

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Sofortmaßnahme: Blutkultur, Breitbandantibiotika, CT-Fokussuche, Intensivstation

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Prüfungsfokus

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So fragt der Prüfer häufig:

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  • „Wann müssen Sie sofort handeln?“
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  • „Was sind Alarmzeichen bei CED?“
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  • „Woran erkennen Sie ein toxisches Megakolon?“
  • \n

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Satzbausteine:

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  • „Ein Warnzeichen ist das toxische Megakolon, weil es auf eine drohende Perforation hinweist.“
  • \n

  • „Bei Abnahme der Stuhlfrequenz zusammen mit klinischer Verschlechterung muss sofort an ein toxisches Megakolon gedacht werden.“
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  • „Bei Perforationszeichen ist eine notfallmäßige chirurgische Intervention erforderlich.“
  • \n

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11 · Quiz

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Wichtigste Punkte

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  1. CU = blutig-schleimige Diarrhö, kontinuierlicher Befall | MC = Schmerzen, skip lesions, transmural
  2. \n

  3. Schwerer Schub = Prednisolon i.v., toxisches Megakolon = Notfall mit Perforationsgefahr
  4. \n

  5. Goldstandard = Koloskopie mit Stufenbiopsien, Kalprotektin = bester Stuhlmarker
  6. \n

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\n Frage 1 (Diagnostik): Welches endoskopische Befallsmuster ist typisch für Morbus Crohn?\n

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A) Kontinuierlicher Befall vom Rektum ausgehend

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B) Diskontinuierlicher, segmentaler Befall („skip lesions“)

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C) Ausschließlicher Befall des Zökums

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D) Isolierter Rektumbefall

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: B
\n Das diskontinuierliche Befallsmuster mit Wechsel von erkrankten und gesunden Abschnitten („skip lesions“) ist pathognomonisch für Morbus Crohn. Colitis ulcerosa zeigt einen kontinuierlichen Befall vom Rektum ausgehend.\n

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\n Frage 2 (Diagnostik): Welcher Laborparameter eignet sich am besten als Marker für intestinale Entzündung bei CED?\n

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A) Leberwerte (GOT, GPT)

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B) Kalprotektin im Stuhl

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C) Blutzucker

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D) Kreatinin

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: B
\n Kalprotektin ist ein sensitiver und spezifischer Marker für intestinale Entzündung und korreliert gut mit der endoskopischen Aktivität. Es eignet sich auch zur Verlaufskontrolle.\n

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\n Frage 3 (Therapie): Welche Therapie ist bei einem schweren Schub der Colitis ulcerosa indiziert?\n

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A) 5-ASA 1,5 g/Tag oral

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B) Prednisolon 50–100 mg i.v./Tag

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C) Methotrexat oral

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D) Probiotika

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: B
\n Bei schwerem Schub (>6 blutige Stühle/Tag + systemische Zeichen) ist eine hochdosierte intravenöse Steroidtherapie mit Prednisolon 50–100 mg/Tag indiziert. 5-ASA allein ist für leichte bis mittelschwere Schübe geeignet.\n

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\n Frage 4 (Therapie): Welches Medikament ist bei Morbus Crohn mit Fistelbildung besonders wirksam?\n

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A) Mesalazin

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B) Infliximab

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C) Pantoprazol

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D) Loperamid

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: B
\n Infliximab (TNF-α-Blocker) ist bei Morbus Crohn mit Fistelbildung Mittel der Wahl. Es zeigt gute Wirksamkeit bei der Fistelheilung und Remissionserhaltung.\n

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\n Frage 5 (Notfall/Warnzeichen): Welche Komplikation ist potenziell lebensbedrohlich bei Colitis ulcerosa?\n

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A) Fistelbildung

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B) Strikturen

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C) Toxisches Megakolon

\n

D) Pflastersteinrelief

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: C
\n Das toxische Megakolon ist eine schwere Komplikation mit massiver Kolondilatation (>6 cm) und akuter Perforationsgefahr. Es erfordert sofortige chirurgische Konsultation.\n

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\n Frage 6 (Notfall/Warnzeichen): Woran erkennen Sie klinisch ein drohendes toxisches Megakolon?\n

\n

A) Zunahme der Stuhlfrequenz auf 20×/Tag

\n

B) Abnahme der Stuhlfrequenz bei gleichzeitiger klinischer Verschlechterung

\n

C) Isoliertes Fieber ohne Bauchsymptome

\n

D) Nur Erbrechen ohne Durchfall

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✅ Antwort anzeigen

\n

\n Richtig: B
\n Ein paradoxer Rückgang der Stuhlfrequenz bei gleichzeitiger Verschlechterung des Allgemeinzustands, geblähtem Abdomen und aufgehobenen Darmgeräuschen weist auf ein toxisches Megakolon hin.\n

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\n Frage 7 (Differentialdiagnosen): Welches Merkmal spricht am ehesten gegen eine infektiöse Kolitis?\n

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A) Akuter Beginn

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B) Fieber

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C) Symptome seit 3 Wochen ohne Besserung

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D) Blutige Stühle

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: C
\n Eine infektiöse Kolitis ist typischerweise selbstlimitierend und bessert sich innerhalb von 1–2 Wochen. Eine Symptomdauer von 3 Wochen ohne Besserung spricht eher für eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.\n

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\n Frage 8 (Differentialdiagnosen): Wie hoch ist das Karzinomrisiko bei Colitis ulcerosa nach über 20 Jahren Erkrankungsdauer?\n

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A) Unter 1 %

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B) Etwa 5 %

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C) Über 10 %

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D) Über 50 %

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✅ Antwort anzeigen

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\n Richtig: C
\n Das Risiko für ein kolorektales Karzinom steigt bei Colitis ulcerosa nach >20 Jahren auf über 10 % an. Daher sind regelmäßige Surveillance-Koloskopien ab 8–10 Jahren Krankheitsdauer erforderlich.\n

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12 · Fachbegriffe

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Fachbegriff Erklärung
CED Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – Sammelbegriff für MC und CU
Transmural Alle Schichten der Darmwand betreffend (typisch für Morbus Crohn)
Skip lesions Diskontinuierlicher Befall – erkrankte und gesunde Abschnitte wechseln sich ab
Toxisches Megakolon Lebensbedrohliche Erweiterung des Dickdarms (>6 cm) mit Perforationsgefahr
Pflastersteinrelief Typisches Schleimhautbild bei MC – Ulzera umgeben von ödematöser Schleimhaut
Kalprotektin Stuhlmarker für intestinale Entzündung, korreliert mit endoskopischer Aktivität
5-ASA / Mesalazin Entzündungshemmendes Medikament speziell für den Darm (Aminosalicylat)
Koloskopie Darmspiegelung – Goldstandard zur Diagnose und Verlaufskontrolle bei CED
Fistel Krankhafter Verbindungsgang zwischen Darm und anderen Organen/Haut
Surveillance Regelmäßige Überwachung (z. B. Koloskopie) zur Karzinom-Früherkennung

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Zusammenfassung

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CED umfasst Morbus Crohn (transmural, skip lesions, Fisteln) und Colitis ulcerosa (mukosabegrenzt, kontinuierlich, blutig-schleimig). Die Therapie erfolgt stufenweise nach Schweregrad: 5-ASA bei leichten, Steroide bei mittelschweren/schweren Schüben, Biologika bei Therapieversagen. Das toxische Megakolon ist die gefährlichste Komplikation. Langfristig besteht ein erhöhtes Karzinomrisiko, das regelmäßige Surveillance erfordert.

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Quellen

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.

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