★★ Wichtig Nephrologie 20 Min.

Elektrolytstörungen

Lernmodus:

Auf einen Blick

  • 1. Hypokaliämie (5,0 mmol/l) sind lebensbedrohlich — beide führen zu EKG-Veränderungen und können Herzrhythmusstörungen bis zum Kammerflimmern verursachen.
  • 2. Hyponatriämie (<135 mmol/l) ist die häufigste Elektrolytstörung — langsame Korrektur ist zwingend; zu schnelle Korrektur → pontine Myelinolyse (osmotisches Demyelinisierungssyndrom).
  • 3. Hypokalzämie führt zu Tetanie (Chvostek- und Trousseau-Zeichen); Hyperkalzämie zum "Stein-Bein-Magen-Pein"-Syndrom.
  • 4. Die Korrekturgeschwindigkeit ist bei Hyponatriämie kritisch: maximal 8–10 mmol/l pro 24 Stunden — nicht schneller!
  • 5. Notfallmanagement: Hyperkaliämie → Kalziumgluconat i.v. (Membranstabilisierung sofort!); Hypokalzämie mit Tetanie → Kalziumgluconat i.v.

Fallvignette

Eine 71-jährige Patientin wird vom Pflegepersonal bewusstseinsgetrübt und desorientiert aufgefunden. Sie nimmt seit 3 Wochen ein Thiaziddiuretikum neu ein und hat in den letzten Tagen wenig getrunken.

RR 108/72 mmHg, HF 88/min, Turgor der Haut vermindert, trockene Schleimhäute. Neurologisch: Glasgow Coma Scale 13, keine Herdzeichen. Labor: Natrium 118 mmol/L, Kalium 3,2 mmol/L, Kreatinin 1,4 mg/dL, Osmolalität Serum 248 mosmol/kg, Urin-Natrium 42 mmol/L, Urin-Osmolalität 480 mosmol/kg. EKG: flache T-Wellen.

Welche Diagnose vermuten Sie? Welche Diagnostik leiten Sie ein?


Elektrolytstörungen

Auf einen Blick

  1. Hypokaliämie (<3,5 mmol/l) und Hyperkaliämie (>5,0 mmol/l) sind lebensbedrohlich — beide führen zu EKG-Veränderungen und können Herzrhythmusstörungen bis zum Kammerflimmern verursachen.
  2. Hyponatriämie (<135 mmol/l) ist die häufigste Elektrolytstörung — langsame Korrektur ist zwingend; zu schnelle Korrektur → pontine Myelinolyse (osmotisches Demyelinisierungssyndrom).
  3. Hypokalzämie führt zu Tetanie (Chvostek- und Trousseau-Zeichen); Hyperkalzämie zum „Stein-Bein-Magen-Pein“-Syndrom.
  4. Die Korrekturgeschwindigkeit ist bei Hyponatriämie kritisch: maximal 8–10 mmol/l pro 24 Stunden — nicht schneller!
  5. Notfallmanagement: Hyperkaliämie → Kalziumgluconat i.v. (Membranstabilisierung sofort!); Hypokalzämie mit Tetanie → Kalziumgluconat i.v.

Fallvignette

Eine 71-jährige Patientin wird vom Pflegepersonal bewusstseinsgetrübt und desorientiert aufgefunden. Sie nimmt seit 3 Wochen ein Thiaziddiuretikum neu ein und hat in den letzten Tagen wenig getrunken.

RR 108/72 mmHg, HF 88/min, Turgor der Haut vermindert, trockene Schleimhäute. Neurologisch: Glasgow Coma Scale 13, keine Herdzeichen. Labor: Natrium 118 mmol/L, Kalium 3,2 mmol/L, Kreatinin 1,4 mg/dL, Osmolalität Serum 248 mosmol/kg, Urin-Natrium 42 mmol/L, Urin-Osmolalität 480 mosmol/kg. EKG: flache T-Wellen.

Welche Diagnose vermuten Sie? Welche Diagnostik leiten Sie ein?


Definition

Elektrolytstörungen sind Abweichungen der Serumelektrolytkonzentrationen vom Normbereich, die durch veränderte Zufuhr, Ausscheidung, Verteilung oder Regulation entstehen. Sie können asymptomatisch sein oder lebensbedrohliche kardiale, neurologische und neuromuskuläre Komplikationen verursachen.


Kaliumpathologien

Normwert: 3,5 – 5,0 mmol/l

Hypokaliämie (<3,5 mmol/l)

Ätiologie

Ursache Beispiele
Renaler Verlust Diuretika (Thiazide, Schleifendiuretika), primärer Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom), RTA Typ 1 und 2
Gastrointestinaler Verlust Erbrechen, Diarrhö, Laxanzienabusus, Ileostomadrains
Transzelluläre Verschiebung Insulin, Beta-Agonisten, Alkalose (H+ aus Zelle → K+ in Zelle)
Mangelernährung / Anorexie Unzureichende Zufuhr

EKG-Veränderungen bei Hypokaliämie

Früh:  T-Abflachung, prominente U-Welle
Spät:  Verlängerte QU-Zeit, ST-Senkung, ventrikuläre Extrasystolen
Schwer: Ventrikuläre Tachykardie, Torsade de Pointes, Kammerflimmern

Klinik

  • Muskelschwäche, Myalgie, Paresen
  • Verstopfung, Ileus (Hypomotilität)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Polyurie, Polydipsie (hypokaliämische Nephropathie bei chronischem Defizit)

Therapie Hypokaliämie

Schweregrad Therapie
Leicht (3,0–3,5 mmol/l) Orale Substitution: Kaliumchlorid-Retardtabletten, kaliumreiche Kost
Moderat (2,5–3,0 mmol/l) Orale oder i.v. Substitution, engmaschiges EKG-Monitoring
Schwer (<2,5 mmol/l oder EKG-Veränderungen) i.v. KCl-Infusion: max. 20 mmol/h über periphere Vene; schneller nur über ZVK mit Monitor

Cave: Niemals KCl i.v. als Bolus — tödlich! Immer als verdünnte Infusion.


Hyperkaliämie (>5,0 mmol/l)

Ätiologie

Ursache Beispiele
Niereninsuffizienz Häufigste Ursache; verminderte renale Ausscheidung
Medikamente ACE-Hemmer, Sartane, Kaliumsparende Diuretika (Spironolacton), NSAR, Heparin
Transzelluläre Freisetzung Azidose, Insulinmangel (DKA), Hämolyse, Rhabdomyolyse, Tumorlysesyndrom
Exzessive Zufuhr Kalium-Substitution, Bluttransfusionen
Pseudohyperkaliämie Hämolyse in vitro, Thrombozytose; Kontrollblutabnahme!

EKG-Veränderungen bei Hyperkaliämie (WICHTIG!)

K+ 5,5–6,5: Hohe, spitze T-Wellen ("Zelt-T")
K+ 6,5–7,5: PR-Verlängerung, QRS-Verbreiterung
K+ 7,5–9,0: Sinusbradykardie, AV-Block, Sinuswelle (Merging P+QRS)
K+ >9,0:    Kammerflimmern, Asystolie

Klinik

  • Muskelschwäche, Parästhesien, aufsteigende Lähmungen
  • Bradykardie, Herzrhythmusstörungen
  • Übelkeit, Bauchschmerzen

Therapie Hyperkaliämie — Stufenschema (NOTFALL!)

Schritt 1: Membranstabilisierung (sofort!)

Kalziumgluconat 10% 10–20 ml i.v. über 2–5 Min → stabilisiert Herzmuskel-Membranpotenzial. Wirkt innerhalb von 1–3 Minuten. Kein Kalium wird gesenkt!

Schritt 2: Verschiebung in die Zelle (innerhalb 15–30 Min)
| Mittel | Dosis | Wirkung |
|–––|––-|–––|
| Insulin + Glukose | 10 IE Insulin + 50 g Glukose i.v. | K+ sinkt ~0,5–1,0 mmol/l |
| Natriumbikarbonat | Bei Azidose: 8,4% NaHCO3 i.v. | H+ raus, K+ rein in Zelle |
| Beta-2-Agonisten | Salbutamol inhalativ/i.v. | Zusatzoption |

Schritt 3: Elimination aus dem Körper (dauerhaft)
| Methode | Details |
|–––|–––|
| Schleifendiuretika (Furosemid) | Renale Ausscheidung; nur bei Diuresefähigkeit |
| Kationen-Austauscher (Resonium/Patiromer) | Bindung im Darm; langsam wirkend |
| Hämodialyse | Schnellste und effektivste Methode; bei Nierenversagen |


Natriumpathologien

Normwert: 135 – 145 mmol/l

Hyponatriämie (<135 mmol/l)

Ätiologie (nach Volumensstatus)

Volumensstatus Ursachen
Hypovolämisch Erbrechen, Diarrhö, Diuretika, M. Addison, Schwitzen
Euvolämisch SIADH (häufigste Form!), Hypothyreose, Glucocorticoidmangel, psychogene Polydipsie
Hypervolämisch Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Nephrotisches Syndrom

SIADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion):

  • Ursachen: Pulmonal (Pneumonie, Bronchialkarzinom), ZNS (Meningitis, SAB, Schlaganfall), Medikamente (SSRIs, Carbamazepin, Cyclophosphamid), Postoperativ

Klinik nach Schwere

Schwere Na+ (mmol/l) Symptome
Leicht 130–135 Oft asymptomatisch, Übelkeit
Moderat 125–130 Kopfschmerzen, Verwirrtheit
Schwer <125 Somnolenz, Krampfanfälle, Koma

Therapie Hyponatriämie

Die Korrekturgeschwindigkeit ist entscheidend!

Chronische Hyponatriämie (>48 Stunden):

  • Maximale Korrektur: 8–10 mmol/l pro 24 Stunden (Gefahr der pontinen Myelinolyse!)
  • Bei SIADH: Flüssigkeitsrestriktion (800–1000 ml/Tag) ist erste Maßnahme
  • Tolvaptan (V2-Rezeptorantagonist) bei therapierefraktärem SIADH

Akute symptomatische Hyponatriämie (Krampfanfall, Koma):

  • Hypertone NaCl 3% i.v. — sofort 150 ml über 20 Minuten; danach stündliche Kontrolle
  • Ziel: Na+-Anstieg ~2 mmol/l/h bis Symptome bessern; dann strenge Kontrolle

Pontine Myelinolyse (osmotisches Demyelinisierungssyndrom):

  • Durch zu schnelle Korrektur der Hyponatriämie
  • Klinik: Dysarthrie, Dysphagie, Tetraparese, Locked-in-Syndrom
  • Irreversible Schädigung möglich; keine spezifische Therapie

Hypernatriämie (>145 mmol/l)

Ätiologie

  • Wasserverlust: Diabetes insipidus (zentral oder nephrogen), Fieber, starkes Schwitzen, Diarrhö
  • Natriumüberschuss: Hypertone NaCl-Infusionen, primärer Hyperaldosteronismus
  • Mangelnde Trinkmenge: Bewusstlose, Pflegebedürftige

Klinik

  • Durst (Frühzeichen), Schleimhautaustrocknung
  • Neurologisch: Verwirrtheit, Krämpfe, Koma
  • „Cerebral dehydration“: Schrumpfung des Gehirns → Riss von Brückenvenen → Subduralhämatom

Therapie

  • Langsame Korrektur mit freiem Wasser (oral) oder NaCl 0,9% i.v.
  • Maximale Korrektur: 10 mmol/l pro 24 Stunden
  • Diabetes insipidus centralis: Desmopressin (DDAVP) nasal oder i.v.

Kalziumpathologien

Normwert: 2,2 – 2,6 mmol/l (ionisiert: 1,1–1,3 mmol/l)

Regulation: PTH (Parathormon), Vitamin D, Kalzitonin

Hypokalzämie (<2,2 mmol/l)

Ätiologie

Ursache Beispiele
Hypoparathyreoidismus Postoperativ (Schilddrüsen-OP!), Autoimmun, DiGeorge-Syndrom
Vitamin-D-Mangel Unzureichende Sonneneinstrahlung, Malabsorption, Niereninsuffizienz
Hypomagnesiämie Verhindert PTH-Sekretion; Mg muss korrigiert werden
Hypoalbuminämie Niedriges Albumin → niedriges Gesamt-Ca; ionisiertes Ca normal (Pseudohypokalzämie)
Pankreatitis Saponifikation: Ca bindet an Fettsäuren
Alkalose Erhöhte Proteinbindung → ionisiertes Ca sinkt

EKG bei Hypokalzämie

  • Verlängertes QT-Intervall → erhöhtes Risiko für ventrikuläre Arrhythmien (Torsade de Pointes)

Klinische Zeichen

Zeichen Beschreibung
Chvostek-Zeichen Beklopfen des N. facialis → Zuckung der Gesichtsmuskulatur
Trousseau-Zeichen RR-Manschette aufpumpen → Pfötchenstellung der Hand (Karpopedalspasmen)
Tetanie Muskelkrämpfe, Parästhesien, Kribbeln (periboral, Finger)
Laryngospasmus Akuter Stimmritzenkrampf (lebensbedrohlich!)
Stimmungsveränderungen Depression, Angst, Psychose

Therapie Hypokalzämie

Schwere Therapie
Akute Tetanie / Laryngospasmus Kalziumgluconat 10% i.v. 10–20 ml langsam über 10–15 Min
Chronisch / leicht Kalzium oral + Vitamin D3 oral
Bei Hypomagnesiämie Erst Magnesium ersetzen — sonst spricht Hypokalzämie nicht an!

Hyperkalzämie (>2,6 mmol/l)

Ätiologie

Ursache Häufigkeit
Primärer Hyperparathyreoidismus Häufigste Ursache ambulant; meist Adenom
Maligne Erkrankungen Häufigste Ursache stationär; Knochenmetastasen (Brust, Lunge, Niere), PTHrP-Sekretion
Sarkoidose / Granulomatöse Erkrankungen Vitamin-D-Aktivierung durch Makrophagen
Vitamin-D-Intoxikation Überdosierung
Immobilisierung Erhöhter Knochenabbau
Thiazid-Diuretika Verminderte renale Ca-Ausscheidung

Klinik — „Stein, Bein, Magenpein“ + Psyche

Organssystem Symptome
Stein (Niere) Nephrolithiasis (Ca-Oxalat/-Phosphat), Nephrokalzinose, Polyurie
Bein (Knochen) Knochenschmerzen, pathologische Frakturen, Osteitis fibrosa cystica
Magenpein (GI) Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Pankreatitis, Ulkus
Psyche Apathie, Depression, Verwirrtheit, Koma (bei >3,5 mmol/l)

EKG bei Hyperkalzämie

  • Verkürztes QT-Intervall → Bradykardie, AV-Block, Herzstillstand bei Extremwerten

Therapie Hyperkalzämie (Notfall bei >3,0 mmol/l)

Schritt Maßnahme
1. Rehydrierung NaCl 0,9% i.v. (2–4 l/Tag) → forcierte renale Ausscheidung
2. Furosemid Nach Rehydrierung (nicht vorher!) → fördert Ca-Ausscheidung
3. Bisphosphonate Zoledronat i.v. oder Ibandronat i.v. → hemmen Osteoklastenaktivität (Wirkung nach 2–4 Tagen)
4. Kortikosteroide Bei Sarkoidose, hämatologischen Malignomen
5. Hämodialyse Bei lebensbedrohlicher Hyperkalzämie und Niereninsuffizienz
6. Kausale Therapie Parathyreoidektomie bei primärem HPT

Übersichtstabelle: Elektrolytstörungen

Parameter Niedrig Hoch EKG
Kalium Schwäche, Ileus, U-Welle Bradykardie, Spitz-T, QRS-Verbreiterung Immer EKG!
Natrium Verwirrtheit, Krämpfe Durst, Dehydratation, Koma Kein typisches EKG
Kalzium Tetanie, Chvostek, QT↑ Stein-Bein-Magenpein, QT↓ QT-Veränderungen

Differentialdiagnosen

Symptom Mögliche Elektrolytstörung
Tetanie Hypokalzämie, Hypomagnesiämie, Hyperventilation (respiratorische Alkalose)
Verwirrtheit Hyponatriämie, Hypernatriämie, Hyperkalzämie
Muskelschwäche Hypokaliämie, Hyperkaliämie, Hypokalzämie
EKG-Veränderungen Kalium- und Kalziumstörungen (immer Elektrolyte bei EKG-Anomalien!)

Klinische Perlen

Pontine Myelinolyse: Der häufigste iatrogene Fehler bei Hyponatriämie — zu schnelle Korrektur. Merksatz: „Natriumkorrektur langsam wie Weinstock wächst“ — maximal 8–10 mmol/l pro 24 Stunden!

Hyperkaliämie-Notfall: Die Reihenfolge ist entscheidend: (1) Kalziumgluconat sofort (Membranschutz), (2) Insulin+Glukose (Verschiebung), (3) Elimination. Merke: Erst schützen, dann verschieben, dann eliminieren.

Pseudohypokalzämie: Niedriges Gesamtkalzium bei Hypoalbuminämie ist kein echtes Problem — das ionisierte Kalzium ist normal. Korrektur: Kalzium + 0,2 mmol/l pro 10 g/l Albumin unter Normwert (40 g/l).

Hypomagnesiämie muss immer ausgeschlossen/behandelt werden bei therapierefraktärer Hypokalzämie — Magnesium ist für die PTH-Sekretion notwendig!


Prüfungstipps

  • EKG bei Hyperkaliämie: hohe spitze T-Wellen → QRS-Verbreiterung → Sinuswelle → Kammerflimmern
  • Pontine Myelinolyse: Folge der zu schnellen Natriumkorrektur; maximal 8–10 mmol/l/24h
  • Kalziumgluconat i.v. sofort bei Hyperkaliämie mit EKG-Zeichen (Membranstabilisierung!) und bei Hypokalzämie mit Tetanie
  • Hyponatriämie nach Volumen einteilen: hypovolämisch/euvolämisch/hypervolämisch → SIADH ist euvolämisch
  • „Stein-Bein-Magenpein“ = Hyperkalzämie; „Tetanie-Chvostek-Trousseau“ = Hypokalzämie

Schlüsselbegriffe

Begriff Bedeutung
Hyponatriämie Na+ <135 mmol/l; häufigste Elektrolytstörung
SIADH Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion; euvolämische Hyponatriämie
Pontine Myelinolyse Osmotisches Demyelinisierungssyndrom durch zu schnelle Na-Korrektur
Hyperkaliämie K+ >5,0 mmol/l; kardial gefährlich
Kalziumgluconat Notfallmedikament bei Hyperkaliämie (Membranschutz) und Hypokalzämie
Tetanie Neuromuskuläre Übererregbarkeit bei Hypokalzämie
Chvostek-Zeichen N.-facialis-Beklopfung → Gesichtszuckung; Zeichen der Hypokalzämie
Trousseau-Zeichen RR-Manschette → Pfötchenstellung; Zeichen der Hypokalzämie
QT-Verlängerung Bei Hypokalzämie; erhöhtes Arrhythmierisiko
Tolvaptan V2-Rezeptorantagonist; bei SIADH
Bisphosphonate Zoledronat/Ibandronat i.v.; Therapie der Hyperkalzämie
Pseudohyperkaliämie Hämolyse in vitro; Kontrollblutabnahme notwendig

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.

Definition 🔗

Elektrolytstörungen sind Abweichungen der Serumelektrolytkonzentrationen vom Normbereich, die durch veränderte Zufuhr, Ausscheidung, Verteilung oder Regulation entstehen. Sie können asymptomatisch sein oder lebensbedrohliche kardiale, neurologische und neuromuskuläre Komplikationen verursachen.


Differentialdiagnosen 🔗

Symptom Mögliche Elektrolytstörung
Tetanie Hypokalzämie, Hypomagnesiämie, Hyperventilation (respiratorische Alkalose)
Verwirrtheit Hyponatriämie, Hypernatriämie, Hyperkalzämie
Muskelschwäche Hypokaliämie, Hyperkaliämie, Hypokalzämie
EKG-Veränderungen Kalium- und Kalziumstörungen (immer Elektrolyte bei EKG-Anomalien!)

Prüfungstipps

  • - EKG bei Hyperkaliämie: hohe spitze T-Wellen → QRS-Verbreiterung → Sinuswelle → Kammerflimmern
  • - Pontine Myelinolyse: Folge der zu schnellen Natriumkorrektur; maximal 8–10 mmol/l/24h
  • - Kalziumgluconat i.v. sofort bei Hyperkaliämie mit EKG-Zeichen (Membranstabilisierung!) und bei Hypokalzämie mit Tetanie
  • - Hyponatriämie nach Volumen einteilen: hypovolämisch/euvolämisch/hypervolämisch → SIADH ist euvolämisch
  • - "Stein-Bein-Magenpein" = Hyperkalzämie; "Tetanie-Chvostek-Trousseau" = Hypokalzämie

Schlüsselbegriffe

BegriffHyponatriämieSIADHPontine MyelinolyseHyperkaliämieKalziumgluconatTetanieChvostek-ZeichenTrousseau-ZeichenQT-VerlängerungTolvaptanBisphosphonatePseudohyperkaliämie