Schlaganfall (Apoplex)

Neurologie Häufig Notfall Prüfungsrelevant 📍 Baden-Württemberg, Bayern, Berlin +13

FSP-Fall zum akuten Schlaganfall: Plötzliche neurologische Defizite, FAST-Test, cCT zum Blutungsausschluss, Lysetherapie im 4,5h-Zeitfenster und Stroke-Unit-Behandlung.

\n\n\n\n\n\n\n

\n

0 · Auf einen Blick

\n

    \n

  • Leitsymptom: Plötzliche Hemiparese, Aphasie, Gesichtsasymmetrie (FAST-Kriterien)
  • \n

  • Diagnostischer Standard: cCT nativ (Blutungsausschluss) + NIHSS-Score
  • \n

  • Erste Maßnahme: Sofortiger Notruf 112, Stroke-Unit-Aufnahme, „Time is brain“
  • \n

  • Wichtigste Kontraindikation: Intrakranielle Blutung, INR >1,7, kürzliche OP
  • \n

  • Prognose: Je früher Therapie, desto besser – jede Minute zählt
  • \n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

1 · Leitfall

\n

\n Notaufnahme\n 68 J., m\n Plötzliche Arm- und Beinschwäche links\n

\n

\n „Herr Doktor, vor einer Stunde konnte ich auf einmal meinen linken Arm nicht mehr heben. Meine Frau sagt, mein Mund hängt auch schief. Ich verstehe gar nicht, was passiert ist.“\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

2 · Krankheitsbild

\n

\n

\n \n

Definition

\n

Der Schlaganfall (Apoplex, Stroke) ist eine akute zerebrale Durchblutungsstörung mit plötzlich auftretenden neurologischen Ausfällen. Man unterscheidet den ischämischen Schlaganfall (ca. 80%, Hirninfarkt durch Gefäßverschluss) vom hämorrhagischen Schlaganfall (ca. 20%, Hirnblutung).

\n \n

Pathophysiologie

\n

Beim ischämischen Infarkt führt ein thrombotischer oder embolischer Gefäßverschluss zur Minderperfusion. Im Kerngebiet sterben Neurone innerhalb von Minuten ab. Die umgebende Penumbra ist kritisch minderperfundiert, aber potenziell rettbar – dies ist das Ziel der Akuttherapie.

\n \n

Epidemiologie

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

Inzidenz ca. 270.000/Jahr in Deutschland
Typisches Alter > 65 Jahre (Altersgipfel 70-80 J.)
Geschlecht m > w (leicht)
Mortalität Dritthäufigste Todesursache in Deutschland

\n

\n \n

Risikofaktoren

\n

\n

\n Nicht modifizierbar:\n

    \n

  • Alter > 65 Jahre
  • \n

  • Männliches Geschlecht
  • \n

  • Positive Familienanamnese
  • \n

  • Genetische Faktoren
  • \n

\n

\n

\n Modifizierbar:\n

    \n

  • Arterielle Hypertonie (wichtigster!)
  • \n

  • Vorhofflimmern
  • \n

  • Diabetes mellitus
  • \n

  • Hyperlipidämie
  • \n

  • Rauchen, Adipositas
  • \n

\n

\n

\n \n

\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

3 · Anamnese

\n

\n

\n \n

Gezielte Fragen

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

Bereich Frage Warum wichtig
Zeitpunkt Wann genau haben die Beschwerden begonnen? Entscheidend für Lysezeitfenster (4,5h)
Symptome Welche Beschwerden haben Sie genau? Lokalisation des betroffenen Hirnareals
Vorerkrankungen Haben Sie Vorhofflimmern, Bluthochdruck oder Diabetes? Ätiologie und Sekundärprävention
Medikamente Nehmen Sie Blutverdünner wie Marcumar oder ASS? Kontraindikation für Lyse (INR >1,7)
Risiko Hatten Sie kürzlich eine Operation oder Blutung? Kontraindikation für Lysetherapie

\n

\n \n

Beispieldialog

\n

\n

\n Arzt:\n

Guten Tag, ich bin Dr. Amir Haddad. Was führt Sie zu uns?

\n

\n

\n Patient:\n

Vor einer Stunde ist mein linker Arm plötzlich schwach geworden. Ich konnte ihn nicht mehr heben.

\n

\n

\n Arzt:\n

Das ist sehr wichtig. Wissen Sie genau, wann das passiert ist?

\n

\n

\n Patient:\n

Ja, ich habe gerade Kaffee getrunken, das war um 10:15 Uhr.

\n

\n

\n Arzt:\n

Haben Sie auch Probleme beim Sprechen oder Sehen bemerkt?

\n

\n

\n Patient:\n

Meine Frau sagt, ich rede undeutlich. Und mein Mund hängt irgendwie schief.

\n

\n

\n Arzt:\n

Nehmen Sie Medikamente zur Blutverdünnung?

\n

\n

\n Patient:\n

Nein, nur Blutdrucktabletten und etwas für den Zucker.

\n

\n

\n \n

\n

Prüfungsfokus

\n

    \n

  • Symptombeginn exakt dokumentieren! („Last seen well“)
  • \n

  • FAST-Test durchführen: Face, Arms, Speech, Time
  • \n

  • Antikoagulation und Kontraindikationen erfragen
  • \n

\n

\n \n

\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

4 · Befund

\n

\n

\n \n

Körperliche Untersuchung

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

Methode Erwarteter Befund
Inspektion Faziale Parese (hängender Mundwinkel), Armvorhalteversuch positiv
Neurologischer Status Hemiparese links, Sensibilitätsstörung, ggf. Neglect
NIHSS-Score Quantifizierung der Defizite (0-42 Punkte)
Vitalzeichen RR oft erhöht (180/100 mmHg), Puls ggf. arrhythmisch

\n

\n \n

Labor

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

Parameter Veränderung Bedeutung
INR/Quick Prüfen! Lyse-KI bei INR >1,7
Blutzucker ↑/↓ möglich Stroke-Mimic bei Hypoglykämie
Troponin Ggf. ↑ Begleitender Myokardinfarkt?
Elektrolyte Prüfen Ausschluss metabolischer Ursachen

\n

\n \n

Bildgebung

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

Methode Typischer Befund Wann einsetzen
cCT nativ Blutungsausschluss, frühe Infarktzeichen (Dense Media Sign) Sofort! Vor jeder Lysetherapie
CT-Angiographie Gefäßverschluss (z.B. A. cerebri media) Bei V.a. Großgefäßverschluss → Thrombektomie
cMRT (DWI) Frische Ischämie hyperintens, Penumbra-Darstellung Bei unklarem Zeitfenster (Wake-up-Stroke)
EKG Vorhofflimmern als Emboliequelle Bei allen Patienten

\n

\n \n

\n

Goldstandard

\n

cCT nativ → Blutungsausschluss vor Lyse (Door-to-CT < 25 Min)

\n

\n \n

\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

5 · Therapie

\n

\n

\n \n

Akutmaßnahmen

\n

    \n

  1. Sofortiger Notruf 112 – „Time is brain!“
  2. \n

  3. Stroke-Unit-Aufnahme – Monitoring, spezialisierte Pflege
  4. \n

  5. cCT nativ – Blutungsausschluss vor jeder Rekanalisation
  6. \n

  7. NIHSS erheben – Schweregradbestimmung
  8. \n

  9. Vitalzeichenmonitoring – RR, Puls, SpO₂, BZ
  10. \n

\n \n

Pharmakotherapie

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

Substanz Dosierung Indikation Cave
Alteplase (rtPA) 0,9 mg/kg KG i.v. (max. 90 mg), 10% als Bolus Ischämischer Infarkt ≤4,5h Blutung, INR >1,7, kürzliche OP
ASS 100-300 mg/d Sekundärprophylaxe (nach 24h bei Lyse) Nicht vor Lyse
Heparin Prophylaktisch s.c. Thromboseprophylaxe bei Immobilisation Nicht therapeutisch in Akutphase
Antihypertensiva Leitliniengerecht RR >220/120 mmHg (ohne Lyse) oder >185/110 (mit Lyse) Nicht zu schnell senken

\n

\n \n

Nicht-medikamentös

\n

    \n

  • Oberkörperhochlagerung 30° (bei erhöhtem Hirndruck)
  • \n

  • Frühmobilisation ab Tag 1 (wenn stabil)
  • \n

  • Logopädie bei Dysphagie/Aphasie
  • \n

  • Physiotherapie zur Paresetherapie
  • \n

\n \n

Interventionell / Chirurgisch

\n

    \n

  • Mechanische Thrombektomie: Bei Großgefäßverschluss (A. cerebri media, A. carotis interna) im Zeitfenster bis 6h (selektiert bis 24h)
  • \n

  • Dekompressive Hemikraniektomie: Bei malignem Mediainfarkt mit Hirnödem
  • \n

  • Karotis-TEA/Stenting: Bei hochgradiger Karotisstenose (Sekundärprävention)
  • \n

\n \n

\n

Therapie der 1. Wahl

\n

Intravenöse Thrombolyse mit rtPA (0,9 mg/kg) innerhalb von 4,5 Stunden + ggf. mechanische Thrombektomie bei Großgefäßverschluss

\n

\n \n

\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

6 · Arztbrief

\n

\n

\n \n

\n

\n

Muster-Krankenhaus
\n Abteilung für Neurologie / Stroke Unit
\n Musterstraße 1, 12345 Musterstadt

\n \n

Entlassungsbrief

\n \n

Patient: Klaus Fischer, geb. 15.03.1957, 68 Jahre
\n Aufnahme: 04.01.2026
\n Entlassung: 11.01.2026

\n

\n \n

Diagnosen

\n

    \n

  1. Ischämischer Schlaganfall im Stromgebiet der A. cerebri media rechts (ICD: I63.5)
  2. \n

  3. Arterielle Hypertonie (I10)
  4. \n

  5. Diabetes mellitus Typ 2 (E11.9)
  6. \n

  7. Vorhofflimmern, erstdiagnostiziert (I48.0)
  8. \n

\n \n

Anamnese

\n

Der 68-jährige Patient habe angegeben, gegen 10:15 Uhr eine plötzliche Schwäche im linken Arm bemerkt zu haben. Seine Ehefrau habe zusätzlich eine Gesichtsasymmetrie und undeutliche Sprache festgestellt. Er leide seit Jahren an Bluthochdruck und Diabetes. Eine Blutverdünnung nehme er nicht ein. Vorherige Schlaganfälle seien nicht bekannt.

\n \n

Befund bei Aufnahme

\n

Wacher, orientierter Patient. RR 185/105 mmHg, Puls 92/min arrhythmisch, SpO₂ 96%. Neurologisch: linksseitige Hemiparese (Arm KG 2/5, Bein KG 3/5), zentrale Fazialisparese links, Dysarthrie. NIHSS bei Aufnahme: 12 Punkte.

\n \n

Diagnostik

\n

    \n

  • Labor: INR 1,0, BZ 165 mg/dl, Troponin negativ, LDL 145 mg/dl
  • \n

  • cCT nativ: Kein Blutungsnachweis, hyperdenses Mediazeichen rechts
  • \n

  • CT-Angiographie: Verschluss der A. cerebri media rechts (M1-Segment)
  • \n

  • EKG: Absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern (neu diagnostiziert)
  • \n

  • Echokardiographie: Leicht dilatierter linker Vorhof, keine Thromben
  • \n

\n \n

Therapie und Verlauf

\n

Bei einem Zeitfenster von 90 Minuten erfolgte die intravenöse Thrombolyse mit Alteplase (0,9 mg/kg KG). Anschließend wurde eine mechanische Thrombektomie durchgeführt mit erfolgreicher Rekanalisation (TICI 2b). Der Verlauf gestaltete sich komplikationslos. Die neurologischen Defizite besserten sich deutlich (NIHSS bei Entlassung: 3 Punkte). Bei neu diagnostiziertem Vorhofflimmern wurde eine orale Antikoagulation mit Apixaban eingeleitet.

\n \n

Empfehlung

\n

    \n

  • Medikation: Apixaban 5 mg 1-0-1, Atorvastatin 40 mg 0-0-1, Ramipril 5 mg 1-0-0, Metformin 850 mg 1-0-1
  • \n

  • Kontrolle: Neurologische Wiedervorstellung in 4 Wochen, kardiologische Kontrolle in 3 Monaten
  • \n

  • Reha: Anschlussheilbehandlung neurologisch bereits beantragt
  • \n

  • Fahrverbot: Für mindestens 3 Monate
  • \n

\n \n

\n

\n \n

\n

Konjunktiv I beachten!

\n

    \n

  • habe angegeben, leide, sei, nehme, habe
  • \n

  • Nur in der Anamnese (indirekte Rede)
  • \n

\n

\n \n

\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

🩺 7 · Übergabe

\n

\n

\n \n

SBAR-Schema

\n

\n

\n

\n S\n

\n Situation:\n

Ich übergebe Ihnen Klaus Fischer, 68 Jahre, mit ischämischem Schlaganfall im Media-Stromgebiet rechts, Z.n. Lyse und Thrombektomie heute.

\n

\n

\n

\n B\n

\n Background:\n

Bekannte Arterielle Hypertonie und Diabetes Typ 2. Neu diagnostiziertes Vorhofflimmern als wahrscheinliche Emboliequelle. Keine vorherige Antikoagulation. Symptombeginn 10:15 Uhr, Aufnahme 11:30 Uhr, Lyse 12:00 Uhr.

\n

\n

\n

\n A\n

\n Assessment:\n

NIHSS initial 12, jetzt gebessert auf 6 Punkte. Erfolgreiche Rekanalisation TICI 2b. Patient wach, orientiert, Hemiparese links rückläufig. RR stabil 150/85 mmHg. Keine Blutungskomplikation im Kontroll-CT.

\n

\n

\n

\n R\n

\n Recommendation:\n

Engmaschiges neurologisches Monitoring (NIHSS alle 2h), RR-Ziel < 180/105 mmHg. Bei klinischer Verschlechterung sofort Kontroll-CT. OAK-Start mit Apixaban nach 24h geplant. Bitte auf Blutungszeichen achten.

\n

\n

\n

\n

\n \n

\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

8 · Differentialdiagnosen

\n

\n

\n \n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

DD Unterscheidungsmerkmal Ausschluss
Intrazerebrale Blutung Klinisch nicht sicher unterscheidbar, oft Kopfschmerzen cCT nativ (hyperdense Läsion)
TIA Symptome bilden sich vollständig innerhalb 24h zurück MRT-DWI (keine Diffusionsrestriktion)
Hypoglykämie Fokal-neurologische Symptome möglich, Verwirrtheit BZ-Messung (sofort!)
Migräne mit Aura Langsame Ausbreitung der Symptome, Kopfschmerzen Anamnese, Bildgebung unauffällig
Todd-Parese Transiente Parese nach epileptischem Anfall Anfallsanamnese, EEG

\n

\n \n

\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

⚠️ 9 · Komplikationen

\n

\n

\n \n

Akute Komplikationen

\n

    \n

  • Hirnödem → Erhöhter Hirndruck, Einklemmung (v.a. maligner Mediainfarkt)
  • \n

  • Hämorrhagische Transformation → Einblutung in Infarktareal, v.a. nach Lyse
  • \n

  • Aspirationspneumonie → Bei Dysphagie (Schlucktest!)
  • \n

  • Epileptische Anfälle → Frühanfälle in 5-10%
  • \n

  • Tiefe Beinvenenthrombose → Bei Immobilisation
  • \n

\n \n

Spätkomplikationen

\n

    \n

  • Spastik → Entwickelt sich in Wochen bis Monaten
  • \n

  • Post-Stroke-Depression → Bei ca. 30% der Patienten
  • \n

  • Vaskuläre Demenz → Nach rezidivierenden Infarkten
  • \n

  • Schulterschmerz → Subluxation bei Hemiparese
  • \n

  • Re-Infarkt → 10-15% im ersten Jahr ohne Prophylaxe
  • \n

\n \n

\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

10 · Red Flags

\n

\n

\n \n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

Warnzeichen Bedeutet Sofortmaßnahme
Bewusstseinstrübung Hirnödem, Einklemmung droht Sofort CT, Neurochirurgie informieren
Pupillenstörung Einklemmung, III-Parese Notfall-CT, Osmotherapie, OP erwägen
NIHSS-Verschlechterung ≥4 Re-Verschluss, Blutung Sofort CT, ggf. Re-Intervention
Heftige Kopfschmerzen Einblutung nach Lyse Lyse stoppen, CT, Gerinnungsfaktoren
RR-Entgleisung >220/120 Erhöhtes Blutungsrisiko Vorsichtige RR-Senkung, Monitoring

\n

\n \n

\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

11 · Quiz

\n

\n

\n \n

\n

Wichtigste Punkte

\n

    \n

  1. Symptombeginn exakt dokumentieren – „Time is brain“
  2. \n

  3. cCT nativ VOR jeder Lysetherapie zum Blutungsausschluss
  4. \n

  5. Lysezeitfenster: ≤4,5 Stunden, Thrombektomie bis 6h (selektiert bis 24h)
  6. \n

\n

\n \n

\n \n \n

\n \n \n

\n Frage 1 (Diagnostik): Ein 72-jähriger Patient wird mit akuter linksseitiger Hemiparese eingeliefert. Symptombeginn vor 2 Stunden. Welche Bildgebung hat oberste Priorität?\n

\n

A) MRT mit DWI-Sequenz

\n

B) cCT nativ

\n

C) Doppler-Sonographie der Karotiden

\n

D) CT-Perfusion

\n

\n

\n

✅ Antwort anzeigen

\n

Richtig: B) cCT nativ
Das native CT ist der Goldstandard zum Blutungsausschluss vor einer Lysetherapie. Es muss schnellstmöglich erfolgen (Door-to-CT < 25 Min). Erst nach Blutungsausschluss kann eine Lyse eingeleitet werden.

\n

\n

\n \n \n

\n Frage 2 (Diagnostik): Welcher Score wird zur Quantifizierung des neurologischen Defizits beim akuten Schlaganfall standardmäßig verwendet?\n

\n

A) Glasgow Coma Scale

\n

B) NIHSS (National Institutes of Health Stroke Scale)

\n

C) Modified Rankin Scale

\n

D) Barthel-Index

\n

\n

\n

✅ Antwort anzeigen

\n

Richtig: B) NIHSS
Der NIHSS (0-42 Punkte) quantifiziert das akute neurologische Defizit und dient als Ausgangs- und Verlaufsparameter. Der mRS beschreibt das funktionelle Outcome nach 90 Tagen, GCS die Bewusstseinslage.

\n

\n

\n \n \n

\n Frage 3 (Therapie): Bis wann nach Symptombeginn ist die systemische Thrombolyse mit rtPA beim ischämischen Schlaganfall zugelassen?\n

\n

A) 3 Stunden

\n

B) 4,5 Stunden

\n

C) 6 Stunden

\n

D) 24 Stunden

\n

\n

\n

✅ Antwort anzeigen

\n

Richtig: B) 4,5 Stunden
Die Zulassung für rtPA (Alteplase) besteht bis 4,5 Stunden nach Symptombeginn. Die mechanische Thrombektomie bei Großgefäßverschluss kann bis 6h (selektiert bis 24h) durchgeführt werden.

\n

\n

\n \n \n

\n Frage 4 (Therapie): Welche Dosierung von Alteplase wird bei der intravenösen Lysetherapie des ischämischen Schlaganfalls angewendet?\n

\n

A) 0,6 mg/kg KG, max. 60 mg

\n

B) 0,9 mg/kg KG, max. 90 mg

\n

C) 1,0 mg/kg KG, max. 100 mg

\n

D) 1,5 mg/kg KG, max. 150 mg

\n

\n

\n

✅ Antwort anzeigen

\n

Richtig: B) 0,9 mg/kg KG, max. 90 mg
Die Standarddosierung ist 0,9 mg/kg Körpergewicht, maximal 90 mg. Davon werden 10% als Bolus gegeben, die restlichen 90% als Infusion über 60 Minuten.

\n

\n

\n \n \n

\n Frage 5 (Notfall/Red Flags): Ein Patient entwickelt 30 Minuten nach Beginn der Lysetherapie starke Kopfschmerzen und wird zunehmend somnolent. Was ist die wahrscheinlichste Komplikation und die erste Maßnahme?\n

\n

A) Hypertensive Krise – Blutdruck senken

\n

B) Intrakranielle Blutung – Lyse stoppen, sofort CT

\n

C) Progrediente Ischämie – Lyse beschleunigen

\n

D) Allergische Reaktion – Antihistaminika geben

\n

\n

\n

✅ Antwort anzeigen

\n

Richtig: B) Intrakranielle Blutung – Lyse stoppen, sofort CT
Starke Kopfschmerzen und Bewusstseinstrübung unter Lyse sind bis zum Beweis des Gegenteils als hämorrhagische Transformation zu werten. Die Lyse muss sofort gestoppt und ein Notfall-CT durchgeführt werden.

\n

\n

\n \n \n

\n Frage 6 (Notfall/Red Flags): Welcher Blutdruckwert ist die obere Grenze für die Durchführung einer intravenösen Lysetherapie?\n

\n

A) 160/100 mmHg

\n

B) 185/110 mmHg

\n

C) 200/120 mmHg

\n

D) 220/130 mmHg

\n

\n

\n

✅ Antwort anzeigen

\n

Richtig: B) 185/110 mmHg
Vor und während der Lysetherapie sollte der Blutdruck unter 185/110 mmHg gehalten werden, um das Blutungsrisiko zu minimieren. Ohne Lyseindikation sind höhere Werte bis 220/120 mmHg akzeptabel.

\n

\n

\n \n \n

\n Frage 7 (Differentialdiagnosen): Eine 45-jährige Patientin präsentiert sich mit akut aufgetretener rechtsseitiger Hemiparese. Der Blutzucker beträgt 38 mg/dl. Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?\n

\n

A) Ischämischer Schlaganfall

\n

B) Hypoglykämie

\n

C) Migräne mit Aura

\n

D) Epileptischer Anfall

\n

\n

\n

✅ Antwort anzeigen

\n

Richtig: B) Hypoglykämie
Hypoglykämie kann fokale neurologische Symptome verursachen und ist ein wichtiger „Stroke Mimic“. Daher muss bei jedem V.a. Schlaganfall sofort der Blutzucker gemessen werden. Die Symptome sind nach Glukosegabe reversibel.

\n

\n

\n \n \n

\n Frage 8 (Differentialdiagnosen): Welche Bildgebung ist am besten geeignet, um einen ischämischen Schlaganfall von einer intrazerebralen Blutung zu unterscheiden?\n

\n

A) Röntgen-Schädel

\n

B) cCT nativ

\n

C) Doppler-Sonographie

\n

D) Lumbalpunktion

\n

\n

\n

✅ Antwort anzeigen

\n

Richtig: B) cCT nativ
Im nativen CT erscheint eine frische Blutung hyperdens (weiß), während ein frischer Infarkt in den ersten Stunden oft unauffällig ist oder nur diskrete Frühzeichen zeigt. Diese Unterscheidung ist entscheidend vor einer Lysetherapie.

\n

\n

\n \n

\n

\n

\n\n\n\n\n\n

\n

12 · Fachbegriffe

\n

\n

\n \n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

\n

Fachbegriff Erklärung für Patienten
Apoplex „Ein Schlaganfall – eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn“
Ischämie „Eine Minderdurchblutung – zu wenig Blut kommt an“
Lysetherapie „Ein Medikament, das Blutgerinnsel auflöst“
Thrombektomie „Eine mechanische Entfernung des Blutgerinnsels mit einem Katheter“
Hemiparese „Eine halbseitige Lähmung des Körpers“
Aphasie „Eine Sprachstörung – Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen“
Stroke Unit „Eine Spezialstation für Schlaganfallpatienten“
TIA „Ein Mini-Schlaganfall – Symptome verschwinden wieder vollständig“

\n

\n \n

\n

Zusammenfassung

\n

Der Schlaganfall ist ein zeitkritischer Notfall. Die schnelle Diagnose mittels cCT und Einleitung der Lysetherapie im 4,5h-Fenster verbessert die Prognose erheblich. Bei Großgefäßverschluss ist die mechanische Thrombektomie zusätzlich indiziert. Die Sekundärprophylaxe richtet sich nach der Ätiologie.

\n

\n \n

Verwandte Fälle

\n

\n

\n

\n\n

🎓 Jetzt für KP & FSP vorbereiten

Dieser FSP-Fall ist Teil unserer Kursvorbereitung. Im All-in-One Masterkurs findest du alle 17 Fachgebiete, Gesprächssimulationen und Arztbrief-Training.

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.

Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.