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Ösophaguskarzinom

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Fallvignette

Ein 61-jähriger Patient stellt sich vor mit seit 3 Monaten progredienter Schluckstörung, die zunächst bei fester Nahrung begann und nun auch bei flüssiger Kost besteht. Er berichtet über Gewichtsverlust von 11 kg und gelegentliches Regurgitieren unverdauter Speisen.

Anamnestisch: langjähriger Alkohol- und Nikotinabusus. Körperliche Untersuchung: kachektischer Allgemeinzustand, supraklavikuläre Lymphknotenvergrößerung rechts. Temperatur 36,9 °C. Labor: Hb 10,1 g/dL, Albumin 24 g/L, CRP 38 mg/L. Gastroskopie: stenosierende, ulzerierte Schleimhautläsion im mittleren Ösophagusdrittel, 32 cm ab Zahnreihe, kaum passierbar; Biopsien entnommen.

Welche Diagnose vermuten Sie? Welche Diagnostik leiten Sie ein?


Ösophaguskarzinom

Fallvignette

Ein 61-jähriger Patient stellt sich vor mit seit 3 Monaten progredienter Schluckstörung, die zunächst bei fester Nahrung begann und nun auch bei flüssiger Kost besteht. Er berichtet über Gewichtsverlust von 11 kg und gelegentliches Regurgitieren unverdauter Speisen.

Anamnestisch: langjähriger Alkohol- und Nikotinabusus. Körperliche Untersuchung: kachektischer Allgemeinzustand, supraklavikuläre Lymphknotenvergrößerung rechts. Temperatur 36,9 °C. Labor: Hb 10,1 g/dL, Albumin 24 g/L, CRP 38 mg/L. Gastroskopie: stenosierende, ulzerierte Schleimhautläsion im mittleren Ösophagusdrittel, 32 cm ab Zahnreihe, kaum passierbar; Biopsien entnommen.

Welche Diagnose vermuten Sie? Welche Diagnostik leiten Sie ein?


Definition

Das Ösophaguskarzinom ist ein maligner Tumor der Speiseröhrenwand. Es werden zwei Haupthistologien unterschieden, die sich in Lokalisation, Risikofaktoren und epidemiologischer Entwicklung unterscheiden:

  • Plattenepithelkarzinom (PEC): Entsteht aus dem Plattenepithel; bevorzugt im mittleren und proximalen Ösophagus
  • Adenokarzinom (AEG Typ I): Entsteht auf dem Boden eines Barrett-Ösophagus (intestinale Metaplasie); distaler Ösophagus und ösophagogastraler Übergang

Ätiologie & Risikofaktoren

Plattenepithelkarzinom

Risikofaktor Bemerkung
Alkohol Stärkster Risikofaktor (synergistisch mit Rauchen)
Rauchen Dosisabhängig
Achalasie Stase und chronische Irritation
Laugenverätzung Narbenstriktur → maligne Entartung nach Jahrzehnten
Plummer-Vinson-Syndrom Eisenmangel, Schleimhautveränderungen
Heißgetränke Mate-Tee, sehr heißer Kaffee (WHO Karzinogen Gruppe 1)

Adenokarzinom

Risikofaktor Bemerkung
Barrett-Ösophagus Wichtigster Risikofaktor: intestinale Metaplasie durch chronischen GERD
GERD Chronischer Reflux → Barrett → Dysplasie → Karzinom
Adipositas BMI-abhängige Assoziation
Männliches Geschlecht 3:1 (Männer:Frauen)
Rauchen Moderater Risikofaktor

Epidemiologie: PEC-Inzidenz sinkt (Rauchen/Alkohol rückläufig); Adenokarzinom-Inzidenz steigt (Adipositas/GERD-Epidemie)


Pathophysiologie

Barrett-Kaskade (Adenokarzinom)

GERD → Refluxösophagitis → Barrett-Ösophagus (intestinale Metaplasie) → Low-grade Dysplasie → High-grade Dysplasie → Adenokarzinom

  • Barrett-Ösophagus: Ersatz des Plattenepithels durch Zylinderepithel (Becherzellen) im distalen Ösophagus
  • Jährliches Karzinomrisiko beim Barrett: ~0,3% (bei High-grade Dysplasie: ~10%)
  • Molekular: TP53-Mutation, CDH1-Verlust, ERBB2-Amplifikation

Ausbreitung

  • Lokale Invasion: Mediastinum, Trachea, Aorta, Recurrensparese
  • Lymphatisch: mediastinal, zöliakale LK (früh, da reicher Lymphabfluss)
  • Hämatogen: Leber, Lunge, Knochen

Symptome & Klinik

Leitsymptom: Progressive Dysphagie

  1. Dysphagie für feste Speisen → später auch für Flüssigkeiten
  2. Gewichtsverlust (Tumorkachexie + verminderte Nahrungsaufnahme)
  3. Odynophagie (Schluckschmerz)
  4. Regurgitation unverdauter Speisen
  5. Heiserkeit (N. laryngeus recurrens-Infiltration)
  6. Chronische Aspiration → Aspirationspneumonie
  7. Hämatemesis bei ulzerösen Tumoren

Wichtig: Symptome treten oft erst bei >50% Lumenobstruktion auf → häufig Spätstadium bei Erstdiagnose


Diagnostik

Primärdiagnostik

Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) mit Biopsie

  • Goldstandard für Diagnosestellung
  • Multiple Biopsien (≥6) für histologische Sicherung
  • Gleichzeitig: Ausmaß, Lokalisation, Strikturgrad

Staging-Diagnostik

Untersuchung Information
Endosonographie (EUS) T- und N-Stadium (genaueste Methode für lokale Ausdehnung)
CT Thorax/Abdomen M-Stadium, Lymphknoten, Fernmetastasen
PET-CT Okkulte Fernmetastasen, Therapiekontrolle (optional)
Bronchoskopie Bei proximalen/mittleren Tumoren: Trachealbeteiligung?
Laparoskopie Bei distalen Tumoren vor OP: Peritonealmetastasen?

TNM-Klassifikation (vereinfacht)

Stadium Bedeutung
T1 Mukosa/Submukosa
T2 Muscularis propria
T3 Adventitia
T4 Nachbarorgane
N0/N1/N2/N3 Lymphknotenbefall
M0/M1 Fernmetastasen

Differentialdiagnosen

Diagnose Abgrenzung
Achalasie Dysphagie für fest und flüssig von Beginn, Manometrie, kein Gewichtsverlust initial
Ösophagusstenose (benigne) Narbenstenose nach Laugenverätzung, Schatzki-Ring; Biopsie negativ
Refluxösophagitis Sodbrennen im Vordergrund, ÖGD zeigt Schleimhautläsionen ohne Masse
Pharynxkarzinom Lokalisation weiter oben, HNO-Untersuchung
Magenausgangsstenose Erbrechen unverdauter Speisen, Sonographie, ÖGD
Mediastinale Raumforderung CT-Bildgebung zur Abgrenzung

Therapie

Kuratives Konzept (lokalisierter Tumor)

Frühtumoren (T1a: Mukosa)

  • Endoskopische Mukosaresektion (EMR) oder endoskopische Submukosadissektion (ESD)
  • Kurativ bei Beschränkung auf Mukosa (kein LK-Risiko)

Fortgeschrittene resektable Tumoren (T2–T3, N0–N1)

  • Neoadjuvante Radiochemotherapie (5-FU + Cisplatin + Radiatio 41,4 Gy) → dann Ösophagektomie
  • CROSS-Schema (Paclitaxel + Carboplatin + RT): Standard bei Adenokarzinom
  • Alternativ: Perioperative Chemotherapie (FLOT-Schema bei AEG)

Ösophagektomie

  • Ivor-Lewis-Operation (transthorakale Ösophagektomie): häufigste Methode
  • McKeown-Operation (3-Höhlen-OP): bei proximalen Tumoren
  • Transhiatale Ösophagektomie: bei distalen Tumoren, geringere Morbidität
  • Magenhochzug als Ersatzorgan (Kolon- oder Jejunuminterponat bei Magenproblemen)

Palliatives Konzept

Maßnahme Indikation
Ösophagusstent (SEMS) Dysphagie-Palliation, ösophagotracheale Fisteln
Palliative Chemotherapie FOLFOX, 5-FU/Cisplatin, Immuntherapie (Pembrolizumab bei PD-L1+)
Radiatio Lokale Symptomkontrolle, Blutungsstillung
PEG-Anlage Ernährungssicherung

Komplikationen

  • Operativ: Anastomosenleckage (5–15%), Aspirationspneumonie, Chylothorax, N.-recurrens-Parese
  • Tumorbezogen: Ösophagotracheale Fistel (Aspiration!), Arrosionsblutung (Aorta), Mediastinitis
  • Ernährung: Malnutrition, Aspirationspneumonien, Tumorkachexie

Prognose

Stadium 5-Jahres-Überleben
T1 (mukosales Karzinom) ~80%
Resektabel (nach neoadj. RCT + OP) ~40%
Lokal fortgeschritten ~20%
Metastasiert ~5%

Prognose ist hauptsächlich vom Stadium bei Diagnose abhängig. Da Symptome spät auftreten, liegt bei 50–60% ein fortgeschrittenes Stadium vor.


Prävention

  • Primärprävention: Alkohol- und Rauchverzicht (PEC), Gewichtsreduktion/GERD-Behandlung (Adenokarzinom)
  • Barrett-Surveillance:
  • Barrett ohne Dysplasie: ÖGD alle 3–5 Jahre
  • Low-grade Dysplasie: ÖGD alle 6–12 Monate
  • High-grade Dysplasie: endoskopische Therapie (EMR/ESD) oder Radiofrequenzablation (RFA)

Klinische Perlen

  1. Progressive Dysphagie (erst fest, dann flüssig) + Gewichtsverlust = Ösophaguskarzinom bis zum Beweis des Gegenteils → sofortige ÖGD!
  2. Barrett-Ösophagus ist keine Erkrankung, sondern ein Risikozustand → regelmäßige Surveillance rettet Leben.
  3. Heiserkeit bei Ösophaguskarzinom = Infiltration des N. laryngeus recurrens sinister = fortgeschrittenes Stadium!
  4. CROSS-Schema (neoadjuvante RCT) verbessert das Überleben signifikant im Vergleich zu alleiniger OP (10% vs. 34% 5-JÜ in der Originalarbeit).

Prüfungstipps

  • Dysphagie-Reihenfolge: Karzinom beginnt mit fester Nahrung, Achalasie von Anfang an auch mit Flüssigkeiten
  • EUS ist die genaueste Methode für lokale T/N-Stadiumsbestimmung
  • Ivor-Lewis-OP = transthorakale Ösophagektomie mit Magenhochzug – der Name wird gefragt!
  • Adenokarzinom des distalen Ösophagus = AEG Typ I (Siewert-Klassifikation) → Barrett-assoziiert
  • Palliativstent (SEMS = self-expanding metal stent) bei inoperabler Dysphagie oder ösophagotrachealer Fistel

Schlüsselbegriffe

Begriff Bedeutung
Barrett-Ösophagus Intestinale Metaplasie des distalen Ösophagusepithels; Präkanzerose des Adenokarzinoms
Dysphagie Schluckstörung; bei Karzinom progressiv fest → flüssig
EUS Endosonographie; genauestes Verfahren für lokales Tumorstaging
Ivor-Lewis-Operation Transthorakale Ösophagektomie mit Magenhochzug
CROSS-Schema Neoadjuvante Radiochemotherapie (Paclitaxel/Carboplatin + RT) bei resektablem Ösophaguskarzinom
EMR/ESD Endoskopische Mukosa-/Submukosaresektion; kurativ bei Frühkarzinom T1a
AEG Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs (Siewert Typ I–III)
SEMS Self-expanding metal stent; Palliation bei Dysphagie
RFA Radiofrequenzablation; Therapie der High-grade Dysplasie beim Barrett
Odynophagie Schmerzhaftes Schlucken

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.

Definition 🔗

Das Ösophaguskarzinom ist ein maligner Tumor der Speiseröhrenwand. Es werden zwei Haupthistologien unterschieden, die sich in Lokalisation, Risikofaktoren und epidemiologischer Entwicklung unterscheiden:

  • Plattenepithelkarzinom (PEC): Entsteht aus dem Plattenepithel; bevorzugt im mittleren und proximalen Ösophagus
  • Adenokarzinom (AEG Typ I): Entsteht auf dem Boden eines Barrett-Ösophagus (intestinale Metaplasie); distaler Ösophagus und ösophagogastraler Übergang

Ätiologie 🔗

Plattenepithelkarzinom

Risikofaktor Bemerkung
Alkohol Stärkster Risikofaktor (synergistisch mit Rauchen)
Rauchen Dosisabhängig
Achalasie Stase und chronische Irritation
Laugenverätzung Narbenstriktur → maligne Entartung nach Jahrzehnten
Plummer-Vinson-Syndrom Eisenmangel, Schleimhautveränderungen
Heißgetränke Mate-Tee, sehr heißer Kaffee (WHO Karzinogen Gruppe 1)

Adenokarzinom

Risikofaktor Bemerkung
Barrett-Ösophagus Wichtigster Risikofaktor: intestinale Metaplasie durch chronischen GERD
GERD Chronischer Reflux → Barrett → Dysplasie → Karzinom
Adipositas BMI-abhängige Assoziation
Männliches Geschlecht 3:1 (Männer:Frauen)
Rauchen Moderater Risikofaktor

Epidemiologie: PEC-Inzidenz sinkt (Rauchen/Alkohol rückläufig); Adenokarzinom-Inzidenz steigt (Adipositas/GERD-Epidemie)


Pathophysiologie 🔗

Barrett-Kaskade (Adenokarzinom)

GERD → Refluxösophagitis → Barrett-Ösophagus (intestinale Metaplasie) → Low-grade Dysplasie → High-grade Dysplasie → Adenokarzinom

  • Barrett-Ösophagus: Ersatz des Plattenepithels durch Zylinderepithel (Becherzellen) im distalen Ösophagus
  • Jährliches Karzinomrisiko beim Barrett: ~0,3% (bei High-grade Dysplasie: ~10%)
  • Molekular: TP53-Mutation, CDH1-Verlust, ERBB2-Amplifikation

Ausbreitung

  • Lokale Invasion: Mediastinum, Trachea, Aorta, Recurrensparese
  • Lymphatisch: mediastinal, zöliakale LK (früh, da reicher Lymphabfluss)
  • Hämatogen: Leber, Lunge, Knochen

Symptome & Klinik 🔗

Leitsymptom: Progressive Dysphagie

  1. Dysphagie für feste Speisen → später auch für Flüssigkeiten
  2. Gewichtsverlust (Tumorkachexie + verminderte Nahrungsaufnahme)
  3. Odynophagie (Schluckschmerz)
  4. Regurgitation unverdauter Speisen
  5. Heiserkeit (N. laryngeus recurrens-Infiltration)
  6. Chronische Aspiration → Aspirationspneumonie
  7. Hämatemesis bei ulzerösen Tumoren

Wichtig: Symptome treten oft erst bei >50% Lumenobstruktion auf → häufig Spätstadium bei Erstdiagnose


Diagnostik 🔗

Primärdiagnostik

Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) mit Biopsie

  • Goldstandard für Diagnosestellung
  • Multiple Biopsien (≥6) für histologische Sicherung
  • Gleichzeitig: Ausmaß, Lokalisation, Strikturgrad

Staging-Diagnostik

Untersuchung Information
Endosonographie (EUS) T- und N-Stadium (genaueste Methode für lokale Ausdehnung)
CT Thorax/Abdomen M-Stadium, Lymphknoten, Fernmetastasen
PET-CT Okkulte Fernmetastasen, Therapiekontrolle (optional)
Bronchoskopie Bei proximalen/mittleren Tumoren: Trachealbeteiligung?
Laparoskopie Bei distalen Tumoren vor OP: Peritonealmetastasen?

TNM-Klassifikation (vereinfacht)

Stadium Bedeutung
T1 Mukosa/Submukosa
T2 Muscularis propria
T3 Adventitia
T4 Nachbarorgane
N0/N1/N2/N3 Lymphknotenbefall
M0/M1 Fernmetastasen

Differentialdiagnosen 🔗

Diagnose Abgrenzung
Achalasie Dysphagie für fest und flüssig von Beginn, Manometrie, kein Gewichtsverlust initial
Ösophagusstenose (benigne) Narbenstenose nach Laugenverätzung, Schatzki-Ring; Biopsie negativ
Refluxösophagitis Sodbrennen im Vordergrund, ÖGD zeigt Schleimhautläsionen ohne Masse
Pharynxkarzinom Lokalisation weiter oben, HNO-Untersuchung
Magenausgangsstenose Erbrechen unverdauter Speisen, Sonographie, ÖGD
Mediastinale Raumforderung CT-Bildgebung zur Abgrenzung

Therapie 🔗

Kuratives Konzept (lokalisierter Tumor)

Frühtumoren (T1a: Mukosa)

  • Endoskopische Mukosaresektion (EMR) oder endoskopische Submukosadissektion (ESD)
  • Kurativ bei Beschränkung auf Mukosa (kein LK-Risiko)

Fortgeschrittene resektable Tumoren (T2–T3, N0–N1)

  • Neoadjuvante Radiochemotherapie (5-FU + Cisplatin + Radiatio 41,4 Gy) → dann Ösophagektomie
  • CROSS-Schema (Paclitaxel + Carboplatin + RT): Standard bei Adenokarzinom
  • Alternativ: Perioperative Chemotherapie (FLOT-Schema bei AEG)

Ösophagektomie

  • Ivor-Lewis-Operation (transthorakale Ösophagektomie): häufigste Methode
  • McKeown-Operation (3-Höhlen-OP): bei proximalen Tumoren
  • Transhiatale Ösophagektomie: bei distalen Tumoren, geringere Morbidität
  • Magenhochzug als Ersatzorgan (Kolon- oder Jejunuminterponat bei Magenproblemen)

Palliatives Konzept

Maßnahme Indikation
Ösophagusstent (SEMS) Dysphagie-Palliation, ösophagotracheale Fisteln
Palliative Chemotherapie FOLFOX, 5-FU/Cisplatin, Immuntherapie (Pembrolizumab bei PD-L1+)
Radiatio Lokale Symptomkontrolle, Blutungsstillung
PEG-Anlage Ernährungssicherung

Komplikationen 🔗

  • Operativ: Anastomosenleckage (5–15%), Aspirationspneumonie, Chylothorax, N.-recurrens-Parese
  • Tumorbezogen: Ösophagotracheale Fistel (Aspiration!), Arrosionsblutung (Aorta), Mediastinitis
  • Ernährung: Malnutrition, Aspirationspneumonien, Tumorkachexie

Prognose 🔗

Stadium 5-Jahres-Überleben
T1 (mukosales Karzinom) ~80%
Resektabel (nach neoadj. RCT + OP) ~40%
Lokal fortgeschritten ~20%
Metastasiert ~5%

Prognose ist hauptsächlich vom Stadium bei Diagnose abhängig. Da Symptome spät auftreten, liegt bei 50–60% ein fortgeschrittenes Stadium vor.


Prävention 🔗

  • Primärprävention: Alkohol- und Rauchverzicht (PEC), Gewichtsreduktion/GERD-Behandlung (Adenokarzinom)
  • Barrett-Surveillance:
  • Barrett ohne Dysplasie: ÖGD alle 3–5 Jahre
  • Low-grade Dysplasie: ÖGD alle 6–12 Monate
  • High-grade Dysplasie: endoskopische Therapie (EMR/ESD) oder Radiofrequenzablation (RFA)

✨ Clinical Pearls

1. **Progressive Dysphagie** (erst fest, dann flüssig) + Gewichtsverlust = Ösophaguskarzinom bis zum Beweis des Gegenteils → sofortige ÖGD!

2. **Barrett-Ösophagus** ist keine Erkrankung, sondern ein Risikozustand → regelmäßige Surveillance rettet Leben.

3. **Heiserkeit** bei Ösophaguskarzinom = Infiltration des N. laryngeus recurrens sinister = fortgeschrittenes Stadium!

4. **CROSS-Schema** (neoadjuvante RCT) verbessert das Überleben signifikant im Vergleich zu alleiniger OP (10% vs. 34% 5-JÜ in der Originalarbeit).

Prüfungstipps

  • - Dysphagie-Reihenfolge: Karzinom beginnt mit fester Nahrung, Achalasie von Anfang an auch mit Flüssigkeiten
  • - EUS ist die genaueste Methode für lokale T/N-Stadiumsbestimmung
  • - Ivor-Lewis-OP = transthorakale Ösophagektomie mit Magenhochzug – der Name wird gefragt!
  • - Adenokarzinom des distalen Ösophagus = AEG Typ I (Siewert-Klassifikation) → Barrett-assoziiert
  • - Palliativstent (SEMS = self-expanding metal stent) bei inoperabler Dysphagie oder ösophagotrachealer Fistel

Schlüsselbegriffe

BegriffBarrett-ÖsophagusDysphagieEUSIvor-Lewis-OperationCROSS-SchemaEMR/ESDAEGSEMSRFAOdynophagie

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