★ Relevant Endokrinologie 15 Min.

Cushing-Syndrom

Lernmodus:

Auf einen Blick

  • 1. Hypercortisolismus — endogen (Tumor) oder exogen (iatrogen durch Kortikosteroide)
  • 2. Einteilung: ACTH-abhängig (Morbus Cushing, ektopes ACTH) vs. ACTH-unabhängig (NNR-Adenom)
  • 3. Leitsymptome: Stammfettsucht, Vollmondgesicht, Striae rubrae, Muskelschwäche
  • 4. Screeningtest: Dexamethason-Hemmtest (1 mg Overnight) → Cortisol ≥ 50 nmol/L = pathologisch
  • 5. Therapie: bei Morbus Cushing transsphenoidale Adenomektomie (Hypophyse)

Fallvignette

Eine 38-jährige Patientin stellt sich vor mit Gewichtszunahme von 12 kg in 8 Monaten, Muskelschwäche und neu aufgetretenem Bluthochdruck.

Die Patientin berichtet über zunehmende Schwäche beim Treppensteigen, Stimmungsschwankungen und leichte Blutergüsse nach Bagatelltraumen. In der körperlichen Untersuchung fällt ein Vollmondgesicht mit stammbetonter Adipositas und livide Striae an Bauch und Oberschenkeln auf. RR 165/95 mmHg, Nüchternglukose 7,8 mmol/l. Morgentliches Serumcortisol: 650 nmol/l (Norm <550). Im 1-mg-Dexamethason-Hemmtest kein ausreichender Cortisol-Abfall (Cortisol nach Hemmtest: 210 nmol/l).

Welche Diagnose vermuten Sie? Welche Diagnostik leiten Sie ein?


Cushing-Syndrom

Auf einen Blick

  1. Hypercortisolismus — endogen (Tumor) oder exogen (iatrogen durch Kortikosteroide)
  2. Einteilung: ACTH-abhängig (Morbus Cushing, ektopes ACTH) vs. ACTH-unabhängig (NNR-Adenom)
  3. Leitsymptome: Stammfettsucht, Vollmondgesicht, Striae rubrae, Muskelschwäche
  4. Screeningtest: Dexamethason-Hemmtest (1 mg Overnight) → Cortisol ≥ 50 nmol/L = pathologisch
  5. Therapie: bei Morbus Cushing transsphenoidale Adenomektomie (Hypophyse)

Fallvignette

Eine 38-jährige Patientin stellt sich vor mit Gewichtszunahme von 12 kg in 8 Monaten, Muskelschwäche und neu aufgetretenem Bluthochdruck.

Die Patientin berichtet über zunehmende Schwäche beim Treppensteigen, Stimmungsschwankungen und leichte Blutergüsse nach Bagatelltraumen. In der körperlichen Untersuchung fällt ein Vollmondgesicht mit stammbetonter Adipositas und livide Striae an Bauch und Oberschenkeln auf. RR 165/95 mmHg, Nüchternglukose 7,8 mmol/l. Morgentliches Serumcortisol: 650 nmol/l (Norm <550). Im 1-mg-Dexamethason-Hemmtest kein ausreichender Cortisol-Abfall (Cortisol nach Hemmtest: 210 nmol/l).

Welche Diagnose vermuten Sie? Welche Diagnostik leiten Sie ein?


Definition

Klinisches Syndrom durch chronischen Hypercortisolismus — unabhängig von der Ursache.

  • Morbus Cushing: ACTH-produzierendes Hypophysenadenom (häufigste endogene Ursache, 70 %)
  • Cushing-Syndrom: Oberbegriff (inkl. iatrogen, ektopes ACTH, NNR-Adenom)
  • Iatrogens Cushing: Häufigste Gesamtursache (exogene Kortikosteroide)

Ätiologie & Risikofaktoren

ACTH-abhängig (80 % der endogenen Fälle)

Ursache Anteil Details
Morbus Cushing ~70 % ACTH-Adenom der Hypophyse (meist Mikroadenom)
Ektopes ACTH-Syndrom ~10 % Paraneoplastisch: SCLC, Karzinoide, Thymom

ACTH-unabhängig (20 % der endogenen Fälle)

Ursache Details
NNR-Adenom Einseitig, autonome Cortisolproduktion
NNR-Karzinom Selten, große Tumoren, auch Androgene ↑
Bilaterale NNR-Hyperplasie PPNAD, McCune-Albright-Syndrom

Iatrogen (häufigste Ursache gesamt)

  • Systemische Kortikosteroide > 3 Wochen (Prednisolon > 7,5 mg/d)
  • Inhalative, topische oder intraartikuläre Steroide (selten)

Pathophysiologie

Cortisolwirkungen — alle überschießend bei Cushing

Effekt Klinische Manifestation
Glukoneogenese ↑ Diabetische Stoffwechsellage
Fettumverteilung Stammfettsucht, Vollmondgesicht, Büffelnacken
Proteinkatabolismus Muskelschwäche, Hautatrophie, Striae
Immunsuppression Infektanfälligkeit
Mineralokortikoid-Effekt Hypertonie, Hypokaliämie
Osteoporose Hemmung der Osteoblasten
ZNS-Effekte Depression, kognitive Störungen

Symptome & Klinik

Klassische Trias

  • Stammfettsucht (zentripetale Fettverteilung mit dünnen Extremitäten)
  • Vollmondgesicht (Moon face)
  • Büffelnacken (dorsozervikaler Fettbuckel)

Weitere Symptome

Symptom Häufigkeit
Striae rubrae (> 1 cm breit, rötlich) Spezifisch!
Arterielle Hypertonie > 80 %
Muskelschwäche (proximal) Häufig
Hyperglykämie / Diabetes Häufig
Osteoporose / Frakturen Häufig
Oligo-/Amenorrhoe Frauen
Hirsutismus, Akne Frauen (Androgene)
Depressionen, Psychose Häufig
Hautinfektionen (Pilze) Häufig
Ödeme Mineralokortikoid-Effekt
Wachstumsstörung Kinder

Unterschied Morbus Cushing vs. ektopes ACTH

Merkmal Morbus Cushing Ektopes ACTH
Verlauf Langsam Schnell
Hyperpigmentierung Gering Stark (ACTH-Effekt)
Hypokaliämie Selten Häufig
Cortisol Mäßig erhöht Stark erhöht

Diagnostik

Schritt 1: Screening (Hypercortisolismus nachweisen)

Test Methode Pathologisch
1 mg-Dexamethason-Hemmtest 1 mg Dexa um 23 Uhr → Cortisol 8 Uhr Cortisol ≥ 50 nmol/L (1,8 µg/dl)
24h-Urin-Cortisol Freies Cortisol im 24h-Sammelurin > 3× obere Normgrenze
Speichelcortisol (mitternachts) Tagesprofilverlust Erhöht um 24 Uhr

Schritt 2: ACTH-abhängig oder unabhängig?

  • ACTH-Serum messen
  • ACTH niedrig/supprimiert → ACTH-unabhängig (NNR-Adenom/-Karzinom)
  • ACTH erhöht → ACTH-abhängig (Morbus Cushing oder ektopes ACTH)

Schritt 3: Lokalisation bei ACTH-Abhängigkeit

Test Morbus Cushing Ektopes ACTH
Hochdosis-Dexamethason-Hemmtest (8 mg) Suppression > 50 % Keine Suppression
CRH-Stimulationstest ACTH ↑ Kein Anstieg
Sinus petrosus inferior Katheter (IPSS) Gradient zentral/peripher > 2 Kein Gradient
MRT Hypophyse Mikroadenom Normal
CT-Thorax/Abdomen Normal Tumor sichtbar

Differentialdiagnosen

Erkrankung Unterscheidung
Adipositas Keine Striae rubrae, keine Muskelschwäche, Cortisol normal
Metabolisches Syndrom Dexamethason-Hemmtest negativ
Alkohol-Pseudocushing Alkoholanamnese, normalisiert sich nach Abstinenz
Depression Kortisol mäßig erhöht, aber Hemmtest meist normal
Polyzystisches Ovarsyndrom LH/FSH-Ratio, Androgene, Cortisol normal

Therapie

Je nach Ursache

Ursache Therapie der Wahl
Morbus Cushing Transsphenoidale Adenomektomie (neurochirurgisch)
NNR-Adenom Laparoskopische Adrenalektomie
NNR-Karzinom Adrenalektomie + Mitotane + Chemotherapie
Ektopes ACTH Resektion des Primärtumors
Iatrogen Schrittweise Steroidreduktion (Ausschleichen!)

Medikamentöse Therapie (überbrückend oder bei Inoperabilität)

Medikament Wirkmechanismus
Ketoconazol Hemmung der Cortisolsynthese (CYP-Hemmung)
Metyrapon Hemmung der 11β-Hydroxylase
Pasireotid Somatostatinanalogon bei Morbus Cushing
Mifepriston Glukokortikoidrezeptorantagonist

Postoperativ

  • Nach erfolgreicher OP: Cortisolsubstitution nötig (kontralaterale NNR atrophiert)
  • Ausschleichen über Monate bis zur NNR-Erholung

Komplikationen

  • Addisonkrise nach Operation (NNR-Insuffizienz)
  • Osteoporosebedingte Frakturen
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen (Hypertonie, KHK, Thrombosen)
  • Psychiatrische Erkrankungen (Depression, Psychose)
  • Opportunistische Infektionen
  • Wachstumshormon-Mangel nach Hypophysenoperation

Prognose

  • Morbus Cushing nach kurativer OP: Remissionsrate ~70–80 %
  • Rezidivrate ~15–25 % nach 10 Jahren
  • NNR-Adenom nach OP: sehr gute Prognose
  • NNR-Karzinom: 5-JÜR ~40 % (schlechte Prognose)

Prävention

  • Keine spezifische Prävention (endogene Formen)
  • Iatrogens Cushing: niedrigste wirksame Steroiddosis, lokale Applikation bevorzugen

Klinische Perlen

  1. Striae rubrae > 1 cm Breite sind hochspezifisch für Hypercortisolismus — im Gegensatz zu Striae gravidarum (weiß, schmal)
  2. 1 mg-Dexamethason-Hemmtest als Screening: falsch-positiv bei Adipositas, Depression, Alkohol → Bestätigung mit 24h-Cortisol oder Speichelcortisol
  3. Ektopes ACTH kommt schnell und heftig — starke Hypokaliämie + Hyperpigmentierung bei bekanntem SCLC → sofort an Cushing denken
  4. Ausschleichen nach iatrogen nie abrupt — NNR-Suppression kann Monate anhalten → schrittweise Reduktion obligat

Prüfungstipps

  • Screeningtest: 1 mg-Dexamethason-Hemmtest (overnight)
  • ACTH-abhängig vs. unabhängig: ACTH-Serum messen → Weichenstellung
  • Hochdosis-Dexamethason-Hemmtest: unterdrückt Morbus Cushing, nicht ektopes ACTH
  • Transsphenoidale Operation = Therapie der Wahl bei Morbus Cushing
  • Iatrogenes Cushing: häufigste Form, schrittweise Steroidreduktion

Schlüsselbegriffe

Begriff Bedeutung
Hypercortisolismus Chronisch erhöhter Cortisolspiegel
Morbus Cushing ACTH-Adenom der Hypophyse
Ektopes ACTH Paraneoplastisch (SCLC, Karzinoide)
Stammfettsucht Zentripetale Fettverteilung bei Hypercortisolismus
Striae rubrae Rötliche, > 1 cm breite Dehnungsstreifen — spezifisch
Dexamethason-Hemmtest Screening: 1 mg overnight → Cortisol ≥ 50 nmol/L = pathologisch
IPSS Sinus petrosus inferior Sampling — Goldstandard Lokalisation
Transsphenoidale Adenomektomie Therapie der Wahl bei Morbus Cushing
Ketoconazol Medikamentöse Cortisolsynthesehemmung
Büffelnacken Dorsozervikaler Fettbuckel bei Cushing

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Medizinischer Hinweis: Dieser Inhalt dient ausschließlich Bildungszwecken für angehende und internationale Ärzte (FSP- und KP-Vorbereitung). Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte einen zugelassenen Arzt.

Definition 🔗

Klinisches Syndrom durch chronischen Hypercortisolismus — unabhängig von der Ursache.

  • Morbus Cushing: ACTH-produzierendes Hypophysenadenom (häufigste endogene Ursache, 70 %)
  • Cushing-Syndrom: Oberbegriff (inkl. iatrogen, ektopes ACTH, NNR-Adenom)
  • Iatrogens Cushing: Häufigste Gesamtursache (exogene Kortikosteroide)

Ätiologie 🔗

ACTH-abhängig (80 % der endogenen Fälle)

Ursache Anteil Details
Morbus Cushing ~70 % ACTH-Adenom der Hypophyse (meist Mikroadenom)
Ektopes ACTH-Syndrom ~10 % Paraneoplastisch: SCLC, Karzinoide, Thymom

ACTH-unabhängig (20 % der endogenen Fälle)

Ursache Details
NNR-Adenom Einseitig, autonome Cortisolproduktion
NNR-Karzinom Selten, große Tumoren, auch Androgene ↑
Bilaterale NNR-Hyperplasie PPNAD, McCune-Albright-Syndrom

Iatrogen (häufigste Ursache gesamt)

  • Systemische Kortikosteroide > 3 Wochen (Prednisolon > 7,5 mg/d)
  • Inhalative, topische oder intraartikuläre Steroide (selten)

Pathophysiologie 🔗

Cortisolwirkungen — alle überschießend bei Cushing

Effekt Klinische Manifestation
Glukoneogenese ↑ Diabetische Stoffwechsellage
Fettumverteilung Stammfettsucht, Vollmondgesicht, Büffelnacken
Proteinkatabolismus Muskelschwäche, Hautatrophie, Striae
Immunsuppression Infektanfälligkeit
Mineralokortikoid-Effekt Hypertonie, Hypokaliämie
Osteoporose Hemmung der Osteoblasten
ZNS-Effekte Depression, kognitive Störungen

Symptome & Klinik 🔗

Klassische Trias

  • Stammfettsucht (zentripetale Fettverteilung mit dünnen Extremitäten)
  • Vollmondgesicht (Moon face)
  • Büffelnacken (dorsozervikaler Fettbuckel)

Weitere Symptome

Symptom Häufigkeit
Striae rubrae (> 1 cm breit, rötlich) Spezifisch!
Arterielle Hypertonie > 80 %
Muskelschwäche (proximal) Häufig
Hyperglykämie / Diabetes Häufig
Osteoporose / Frakturen Häufig
Oligo-/Amenorrhoe Frauen
Hirsutismus, Akne Frauen (Androgene)
Depressionen, Psychose Häufig
Hautinfektionen (Pilze) Häufig
Ödeme Mineralokortikoid-Effekt
Wachstumsstörung Kinder

Unterschied Morbus Cushing vs. ektopes ACTH

Merkmal Morbus Cushing Ektopes ACTH
Verlauf Langsam Schnell
Hyperpigmentierung Gering Stark (ACTH-Effekt)
Hypokaliämie Selten Häufig
Cortisol Mäßig erhöht Stark erhöht

Diagnostik 🔗

Schritt 1: Screening (Hypercortisolismus nachweisen)

Test Methode Pathologisch
1 mg-Dexamethason-Hemmtest 1 mg Dexa um 23 Uhr → Cortisol 8 Uhr Cortisol ≥ 50 nmol/L (1,8 µg/dl)
24h-Urin-Cortisol Freies Cortisol im 24h-Sammelurin > 3× obere Normgrenze
Speichelcortisol (mitternachts) Tagesprofilverlust Erhöht um 24 Uhr

Schritt 2: ACTH-abhängig oder unabhängig?

  • ACTH-Serum messen
  • ACTH niedrig/supprimiert → ACTH-unabhängig (NNR-Adenom/-Karzinom)
  • ACTH erhöht → ACTH-abhängig (Morbus Cushing oder ektopes ACTH)

Schritt 3: Lokalisation bei ACTH-Abhängigkeit

Test Morbus Cushing Ektopes ACTH
Hochdosis-Dexamethason-Hemmtest (8 mg) Suppression > 50 % Keine Suppression
CRH-Stimulationstest ACTH ↑ Kein Anstieg
Sinus petrosus inferior Katheter (IPSS) Gradient zentral/peripher > 2 Kein Gradient
MRT Hypophyse Mikroadenom Normal
CT-Thorax/Abdomen Normal Tumor sichtbar

Differentialdiagnosen 🔗

Erkrankung Unterscheidung
Adipositas Keine Striae rubrae, keine Muskelschwäche, Cortisol normal
Metabolisches Syndrom Dexamethason-Hemmtest negativ
Alkohol-Pseudocushing Alkoholanamnese, normalisiert sich nach Abstinenz
Depression Kortisol mäßig erhöht, aber Hemmtest meist normal
Polyzystisches Ovarsyndrom LH/FSH-Ratio, Androgene, Cortisol normal

Therapie 🔗

Je nach Ursache

Ursache Therapie der Wahl
Morbus Cushing Transsphenoidale Adenomektomie (neurochirurgisch)
NNR-Adenom Laparoskopische Adrenalektomie
NNR-Karzinom Adrenalektomie + Mitotane + Chemotherapie
Ektopes ACTH Resektion des Primärtumors
Iatrogen Schrittweise Steroidreduktion (Ausschleichen!)

Medikamentöse Therapie (überbrückend oder bei Inoperabilität)

Medikament Wirkmechanismus
Ketoconazol Hemmung der Cortisolsynthese (CYP-Hemmung)
Metyrapon Hemmung der 11β-Hydroxylase
Pasireotid Somatostatinanalogon bei Morbus Cushing
Mifepriston Glukokortikoidrezeptorantagonist

Postoperativ

  • Nach erfolgreicher OP: Cortisolsubstitution nötig (kontralaterale NNR atrophiert)
  • Ausschleichen über Monate bis zur NNR-Erholung

Komplikationen 🔗

  • Addisonkrise nach Operation (NNR-Insuffizienz)
  • Osteoporosebedingte Frakturen
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen (Hypertonie, KHK, Thrombosen)
  • Psychiatrische Erkrankungen (Depression, Psychose)
  • Opportunistische Infektionen
  • Wachstumshormon-Mangel nach Hypophysenoperation

Prognose 🔗

  • Morbus Cushing nach kurativer OP: Remissionsrate ~70–80 %
  • Rezidivrate ~15–25 % nach 10 Jahren
  • NNR-Adenom nach OP: sehr gute Prognose
  • NNR-Karzinom: 5-JÜR ~40 % (schlechte Prognose)

Prävention 🔗

  • Keine spezifische Prävention (endogene Formen)
  • Iatrogens Cushing: niedrigste wirksame Steroiddosis, lokale Applikation bevorzugen

✨ Clinical Pearls

1. **Striae rubrae > 1 cm Breite** sind hochspezifisch für Hypercortisolismus — im Gegensatz zu Striae gravidarum (weiß, schmal)

2. **1 mg-Dexamethason-Hemmtest** als Screening: falsch-positiv bei Adipositas, Depression, Alkohol → Bestätigung mit 24h-Cortisol oder Speichelcortisol

3. **Ektopes ACTH** kommt schnell und heftig — starke Hypokaliämie + Hyperpigmentierung bei bekanntem SCLC → sofort an Cushing denken

4. **Ausschleichen nach iatrogen** nie abrupt — NNR-Suppression kann Monate anhalten → schrittweise Reduktion obligat

Prüfungstipps

  • Screeningtest: 1 mg-Dexamethason-Hemmtest (overnight)
  • ACTH-abhängig vs. unabhängig: ACTH-Serum messen → Weichenstellung
  • Hochdosis-Dexamethason-Hemmtest: unterdrückt Morbus Cushing, nicht ektopes ACTH
  • Transsphenoidale Operation = Therapie der Wahl bei Morbus Cushing
  • Iatrogenes Cushing: häufigste Form, schrittweise Steroidreduktion

Schlüsselbegriffe

BegriffHypercortisolismusMorbus CushingEktopes ACTHStammfettsuchtStriae rubraeDexamethason-HemmtestIPSSTranssphenoidale AdenomektomieKetoconazolBüffelnacken

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